Von der Aufruhrsteuer bis zum Zehnten ||

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  • Von der Aufruhrsteuer bis zum Zehnten

  • Reiner Sahm

    Von der Aufruhrsteuer bis zum Zehnten

    Fiskalische Raffi nessen aus 5000 Jahren

  • Reiner SahmBerlin, Deutschland

    ISBN 978-3-658-05788-6 ISBN 978-3-658-05789-3 (eBook)DOI 10.1007/978-3-658-05789-3

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Natio-nalbibliografi e; detaillierte bibliografi sche Daten sind im Internet ber http://dnb.d-nb.deabrufb ar.

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    Lektorat: Irene ButtkusLayout: Peter Mhlfriedel

    Gedruckt auf surefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier

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  • Die 5000-jhrige Geschichte des Steuerwesens ist voller fiskalischer Raffi-nessen beim Bestreben staatlicher Institutionen, Herrscher oder Gemein-wesen, ihren Bedarf an Arbeits-, Sach- und Geldleistungen von Untertanen oder Brgern einzufordern. Zu derartigen Raffinessen kam es vornehmlich in Zeiten konomischer Bedrngnis im Gefolge kriegerischer Auseinander-setzungen, luxuriser Ansprche der Herrschenden sowie finanzieller Fehl-leistungen des Gemeinwesens.

    Manche muteten absonderlich oder gar absurd an. Bartsteuer, Fenstersteuer, Galgensteuer, Hexengeld, Hochzeitssteuer, Luftsulensteuer, Nachtigallen-steuer, Seelensteuer, Spatzensteuer, Unglubigensteuer, Urinsteuer all dies waren irrwitzige Steuern, ber die man sofern man davon nicht betroffen ist lcheln kann. Durch derart absonderliche Steuern wurden zumeist oh-nehin Bedrftige belastet und es nimmt nicht wunder, dass die Betroffenen versuchten, sich ihnen listenreich zu entziehen oder diese notfalls gewaltsam abzuwehren.

    Leid und Elend haben absurde Steuern hervorgerufen, die in erster Linie zur Ausplnderung der Menschen fhrten und der Staatsbereicherung dienten. Darunter waren sowohl diskriminierende Lenkungs- als auch Kriegssteu-ern, die die Untertanen in ohnmchtige Verzweiflung getrieben haben.

    Aber nicht nur die absonderlichen und abwegigen Steuern fhrten seit 5000 Jahren den Kerngedanken des Steuerrechts ins Absurde, sondern zugleich auch die sogenannten Reformen im Steuerwesen. Dazu uerte sich schon der rmische SENATOR CASPARIUS sarkastisch zur Steuerreform des Fi-nanzministers SCAEFARIUS unter Kaiser HADRIAN (76 138): Zu loben ist diese deine Steuerreform vor allen Steuerreformen, die da waren, sind oder kom-men werden. Sie ist modern, gerecht, erleichternd und kunstvoll. Modern, weil jede der alten Steuern einen neuen Namen trgt. Gerecht, weil sie alle Brger des R-mischen Reiches gleich benachteiligt. Erleichternd, weil sie keinem Steuerzahler

    VORBEMERKUNG

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  • mehr einen vollen Beutel lsst. Kunstvoll, weil in vielen Worten versteckt wird, ....dem Brger zu nehmen, was des Brgers ist. (Lang, Joachim / Eilfurt, Michael 2013, S.3)

    In Deutschland haben Steuerreformen die Komplexitt der Steuergesetze stets erhht und zur Chaotisierung des Steuerrechts gefhrt wie Friedrich Merz, der Finanzpolitiker der CDU, einmal feststellte. Das Steuerrecht ist, so die Deutsche Steuergewerkschaft, zu einem unbeherrschbaren Monstrum verkmmert. So kommt es, dass Laien eine Dummensteuer bezahlen, da sie ohne steuerliche Beratung nicht in der Lage sind, die Lcken und Privile-gien der Steuergesetze zu nutzen.

    CYRIL NORTHCOTE PARKINSON (1909 1993) - der Entdecker der nach ihm benannten Parkinson Gesetze fasste das Geschehen im Steuerwesen ein-mal etwa wie folgt zusammen: Wer sich die Mhe macht, die Geschichte des Steuerwesens wirklich grndlich zu studieren, wird sich am Ende ganz gewiss darber wundern, wie die menschliche Zivilisation das alles berleben konnte.

    Da die Steuermoral der Bundesbrger wesentlich von dem Zustand des deut-schen Steuerrechts bestimmt wird, geht es darum, Lehren aus der Geschich-te zu ziehen und seinen Politikern und Brgern einen Spiegel vorzuhalten; denn, wer nichts verndern will, wird auch das verlieren, was er bewahren mch-te (GUSTAV HEINEMANN, 1899 1976).

    Es ist daher sehr aufschlussreich, einmal den fiskalischen Raffinessen der Obrigkeiten in der Steuergeschichte nachzugehen. Dazu werden besonders markante Flle unter ihrer historischen Bezeichnung in alphabetischer Rei-henfolge aufgefhrt und knapp erlutert.

    REINER SAHMBerlin, den 12. Mai 2014

    www.sahm-steuer.de

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    VORBEMERKUNG

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    VORBEMERKUNG

    ABLASSMTERKAUFABZUGSGELDANZUGSGELDARMENSTEUERAUFRUHRSTEUERAUSPLNDERUNG/ TRIBUTLEISTUNGEN

    BARTSTEUERBEGRBNISSTEUERBEICHTPFENNIGBETTENSTEUERBSER PFENNIG

    CENSUS

    DACHSTEUERDEHEMDISKRIMINIERENDE LENKUNGSSTEUERNDUMMENSTEUER

    ERNTESTEUER

    FAHRRADSTEUERFELD- UND TIERZEHNTFENSTER- UND TRSTEUERFRULEINSTEUER

    GALGENSTEUER

    INHALTSVERZEICHNIS

    HAGESTOLZSTEUERHENKERGELDHERDSTEUER/FENSTERSTEUERHERRENZEHNTHEXENGELDHOCHZEITSSTEUERHULDIGUNGSSTEUERHUNDESTEUER

    INFLATION

    JUDENBEEGRBNISGELDJUDENHEIRATSABGABEJUDENSCHUTZGELDJUDENSTEUERNJUDENVERMGENSABGABE

    KAFFEESTEUERKAISERKRNUNGSSTEUERKALENDERSTEUER / ZEITUNGSSTEUERKARTOFFELZEHNTKINDTAUFENSTEUERKLASSENSTEUERKNABENSTEUERKOPFSTEUER / POLL TAXKREUZZUGSSTEUERKRIEGSGELDKRIEGSABGABE FR VERMGENSZUWCHSEKRIEGSBEITRAGKRIEGSGEWINNSTEUERKRIEGSSTEUER

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  • LMMERZEHNTLATERNENGELDLATRINENSTEUERLEIBZOLLLICHTERZNDUNGS- AUFSCHLAGLUFTGEBHRLUFTSULENSTEUERLUXUSSTEUERN

    MAHL UND SCHLACHT- STEUERMORDSTEUERMUSIKINSTRUMENTEN- STEUER

    NACHTIGALLENSTEUERNACHTSTEUER

    PAPIERSTEUER/ZEITUNGS- STEMPELSTEUERPAULETTEPERCKENSTEUERPETERSPFENNIGPFENNIG, GEMEINERPORZELLANZWANGS- ABNAHMEPRINZESSINNENSTEUER

    REBELLIONSSTEUERREICHSFLUCHTSTEUERREICHSNOTOPFERREPEALSTEUERRMERMONATE

    SALADINSZEHNT

    SALZSTEUERSALZMONOPOLSCHAUFENSTERSTEUERSCHAUMWEINSTEUER (SEKTSTUER)SCHIFFSGELDSEELENSTEUERSOLIDARITTSZUSCHLAG (SOLI)SPATZENSTEUERSTEMPELSTEUERSTEUERPRIVILEGIENSTEUERREFORMSTEUERSUMIGKEITSTEUERSYSTEM

    TABAKSTEUERTATARENSTEUERTAUBENSCHLAGSTEUERTEESTEUERTEMPELSTEUERTODFALLTRKENSTEUER

    UNGLUBIGENSTEUER

    WALLFAHRTSTEUERWARENHAUSSTEUERWEHRBEITRAGWEHRSTEUERWHISKEYSTEUER

    ZEHNT

    LITERATUR

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    INHALTSVERZEICHNIS

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  • Von ABLASS

    bis

    AUSPLNDERUNG

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  • Die Papstkirche hatte ber Jahrhunderte ein vielgestaltiges Abgabensystem geschaffen, das in erster Linie dafr sorgte, dass ein Teil der finanziellen Erhebungen direkt der Kammer des Papstes zufiel. Der grte Teil der Abga-ben und Steuern wie Palliengelder, Salvitien, Annaten, Kommenden, Ver-kauf von Ablassbriefen etc. diente dazu, auf die weltlichen Angelegenhei-ten, wenn ntig mit militrischen Mitteln, Einfluss zu nehmen.

    Seit dem 11. Jahrhundert dienten die Ablassgelder dem Nachlass von kirchlichen Strafen sowie der Erlassung von Snden. Nachdem seit 1390 die-ser Ablass auch denen gewhrt wurde, die Rom nicht selbst besucht hatten, wurde er zu einer von den Ablasspredigern vertriebenen heiligen Ware: Ich spreche Dich von allen reuig gefhlten, begangenen und in Vergessenheit gerate-nen Snden frei (Ablassbrief, 1455)

    Der parasitre Konsum der Kleriker, der aggressive Vertrieb der Ablass-briefe und auch die Theorie, die dem Ablass zugrunde lag, trugen dazu bei, dass die Bevlkerung ihrem Unmut in Protestaktionen Luft machte. Diese fanden schlielich in den Bauernkriegen ihren Niederschlag und die malo-sen Auswchse der geschftsmigen Ablasspraxis gaben bei Verkndung des St. Peter-Ablasses (1517) den Ansto zur Reformation.

    ABLASS

    A

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    In Frankreich und bei der ppstlichen Kurie entwickelt, wurde der mterkauf auch in verschiedenen deutschen Staaten so in Wrttemberg, der Pfalz oder Preuen offen betrieben. Die mter wurden ab der 2. Hlfte des 15. Jahrhun-derts dem Meistbietenden zugeschlagen, ein Mittel, ffentliche Gelder aufzu-bringen, ohne auf die Zustimmung der Landstnde angewiesen zu sein.

    Der Dienstkauf und Diensthandel erstreckte sich auf alle mter und Dienste, vom Vogt bis zum Hofbcker, vom Brgermeister bis zum Koch, vom Pfarrer bis zum Schreiber, vom Amtmann bis zum Forstassistenten. Selbst neue Titel und Funktionen wurden zum Nutzen der Kasse der Herzogtmer erfunden.

    MTERKAUF

    R. Sahm, Von der Aufruhrsteuer bis zum Zehnten,DOI 10.1007/978-3-658-05789-3_1, Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

  • A

    In den mittelalterlichen Stdten, z. B. in KONSTANZ, wurde von der Bevlke-rungsschicht, die kein Vermgen besa (..gar uff erden nichtsz haben..), aber immerhin durch Lohneinknfte o.. noch zahlungsfhig erschienen, eine Armensteuer eingefordert. In FRANKFURT/MAIN hatte jedermann den Herd-schilling zu zahlen, auch were nichts hait. Die eigentlichen Armen waren befreit, d. h. diejenigen, die amtlich als arm anerkannt und zum Empfang

    Das Abzugsgeld, auch Nachsteuer oder Urlaubsschilling genannt, war eine Abgabe vom Vermgen eines Auswandernden und sollte dem Landesherrn einen Ersatz fr den Verlust von Steuereinnahmen bieten. Der noch im 19. Jahrhundert erhobene Abzug betrug zumeist den dritten, zehnten oder den zwanzigsten Teil vom Wert des beweglichen und unbeweglichen Vermgens. Davon befreit waren je nach rtlicher Gewohnheit Geistliche, Kirchendiener, Professoren. Die Hugenotten sollten in Hessen, wenn sie wieder wegzogen, den 6. Pfennig entrichten; bei Glaubenswechsel wurde ihnen jedoch freier Abzug gestattet (1695).

    ABZUGSGELD

    Das Anzugs- oder Antrittsgeld stellt vom Mittelalter bis in das 17./18. Jahr-hundert eine Abgabe an den Staat, die Stadt oder die Gemeinde in Form einer Lokalabgabe dar, die fr das Niederlassungsrecht und fr das Erlangen des Brgerrechts zu leisten war. Das Anzugsgeld konnte auch in Wein oder durch das Ausrichten eines Brgermahls geleistet werden. Darber hinaus wurden auch bei Brgeraufnahme ein Feuereimergeld zum Brandschutz und das Stellen von Rstung und Waffen gefordert. Straburg nahm fr die Aufnahme in die Brgerschaft den Brgerschilling; Fremde, die sich mit Brgertchtern oder Witwen verheirateten, erhielten eine Ermigung.

    ANZUGSGELD

    ARMENSTEUER

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  • Nach dem Scheitern der Revolution der Bauern im Jahre 1525 folgte das Strafgericht mit Shneforderungen, die ganzen Dorfschaften kollektiv Straf-zahlungen auferlegten, die die kleinen Hfe besonders hart trafen. Im Bistum Wrzburg hatten die stiftischen Untertanen an den Landesherrn eine Auf-ruhrsteuer als Sondersteuer in Hhe der jhrlichen Landessteuer fr drei Jahre zu zahlen. Der Bischof WEIGAND VON WRZBURG setzte eine Kommis-sion ein, um die Bauschden und Verluste durch den Bauernkrieg feststellen zu lassen. Von den aufrhrerischen Untertanen musste eine Summe von rd. 270 000 Florin mit dem Schlogeld aufgebracht werden.

    AUFRUHRSTEUER

    A

    Die Assyrer, die die fhrende Gromacht im 9. Jahrhundert vor Christi ge-worden waren, wandten die Methoden der Ausplnderung und Straftribute an. Die Nichtzahlung dieser Tribute wurde als Rebellion gegen den assyri-schen Knig angesehen und grausam bestraft. Aus den Annalen des Gro-knigs ASSURNASIPAL II (883 859 v. Chr.) ist hierzu das Folgende zu ent-nehmen: Ich lie gegenber dem Stadttor einen Turm bauen, alle Hauptmeuterer schinden und berzog das Gerst mit ihren Huten; einige mauerte ich innerhalb des Turmes ein, andere pfhlte ich auf Stangen ber dem Turm, weitere band ich an Pfhle um den Turm. Kein Wunder, dass diese barbarischen Kriegs- und Tributleistungen ihre Wirkung bei den unterdrckten Staaten zeigten.

    AUSPLNDERUNG/TRIBUTLEISTUNGEN

    von Almosen berechtigt waren. Der Pfarrer, der die Spenden zentral einsam-melte und verwaltete, hatte auch die Bedrftigkeit zu prfen und die Armen nach den folgenden drei Klassen in Listen zu erfassen: arm und alt arm und krank arm und mit Kinder beladen.

  • Von BARTSTEUER

    bis

    BSER PFENNIG

    B

  • Eine besonders eigenwillige Steuer fhrte PETER I. 1699 ein. In seinem Be-streben, westliche Lebensformen in Russland heimisch zu machen, verlang-te er nicht nur eine entsprechende Kleidung, sondern stie sich auch an der religis begrndeten Sitte der Mnner, lange Brte zu tragen. Um dieses r-gernis abzuschaffen, schnitt er nicht nur Mnnern eigenhndig die Brte ab, sondern fhrte sogar eine Bartsteuer ein. Wer von den Mnnern darauf be-stand, die herkmmliche Barttracht beizubehalten, musste einen bestimm-ten Betrag entrichten, der fr die verschiedenen Stnde unterschiedlich hoch ausfiel. Um sich vom Bartscheren befreien lassen, mussten die Kaufleute des obersten Standes 100 Rubel zahlen. Von Kaufleuten, Hflingen und Beamten geringerer Herkunft wurden 60 Rubel verlangt, alle anderen Stadtbewohner hatten 30 Rubel pro Bart zu entrichten. Auch brtige Besucher vom Lande durften ihren Bart nur nach einer Entrichtung von einer Kopeke wieder mit nach Hause nehmen. Von der Bartsteuer Befreite erhielten besondere Bart-steuerquittungen, die sie immer mit sich zu fhren hatten, damit sie sofort vorgezeigt werden konnten, wenn sie auf der Strae von Soldaten kontrol-liert wurden. Die Soldaten hatten Befehl, jeden Barttrger sofort zu scheren, wenn er die Bartsteuer nicht entrichtet hatte.

    Vor allem die Altglubigen, die sich aus religisen Grnden nicht von ihre Brte trennen wollten, mussten wohl oder bel diese Steuer entrichten; denn im 16. Jh. hatte ein russisches Konzil das Rasieren verboten, weil dies die Verhhnung des Gottesbildes im Menschen sei.

    BARTSTEUER

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    Sie ist eine auerordentliche Steuer, wenn wegen nthigen Aufwands bey ei-ner Frstlichen Leiche denen Unterthanen, die dazu erforderlichen Unkosten nach Art einer Steuer beyzubringen, auferlegt wird. (Zedler, Johann Heinrich 1731 1754, S.1047)

    Vorschlge, eine Begrbnissteuer zu erheben und die Bestattungsregeln zu ndern, fhrten 1696 zum sogenannten Aansprekersoproer (Leichenbit-teraufruhr). Die Armen befrchteten, bei einem kostenlosen Stadtbegrbnis

    BEGRBNISSTEUER

    R. Sahm, Von der Aufruhrsteuer bis zum Zehnten,DOI 10.1007/978-3-658-05789-3_2, Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

  • Karikatur auf die Reform Peters des Groen: Einem altglubigen Russen wird nach Nichtentrichtung

    der Bartsteuer der Bart abgeschnitt en. Holzschnitt fr ein Flugblatt , Ende des 17. Jahrhunderts

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  • B

    wrden alle sehen, dass ihre Angehrigen wie Bettler unter die Erde ge-bracht wrden. Ein ehrliches Begrbnis war ein Statussymbol: mit der rich-tigen Anzahl von Trauergsten und dem entsprechenden Zeremoniell. Nun stand dieses auf dem Spiel. Es war der grte Aufruhr in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts.

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    Mit dem Au...

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