Über den Kalium-, Calcium- und Cholingehalt des Blutes und seine Veränderungen nach der Exstirpation der Schilddrüse beim Hunde

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    10-Jul-2016

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Uber den Kalium-, Calcium- und Cholingehalt des Blutes und seine Ver~nderungen nach der Exstirpation der Schilddriise beim Hunde. Von Maria Maxim und C. Vasiliu. (Eingegangen am 13. April 1928.) Die Rolle, welche die Schilddrfise im vegetativen Leben spielt, ist schon l~ngst bekannt, ebenso ihr enger Zusammenhang zu dem sym- pathischen und parasympathischen l~ervensystem. In Krankheiten wie: Basedow, ~[yxSdem, nimmt man eine VergrSBerung bzw. Verminderung der Funktion dieser Driise an. Die Schilddriise ist eine innersekretorische Driise und als solche funktioniert sie als Regulator der Elektrolytkombinationen und Hormom wirkungen im ganzen irmeren vegetativen System. Die Untersuchungen von Kraus und ZondeIc, Wollheim, Eppinger und Heft haben den Zu- sammenhang zwischen der Erregung des vegetativen Nervensystems und den yon ibm verursachten Elektrolytschwankungen der Zellen festgestellt, und dem Kalium und Calcium eine erste Stelle in dem Gleichgewichtszustand der Ionen gesiohert. Der Mineralstoffwechsel bzw: der Elektrolytgehalt 4es Blutes und der Organe wird unbedingt gestSrt, sobald wir einem Tier irgendeine Driise entfernen. Nach manchen Autoren wird die Schilddriise als Regu- lator der Ca-Ionen im tierischen Organismus angesehen. Naeh Larson und _Fisher erfolgt eine Verminderung des Blutcalciums bei Hunden, denen die Schilddriise und partiell die Nebenschilddriise entfemt wurde. Nach Eppinger und Heft finder man bei der Basedowkrankheit eine Calciumvemehrung. Nach Waldorp und Trelles dagegen erfolgt in alien Schiiddriisenaffektionen eine Calciumverminderung. Ffir die Ver~nderungen des Kaliumgehaltes im Blute im Zusammen- hang mit der Schilddrfise finder man wenige Angaben; man miii]te nach der Theorie yon Kraus und Zondek annehmen, dal~ einer Ca-Ver- minderung eine bedingte K-Vermehrung folgen soll und umgekehrt. Was nun das Cholin anbetrifft, sind die Angaben der Literatur sehr widerspruchsvoll: Lange Zeit hat man die Anwesenheit des Cholins im Organismus bestritten; jetzt weiB man, dab es sehr verbreitet ist, und daI~ es eine wiehtige Rolle im vegetativen Leben spielt. I)ennoch sind die bisherigen Analysen und Beobachtungen nur in einzelnen 708 M. Maxim und C. Vasiliu: ~ber den Kalium-, Calcium- und Cholingehalb disparaten ~ l len gemacht worden, so da~ man zu keinen sicheren, genauen Schlfissen gekommen ist. Wit haben die K-, Ca- und Cholinbestimmungen im Blute bei schild- driisenlosen Tieren soweit als mSglich ausgefiihrt; als Tiere nahmen wir mittelgroBe Hunde yon 10--12 kg Gewicht. ]:)as Blur wurde jedesmal einen Tag vor der Operation analysiert, dann wurde am n~chsten Tage mSglichst nur die Schilddrfise entfernt (beim Hunde ist eine genaue Trennung yon der Nebenschilddriise oft sehr schwierig); die Operations. stelle wird wieder gen~ht und alle 24 Stunden, in der Friihe vor dem Futtergeben, Blur aus der Vena jugularis mit der Spritze entnommen. In einem Teile der Versuche wurden Kal ium und Calcium nach der Methode yon Kramer und T i sda l l bestimmt, in der zweiten das Cholin durch Extraktion, Dialyse und F~llung als Perjodid bestimmt. Die Folgeerscheinungen der Schilddriisenexstirpation stellten sich bald ein und erreichten ihr Maximum am 4.--7. Tage. Ein Teil der Tiere starb auf dem Maximum der Manifestationen, manche iiberlebten verschieden lang. Die Blutgehalts~nderungen an Kalium, Calcium und Cholin wurden solange als mSglich verfolgt. Wit geben weiter einige Tabellen unserer Versuche an; Kalium und Calcium sind in mg-/o angegeben, das Cholin in g-/oo; die Be- stimmungen wurden auf das Gesamtblut ausgefiihrt. Ze i t der B lu tentnahme Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . I Am 4. Tag nach der Exstirpation . . . . . . Versuch 1. Kalium mg-% Versuch 2. Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . ~ - - Am 2. Tag nach der Exstirpation . . . . . . ! ,, 4. ,, Exitus. Versuch 3. Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . i 23,7 Am 2. Tag nach der Exstirpation . . . . . . I 16,3 ,, 3. ,, ,, ,, . . . . . . . . 14,6 , , 4 . , . . . . . . . . . . . . . 11 ,5 Versuch ~. Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . Am 2. Tag nach der Exstirpation . . . . . . ,9 4o , , , , ~, , , . . . . . . 7, 7 . 9 , , , ,9 , , . . . . . . ,, gleichen Tag Exitus. 23,6 15,6 12,72 10,65 9,48 9,46 5,54 Calcium mg-/o 10,2 10,3 10,9 14,2 13,3 12,5 18,72 25,0 37,0 41,0 40,7 Cholin gr-'[oo 0,0196 0,0280 0,0196 0,0210 0,0340 0,0168 0,0194 I 0,0280 0,0360 0,0196 0,0210 0,0420 0,0338 0,0336 0,0336 0,0400 des Blutes und seine Veranderungen. 709 | Zeit der Blu~entnahn~ I Kalium Calcium Cholin I mg-/o mg-/o gr-*/o, Versuch 5. Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . I 23,4 12,5 Am 2. Tag nach der Exstirpation . . . . . . . [ 20,7 12,5 ,, 3. ,, ,, ,, ,, . . . . . . 18,2 16,2 0,0152 0,0284 0,0320 Versuch 6. Vor der Exstirpation . . . . . . . . . . . . Am 2. Tag nach der Exstirpation . . . . . . . ,, 3 . . . . . . . . . w/~hrend der Krise . . . . . . . . . . . . . . . . ,, 4. Tag nach der Exstirpation . . . . . . ,, 6. ,, ,, ,, ,, (hat tetani- sche Kr/~mpfe) . . . . . . . . . . . ,, 7. Tag nach der Exstirpation . . . . . . ,, 8 . . . . . . . . . (hat Kx~mpfe) . . . . . . . . . . . . . . ,, 9. Tag nach der Exstirpation (in Kr~mpfen) ,, 10. Tag naeh der Exstirpation . . . . . . ,, 11. Tag naeh der Exstirpation (in Kr&mpfen) ,, 12. Tag nach der Exstirpation (in Kr~mpfen) ,, n~chsten Tag tot gefunden. 23,1 14,2 11,8 9,45 9,2 20,7 11,82 15,38 15,46 11,82 12,4 16,27 11,8 11,7 11,7 15,0 16,9 12,5 19,13 16,0 13,8 13,2 12,6 10,8 0,0197 0,0252 0,0521 0,0425 0,0365 0,0382 0,0310 0,0280 0,0270 0,0254 0,0260 0,O320 Schlul$folgerung. Wit beobachten in a l len F~l len eine konstante Verminderung des Ka l inmgeha l tes in den ersten 7 Tagen nach der Operat ion. Das Calc ium b le ibt einige Ze i t unver~nder~, um dann in die HShe zu gehen. Das Chol in ste igt auch, und zwar sofort naeh der Exs t i rpat ion ; es erre icht sehr hohe Wer te w~hrend der te tan ischen Kr~mpfe und der Atmungs- insuf f iz ienzkr is is ; in d iesen Momenten ist auch das Ka l ium sehr erhSht (gearbei tet im Laborator ium , ,Bios" Bukarest ) . Literaturverzeiehnis. Epp{nger und Heft: Zei~sehr. f. k/in. Med. 1917. S. 67/68. - - Eslcil Kylln: Acta reed. scandJnav. Supl. 19, 112. 1927. - - Gautrelet: Cpt. rend. hebdom, des s6ances de racad, des sciences. 148, 995 996 et 149, 149--150. - - Geiger und Loewi: Biochem. Zeitschr. 127, 174. - - Guggenhelm: Biochem. Zeitschr. 74, 209. Le Heux: Pfliigers Arch. f. d. ges. Physiol. 173, 8--27. - - Kramer and Tisdall: Journ. of biol. chem, 48, 223. 1921. - - Kraus und Zondeb: ~bersichtliche Zu- sammenfassung bei Zondeb: Die Elelrbrolyte. Berlin 1927. - - Larson and Fisher: Endocrinology. 11, 233. 1927. - - Meglltzky: Zeitschr. f. d. ges. exp. 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