Über das Auftreten Von Acetylcholin und Andere Veränderungen im Blut und Liquor des Menschen beim Elektroschock

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    14-Aug-2016

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  • jg. ~, Heft 48/5I 19. De,~ember 1943 BRECHT und KUMMER, Elektroschock. 741

    ruft, aus beiden Reaktionen (Toxin-Antitoxin und Toxin- Toxinolysin-Alexin). Unsere Untersuchungen in dieser Hin- sicht sind noch im Gang.

    Wir mfissen hinzuffigen, dab nach unseren Untersuchungen das Physostigmin eine zweifache Wirkung hat. Man nimmt an, dab Physostigmin die Inaktivierung des Acetylcholins hemmt, worauf sich dieses in den Geweben anhiiuft. Wir haben festgestelh, dab Physostigmin auBerdem noch die Eigen- schaft hat, aus den Zellen sowohl Sympathin als auch Acetyl- cholin und ganz besonders dieses letztere in groBen Mengen frei zu machen.

    L i teratur : ~ D. DANIELOPOLU, Acad. de M~d. de Roumanie 23. Mars 1943.

    t3BER DAS AUFTRETEN VON ACETYLCHOLIN UND ANDERE VERANDERUNGEN IM BLUT

    UND LIQUOR DES MENSCHEN BEIM ELEKTROSCHOCK.

    Von

    B. BRECHT und H. KUMMER.

    Aus dem Physiologischen Institut und der Nervenklinik der Reichsuniversitfit StraBburg.

    Seitdem das Acetylchol in (ACh.) als Vermitt ler de.r Vagus- wirkung am Herzen festgestellt wurde, haben sich unsere Kenntnisse fiber die Bedeutung dieses Wirkstoffes speziell innerhalb des Nervensystems dauernd erweitert. Wir wissen heute, dab das ACh. n icht nur an der motor ischen Endplatte in den l~bertragungsmechanismus Nerv~Muske l e ingeschahet ist, sondern dab es sich auch innerhalb des Zentra lnerven- systems an der Erregungsf ibertragung in den Synapsen be- teil igt und dab es sogar bei der Erregungslei tung im Nerven selbst eine Rolle spieh,

    Die Frage, ob im BIut und L iquor unter ,~ormalen oder pathologischen Verh~ltnissen ACh. auftreten ann, war schon Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. L i teratur hierf iber bei CLASSEN 1 und-BRECHT ~. Zusammenfassend ist festzustel- len, dab im menschl ichen B lutserum bisher kein freies ACh. mi t Sicherheit nachgewiesen wurde, w~ihrend im L iquor cerebrospinal is des Menschen kleine Mengen ACh. (1 : lO-9 und weniger) gefunden werden konnten.

    Von besonderem Interesse erschien es uns, nach ACh. unter den Bedingungen des Elektroschocks (ESch.) zu fahnden. Der ESch. fmdet heute in der Psychiatr ie bei der Behand lung verschiedener Psyehosen weitgehende Anwendung. Er 16st, wie der Cardiazolschock, e inen epi lept i formen Anfall mi t tonisch-klonischen Kd impfen aus. Es w~ire, wie weiter unten ausgeffihrt wird, durchaus mSglich, daB es unter diesen Ver- hw zu e inem Auftreten yon ACh. im Blur und im L iquor kommen k6nnte.

    AuBer den ACh. -Untersuchungen wurde noch eine Reihe Weiterer Kontro l len im Blut und L iquor ausgef~hrt, um m6g-

    l ichst auch andere Ver~inderungen durch den ESch, zu er- fassen. (S. Tabelle.)

    Methodik: Zur Ausl6sung des ESch. wurde der Apparat nach PUR- SCHERT. Luzern, vonder Firma Rompel, Mfinchen, benfitzt. Um eine bessere Kontrolle fiber den Sehock und seinen Verlauf zu haben, wurde er graphisch registriert. Hierffir erwies sich die Verzeichnung der Atem- bewegungen mit einer Mareyschen Kapsel als brauchbar. Der Reizbeginn ist durch eine Schleuderbewegung des Sehreibhebels der Mareyschen Kapsel markiert, die durch eine kurzdauernde allgemeine Muskelkontrak- tion hervorgerufen wird. Daran schlieBen sich einige unregelmiiBige In- und Expirationen geringeren AusmaBes an, worauf der heftige tonisehe Krampf bei tiefer Inspiration einsetzt. Im VeHauf der sich ansehlieBenden Expiration kommt es dann zu generellen klonischen Kr/impfen. Es k6nnen verschiedene Abweichungen yon diesem Typus auftreten, so dab eine ein- gehende Untersuchung dieser Verh/ihnisse im Zusammenhange mit den klinischen Erseheinungen durchaus lohnenswert erscheint. Ffir vorliegen- den Zweck genfigte es, eine ausgeorggte Schockform yon einem Abortiv- schock objektiv unterseheiden zu k6nnen.

    Die Gewinnung des Blutes erfolgte vor dem Schock und gegen Ende oder kurz nach dem Scl Jck aus der Cubhalvene in der yon CLASSEN 1 an- gegebenen Weise. Das Blut wurde bei der Entnahme mit Eserin-Normosal- 16sung verdfinnt, denbriniert und zentrifugiert. Der Liquor wurde dutch Occipitalpunktion vorund am Ende des Schocks gewonnen, und tells mit, teils ohne Eserinzusatz (i:IO0 mit Frosch-Ringerl6sung im Verhhhnis i : 1o oder I :xoo verdfinnt. Die Untersuchung auf ACh. etfolgte an Frosch- lungenprfiparaten 2, die eine Aeh.-Empfindlichkeit bis zu 1:io ~4 besal3en. Die Untersuchungen wurden an 9 Schizophrenen und 3 Depressionen aus- gef~h rt.

    Ergebnisse, I. ACh. im Blut: An die M6glichkeit, dab wShrend oder nach dem ESch. ACh. im Blute in nachweis- baren NIengen auftreten k6nnte, war durchaus zu denken. Bei dem erh6hten Erregungszustand, in dem sich besonders Ner- vensystem und Musku latur w~hrend des Schocks befinden, k6nnte eine vermehrte Diffussion von ACh. aus dem Gewebe in das Blut erfolgen. Da das Absinken des Blutdrueks wi ihrend des Schocks (HILDEBRAND 3) im Sinne einer parasympathi - schen Reaktionslage gedeutet werden k6nnte, wiire es m6glich, dab ACh. in vermehrter Menge an das Blut abgegeben wfirde, das dutch die Anwendung yon Eserin bei der Enmahme yon der Zerst6rung geschfitzt, nachweisbar wfirde. Diese An- nahme hat sich jedoch nicht best~itigt. In allen Versuchen war der Wirkstoff weder im Schock noch direkt nachher im Blut- serum nachzuweisen (s. Tabelle). In entsprechenden Kon- tro l lversuchen wurde fibrigens auch vor dem Schock niemals ACh. gefunden. Es b le ibt also nur die Annahme, daB, wenn ACh. im Schock vermehr t in das Blut fibertritt, dieses sofort durch die hohe Zerst6rungskapazit~t der im Blut vorhandenen Cholerinesterase hydrolysiert wird.

    II. ACh. im Liquor cerebrospinalis: Das Vorkommen yon ACh. im Geh i rn ist erwiesen (STADMAN 4, QUASTEL U. a. 5) und die engen Verknt ipfungen der ACh. -B i ldung mit dem Geh i rn - stoffwechsel, speziell dem Kohlehydratumsatz, s ind weit- gehend bekannt (SANZ u. a.6). Bei der d irekten Reizung der Geh i rnsubstanz im ESch. und der damit verbundenen Stoff- wechselsteigerung kommt es, wie CENTINI und BANDETTINI DE POCGIO 7 zeigten, zu einer Zunahme des Glucosegehalts im L iquor. Auf Grund dieser Befunde war es yon Interesse zu untersuchen, ob auch der ACh.-Spiegel im L iquor durch den ESch. beelnfluBt wird.

    Lfd. i Ve*- O~ten I suehs- des Schocks [ACh. Nr. Name Diagnose datumi943 Wi.D VoltSP' ISek'lZeit I Blut

    x l I . A. Schizophrenie II. II. OOr 90 0,2

    2 ~M. Z. Schizophrenie119. III. ~ooc 4 K.K. Schizophrenie 8. IV. 3oc

    5/M" L. Schizophrenie[lo. IV. ,toe

    6 M.B. Depression I3. IV. 3Sol/ 90 /o,4 =

    7 H.H. Schizophrenie 14. IV. I 22oo 90 o,4 o

    8 A. St. Sehizophrenie I9. III.f 600 9s '/o,2 9 B.H. Schizophrenie 24. III.I 15oo 9s /o,2

    to L.B. Depression ~6. III.I/2ooo / 9s io.* I1 E.S. Depression [5. IV. I 9o0 / 90 Io,4 I2 S.B. Schizophrenie ~9. III.i 7o0/ 9o Io,21

    Bedeutet nicht untersucht.

    ACh. L iquor__

    vor I nach

    unter I IO --1] I0--141 IO -14 IO -0 iO--10 iO -14 IO -1~ unter

    l i p -14 unter[ untei I O--14J IO -14 unter] untel 10 -14 iO -14 I0 -11 unter i0--14

    / / / / / / / / / /

    Zellen imLiquor

    vor I nach

    3/3 12 /3 I blutig

    3/3J 9/3 6/3 6/3 6/3 15/3

    blutig 3/31 3/3 3/3 6/3

    3/3 I8/3 I blutig

    / r / / r ! !c / / I / 6/3[ 6/3

    El, eifl [ N* ~ quo~r [~i, vor nach[ vor %0 %0 ling%

    I 0,3 0,3 [ I

    I o:: o:: I I 0,2 0 ,2 740

    o,25! o,2s 685

    0,2 I 0,2 /

    CI .uor

    nach mg~

    Blutstatus mit Ausnahme der Leukoeyten, WaR. im Blut

    /

    740

    675

    Zuck~erspie-ge~l 1 B.K.S. nach Liquor [ Blut [ Leukocyten WESTER-

    . . . . . . . . . . . GREEN vor I nachl vor I nach[ i nac h

    mg%:mg%Img%Img%[ vcr n ach vor

    / i 7 oo i12OOllO/33 8 iogr-61 63 I 63 8i I 9 ooo 9/IS 82 75 9 ooo[ 8/I2

    13000 I4 00o i25/35

    i ~ 53

    77 86~176176176 S/2~ 6 ooo I $ 7I] ~9 / I 8 /800[I6/33] /

    und Liquor blieben durch den ESch. unver~indert.

  • 742 FELDT, Sulfonamide bei Gas6dem. Klinisehe Wochenschrift

    Be i 7 Versuchen ist nur in z F~illen ein deutl ich vermehrter ACh. -Geha l t nach dem Schock gefunden worden. In 3 F~illen war der ACh. -Geha l t naeh dem Schock geringer als vorher. In z Versuchen war der Wirkstoffgehalt vor und nach dem Schock unver~indert. Eine eindeutige Beeinflussung des ACh.- Gehalts im L iquor durch den ESch. ist demnach nicht festzu- stellen. I rgendwelche Schltisse auf das Verhal ten des ACh. im Gehi rngewebe selbst w~ihrend des ESch. k6nnen jedoch aus diesen Befunden wohl n icht gezogen werden.

    I l L Weitere Blut~ und Liquoruntersuchungen: Die Unter - suchungsergebnisse fiber Ver~inderungen e iner Reihe weiterer physiologischer Vorg~mge und Eigenschaften durch den ESch. s ind sehr widerspruchsvoU, ein Zeiehen ffir den wechselnden Einflui3 des ESch. auf den Organismus (Einzelheiten hierf iber siehe u. a. bei A. WESTMANS). AUS tier Tabel le ist zu ersehen, dab im wesent l ichen nur die Leukocytenwerte im Blut eine deutl iche Ver~inderung im Sinne einer Leukocytose aufweisen, die wohl dutch eine Beeinf lussung des vegetativen Systems zu- stande kommen dfirfte. Dagegen bleibt der Zuckerspiegel im Blut und L iqhor durch den Schock unberf ihrt . Hierbei ist al lerdings zu berficksichtigen, dad die Blut- und L iquorent - nahme unmit te lbar nach dem Schock erfolgte. Eine Zunahme des Zuckergehalts, wie er yon verschiedenen Autoren beschrie- ben wurde, als Nach- oder Sp~itreaktion, ist t rotzdem m6glich. Dies zeigt Versuch Nr. 11, bei dem die B lutentnahme erst 5 M inuten nach dem ESch. erfolgte und der eine deutl iche Zunahme des Blutzuckerspiegels erkennen l~il~t.

    Zusammenfassung: Es wurde der EinfluB des ESch. auf den ACh. -Geha l t yon Blut und L iquor des Menschen mit Hilfe des Froschlungenpr~parates untersucht . Im B lutserum konnte weder vor noch nach dem Schock ACh. nachgewiesen werden. Auch im L iquor war eine Vermehrung des ACh. durch den Schock mit Sicherheit n icht festzustellen. Der ACh. -Geha l t schwankte zwischen I : IO s bis unter I : io a4. Ferner wurden untersucht : Zel len und NaCl im Liquor, EiweiB, Zucker, Wassermannsche Reaktion im Blut und L iquor und das Ge- samtblutbi ld. Die erhal tenen Werte wurden in einer Tabel le zusammengestellt. Eine wesentl iche ,~nderung wurde nur bei den Leukocyten, und zwar im Sinne einer Leucocytose, ge- funden. Der Zuckerspiegel ist unmit te lbar nach dem Schock unver~indert, ein nachtri igl icher Anstieg ist jedoch durchaus m6glich.

    L i teratur : 1p. CLASSEN, Z, exper. Med. IO9, 688 (I94I). - - K. BRECHT, Klin. Wschr. I94o I, Io87. - - a F. HULDEBRANDT,

    Kiln. Wschr. x94o I, 947. - - 4 E. STEDMAN and E., Biochemie I. 3I, 817 (I937). - - 5p. I. G. MANN, M. TENNEBAUM and I. H. QUASTEL, Biochemie I. 33, 8z2 ( I939) . - 6 M. C. SANZ, Pflti~ers Arch. 246, 597 (I943). - - 7 D. CENTINI u. A. BANDETTINI DI POGGIO, Rass. Studi psichiatr, 28, 87S (I939). ~ 8 A. WESTMAN, Schweiz. reed. Wschr I942, II3.

    KULTUR- UND TIERVERSUCHE MIT SULFONAMIDEN BEI GASODEMERREGERN.

    Von ADOLF FELDT

    Aus der Chemotherapeutischen Abteilung der Schering A.-G., Berlin (Leiter: A. FELDT).

    Die Versuche wurden mit menschenpathogenen Gas- branderregern, BaciIIus perfr ingens (FRAENKEL-WELCH), Para- rauschbrand (Vibrion septique), Bac. oedematiens (NovY) und Bac. histolyticus angestellt. Yon jedem der sporentragenden Anaerobier standen m~iusepathogene St~imme zur Verffigung, ffir deren ~ber lassung ich Her rn Professor FOI~TNBR bestens danke. Es war daher mSglich, sowohl die Hemmungswi rkung von Sul fonamiden in Ku l turversuchen als auch ihre Hei lwir- kung auf infizierte M~iuse zu untersuchen.

    Von besonderem Interesse sind die Reagensglasversuche wegen der Anwendung der Sulfonamide als Streupuder fiitr in- fizierte Wunden, bei denen die unmitte lbare keimsch~idigende Wi rkung entscheidend ist. Die T ierversuche sollten eine ex- per imentel le Unter lage bi lden fiir die chemotherapeut ische, d. h. prophylakt ische und hei lende Wirkung der Sulfonamide bei peroraler und subcutaner Behandlung Verwundeter .

    Kulturversuche. Zu den Kulturversuchen erwies sich die Leber- bouillon (naeh TAROZZI) als geeignet, die Reinheit der Kulturen wurde durch Einschaltung der Fortner-Platte kontrolliert. Zu je 4,5 ecru der Bouillon in jedem RShrchen und je o,s ecru der Praparatenverdfinnung kommt je o,i ecru der Kultur, dartiber das Vaselinesiegel. Waehstum wird festgestellt nach der Trfibung der Bouillon und naeh der Gasbildung, durch die das Vaselinesiegel in die H~he getrieben wird. Abgelesen wurde nach z4, 48 Stunden und gegebenenfalls aueh nach weiterer Bebr/itunr In zweifelhaften F~llen gab die Bestimmung des pC, weiteren-AufschluB. Das PH der Bouiilon betrug meist 6,9. Naeh 48 Stunden wurde das PII erneut bestimmt, entsprechend dem Grade des erfolgten Waehstums sinkt es yon 6,9 auf 6,7--5,5 und darunter. Dabei darf die Einsaat, wie auch bei bakteriostatischen Versuchen mit anderen Bakterien, nieht zu groB sein, da andernfalls die waehstumshemmende Wirkung der Sulfonamide durch eine fibergrol3e Zahl yon Bakterien aufgehoben wird. So erfolgt z. B. nach Beimpfen der Pr~paratenverdfinnungen von Globucid und Marfanil mit ,o, I ccm der 3 stfindigen Originalkultur yon Bae. perfringens unghemmtes 'Waehstum bereits bei der konzentrierten Verdfinnung yon i :ioo, wiihrend nach Einsaat yon o,~ ccm einer Kulturverdfinnung yon io -r Hemmung bis x :x oooooo bzw. i : ioooo beobachtet wird (s. Tabelle i, S. 743).

    Die Aussaat wurde frischen Kulturen entnommen, zu einem Zeit- punkt, in dem nur vegetative Formen vorhanden sind. Die einzelnen Anaerobier zeichnen sich dureh eine sehr unterschiedliche Wachstums- geschwindigkeit aus. So wurde bei Bac. perfringens yon 3 stfindigen Kul- turen abgeimpft, die bereits intensive" Trfibung und Gasbildung zeigen, yon den anderen Erregern wurden meist iSstfindige Kulturen dazu benutzt. Die Aussaaten wurden mit Kulturverdfinnungen his io -~ vorgenommen.

    Yergl ichen wurde die bakteriostatische Wi rkung yon Sulfani lamid und 5 seiner heterocycl ischen Analogen sowie yon p-Aminomethylbenzolsulfonamid (Marfanil). Berfick- sichtigt .wurde nur komplette Hemmung. Die hemmende Wirkung der Sulfonamide setzt erst nach einer Latenz- zeit "con einigen Stunden ein, es kann daber anfangs eine geringe Tr f lbung auffreten, die jedoch das pH kaum ver- schiebt.

    Aus der Tabel le I geht hervor, dab bei 3 Ar ten yon Gas- 6demerregern, Bac. perfr ingens, Vibr io septicus und Bac. histolyticus die untere Grenze der bakteriostat ischen Wirkung von Sulfani lamid bei Konzentrat ionen von i : iooo bis i :5oooo liegt, bei seinen Heterocyclen jedoch bei i :2oooo bis I:IOOOOOO, abgelesen nach 48 stf indiger Bebrf ltung. Bei p -Aminomethy lbenzo lsu l fonamid liegt die untere Hemmungs- grenze bei I : ioooo bis I : iooooo. Die bakteriostatische Wir- kung yon Globucid und Pyrimal auf die Ku l turen der drei genannten Anaerobier (ibertrifft demnach die yon p -Amino- methylbenzolsul fonamid um das etwa Zehnfache und dar- fiber.

    Ku l turen yon Bac. oedematiens werden yon p -Amino- methylbenzolsul fonamid und yon Globucid b innen 24 Stunden bis zur Konzentrat ion von I:~OOOO gehemmt; nach 48 Stun- den abgelesen, zeigen Sulfani lamid und seine Heterocyclen keine deutl iche hemmende Wirkung.

    Tierversuche. Auf die Schwierigkeiten der T ierversuche mit sporen-

    t ragenden Anaerobiern haben alle frf iheren Untersucher (DoMAGK, SCHREUS, KLOSE und SCttR~BR) hingewiesen. Die Virulenz der Ku l turen ist auBerst schwankend, die Ursachen der Schwankungen sind meist n icht nachweisbar. So sind besonders anfangs bei geringer Er fahrung viele u un- brauchbar, well die Virulenz des zur Infektion der Tierserie benutzten Stammes ent~eder zu gering war, so dab einzelne Kontro l len fiberleben, oder die Infekt ion verl~iuft so stfirmisch, dab s~imtliche Tiere, einschl, der behandelten, frfihzeitig sterben.

    Pararauschbrand. So waren yon io M~iuseversuchen mit Pararauschbrand nur 3 einwandfrei, wobei nur solche Ver- suche diese Bezeichnung verdienen, in denen eine sicher t6dliche Infektionsdosis benutzt wurde, in denen also s~imt- liche Anfangs- und Endkontrol len, d. h. die unbehande l ten ersten und letzten Tiere, b innen 24 Stunden sterben. Die drei ge lungenen Versuche sind in Tabel le z (S. 743) zusam- mengefaBt.

    Aus der Tabel le geht hervor, dab in Versuehen an M~iusen, die mit einer sicher t6dl ichen Kulturdosis yon Pararausch- brandbaci l len infiziert sind, bei 3maliger peroraler Behand- lung unter 5 untersuchten Pr~iparaten die Hei lwirkung yon Pyrimal am gr6Bten ist. u z I mit Pyr imal behandel ten T ie ren leben io Tage nach der Infektion und Behandlung noch I3, verz6gert sterben 7, ihre durchschnitt l iche Lebens-

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