Say NO! to cheese

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    04-Feb-2016

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Portfolio of a fine-art portrait photographer (german)

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Say no! to cheese Portraits Ronald Daedalus Vogel Das Bild ist ein Produkt des empirischen Vermgens und der produktiven Einbildungskraft. Immanuel Kant Kritik der reinen Vernunft, 1781Portrait Fotogra!eSay no! to cheeseRonald Daedalus VogelBernhard Z.2009ber dieses BuchSie !nden hier ausschlielich Portraits von Menschen zumeist mit einem Fokus auf das Gesicht oder genauer: auf die Physiognomie des abgebildeten Modells. Diese direkten, hyper-realen Momentaufnahmen meiner Modelle sind gewhnlich frei von jeder Ablenkung durch Accessoires und somit auf das Wesentliche der Portrait-Fotogra!e reduziert: den Ausdruck des jeweiligen Menschen im Moment der persnlichen Wahrnehmung durch den Betrachter.Muss ein gutes Portrait authentisch sein?Man mag den Eindruck gewinnen, dass ich in meinen Arbeiten authentische Charaktere abbilde. Gleichwohl, es geht mir nicht darum einen Menschen mglichst in seinem eigenen Wesen darzustellen, denn abgesehen davon, dass ein Foto dies nur recht unvollstndig zu leisten vermag ist der Versuch vllig unntig.Es ist gut und schn, wenn der Fall eintritt, einen Menschen derart abzubilden, dass sein Portrait das Wesen angemessen spiegelt, aber es ist in der Regel schlicht nicht notwendig. Schauen wir auf den folgenden Gedanken: Wie viele Menschen kennen das Modell persnlich und sind im Stande den wahren Charakter des (Ab-)Bildes zu prfen? Nur wenige vermutlich; jedenfalls die wenigsten, die das Bild betrachten werden.Das Bild wird also von vielen betrachtet (welche die Authentizitt nicht prfen knnen), und heureka! es funktioniert fr die meisten Betrachter trotzdem!Seltsam? Nein, denn der Betrachter induziert Bilder und Muster seiner eigenen Erfahrung auf diesen Menschen, frei von der objektiven Eigenschaft des abgebildeten Gegenstands.Anders ausgedrckt: Wir erleben nicht das Modell oder das Werk des Knstlers, sondern in erster Linie uns selbst beim Betrachten meiner Arbeiten.Sabine V.2009Wolfgang H. 2010Der Blick in die eigene PrgungDas fr das einzelne Portrait wichtige charakteristische Moment wird hier also zum wesentlichen Teil des Betrachters selbst, denn beim Anschauen werden Muster der eigenen Vergangenheit lebendig, welche das Bild beim Betrachten freisetzt bzw. durch den Betrachter auf das Modell projiziert werden. Mit anderen Worten: Man sieht beim Betrachten in seine eigene Vergangenheit und Prgung.Ich habe diese Erfahrung prfen knnen bei Portraits aus Afrika. Die Aufnahmen von zentralafrikanischen Stammesangehrigen mit dunkler Hautfarbe sind derart weit von der eigenen Sozialisation und unserem vertrauten, westlichen Phnotyp entfernt, dass ohne eine Identi!kation mit der Lebensweise oder einer gemeinsamen Vergangenheit des Abgebildeten ein Portrait in diesem Sinne nicht funktioniert; zumindest nicht so, wie es bei den meisten hier gezeigten Modellen der Fall ist. Das Gegenber aus einem fremden Kulturraum hat keine persnliche Relevanz, gemeinsame Geschichte oder Prgung mit dem Betrachter, es entzieht sich der Berhrung und ist folglich weniger betre"end. Portraits von erwachsenen oder reifen Menschen eignen sich brigens deutlich besser fr meine Arbeit als Abbildungen junger Menschen oder Kinder, denn vom Leben gezeichnete Gesichter spiegeln die Erfahrung des Betrachters weit umfangreicher und tiefer.Thomas M.2009Kirstin L.2009Sabine V.2009Sonja W.2010Heide G.2008Warum sind die Portraits ernst statt heiter?Wenn man sich den eigenen Tag mit einem Spiegel vor dem Gesicht vorstellt, wird man feststellen, dass man die meiste Zeit nicht mit einem Cheese auf den Lippen herumluft; dies she wohl auch recht befremdlich, da unnatrlich aus. Im Dialog mit anderen Menschen grinst man selten so entrckt und inszeniert, wie auf den Portraits von Hochglanz-Magazinen oder auf den Hochzeits-Fotos der vielen Fotostudios seiner Stadt.Ein von freundlichen Grimassen verzerrtes Gesicht ist mithin kaum ein natrlicher Gesichtsausdruck des jeweiligen Modells und damit fr meine Arbeiten und Intention unbrauchbar.Komposition und ErscheinungIch berarbeite bewusst keine Makel oder Falten, welche zu einem im traditionellen Sinne schneren Portrait fhren. Ich emp!nde ein Portrait dann als echt, wenn Unzulnglichkeiten, wie zum Beispiel Haut#ecken, Falten oder verknitterte Kleidung vom Idealbild der berall prsenten und beliebigen Beauty-Fotogra!e abrcken.Bernhard Z.2008Anja B.2010Davoud N.2009Meine Aufnahmen sind gewhnlich farblich zurckgenommen und in einem neutralen Ambiente platziert, welches wenig vom Modell selbst ablenkt. Tatschlich fotogra!ere ich kontrollierend in schwarz-wei, um das Licht und die Komposition umgehend prfen zu knnen und bearbeite dann am Rechner die Farb-Aufnahme. Marion Z.2010Emma S.2008Frankie W.2009Sandra G.2009Durch einen meist deutlichen Versatz von der Mittelachse wird dabei eine gewisse Zuflligkeit einerseits und kompositorische Spannung andererseits bewahrt. Gegenstnde, egal, ob authentisch oder metaphorisch gewhlt, werden nur rar verwendet, sie lenken ab, denn sie fgen der Prsentation selten einen gewinnbringenden Mehrwert hinzu. Im schlimmsten Fall sind solche hinzugefgten Accessoires ohne Bezug und wirken wie ein kitschiges Moment eher aufgesetzt und belanglos. Authentische Accessoires hingegen ergnzen die Person und sind somit erstrebenswert und wertvoll.Emma S.2008Intime AugenblickeDie Modelle schauen den Betrachter bei den meisten Arbeiten direkt an, dies ist mir sehr wichtig. Portraits, bei welchen das Modell ins O" schaut, haben nmlich einen deutlichen Mangel: Der Betrachter erfhrt nicht, womit sich das Modell gerade beschftigt bzw. was die Ursache fr den abgewandten Blick ist. Folglich !ndet hier kein Dialog zwischen dem Betrachter und der abgebildeten Person statt. Posing ist zumeist das austauschbare Resultat. Wird der Betrachter hingegen mit einem direkten Blick konfrontiert, so ist die Emp!ndung beim Betrachten wesentlich strker. Die emotionales Bindung egal ob angenehm berhrt oder befremdlich abgestoen ist weitaus grer, weil direkter.Es fllt schwer sich dem konfrontierenden Blick eines anderen Menschen zu entziehen, man prft ihn zumindest. Je eindringlicher der Blick, desto strenger wird die eigene Prfung.Die realistische Darstellung der Modelle hat einen weiteren wesentlichen Aspekt. Der Betrachter kann mit dem Modell intim sein. Eine hnliche Nhe zum Modell von beliebiger Dauer ist in der Realitt nur selten mglich, denn die abgebildeten Details sind im realen Leben nur dann in diesem Mae der Nhe und Detail erlebbar, wenn man dem Modell rumlich sehr nahe kommt, eben intim ist.Sandra G.2009Ena H.2009 Sonja W.2010Sonja W.2010Frankie W.2009Frankie W.2009Frankie W.2009Frankie W.2009Bernhard Z.2009Sven S.2008Kenny S.2009Peter S.2010Ena H.2009Aiven H.2008Composing Two space men arriving 2008Ronald Daedalus Vogel Aktuelle Arbeiten !nden Sie online unter www.daedalus-v.de Titelfoto: Bernhard Z.2010 Bild und Text Ronald D. VogelDie Reproduktion smtlicher Inhalte istnur mit schriftlicher Genehmigung gestattet.