Infektionen in der Dermatologie; Infections in dermatology;

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    23-Dec-2016

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  • Hautarzt201465:89DOI10.1007/s00105-013-2639-5Onlinepubliziert:22.Januar2014Springer-VerlagBerlinHeidelberg2014

    G.Daeschlein1R.Glser21HautklinikderErnstMoritzArndtUniversitt,Greifswald2KlinikfrDermatologie,VenerologieundAllergologie,UniversittsklinikumSchleswig-Holstein,CampusKiel

    InfektioneninderDermatologie

    Trotz zweifellos bedeutender Fortschrit-te in der Infektiologie und den damit verbundenen tiefer gehenden Kenntnis-sen ber immer mehr Mikroorganismen und deren Auswirkungen im Organismus spielen bakterielle Besiedlungen und In-fektionen mit Problemkeimen von Haut und Wunden nach wie vor eine wichtige Rolle und stellen Arzt und Patient immer wieder vor groe Herausforderungen. Wund- und Weichteilinfektionen geh-ren auch heute noch zu den hufigsten In-fektionen des Menschen berhaupt, wo-bei die sich immer mehr verndernde Al-tersstruktur der Patienten nur einen Teil der Erklrungen liefert, und es wird of-fensichtlich, dass der medizinische Fort-schritt mit diesem globalen Zuwachs an Problemkeimen bisher nicht Schritt hal-ten kann. Sowohl auf der Wirts- als auch auf der Erregerseite sind zwar bereits vie-le beeinflussende Faktoren bekannt (beim Patienten z. B. Diabetes mellitus, Adipo-sitas und Rauchen), es gibt jedoch auch auf diesem Gebiet noch jede Menge Neu-es zu erforschen. So stellen z. B. die sich phasenweise abwechselnden Dominanzen bestimmter hochresistenter Keimgruppen bei insgesamt zunehmend gespannter Re-sistenzlage die Therapie vor immer neue Probleme, ohne dass die Ursachen immer entsprechend nachvollzogen werden kn-nen. Erschwerend kommt hinzu, dass ak-tuell analog zur gegenwrtigen Situation der zunehmenden Verbreitung multiresis-tenter Gram-negativer Stbchen [bei rela-tiver Stabilisierung der MRSA (Methicil-lin-resistente Staphylococcus aureus)-La-ge in Europa] diese Problemerreger auch in Wunden vermehrt auftreten. Kompli-zierend kommt weiter hinzu, dass die ak-

    tuell im globalen Aufschwung befindli-chen Gram-negativen Keime just zu dem Zeitpunkt aktiv werden, der sich durch akuten Mangel neuer Antibiotikaentwick-lungen auszeichnet. Mit der Empfehlung zur Erfassung der Gram-negativen Stb-chen mit Mehrfachresistenz gegenber wichtigen Antibiotikaklassen [sog. 3 und 4 MRGN (multiresistente Gram-negative) Stbchen] hat das Robert Koch-Institut dieser Entwicklung bereits Rechnung ge-tragen und erste Empfehlungen zum Um-gang mit diesen Keimen ausgesprochen. Da bisher (u. a. wegen der Besiedlungspo-sitivitt im Verdauungstrakt bei Darm-Carriern) keine geeigneten Manahmen zur Sanierung empfohlen werden knnen, gilt das Hauptaugenmerk der Prvention bei Nachweis der Erreger bei Risikopa-tienten (z. B. Isolierung bei Nachweis von 4 MRGN bei Transplantationspatienten) und der Reduktion der Erregerlast durch Elimination der Keime in Reservoiren, wie z. B. in chronischen Wunden. Zustz-lich sind Anstrengungen vonnten, durch richtigen Einsatz von Antibiotika weite-ren Schaden zu verhten (Selektion re-sistenter Erreger) und die Mglichkeiten zu schaffen, um neue Wirkstoffe zu ent-wickeln.

    BakterielleBesiedlungenundInfektionenmitProblemkeimenvonHautundWundenspielennachwievoreinewichtigeRolle

    Ein fundiertes Wissen um die Rolle der verschiedenen Krankheitskeime in den unterschiedlichen klinischen Situatio-nen, ein wirksames, d. h. praxisnahes, ef-

    fizientes und vermittelbares Hygienema-nagement im Rahmen der Infektionspr-vention und eine Antibiotikastrategie, die die Selektion resistenter Erreger im Au-ge behlt, sind wichtige Voraussetzungen fr den Umgang mit entsprechenden Pa-tienten und ihren Erregern in Praxis und Klinik. Im Rahmen der einzelnen Fach-beitrge zu diesem Themenschwerpunkt rund um Bakterien, Haut und Wunde ha-ben wir gemeinsam mit ausgewiesenen Spezialisten mglichst praxisrelevante Grundlagen und Handlungsanweisungen fr Sie zusammengestellt.

    Der Artikel von Prof. Dissemond geht klar und bersichtlich auf die klinische Bedeutung, den Nachweis und die The-rapie von Bakterien in chronischen Wun-den ein.

    Einen weiteren Fokus bilden die Sta-phylokokken und ihre herausragende Rolle als Besiedlungskeime, aber auch hochvirulente Erreger von Haut- und Weichteilinfektionen. ber diese Keime und ihre auch bisher nicht jedem derma-tologischen Facharzt allgemein bekann-ten Eigenschaften [z. B. Bedeutung von small colony variants (SCV) bei S. au-reus] im Artikel von Prof. Becker et al. zu lesen heit auch, Infektionen besser zu verstehen und die richtigen Behandlungs- und Prventionsmanahmen abzuleiten.

    Ein weiterer Schwerpunkt wurde in die Wundchirurgie gelegt. Dem Umgang mit postoperativen Wundheilungsstrungen widmet sich die Arbeit von Dr. Napp et al., whrend die perioperative Prophylaxe als weitere Herausforderung in der tglichen Behandlungspraxis bei Haut- und Weich-teilinfektionen von Dr. Dr. Schulze et al. dargestellt wird.

    8 | DerHautarzt12014

    Einfhrung zum Thema

  • Umfassend gehen PD Dr. Daeschlein et al. auf verschiedene weitere wichtige As-pekte der mikrobiellen Belastungen von Haut und Wunden in Klinik und Praxis ein. Hier kann jeder Dermatologe weite-re praktische Entscheidungshilfen finden, um zwischen schnellem Handeln und abwartender Haltung zu entscheiden.

    Ein abschlieender interessanter Fo-kus dieses Leitthemenheftes betrifft die krpereigene Erregerbekmpfung durch antimikrobielle Peptide (AMP). Anschau-lich wird von J. Cordes et al. vor Augen ge-fhrt, wie bei zahlreichen Situationen mit Infektionsgefhrdung durch pathoge-ne Mikroorganismen die antimikrobiel-le chemische Barriere der Epidermis be-reits aktiv wird, bevor die erste gezielte lo-kale oder systemische antiinfektise The-rapie eingeleitet wird und greifen kann. AMP erffnen vllig neue Therapiewe-ge bei Haut- und Wundinfektionen. Eine Strategie knnte hier auch darauf abzielen, die krpereigenen antimikrobiellen Mo-lekle zu aktivieren und damit die Gabe von Antibiotika und die damit verbunde-nen unerwnschten Wirkungen zuknf-tig zu minimieren.

    Wir wnschen Ihnen allen viel Freude bei der Lektre.

    PD Dr. Georg DaeschleinProf. Dr. Regine Glser

    Korrespondenzadressen

    PD Dr. G. DaeschleinHautklinikderErnstMoritzArndtUniversittSauerbruchstrae,17489Greifswaldgeorg.daeschlein@uni-greifswald.de

    Prof. Dr. R. GlserKlinikfrDermatologie,VenerologieundAllergologie,UniversittsklinikumSchleswig-Holstein,CampusKielSchittenhelmstr.7,24105Kielrglaeser@dermatology.uni-kiel.de

    Interessenkonflikt. G.DaeschleinundR.Glserge-benan,dasskeinInteressenkonfliktbesteht.

    UwePaasch,MarcOliverBodendorf,SonjaGrunewaldDermatologische Lasertherapie: Indikationen, Einstellungen, ResultateBand1-3Berlin:KVM2013,(ISBN978-3-940698-81-0),Hardcover,198.00EUR

    DasLeipzigerAutorenteamU.Paasch,M.O.

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    werdendieGrundlagendesjeweiligenLaser-

    verfahrensinklusivederhistologischenAus-

    wirkungenderTherapiekonzisdargestellt.

    AberauchdererfahreneAnwenderfindet

    hierinteressanteDetails.GeradedieHisto-

    logiefrdertdasVerstndnisdarber,warum

    mancheWirkungenauftretenbzw.manche

    Behandlungenerfolglosbleiben.Anschlie-

    endwirdderkonkreteBehandlungsablauf

    ausfhrlichbeschrieben(Indikationenbzw.

    Kontraindikationen,Besonderheitenbeider

    Aufklrung,Gerte-undParameterwahl

    usw.).AnhanddieserInformationenkann

    mandeneigenenBehandlungsablaufals

    StandardOperatingProcedurereproduzier-

    barstrukturieren.Inhervorragendengro-

    formatigenAbbildungenwerdendanach

    Ausgangsbefunde,dieLaserwirkungenun-

    mittelbarnachderBehandlungsowieimwei-

    terenVerlaufdokumentiert.Dabeiwerdendie

    einzelnenIndikationenbeispielhaftimBild

    vorgestellt.Mglicheakuteunvermeidbare

    Behandlungseffektewerdenebensoprsen-

    tiertwieunerwnschteakuteoderverzgerte

    Gewebsreaktionen.

    DengebtenAnwendererfreutbeider

    Gerteauswahleinebersichtberdie

    physikalischenParameternahezuallergegen-

    wrtigzurentsprechendenBehandlung

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    zusammensuchen.

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    BeurteilungdieserArbeitenwirddurchAn-

    gabeeinesEvidenzgradsderStudienqualitt

    erleichtert.DieAutorenfassendieseStudien

    zujeweilseinerIndikationzudemineinem

    EmpfehlungsgradeinesbestimmtenVerfah-

    rensalsFirst-,Second-oderThird-line-Thera-

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    DerersteBandzudenfraktionalenLasern

    undderdritteBandzurLaserepilationwerden

    jeweilsmiteinemKapitelzudenStandardsin

    derLasertherapieabgeschlossen.Hierwer-

    denalleManahmenzusammengefasst,die

    dabeihelfen,ArztundPatientvormglichen

    Fehlernzuschtzenunddamitreproduzier-

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    lichen.DiesumfasstauchkonkreteTippszur

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    F. Ochsendorf, Frankfurt

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