HeilpraktikerIn für Psychotherapie - Neurotische Störungen

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    08-Mar-2016

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In diesem Skript werden die neurotischen Strungen besprochen, wie Angst-, Zwangs-, Belastungs-, Konversions- und somatoforme Strungen. Das Skript ist Teil einer ganzen Ausbildungsreihe von www.PegasusZentrum.de

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Psychiatrisches GrundwissenHeilpraktiker fr PsychotherapieSkript zur Aus- und WeiterbildungJoachim LetschertNeurotische StrungenEinteilung, Diagnose & Behandlungneurotischer StrungenDas Skript zur Aus- und Weiterbildungfr Heilpraktiker fr Psychotherapie, Coaching und Beratunginklusive Prfungsfragen zu den ThemenAngststrungen, ZwangsstrungenBelastungs- und AnpassungsstrungenDissoziative Strungen, Somatoforme StrungenDieses Skript dient der Prfungsvorbereitung zum Heilpraktiker fr Psychotherapieund der Weiterbildung fr Menschen in therapeutischen und beratenden Berufen. PegasusZentrum, Bad Vilbel Nachdruck und Vervielfltigung jeglicher Art, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des PegasusZentrums.Weitere Informationen finden Sie auf www.PegasusZentrum.de.Alle Inhalte dieses Skripts wurden sorgfltig recherchiert. Fr die Richtigkeit oder evtl. aus nicht richtigen Angaben entstandenen Schaden knnen wir keine Haftung bernehmen.23Hinweise zum Inhalt des SkriptesHinweise zum Aufbau des SkriptsDieses Skript und die gesamte Skriptreihe stellt die Krankheitsbilder in der Psychiatrie in detaillierter Weise dar. Ein Wissen ber diese Krankheitsbilder ist nicht nur fr die amtsrztliche berprfung zum Heilpraktiker fr Psychotherapie wichtig, sondern sie dient auch zur Weiterbildung fr alle beratende Berufe, in denen es notwendig ist, Strungen frhzeitig zu erkennen, um sie einer entsprechenden Behandlung zuzufhren.Alle Informationen in diesem Skript wurden sorgfltig recherchiert und werden, wenn ntig, aktualisiert. Trotzdem kann der Autor nicht ausschlieen, dass Informationen in anderen Quellen anders dargestellt oder interpretiert werden. Dies betrifft besonders die Darstellung von statistischen Daten oder Behandlungsmglichkeiten. Besonders der medizinische und psychiatrische Bereich ist Vernderungen und Meinungen unterworfen, die unter Umstnden in verschiedenen Quellen anders dargestellt oder vertreten werden.Zu Beginn finden Sie eine Zusammenfassung des Themas unter kurz & bndig. Sie dient dem ersten berblick. Im weiteren Skript wird das Thema detailliert behandelt.Die einzelnen Krankheitsbilder sind jeweils mit dem derzeit gltigen Code der ICD versehen. Sie sollten diese Codes kennen und einordnen knnen. In der spteren Berufspraxis sind sie zum Beispiel zur Kennzeichnung Ihrer Diagnose fr die Abrechnung mit privaten Krankenkassen wichtig. Hierfr stehen Ihnen sowohl im Internet, als auch im Buchhandel Listen zur Verfgung, die Sie verwenden knnen.In den unterlegten Feldern und den Randnotizen finden Sie Zusammenfassungen und Hinweise im Hinblick auf die berprfung zum Heilpraktiker fr Psychotherapie. Auch hier ist es, je nach Prfungssituation, mglich, dass andere Schwerpunkte von Interesse sind. Am Ende des Skripts finden Sie Prfungsfragen mit den jeweiligen Antworten am unteren Rand der Seite.Bei Fragen, Wnschen oder Anregungen freuen wir uns ber Ihre Rckmeldung an uns.Die Erarbeitung und Herstellung eines Skriptes kostet Zeit und Geld. Bitte respektieren Sie deshalb die Urheberschaft an diesem Skript. Sie liegt beim Autor - Joachim Letschert - und dem PegasusZentrum.Sollten Sie Interesse an der Vervielfltigung oder Verffentlichung von Teilen des Skripts haben, sprechen Sie uns gerne persnlich an. Viel Spa und vor allem Erfolg mit diesem SkriptIhrJoachim LetschertPegasusZentrumrot Inhaltsverzeichnis neurotische StrungenSeite 5-6 Kurz und bndigHier erfahren Sie in einer Zusammenfassung, welche Inhalte Sie erwarten.Seite 7 Einfhrung in die neurotischen StrungenHier erhalten Sie einen berblick ber dieneurotischen Strungen.Seite 8-16 AngststrungenHier erfahren Sie alles Wichtige zu den Angst-strungen, Panikstrungen, Phobien und der generalisierten Angststrung.Seite 17-20 ZwangsstrungenHier erfahren sie alles Wichtige ber Zwangsstrungen, ihre mglichen Ursachen, Auswirkungen und die Therapiemglichkeiten.Seite 21-26 Belastungs- und AnpassungsstrungenHier erfahren sie alles Wichtige ber Belastungs-, Anpassungsstrungen und ber die posttraumatische Belastungsreaktion, deren mglichen Ursachen, Auswirkungen und die Therapiemglichkeiten.Seite 27-30 Dissoziative StrungenHier erfahren sie alles ber dissoziative Strungen, ihre mglichen Ursachen, Auswirkungen und die Therapiemglichkeiten.Seite 31-34 Somatoforme StrungenHier erfahren sie alles ber somatoforme Strungen, ihre mglichen Ursachen, Auswirkungen und die Therapiemglichkeiten.Seite 35-41 PrfungsfragenHier knnen Sie Ihr erlangtes Wissen testen.Wissen zum Heilpraktiker fr PsychotherapieNeurotische Strungen 4Kurz & bndig Neurotische StrungenDer Begriff Neurose wird heute so nicht mehr verwendet. Vielmehr werden zu den neurotischen Strungen die Angst-, Zwangs-, Belastungs-, Konversions- und somatoformen (krperlich auftretenden) Strungen gezhlt.Angst ist ein Mechanismus, den vermutlich alle Menschen kennen. Sie kann begrndet sein, wenn wir uns bspw. in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Sie uert sich durch das Gefhl, in der Klemme zu sitzen, in einer auswegslosen Situation zu sein oder auch durch Todesangst. Krperlich zeigt sie sich in verschiedenen Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Ohnmachtsgefhl, Herzrasen, hohem Blutdruck und vielen anderen. Angst kann akut auftreten, also fr einen begrenzten Zeitraum oder auch chronisch, schlimmstenfalls permanent und ein Leben lang. Dann spricht man von einer generalisierten Angststrung. Ein akutes Angstsyndrom ist die Panikattacke, die einige Minuten bis zu einer halben Stunde lang grundlos dauern kann. Sie gipfelt in dem Gefhl der Lebensbedrohung und des Kontrollverlustes. Tritt sie hufiger auf, spricht man von einer Panikstrung.Angst kann auch bezglich einer Situation oder eines Objektes auftreten. Dies kann Angst vor Menschenansammlungen sein (Agoraphobie, Agora = Marktplatz) oder vor sozialen Anlssen (Soziophobie) oder Angst vor Spinnen (Arachnophobie), vor Hhe (Akrophobie) oder engen Rumen (Klaustrophobie). Das Problem, besonders bei Angst vor bestimmten Situationen, kann sein, dass der Mensch mit dieser Angst immer mehr eben solche Situationen vermeidet und schlielich wenig bis keine sozialen Kontakte mehr aufrecht erhlt. Dieses Vermeidungsverhalten tritt oft auch bei Panikstrungen und posttraumatischen Belastungsstrungen auf. Hufig treten dann noch andere psychische Strungen auf, wie Sucht oder Depressionen.Angst vor Objekten ist hufig nicht so folgenreich, da bspw. Spinnen gut vermieden werden knnen und das tgliche Leben weniger beeinflussen, als z.B. Menschenansammlungen.Zwangsstrungen sind gekennzeichnet durch hufiges Wiederholen bestimmter Rituale. Ihnen liegt ebenso eine Angst zugrunde (habe ich den Herd ausgeschaltet?) oder einfach das Verlangen, bspw. sich zu waschen (Waschzwang) oder die Wohnung zu putzen (Putzzwang). Die Handlungen werden als unsinnig empfunden, knnen aber trotzdem nicht abgestellt werden da eine Unterlassung Angst hervorrufen wrde; deshalb werden sie eben doch und immer wieder ausgefhrt.Belastungsstrungen treten nach Ereignissen auf, die jeder Mensch als belastend oder gar katastrophal bezeichnen wrde. Dies kann der Schock nach einem Unfall sein, der nach kurzer Zeit berwunden ist oder das Trauma nach einem Gewaltverbrechen, bspw. einer Vergewaltigung oder Kriegsgeschehen, die lnger andauern knnen. So spricht man dann auch von einer posttraumatischen Belastungssituation, die auch erst Wochen nach dem Ereignis eintreten und bis zu Jahre andauern kann.Darunter fllt auch die Trauerreaktion, die in der Regel nach zwei Jahren abgeschlossen ist und ansonsten als abnorme Trauerreaktion bezeichnet wird.Als Konversionsstrungen bezeichnet man psychische Probleme, bspw. in Form belastender Ereignisse, die als krperliches Symptom, in abnormen Verhaltensweisen oder auch in Form von psychischen Ausfllen auftreten knnen. Hier vermutet man, dass keine psychische Verarbeitung von Problemen und Konflikten stattfindet, sondern das Problem eben auf andere Ebenen verlagert wird. Bereits vor S. Freud wurde dies als Hysterie bezeichnet. Damals wurde vor allem Frauen dieser Mechanismus zuerkannt. Heute wei man, dass bei jedem Mensch solche Verdrngungen auf andere Bereiche auftreten.Dies knnen Lhmungen, verlorene Gedchtnisinhalte (Amnesien) oder unbliche Handlungen (das Verreisen fr eine bestimmte Zeit unter Annahme einer neuen Identitt) sein.Wissen zum Heilpraktiker fr PsychotherapieNeurotische Strungen 5Bei somatoformen Strungen treten krperliche Symptome auf, fr die es keine (ausreichende) Erklrung gibt. Oft haben solche Menschen bereits viele rzte konsultiert, von denen keiner einen ausreichenden Befund stellen konnte. In die psychotherapeutische Praxis kommen sie meist aufgrund anderer Probleme wie Depressionen oder auch Sucht.Die bekannteste ist der Hypochondrismus, bei dem die Betroffenen glauben, an einer bestimmten Krankheit zu leiden, oftmals auch das entsprechende Symptombild aufweisen, allerdings keine krperlichen Ursachen feststellbar sind.Die Ursachen der Strungen dieses Kreises sind unterschiedlich. Den Belastungsreaktionen liegt natrlich eine vorausgegangene Belastungssituation zu Grunde, an und mit der gearbeitet werden kann. Oft werden solche Belastungssituationen nicht direkt verarbeitet, sondern zunchst unbearbeitet in ein sog. Traumagedchtnis geschoben. Ziel einer Therapie ist es, das Erlebte Stck fr Stck zu bearbeiten, oft auch, Schuld abzubauen (bspw. nach Vergewaltigung oder Miterleben eines Gewaltverbrechens).Bei Angst und besonders bei Phobien geht man von gelerntem Verhalten aus, wohl auch, weil jede andere wissenschaftliche Erklrung hier zunchst einmal versagt. Die Therapie zielt darauf ab, das negative Verhalten abzubauen. Im Falle von Angst- aber auch von Zwangsstrungen bedeutet dies, dass man den Betreffenden dazu bringt, die auftauchende Angst auszuhalten, um zu sehen, dass nichts von dem Befrchteten tatschlich eintrifft, wenn bspw. eine Zwangshandlung nicht ausgefhrt wird.Konversions- und somatoforme Strungen sind nicht ganz so leicht therapierbar, da sich die psychischen Probleme ja auf einer anderen, krperlichen Ebene uern. Die Betroffenen wollen selten wahrhaben, dass es sich um ein psychisches Leiden handelt, zumal ja der krperliche Beweis vorliegt. Es ist wohl auch fr den Arzt nicht leicht zuzugeben, nichts gefunden zu haben, was den ein oder anderen evtl. dazu treiben kann, immer weiter zu diagnostizieren. Bis dann dazu bergegangen wird, an ein psychisches Problem zu denken, ist eine Vertrauensbeziehung zwischen Therapeut und Patient oft schon nicht mehr ohne weiteres mglich. Hier ist ein behutsames Vorgehen notwendigWissen zum Heilpraktiker fr PsychotherapieNeurotische Strungen 6Neurotische, Belastungs- und somatoforme StrungenKrankheitsbilder des neurotischen KreisesEinteilungIn der ICD-10 findet die Einteilung wie folgt statt:Zu den neurotischen Strungen zhlen: AngsterkrankungenZwangsstrungenDissoziative- (=Abspaltung) bzw. Konversionsstrungen (=bertragung)Heute werden sie teilweise noch als Angstneurose oder Zwangsneurose bezeichnet. Sie entspringen, wie auch die dissoziativen Strungen, dem Krankheitskonzept der Hysterie. Den neurotischen Strungen ist gemeinsam, dass sie nicht hauptschlich durch organische Ursachen oder durch andere psychische Erkrankungen erklrt werden knnen. Die Wahrnehmung der Realitt ist hier in der Regel ungestrt und die Betroffenen erkennen die Krankheit und leiden unter der Symptomatik.BelastungsstrungenSie entstehen durch ein einmaliges oder kontinuierlich auftretendes belastendes Lebensereignis oder Traumas. Dieses Ereignis gilt als notwendige und urschliche Bedingung fr die Strung, anders als bei anderen psychischen Erkrankungen, bei denen auch ein solches Ereignis aufgetreten ist, jedoch nicht als Hauptursache gilt.Somatoforme StrungenHierzu zhlen alle anhaltenden krperlichen Beschwerden, deren Ursache auf der krperlichen Ebene trotz eingehender Untersuchung nicht gefunden werden kann. Die krperlichen Beschwerden wechseln sowohl bezglich des Auftretens als auch ihrer Intensitt. Die Patienten gehen in der Regel von einer krperlichen Ursache aus.Im triadischen System wurden sie zu den psychogenen Strungen gezhlt. Therapeutisch kam demnach auch nur die Psychotherapie in Betracht. Heute wird bei diesen Strungen auch die Psychopharmakotherapie angewendet.Aus tiefenpsychologischer Sicht entstehen die Neurosen durch einen in der Kindheit entstandenen Konflikt. Sie stellen den Kompromiss zwischen verdrngten Trieben und Wnschen (Es), der kontrollierenden Instanz (ber-Ich) und der ueren Realitt dar. Heute wei man, dass sowohl biologische (genetische) und lerntheoretische Faktoren ebenso eine Rolle spielen.F40 Phobische StrungenF41 Sonstige AngststrungenF42 ZwangsstrungenF43 Reaktionen auf schwere Belastungs- und AnpassungsstrungenF44 Dissoziative Strungen (Konversionsstrungen)F45 Somatoforme StrungenF48 Sonstige neurotische StrungenWissen zum Heilpraktiker fr PsychotherapieNeurotische StrungenDie Neurosenwerden heute inihre verschiedenenStrungsbilderunterteilt.7Angststrungen (F.40 - F.41)EinteilungVerbreitung und VerlaufAngst ist ein dem Menschen immanentes (innewohnendes) Gefhl, dass bei einer Gefahr auftritt, die subjektiv als nicht zu bewltigen erscheint. Dieses Gefhl zeigt sich auf den vier Ebenen:1. Emotionale EbeneGefhl, in der Falle zu sitzen, 2. Vegetative EbeneSympathikussymptome wie Schwitzen, Herzklopfen, schnelles flaches Atmen oder Mundtrockenheit, 3. Kognitive EbeneEingeengtes Denken, geistige Blockade, bspw. bei Prfungsangst 4. Motorische EbeneErhhung des Muskeltonus bis hin zur StarreIm Gegensatz zur Realangst tritt die pathologische Angst in Situationen auf, die real keine Gefahr darstellen (Spinne, Bus fahren) oder bei als gefhrlich eingeschtzten krperlichen Empfindungen und Gedanken.Freud klassifizierte nach frei flottierenden ngsten (ohne ueren Auslser) und Phobien (durch Objekte oder Situationen ausgelste ngste).Die ICD-10 klassifiziert nach phobischen Strungen mit und ohne Panikstrungen und anderen Angststrungen (Panikstrungen, generalisierte Angststrung)Mit 15% gehren Angststrungen zu den am weitesten verbreiteten Strungen, meist in Form von Phobien. Der Verlauf ist eher ungnstig, nicht zuletzt weil von der Ersterkrankung bis zur Diagnose bis zu 15 Jahre vergehen. Spezifische Phobien beeintrchtigen die Lebensfhrung weniger. Besonders beeintrchtigend hingegen wirken:Agoraphobie (Angst vor Menschenmengen)Panikstrung (Wiederholtes Auftreten von Panikattacken)Soziale Phobie (Angst bei Teilnahme an sozialen Aktivitten wie Essen, Vortrge, etc.)Generalisierte Angststrung (generelle ngstliche Gedanken um das Leben)Sie engen den Aktionsradius des Patienten sehr ein, da dieser viele Situationen zu vermeiden sucht, die ihm Angst machen. Teilweise werden Alltagsaktivitten wie Einkaufen nicht mehr alleine durchgefhrt.Als Folge treten Erkrankungen wie Depression, Sucht oder Medikamentenmissbrauch auf, auch eine erhhte Suizidgefahr, Intoxikationsgefahr oder Entzugssyndrome sind die Folge.Wissen zum Heilpraktiker fr PsychotherapieNeurotische StrungenAngst kann in vielenFormen auftreten:In speziellen Situationen, zuspeziellen Objekten,als Panikoder auch alsgeneralisierte, alsostndige Angst.8Seite1Seite2Seite3Seite4Seite5Seite6Seite7Seite8

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