Fortschritt durch Austragen der Kontroversen

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    15-Jul-2016

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  • Fortschritt durch Austragender Kontroversen

    Ungelst sind

    w der Stellenwert der properativenChemotherapie,

    w die Indikation der intraoperativenStrahlentherapie;

    w die Mglichkeiten derPrognoseverbesserung durchadjuvante Chemo(-radio)therapie,

    w das Ausma und die Indikations-stellung zur palliativen Gastrektomiebzw. multiviszeralen Resektion.

    Inwieweit generelle Empfehlungenberhaupt abgegeben werden knnen,ist skeptisch einzuschtzen, da sicherauch die Individualitt des Krank-heitsfalles und hiermit verbundeneVorstellungen zur Lebensqualitt mitbercksichtigt werden mssen.

    Zur Mebarkeit der Lebensqualittwerden zunehmende Anstrengungenunternommen, ohne da hierzu bisherbefriedigende und allgemein akzep-tierte Instrumentarien entwickeltwerden konnten.

    Aufgrund der nach wie vor be-schrnkten Wirksamkeit unter-schiedlicher Zytostatika und Zyto-statikakombinationen mu derenpalliativer Effekt beim Magenkarzinomsorgfltig gegenber den induzierten

    Die aktuelle epidemiologische undklinische Situationsanalyse ergibt

    w eine Abnahme der Inzidenz desMagenantrumkarzinoms;

    w eine deutliche Zunahme derKarzinome am sophago-kardialenbergang;

    w eine relative Konstanz in derErkennung von Frhformen derErkrankung.

    Kontroversen in der operativenTherapie im Hinblick auf die in derRegel zu favorisierende Gastrektomiegegenber der Magenteilresektion (v. a.bei Tumorsitz im mittleren und oberenDrittel) sind ausdiskutiert. Offen bleibtder Stellenwert der erweitertenLymphonodektomie (Kompartmente D2und D3), die Bedeutung der Splenek-tomie und das geeignetste Rekonstruk-tionsverfahren nach Gastrektomie.

    Nach wie vor wird ein nicht unbetrcht-licher Anteil von Patienten mitMagenkarzinom im lokal fort-geschrittenen Tumorstadium dia-gnostiziert. Nachdem hinreichendbelegt ist, da ein Patient prognostischnur von einer R0-Resektion profitiert,ist ein optimales Behandlungskonzeptfr diese lokal weit fortgeschrittenenTumoren noch nicht definitiert.

    Der Onkologe 498 | 289

    EditorialOnkologe 1998 4: 289290 Springer-Verlag 1998

  • Im vorliegenden Heft wird zu deneinzelnen Problemkreisen undKontroversen ausfhrlich Stellungbezogen und dem Leser eineabgewogene Bestandsaufnahme undAnleitung zu aktuellen Diagnose- undTherapiekonzeptionen an die Handgegeben.

    Wir hoffen somit, da dieses Themen-heft fr in Klinik und Praxis ttigeKollegen in gleicher Weise informativund hilfreich ist.

    Prof. Dr. P. M. Schlagfr die Herausgeber

    Prof. Dr. A. H. Hlscherfr die Themenheftherausgeber

    diverkennung bleibt beim Magen-karzinom jedoch nach wie vor unklar,solange die Effektivitt einer frhzeitigeingeleiteten Sekundrtherapie nichthinreichend geklrt ist. Ungeachtetdessen sind Nachsorgeprogramme, dieditetisch untersttzend und psycho-sozial rehabilitativ sind, sinnvoll undwichtig. Trotz zahlreicher, nach wie vorungelster Probleme soll durch eineStandardisierung der therapeutischenGrundprinzipien beim Magenkarzinomund durch eine bessere Patientenselek-tion die jeweils geeignetste Behand-lungsmethode eingesetzt werden.

    Hierzu dienen

    w die Endosonographie zur exakterenAbschtzung der Magenwand-infiltration

    w die Staging-Laparoskopie zur validenEingruppierung von Patienten,welche am meisten von einerproperativen Therapie profitieren,

    w die Charakterisierung von Hoch-risikopatienten, welche von neoad-juvanten, adjuvanten und additivenBehandlungskonzepten profitierenknnten, durch molekularbiologischeAnalyse von Invasions- und Metas-tasierungsmoleklen und denNachweis von Zytostatika-Targetstrukturen.

    | Der Onkologe 498

    Editorial

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    Nebenwirkungen und Sptfolgenabgewogen werden.Prinzipiell wnschenswert ist, da

    w mglichst viele Patienten im Rahmenkontrollierter Studien behandeltwerden,

    w eine Analyse des Ansprechens inAbhngigkeit vom Metastasierungs-muster und histologischen Tumortypvorgenommen und

    w die Wertigkeit unterschiedlicherApplikationsformen (i.v., intra-peritoneal) weiter untersucht wird.

    Inwieweit der Nachweis sogenannterMikrometastasen in Knochenmark oderPeritonealhhle ber ein diagnostischesSurrogat hinaus auch fr thera-peutische Entscheidungen heran-gezogen werden soll, bleibt kontrovers.

    Es besteht aber kein Zweifel, da frPatienten mit einem Magenkarzinomder beste Behandlungsplan nur imRahmen einer interdisziplinrenAbstimmung zwischen Chirurgie,Medizinischer Onkologie, Radio-therapie und allen in der Vor- undNachsorge engagierten rzten erfolgenkann. Die Wertigkeit einer Nachsorgeim Hinblick auf eine frhzeitige Rezi-

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