Doppelgängerglück und Doppelgängerleid der TherapeutInnen – Die psychodramatische Technik des Doppelns in der Psychoonkologie

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    13-Dec-2016

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  • Hauptbeitrge

    Zusammenfassung: Die Funktion der psychodramatischen technik des Doppelns ist das Verba-lisieren der inneren Befindlichkeit der ProtagonistInnen. Dies ist im psychoonkologischen Setting besonders hilfreich, und zwar in einer nicht klassischen Form des Doppelns auf der Begegnungs-bhne und als ,inneres Doppeln des Therapeuten. Ausgehend von psychodramatischen Theorien ber das Doppeln wird an Fallbeispielen aus der Psychoonkologie die Anwendung dieses ,inneren Doppelns durch den Therapeuten exemplarisch deutlich gemacht.

    Schlsselwrter: Doppeln Doppelgnger Psychodrama Psychoonkologie Begegnung

    Double happiness and distress of the therapist the psychodramatic double technique in psychooncology

    Abstract: The function of the psychodramatic double technique is the verbalization of the mental state of the protagonists. It fits in the particular purpose of the psychooncological setting, in fact in a non-classical form to double in the face-to-face encounter on the therapeutic stage and as inner double of the therapist. Based on psychodramatic theories I will show in case reports the practical work in psychooncolgy of this inner double technique of the therapist.

    Keywords: Double Psychodrama Psychooncology Encounter

    1 Unterschiede zwischen Psychoonkologie und Psychotherapie

    Psychoonkologie ist die professionelle Begleitung und Behandlung psychosozialer Belastungen von PatientInnen whrend und nach einer Krebserkrankung. Als komple-mentre Manahme ist sie Bestandteil der onkologischen Therapie. Dieses Angebot soll

    Z Psychodrama SoziometrDOI 10.1007/s11620-013-0195-8

    Doppelgngerglck und Doppelgngerleid der TherapeutInnen Die psychodramatische Technik des Doppelns in der Psychoonkologie

    Birgit Zilch-Purucker

    Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

    Dr. med. B. Zilch-Purucker ()Schermbecker Landstr. 88,46485 Wesel, DeutschlandE-Mail: zilch-purucker@evkwesel.de

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    in jeder Krankheitsphase sowohl fr PatientInnen als auch Angehrige zugnglich sein (Tschuschke 2005).

    Psychoonkologie ist anders als Psychotherapie! So ist es ein an Krebs erkrankter Mensch (oder dessen Angehriger), der sich zu einem Gesprch bereit erklrt, manchmal aus eigener innerer Motivation, hufiger, weil andere (Angehrige, rzte, Pfleger, Sozial-arbeiter) meinen, ,darber sprechen wre sinnvoll. Dieser Mensch ist bedroht durch die Krankheit und die mglichen Folgen , der Tod ist gedanklich anwesend. In dieser exis-tentiellen Krise, neu in Beziehung zu treten, zu einem fremden ,Psycho-Gegenber, ist eine Herausforderung eigener Art. Die Gesundheit ist verloren und neue Rollen mssen (manchmal leidvoll) gelernt werden. In dieser Phase ist es schwer, die eigenen Bedrf-nisse wahrzunehmen und zu leben, besonders wenn sich zustzlich zur krperlichen Erkrankung eine psychische Strung einstellt. Je nach epidemiologischer Untersuchung existiert ein bestimmter, nicht immer identischer Anteil von psychischer Komorbiditt bei chronischen krperlichen Erkrankungen (Schler et al. 2011, S. 603613). Diese wird hufig nicht erkannt (Sllner et al. 2001, S. 179185).

    Die Psychoonkologie ist einerseits ,prventiv, indem sie frh, d. h. ab Diagnosestel-lung, der Entwicklung von psychischen Strungen entgegenwirkt. Andererseits ist Psy-choonkologie auch ,therapeutisch, denn abhngig davon, welche Krankheitsverarbeitung (Coping) und welche soziale Untersttzung vorhanden ist, beeinflusst dies die Compli-ance der onkologischen Behandlung und somit indirekt den Krankheitsverlauf und die subjektive Lebensqualitt (Hrny und Schwarz 2011, S. 981).

    Wie in der Psychotherapie zielt die Psychoonkologie darauf ab, Leidenszustnde mit psychologischen Mitteln zu behandeln (Strotzka 1975, S. 4), allerdings ist der Zeitrahmen offen. Denn die aktuelle krperliche Befindlichkeit bestimmt und begrenzt die Dauer (der einzelnen Gesprche und der Begleitung insgesamt). Mal wird eine lngere therapeu-tische Beziehung mglich, wenn die Krankheit sich in Remission befindet. Mal bricht eine Beziehung ab, wenn der Patient aufgrund der Progredienz des Tumorleidens seine kognitiven Fhigkeiten verliert (z. B. ins Delir fllt oder durch Gehirnmetastasen verwirrt wird). Mal ,ist die psychoonkologische Begleitung einfach beendet, weil die durch die Krankheit ursprnglich verursachten Leidenszustnde sich entaktualisert haben oder eine zufriedenstellende Lebensqualitt subjektiv erreicht ist. Je nach Verlauf der krperlichen Erkrankung knnen sich deshalb die (Therapie-)Ziele sehr schnell ndern. Ziele in der Psychoonkologie orientieren sich mehr an den Wnschen der Patienten als an einer dia-gnostizierten Psychopathologie dem Wunsch nach besserer Bewltigung der Krankheit und der medizinischen Behandlung, dem Wunsch zu verstehen (Warum ich?, Warum jetzt?, Warum diese Krankheit?), dem Wunsch nach Vernderung und Lebensbilan-zierung, dem Wunsch nach Minimierung des begleitenden psychosozialen Leidens und hufig genug der Wunsch nach ,Heilung (Sllner 2012).

    Setting und Inhalte ndern sich schnell. Bei Progress der Krebserkrankung kann ggf. das Gesprch nicht mehr im Sitzen oder in einem separaten Raum stattfinden, sondern am Bett mit Mitpatienten im Krankenzimmer. Inhaltlich kann es von einer supportiven Therapie (Wller und Kruse 2010, S. 13 und S. 343) in der adjuvanten oder palliativen Situation zu einer Sterbebegleitung wechseln. Durch die existentiellen Themen ist die persnliche Prsenz des Therapeuten gefordert. Es geht um Halten und Aushalten von Gefhlen und Phantasien, es geht in der Therapie um ,containing in einer sicheren the-

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    rapeutischen Beziehung (Bion 1962). Bion beschreibt in seiner Theorie von Container und Contained, dass durch die Aufnahme von projizierten Inhalten der Patienten (z. B. unertrglicher negativer Emotionen) in die Psyche des Therapeuten die Inhalte vom Therapeuten so verndert werden, dass diese vom Patienten wieder nach einem wohl-wollenden Angebot aufgenommen werden knnen. Winnicott (1974) spricht vom ,hol-ding einer mtterlich haltenden Funktion des Therapeuten mit der Bereitstellung einer frdernden Umwelt (,facilitating environment). Zudem ist auch das ,Prinzip Antwort (Heigl-Evers und Nitschke 1991, S. 115127), d. h. die eigenen Affekte und Urteile als Therapeut selektiv zu benennen, wichtig in der psychoonkologischen Arbeit.

    Krebs als Krise fhrt zu einer Destabilisierung des Ich, weshalb in der Psychoonko-logie immer auch die Struktur des Klienten in den Fokus rckt. Allerdings ist nicht die Strukturnderung das primre Ziel, sondern die Ich-Strkung durch bessere Krisenbe-wltigung (Coping), verbesserte soziale Beziehungen, Ressourcenaktivierung, die Suche nach persnlichem Sinn, das Wiederherstellen von Selbstwert und Autonomie (Ange-nendt et al. 2007, S. 3 und Dorn et al. 2007, S. 6).

    2 Das Format Psychodrama in der Psychoonkologie

    Psychodrama hat viele Anwendungsgebiete (Stadler und Kern 2010, S. 16). Psychodrama ist eine ,Einladung zur Begegnung (Stadler und Kern 2010, S. 10). Sich zu begegnen, dazu ldt auch die Psychoonkologie ein: PsychoonkologInnen bieten sich als ein mensch-liches Gegenber an und ffnen damit einen neuen Interaktions- und Lebensraum.

    In der psychoonkologischen Begleitung psychischer Beschwerden whrend und nach einer Krebserkrankung werden viele Verfahren einzeltherapeutisch oder im Gruppenset-ting eingesetzt (Angenendt et al. 2007, S. 1821) und sind in ihrer Wirksamkeit erprobt (Sllner und Keller 2011, S. 1011). Die meisten PsychoonkologInnen arbeiten metho-denbergreifend integrativ, eben weil die Therapie den Bedrfnissen der PatientInnen angepasst sein muss.

    Psychodrama in der Psychoonkologie ist beschrieben worden von Frede (1992) und Konteh (2008). Beide stellen die Grundhaltung des Psychodramas ausfhrlich dar und nutzen psychodramatische Methoden in der Psychoonkologie. Zum einen ist es der sys-temische Ansatz im Psychodrama, der in der Psychoonkologie wichtig ist. Frede (1992, S. 26) beschreibt, dass nicht der Patient schwierig ist, sondern die Lage, in der er sich befindet. In der konkreten Arbeit ist der Fokus ber die PatientInnen hinaus erweitert, auch die Angehrigen und die Versorgungsstrukturen geraten in den Blick, um in der Gesamtsituation hilfreich zur Seite zu stehen. Zum anderen aktiviert das Psychodrama die salutogenen Ressourcen. Mit der Diagnose Krebs erlebt man als PatientIn und Ange-hriger Ohnmacht und Ausgeliefertsein. Sich wieder zur AkteurIn/RegisseurIn des eige-nen Lebens zu machen und sich gestaltend zu erleben, frdert Psychodrama mehr als andere Methoden (Bender und Stadler 2012, S. 6).

    So zielt eine ,psychodramatische Psychoonkologie darauf: dass sich Krebskranke in ihrem Erleben und Verhalten verstehen lernen, in den situativen Anforderungen in der neuen ,Patientenrolle rund um die Diagnose und Therapie einfinden knnen, und ,krea-

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    tiv und ,gesund mit ihrer Erkrankung umgehen lernen, indem sie sich den immer wieder neuen anderen Rollenanforderungen anpassen.

    Wichtig erscheint mir, dass Frede (1992, S. 37) auch von ,Heilung durch Begegnung spricht. Sie verweist auf das Teleprinzip Morenos und die ,therapeutische Liebe. Sie ver-steht darunter u. a.: dass ich den Patienten in seiner spezifischen Situation als eigenstn-dige Person respektiere und bejahe, ihn ohne Vorbehalte und Wertungen als den annehme, der er zu sein behauptet, ohne zu argwhnen, dass er im Grunde anders sei dass ich mich darum bemhe, die Anforderungen des Augenblicks wahrzunehmen, die ganz kon-kreten, unmittelbar anstehenden Probleme zu erkennen (einschlielich der Bedrfnisse des Krpers!) und mich fr Lsungen einzusetzen bzw. Unlsbarkeit gemeinsam mit dem Patienten auszuhalten, dass ich nicht von mir, sondern vom Patienten her denke, dass ich ihm gebe, was er wirklich braucht, dabei die Bedrfnisse des Patienten gelegent-lich vorwegnehme (nicht erst abwarte wie in ,konventioneller Therapie , bis er seine Wnsche in Worten ausdrckt), ohne ihm jedoch etwas aufzudrngen, was er nicht selbst wirklich mchte (). (Frede 1992, S. 38 f.).

    Hier hat Frede das beschrieben, was ich als ,inneres Doppeln im Prozess mit Krebs-kranken versuche, in die Tat umzusetzen.

    3 Doppeln bei Moreno

    Doppeln ist eine grundlegende Technik des Psychodramas (Krger 2009, S. 123 sowie Hutter und Schwehm 2009, S. 135). Jemand, der doppelt, ist nach Moreno eine geschulte Person, geschult darin, die gleichen Verhaltensmuster, die gleichen Gefhlsmuster, die gleichen Gedankenmuster, die gleichen Muster verbaler Kommunikation, die der Patient hervorbringt, zu produzieren. Nun brauchen wir natrlich dieses Doppel nicht nur als einen sthetisch Handelnden, sondern um Zutritt zum Bewusstsein dieser Person zu erhalten und um diese Person zu beeinflussen. (Hutter und Schwehm, 2009, S. 323). Fr Moreno entwickelt das Doppeln Identitt (Hutter und Schwehm 2009, S. 330).

    So vergleicht er das Doppeln mit der Mutter-Kind-Interaktion. Ich wsste gern, ob Sie schon einmal eine Mutter zu ihrem Baby haben sprechen sehen. Sie ksst und zwickt es. Wenn das Baby lacht oder alle mglichen Arten von Geruschen von sich gibt, spricht sie noch mehr zu ihm. Natrlich freut sich das Baby darber, aber es versteht kein ein-ziges Wort, das sie sagt; das jedoch interessiert die Mutter nicht. Sie spricht fr das Baby und fr sich selbst und hat ihren Spa dabei. () Das ist wirklich die Technik des Dop-pelns, angewandt auf unprofessionelle Weise in einer natrlichen Situation. (Hutter und Schwehm 2009, S. 325). In Morenos Rollentheorie dient dies nach den psychosomati-schen Rollen (und der Erfahrung des eigenen Krpers) zum Aufbau psychodramatischer Rollen, um das zu erfahren, was wir ,Psyche nennen. (Hutter und Schwehm 2009, S. 319).

    Doppeln als Technik interpretiert Befindlichkeiten und strebt eine Integration auch abgespaltener oder verdrngter Anteile an, d. h. heil werden mit sich. Ich versetze mich (als TherapeutIn im Monodrama, aber auch in Leitungen in einer Gruppe) in die ,Lage des Protagonisten oder der Protagonistin, d. h. ich nehme seine bzw. ihre Krperhaltung ein, ich spre gefhle und gedanken und spreche sie aus, manchmal auch das, was der

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    Protagonist (noch) nicht sprt, nicht aussprechen kann, nicht fhlt, abgespalten hat. Damit werde ich ein ,Doppelgnger im Geiste. Ich whle eine von vielen mglichen Interpretationen aus und schaue, ob sie der Protagonist oder die Protagonistin annehmen kann, ob sie stimmig fr ihn/sie ist.

    Eine Indikation des Doppelns sieht Moreno im ,Spontaneittsdefizit des Patienten bzw. der Patientin (Hutter und Schwehm 2009, S. 288). Doppeln befreie den Patienten von seinen Fesseln, indem es neue Interpretationen in den therapeutischen Raum bringt (Hutter und Schwehm, 2009, S. 288). Nur wenn Spontaneitt wirksam ist, knne ein krea-tiver Prozess in Gang kommen (Hutter und Schwehm, 2009, S. 284). Vielleicht auch des-halb, weil ja das erste ,psychodramatische Gesetz nach Moreno lautet: Stell dich selbst an die Stelle des Opfers von Ungerechtigkeit und teile seine Verletzung. Tausche die Rolle mit ihm. (Hutter und Schwehm 2009, S. 456). Doppeln so verstanden, bedeutet, gedanklich den Rollentausch mit der ProtagonistIn zu vollziehen und die Verletzung im therapeutischen Ich zu spren, bevor sie wieder nach auen bezeugt wird.

    4 Doppeln bei nachfolgenden Autoren

    Von Ameln et al. (2009, S. 6068) beschreiben die Technik des Doppelns fr das Grup-pensetting. Korrekt angewendet heit dies, dass das Doppel seitlich hinter den Prota-gonisten tritt und in der ersten Person spricht (d. h. Doppelregel ,ich-Form), so als wre er der Protagonist. Doppeln knne dem Spiel entscheidende Impulse geben durch emotionale Tiefe und ggf. eine Katharsis einleiten.

    Als Indikation sehen die Autoren die Aufgabe, den Protagonisten emotional zu stt-zen und/oder zur Selbstexploration (bis hin zu ,blinden Flecken) anzuregen. Doppeln knne auch die verschiedenen Persnlichkeitsanteile des Protagonisten sichtbar machen. Darber hinaus knnten Klientinnen mit schweren strukturellen Defiziten oder in exis-tentiellen Krisen durch Doppeln gesttzt werden. Die Autoren unterscheiden elf Arten des Doppelns.

    Einfacher ist da die Zweiteilung Krgers (1997, S. 116130) zu lesen: Er unterschei-det die Technik des 1) intrapsychisch verbalisierenden Doppelns und des 2) interaktio-nell mitagierenden Doppelgngers. Ziel der so eingesetzten Doppeltechnik sei es, die Beziehung zu sich selbst (wieder) neu zu entwickeln (Krger 1997, S. 116). Im intra-psychisch verbalisierenden Doppeln fasse der Leiter zuerst das in Worte, was auen bildhaft szenisch zu sehen ist, dann die innere Wahrnehmung der Protagonistin von sich selbst und zuletzt erst den zugehrigen Affekt (Krger 1997, S. 118). In diesem Sinne versteht Krger das Doppeln als ,Wahrnehmungs- und Verbalisierungsarbeit. Indem die Sprache genutzt werde, werde das krperliche Handeln durch sprachliches Handeln ergnzt und strukturiere so das Ich-Erleben. Krger (1997, S. 119) beschreibt dies als das Wiederherstellen von Auto-Tele oder Selbsterkenntnis. Im Unterschied zu vorher hat der Protagonist durch das Doppeln im Therapeuten einen ,kraftvollen Begleiter. Dies wird besonders deutlich in der Technik des mitagierenden Doppelgngers, der sich fr die Selbstverwirklichung des Protagonisten in der Szene einsetzt. Ein(e) interaktionell mitagierende(r) Doppelgnger(in) wird gewhnlich vom Therapeuten eingesetzt in Spiel-situationen, in denen es keinen Ausweg zu geben scheint aus der Angst vor dem Tod, der

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    Angst vor absoluter Einsamkeit, der Angst vor absoluter Leere und der Angst vor dem Absurden. Es ist dringend indiziert bei krperlicher und seelischer Traumatisierung, in denen das Krper-Selbst-Empfinden und die eigene Perspektive in der Szene verloren-gegangen sind. (Krger 1997, S. 121).

    Fr Krger bernimmt der Therapeut beim Doppeln die fixierte kreative Selbststeue-rung in seine eigene innere kreative Selbststeuerung auf und erkundet stellvertretend fr den Patienten die Wege und Blockaden von dessen Selbststeuerung. Beim Doppeln als Psychodramatechnik lt er aber durch Verbalisieren und/oder aktionales Handeln (Dop-pelgnger) den Patienten an dem stellvertretenden Verdauungs-, Integrations- und Ver-arbeitungsprozess teilhaben. (Krger o. J., S. 5). Krger versteht Doppeln als Hilfe zur ,Mentalisierung, ein Konstrukt, das von Fonagy, Gergely, Jurist und Target (2011) in die psychotherapeutische Sprache eingefhrt wurde.

    Frede (1992) unterscheidet zwei Formen des Doppelns: das einfhlende und das stt-zende Doppeln. Zum Doppel-Ich des Patienten zu werden, bedeutet die Position des Zuschauers zu verlassen, sich auf die innerste Problematik des Patienten einzulassen und zu versuchen, seine Gefhle nicht nur von auen zu betrachten, sondern von innen heraus zu verstehen. (Frede 1992, S. 83). Als Doppel-Ich teile ich nicht nur die schmerzhaften Gefhle des Patienten, sondern auch seine Gefhle der Hoffnung, Freude und Zuver-sicht. (Frede 1992, S. 84). Frede spricht die Bereitschaft an, durchgngig zum zweiten Ich des Patienten zu werden. Letztendlich sei ein gefhlsmiger, imaginativer Rollen-tausch die Grundlage jeder treffenden Doppeluerung (Frede 1992, S. 224). Sie warnt allerdings vor der Gefahr der Identifizierung bei dieser Technik: Ich muss den Patienten hren, mir aber meiner eigenen Gefhle bewut sein, so dass ich diese nicht auf den Patienten bertrage. (Frede 1992, S. 85).

    Doppeln hat fr Frede (1992, S. 86) drei Funktionen: es ist eine Form der Beziehungs-aufnahme, der Begleitung und des stellvertretenden Handelns. In der Begleitung unter-sttzt man den ,Solisten in seiner eigentlichen Melodie auf der Suche nach Lsungen. Stellvertretend fr den Patienten handeln sei besonders dann wichtig, wenn der Patient nicht mehr dazu in der Lage ist, seine Bedrfnisse in Handlung umzusetzen, so werde das Doppel-Ich zum verlngerten Arm des Patienten zum handlungsfhig gebliebenen Teil seiner Person, vor den es sich zu stellen gehre, wenn bestimmte Verordnungen, Vorschlge oder andere Verhaltensweisen von rzten, Pflegepersonal oder Angehrigen den Wnschen des Patienten so wie er sie mir in vergangenen Gesprchen mitgeteilt hat zuwiderlaufen, er sich die Auseinandersetzung mit der betreffenden Person aber nicht (bzw. nicht mehr) gewachsen fhlt. (Frede 1992, S. 92).

    Nach Frede hat das Doppeln folgende Auswirkungen auf Patientenseite: 1) die Frde-rung der Selbstauseinandersetzung, 2) die Frderung der Selbstannahme, 3) die Frde-rung von Vertrauen in das eigene Dasein, 4) die Untersttzung des Erlebens von eigener Identitt. Auf der therapeutischen Seite frdere das Doppeln die Wahrnehmung fr die Lage des Patienten und begnstige eine Haltung, zu prfen, inwieweit Angst, rger, Zorn und andere Gefhle des Patienten nicht tatschlich berechtigt, d. h. auf konkrete Anlsse zurckzufhren sind (Frede 1992, S. 99).

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    5 Doppeln in der Psychoonkologie

    Die Diagnosemitteilung wird von vielen Autoren als ,Psychotrauma bezeichnet (Dorn et al. 2007, S. 37 und Ditz et al. 2006, S. 110), mit der Folge von kognitiven, emotiona-len und sozialen Strungen. Herrschbach hat unter diesen Gesichtspunkten das Erstge-sprch zur Diagnostik psychosozialer Belastungen bei krperlich Kranken manualisiert (Herrschbach und Heuner 2008, S. 80). Dieses Instrument ist ein guter diagnostischer Leitfaden zur Festzustellung, wie viel psychosoziale Belastung vorhanden ist. Je mehr kognitive Strungen (Konzentrations- und Gedchtnisstrungen bzw. Derealisationen) vorhanden sind, desto mehr ,inneres Doppeln ist notwendig. Ziel ist dabei die Strkung der Ich-Funktionen der PatientInnen.

    Typischerweise gibt es durch die Krebsdiagnose ausgelst angehaltene innere Wahrnehmungsprozesse beim Betroffenen. Der Schock (die Angst) ist so gro, dass die Sprache und die Verbalisierung ausfllt, ,eingefroren ist, Entscheidungen fallen sehr schwer und berfordern. Dadurch wird die Herausforderung ,Krebs und die Anpassung an die neue, sehr vernderte Situation nicht beschritten. Stattdessen ist eine Bedrohung so lebhaft da, dass Lhmung und Ohnmacht die Handlungsfhigkeit blockieren. In dieser Situation hilft das Doppeln, die angehaltenen Prozesse wieder in den Fluss zu bringen. Es ist zunchst ein in Sprache fassen der ,schockstarren Gefhle und Gedanken, damit dann Handlungen und Entscheidungen mglich werden. Es kommt ,Spontaneitt dazu wrden vielleicht Moreno und Krger sagen.

    Diese Spontaneitt ist zunchst die des Therapeuten in seiner Rolle als doppelgngeri-sches Hilfs-Ich des Klienten, sollte aber durch Ressourcenaktivierung in den Handlungs-drang des Krebskranken (und seiner Angehrigen) bergehen. Auch im weiteren Verlauf der Erkrankung gilt es immer neue Wahlen zu treffen, und auch hier hilft das Doppeln, um fr sich, als an Krebs erkrankter Person, ,sichere und ,selbstwirksame Wege zu finden.

    Doppeln verstehe ich in dieser Funktion als wechselseitiges Erkunden und Weiterent-wickeln der inneren Welt. Angesichts existentieller Entscheidungen ist es die Entwick-lung weg von einem quivalenzmodus hin zu einem Als-Ob-Modus (Fonagy et al. 2011) und damit ist wieder ein Spiel mit Realitt mglich, dadurch gewinnen KlientIn und The-rapeutIn mehr Distanz und Freiheitsgrade zum Geschehen des Krpers, ausgehalten von einem Miteinander in der ,Begegnung.

    Dieses Doppelgngerspiel ist manchmal lustvoll, manchmal voller Leid. Das Gegen-ber sttzt die Wahrnehmung und nimmt Anteil. Und macht die Gefhle dadurch erst aushaltbar und kontrollierbar. Was heit das konkret?

    6 Kasuistiken

    Fallbeispiel 1. Ich begegne Frau F., einer attraktiven 44 Jahre alten Frau mit langen schwarzen Haaren, am Tag nach der Brustkrebsoperation in einem 3-Bett-Zimmer. Sie liegt im Bett, daneben sitzen sehr nah die Mutter und etwas ferner der Vater. Das Gesicht ist gertet, ich erhalte eine schweinasse Hand zu Begrung. Ich stelle mich (als Psy-choonkologin) und mein Angebot (ein Gesprch miteinander ber die neue Situation zu fhren) vor und frage nach ihrer Bereitschaft dazu. Sie willigt ein, wir verabreden uns fr

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    den nchsten Tag, denn heute fhle sie sich wegen anhaltenden Schwindels dazu auer-stande. In dieser realen Szene spre ich Enge und Anspannung.

    Am nchsten Tag erfahre ich, dass die Patientin alleinerziehend ist, eine 19 Jahre alte Tochter und einen 24 Jahre alten Sohn hat. Vom Partner habe sie sich vor 13 Jahren getrennt. Sie wohne in einer Wohnung in der Nhe der Eltern zusammen mit ihrer Toch-ter, der Sohn sei zum Studium ausgezogen. Sie sei Heilpdagogin und arbeite mit autisti-schen Kindern in einem Wohnheim auf halber Stelle und sei gerade dabei gewesen, sich zustzlich selbstndig zu machen. Es lgen zwei schreckliche Jahre hinter ihr sie habe sich ,gerade berappelt nach dem traumatisierenden Tod des ehemaligen Partners 2010, einer Depression mit beruflichem burn out und einem Bandscheibenprolaps. Und ,jetzt das: der Brustkrebs.

    Ich doppele als Beziehungsaufnahme, indem ich davon spreche, dass das ja ,schwin-delig mache, diese stndig neuen Katastrophen. Darauf kann sie gut eingehen. Das habe sie wirklich ,umgeworfen. Sie sei so mde, immer wieder neu anfangen zu mssen und immer stark sein zu mssen, z. B. fr die Kinder.

    Ich beschreibe meine Wahrnehmung der ersten Begegnung, einerseits die Eltern so nah, andererseits sie angespannt im Bett und doppele: Ich htte mich sehr hilflos und ausgeliefert gefhlt in dieser Lage, diesem Schwindel gegenber, aber auch jetzt an Brust-krebs erkrankt zu sein. Das ist ja unbegreiflich, unfassbar. Sie ringen damit, wieder Fu zu fassen. Anders als im klassischen Setting fge ich nach der Ich-Form den Konjunktiv an damit wird der Patientin deutlich, dass ich ihre Rolle angenommen habe, es aber noch eine Differenz gibt: Ich bin Therapeutin im Als-ob-Modus als Patientin. Ich biete der Patientin meine Wahrnehmung an und lasse ihr die Wahl, diese Sicht auf die Situation zu teilen. Ich deute ihre krperlichen Bedrfnisse (den Schwindel) und suche die Lsung (Halt finden). Damit denke ich von der Patientin her und gebe ihr, was sie braucht. Ich biete es ihr in Sie-Form an (Fu fassen), noch nicht einmal in Frageform. Damit gehe ich von der ueren sichtbaren Situation zur inneren Wahrnehmung, um schlielich beim zugehrigen Affekt zu enden. Nachdem die Patientin zustimmend nickte, fahre ich fort: Ich htte viel Angst und wre angespannt. Dies besttigt die Patientin. Angst sei ihr Lebensgefhl, das sie aber mit niemandem teilen knne weder in der Familie noch mit Freunden , sie drfe ja keine Schwche zeigen. Sie fhle sich sehr einsam.

    Wir vereinbaren weitere Gesprche im Verlauf der primren Therapie (unter primrer Therapie bei Brustkrebs ist die empfohlene Erstlinientherapie zu verstehen: Operation, Bestrahlung und Chemotherapie). Im nchsten Gesprch wird klar, dass der Schwindel die Patientin auch nach der stationren Entlassung nicht verlassen hat, was sie nicht verstehen kann. Doppelnd biete ich ihr Grnde fr den Schwindel an: Fr viele Menschen ist eine Krebsdiagnose sehr erschreckend und das Gespenst des Todes geht um, das kann schon ziemlich schwindelig machen. Diese Angst zu sterben. Nun kann sie ihre Angst ausspre-chen, dass der Krebs ihr das Leben raube. Und: Es ist alles zum Kotzen. 80 % von ihr wolle leben, 20 % glaube, dass sie an dieser Krankheit sterben werde. Sie msse sich jetzt zustzlich fr eine Chemotherapie entscheiden und schwanke. Die belkeit wrde in der Chemotherapie nicht besser. berhaupt sei alles so ein Hin- und Hergerissen sein.

    Ich stelle mit der Patientin zwei Sthle auf und flle diese: Dabei lasse ich die Patien-tin nacheinander darauf sitzen und bitte sie, alles was sie denke, fhle und tue auf dem Lebensstuhl: Ich will leben. und dem Sterbensstuhl: Ich werde sterben auszuspre-

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    chen. Ich lasse sie wiederholt hin und her pendeln zwischen den Sthlen, wobei ich einzelne Themen doppelnd hinter ihr stehend verstrkend wiederhole bzw. einfhlend interpretiere. Auf dem ,Lebensstuhl kommt ihr Wunschtraum ,Italien zu Wort, die Idee, alles hinter sich zu lassen, keine Verantwortlichkeiten mehr einzugehen, mehr fr sich zu leben, ganzheitlich zu arbeiten in einer Kommune, gesund fr Krper und Geist. Auf dem ,Sterbensstuhl kommt ihr alter Trott zu Wort, immer weiter zu machen, machen zu ms-sen, um Geld zu verdienen, ,business as usual, drei Jobs nebeneinander, ihr Unwillen, ihre Wut: Ich msste mal klaren Tisch machen mit vielen: Vater, Mutter, Sohn, Tochter, das ist hier nicht gesund, wozu berhaupt, das macht keinen Sinn.

    In der Nachbesprechung doppele ich diese Ambivalenzen erneut, und erklre, dass so eine Krebserkrankung viele einldt, eine Lebensbilanzierung zu machen und ich sehr den Eindruck htte, dass sie sich frage, wofr sie lebe und wie sie ihr Leben gestalten wolle. Ich kann ihren Schwindel sehr gut verstehen. In Ihrer Lage wrde es mir hnlich gehen. Alles Neue ist erst mal ungewohnt und ngstigend. Da kann es einem schon schwindlig werden. Und dass man sich noch zustzlich fr oder gegen die Chemotherapie entschei-den muss, unter Zeitdruck. Das ist schon ziemlich berfordernd, was da alles gleichzeitig passiert.

    Im folgenden Termin ist der Schwindel einer ,Enge im Hals gewichen und der Angst, in Panik zu verfallen. Sie zwinge sich ,ruhig zu atmen. Thema dieser Stunde ist die Frage Chemotherapie ja oder nein, obwohl sie es schon beantwortet habe: weil es der ,sicherste Weg sei, werde sie die Chemotherapie machen. Sie erzhlt von Identittsngsten: Wer werde ich sein ohne meine Haare? Bin ich dann berhaupt noch da? Um diese Vernich-tungsngste mit auszuhalten und den wirklichen Verlust deutlich zu machen, doppele ich bestrkend einerseits ihre Wahrnehmung (Da nehmen Sie etwas vorweg, was wirklich schwierig ist, fr viele Frauen, den Verlust der Haare. Das wre auch fr mich schwierig. Die Haare gehren ja zu meinem Selbstbild. Nur mit Haaren bin ich attraktiv fr andere. Und Sie haben ja sehr schne lange Haare. Wie werden die anderen wohl reagieren? Werden die mir zur Seite stehen, wenn ich ohne Haare bin, mich so verndere?) ande-rerseits suche ich stellvertretend mit der Patientin nach Lsungen (Was sage ich denn zu Leuten auf der Strae, wenn es soweit ist? Was mchte ich hren von meiner Familie/ von Freunden? Wie knnte ich damit umgehen will ich eine Percke, Tcher, oder kann ich die Glatze stolz zeigen?).

    Indem ich innerlich in der Fragehaltung bleibe, mit dem Und was tun Sie dann?, erhalte ich stellvertretend das Ich der Patientin, weil ich es ihr unterstelle (Ich wei, dass Sie handeln werden, und es wre schn, wenn Sie so handeln knnten, dass es Ihnen gut tut, im Zusammensein mit den anderen.). Und ich biete Begleitung auf der Begegnungs-bhne an: Ich bleibe an Ihrer Seite, wir knnen darber sprechen, ich bin verlsslich neben Ihnen. Dieses Doppeln, fast Krgers interaktionell mitagierender Stellvertreter, betont einerseits das recht der patientin, den Verlust der Haare so bedrohlich zu erle-ben, andererseits erweitert es ihre Handlungsmglichkeiten durch imaginres Probe-handeln. Es fragt sie nach ihren Bedrfnissen und Wnschen und setzt damit auf ihre Selbstverwirklichung.

    Haare sind dann ,spielerischer das Anfangsthema der nchsten Stunde sie lese gerade ein Buch ber ein Mdchen mit neun Percken, das mit dem Aufsetzen jeder Percke eine neue Identitt annehme. Sie habe mittlerweile eine Percke ausgesucht. Auch sonst sei

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    sie aktiv geworden, habe sich z. B. komplementrmedizinisch durch eine Heilpraktikerin beraten lassen. Es gehe ihr darum, was sie selbst tun knne, um sich trotz Chemotherapie besser zu fhlen. Denn sie wolle unbedingt gesund werden.

    Ab dieser Stunde habe ich das innere Doppeln nicht mehr angewandt, da ich ihrem Auftrag nach Beratung fr ihr Leben mit der Chemotherapie gefolgt bin (wie viel Sport, welchen, Schlafregulation, soziale Untersttzung, Hilfe bei wem fr was suchen etc.). Auch in den folgenden Stunden war Doppeln nicht mehr ntig, es ging mehr um szeni-sche Rollenspiele in der eigenen Rolle und in fremden Rollen, Rollentausch und Spie-geln. Dies lag an neuen Konfliktsituationen in der Familie und mit Freundinnen (trotz Chemotherapie Erwartungen an sich nicht zu erfllen bzw. den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden) sowie an alten depressiven sich wiederholenden Reaktionsmus-tern (z. B. sich zurckzuziehen in der Vermeidung von offenen Konflikten, untergrndig wtend gegen sich und andere zu sein).

    Die Patientin besuchte parallel ein psychoedukatives Gruppenangebot fr Brustkrebs-patientinnen und konnte sich ber Schamngste gut austauschen. Etwa drei Monate nach der Diagnose gab es keine Einzeltermine mehr, erst am Ende der Bestrahlung gab es einen neuen Einzeltermin auf ihren Wunsch hin, es wurde der Abschied aus dieser psychoon-kologischen Begleitung. Sie formulierte, dass sie sich auf dem Weg zu sich befnde, ein Prozess, der sicherlich noch dauern wrde, zunchst in der onkologischen Rehabilitation, dann mit einer Pilgerreise durch Frankreich.

    Fallbeispiel 2. Ich komme zur 74jhrigen Frau R. postoperativ ans Krankenbett, gerade ist bei ihr ein Gallengangscarcinom neu diagnostiziert worden. Ich kenne die Patientin von einer vorhergehenden Brustkrebserkrankung (Erstdiagnose 2008), auf die sie depres-siv reagiert hatte. Wir hatten in groem zeitlichem Abstand (etwa alle 68 Wochen) auf ihren Wunsch hin Einzelgesprche, Fokus war immer wieder die Erarbeitung antidepres-siver Strategien und der Umgang mit ihrer Angst vor dem Sterben.

    Nun erlebe ich die Patientin deutlich kognitiv gestrt, sie ist zeitlich nicht orientiert, berichtet von nchtlichen wahnhaften Erlebnissen. Sie habe noch nicht verstanden, was sie habe. Sie selbst stellt bei sich einen ,Nervenzusammenbruch fest das habe sie bereits einmal gehabt. Vom anwesenden Ehemann wird diese Aussage kopfschttelnd in Frage gestellt. Ich bestrke die Meinung der Patientin trete doppelnd radikal fr ihre Sicht ein: die Nerven knnten ,verrckt spielen, gerade jetzt bei der Zweiterkrankung, da sei Hilflosigkeit und Unverstndnis normal. Es sei ja noch vieles ungeklrt, sie brauche Zeit. Wir vereinbaren weitere ,Besuche meinerseits. Vor der Tr spreche ich mit dem Ehemann, dass es eine schwer aushaltbare Situation sei, die Ehefrau so anders und neben sich stehend zu erleben. Ich ermutige ihn, die Verrcktheiten anzuhren. Ich spreche die Hoffnung aus, dass es mit der Zeit besser wird.

    Vor einem weiteren Besuch erhalte ich den Anruf der Schwiegertochter, die unterstellt, die Schwiegermutter habe sich bewusst in die Tddeligkeit verabschiedet. Die Familie sei besorgt und vermute, dass die Schwiegermutter berhaupt nichts von ihrer Erkrankung verstanden habe. Und wie sie damit umgehen sollten, denn jetzt msse doch das Weitere geplant werden. Es gebe in der Familie einen offenen Zwist whrend ein Sohn nur auf Naturheilkunde setze, wolle der andere Sohn den schulmedizinischen Weg einschlagen.

  • 11Doppelgngerglck und Doppelgngerleid der TherapeutInnen ...

    Beim nchsten Besuch ist die Patientin zeitlich besser orientiert aber sie habe noch keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich ihrer Erkrankung. Sie kmpfe mit ihrer Vergess-lichkeit. Sie hat ein Buch, in das sie Notizen macht Ich lobe ihre Anstrengungen, die Situation verstehen zu wollen. Im Gesprch kann sie die unterschiedlichen Anstze ihrer Familie wiedergegeben. Meine doppelnde und interpretierende Reaktion darauf: Wenn ich das so hre, kann ich mir vorstellen, dass Sie innerlich ganz zerrissen sind und gar nicht wissen, was Sie tun sollen. Das macht ja wirr, wenn der eine h und der andere hott sagt. Das macht es nicht einfacher, sich zurechtzufinden und einen Weg vor sich zu sehen, den man gehen kann. Da wrde ich auch lieber alles vergessen. Diese Patientin war von der Zweitdiagnose traumatisiert und hatte sich gnzlich verloren. Stellvertretend bernehme ich hier ihre Perspektive und teile ihr die Zerrissenheit, die ich leidvoll spre, als ihre innere Struktur mit anders als im klassischen Doppeln in der Sie-Form. Wobei dahinter natrlich das therapeutische Rollenspiel bleibt: Ich an Ihrer Stelle wrde () und damit die Als-ob-Haltung. Mit der Distanz der Als-ob-Haltung kann die Patientin sich erleben, ihre Selbstexploration beginnen und eine eigene Perspektive zurckgewin-nen, d. h. kreativ whlen, was passt.

    In diesem Gesprch biete ich ihr weitere ambulante Gesprche an begleitend zur pal-liativen Therapie. Die Patientin meldet sich etwa einen Monat nach Entlassung sie habe sich zur Chemotherapie entschieden. Ihr Mann helfe ihr sehr in dieser Situation. Es gehe ihr erstaunlich gut. Sie wrde sich melden, falls weitere Gesprche ntig wren. Einen Monat spter bittet die Patientin um ein Gesprch zusammen mit dem Ehemann.

    Zunchst klagt sie ber Antriebslosigkeit v. a. morgens, Mdigkeit, Appetitlosigkeit, Geschmackstrungen und Mukositis. (Differentialdiagnostisch ist eine depressive Sym-ptomatik, Fatigue oder/und Nebenwirkungen der Chemotherapie mglich.) Ich versuche diese Symptome doppelnd zu deuten und Lsungswege zu suchen. Ja, diese Mdigkeit unter Chemotherapie. Wahrscheinlich wrde ich mich auch mde fhlen. Und Chemo-therapie schlgt ja auf den Magen und die Schleimhute, was wiederum den Appetit ver-hindert. Ich stelle mir das beschwerlich fr Sie vor, mit diesen Einschrnkungen zu leben, die Lust am Leben zu erhalten. Vielleicht stellen Sie sich auch die Frage, wieso soll ich eigentlich aufstehen? Bei anderen hilft ein Spaziergang, um die Lebensgeister zu wecken. Knnten Sie sich das fr sich vorstellen? Auch hier bin ich erst in der ueren Situa-tion (Mdigkeit), dann bei der inneren Wahrnehmung (Unlust), um dann den Handlungs-raum zu erweitern, in das, was vielleicht hilfreich ist (Spazierengehen). Stellvertretend bin ich ganz auf ihrer Seite (ich verstehe ihre Mdigkeit), dennoch suche ich Motivation und Ressourcen, die sie annehmen kann. Nachdem einige Alternativen fr komplemen-tre Manahmen neben der Chemotherapie besprochen sind, wechselt die Patientin das Thema.

    Sie habe von ihrem Mann den Satz gehrt: Wir stehen das gemeinsam durch. Sie ist sich unsicher, ob das stimmt. Sie knne das nicht glauben. Dies ist der Start in eine beglei-tende Paartherapie, in der es immer wieder um Kommunikationsstrungen geht, die sich aufgrund von (depressiv gefrbten) Vermutungen ber die Gedanken und das Verhalten des anderen einstellen. Es wird (in meinen Augen) eine Heilsgeschichte der Integration. Sie konnte zunehmend ihren vorauseilenden Gehorsam bzw. ihre Wut lassen, indem sie offen nachfragte. Und sie lernte ihre Bedrfnisse ihrem Mann gegenber wahrzunehmen und sich zu trauen, diese ernst zu nehmen und auszusprechen. Es gab immer wieder

  • 12 B. Zilch-Purucker

    in diesem Prozess Sequenzen, in denen ich stellvertretend fr die Patientin (doppelnd: da htte ich mich) Verletzungen in Worte fasste und die dazugehrigen Gefhle (das wrde mich machen) verbalisierte meist im Zusammenhang mit einer Konfliktsitua-tion. Abhngigkeit und Autonomie wurden aushandelbar zwischen den Ehepartnern (z. B. ob sie allein mit dem Taxi zu einer Untersuchung fahren wrde oder der Mann sie bringe). Dies hatte auch Effekte auf den Umgang mit Dritten: die Patientin lie mehr Besuch zu, ging wieder zu Veranstaltungen des Kirchenchores, feierte ihren Geburtstag im Freundes-kreis. Sie lebt trotz Krankheit zufriedener. Die Chemotherapie konnte pausiert werden, die Eheleute gingen mit ihrem Wohnmobil in Deutschland wiederholt auf Reisen.

    Immer wieder gibt es in diesem Verlauf auch kurze retraumatisierende Zeiten fr ihre Ich-Funktionen: nmlich wenn Nachsorgeuntersuchungen anstehen. Einzel- und Paar-gesprche finden auf ihren Wunsch weiterhin in langen Zeitabstnden statt. Die Patientin meistert die Anforderungen an ihre Lage gut. Doppeln ist in dieser Begleitung immer wieder hilfreich, um ihre Selbstwahrnehmung zu untersttzen.

    7 Abschlieende Bemerkungen

    Das Doppeln in der Psychoonkologie soll den Patienten zu helfen, auf der Begegnungs-bhne zu einer gemeinsamen und neuen Problemdefinition zu kommen. Ausgehend von der aktuellen Notlage der PatientInnen bzw. den Konflikten, versuche ich die Lage umfas-send doppelnd wahrzunehmen und darzustellen. Dann suche ich mit den PatientInnen nach Handlungsalternativen und -kompetenzen bzw. frage nach einer Vernderungsmoti-vation. Schacht beschreibt dies als die drei Schritte im Prozess der Erwrmung (Schacht 2009, S. 208).

    Ich arbeite auf der Begegnungsbhne (aus der therapeutischen Beziehung heraus) mit dem Doppeln, nicht als ueres Agieren auf der Spielszene wie es von Ameln et al. (2009, S. 60 ff.) beschreibt, sondern ,innerlich, d. h. in mir Doppeln wird quasi die therapeuti-sche Brille meiner Interaktion. Stellvertretend versetze ich mich in die Lage des Patien-ten und formuliere Hypothesen ber den Konflikt. Sehr hufig bezeuge ich Leid (Ich in Ihrer Lage wrde mich). Ich achte die Problemlage (Die Klage ist berechtigt, Ich in Ihrer Situation wrde auch darunter leiden, dass). Darber hinaus versuche den wtenden, traurigen oder angstbesetzten Horizont zu erweitern und begebe ich mich auf die Suche nach Lsungen. Ich stelle als Therapeutin Hypothesen und Fragen in ,Ich-Form oder in ,Sie-Form auf: Ich an Ihrer Stelle wrde mich so und so fhlen, Ich wrde so handeln, Will ich das berhaupt so?, Was kostet mich diese Haltung?, Was ntzt sie mir?, Wnsche ich anders mit der Situation umzugehen?

    Es ist ein imaginres Probehandeln (,Was wre, wenn?). Natrlich interpretiere ich ich habe ja das Ziel, dass eine ,gute Anpassung (fr den Patienten) an die schwierige Lage erfolgt. Und ich habe de facto mehr Freiheitsgrade (ich kann mich distanzieren und von der Rolle entfernen) und ich kenne Hilfsmglichkeiten, die ich aktiv anbieten kann.

    Als Therapeutin symbolisiere ich in dieser Situation als begegnender Mensch auch Hoffnung. Ich biete mich als antwortendes Gegenber an. Trsten kann ich nicht, aber ich kann mich kmmern. Es geht um dieses ,to care, wenn ,to cure nicht mehr mglich ist. Doppeln kann einen Raum ffnen, fr ein Miteinander bis hin zur Transzendenz,

  • 13Doppelgngerglck und Doppelgngerleid der TherapeutInnen ...

    den Sinnfragen am Lebensende. Natrlich kann ich auch scheitern, weil meine Angebote nicht passen und fr den Patienten nicht stimmig genug sind. Was mich weiter suchen lsst, mich einzufhlen und auf die Worte des anderen genau zu hren und einen neuen Versuch zu starten.

    Mit dem Doppeln suche ich den Zugang zu dem Gegenber, in seinem existentiellen Leid. Und das macht Sinn, denn es frdert mein Verstndnis (als Therapeutin) fr den Patienten und vermittelt dadurch das Verstndnis des Patienten mit und fr sich selbst. Ziel ist primr mehr Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, nicht die Vernderung. Da stimme ich mit Schachts (2009, S. 219) Thesen zum psychodramatischen Therapie-prozess berein. Ich zitiere: Die bislang ,psychosomatisch und ,psychodramatisch regulierten Bedrfnisse und Wnsche werden nun zustzlich ,soziodramatisch gesteuert. Damit wird nicht nur kognitiv (), sondern auch emotional erlebbar, dass sie [meint die KlientInnen] etwas zu erreichen versuchen, was nur bedingt wnschenswert und nicht realisierbar ist Speziell die Motive, die den eigenen Handlungsmustern zugrunde liegen, sollen klarer werden, um sie mittels Rollendistanz aus einer Auenperspektive betrachten zu knnen. Dies ermglicht die Desidentifikation und schafft die Vorausset-zung fr eine spielerische Haltung des Als-ob im auto-telischen Umgang mit den eigenen Rollen und den damit verbundenen Bedrfnissen, Wnschen und Zielen (). Die Klien-tInnen knnen Verantwortung fr ihr eigenes Handeln bernehmen.

    Mich leitet die Maxime der Palliativmedizin, den Tagen mehr Leben zu geben (Cicely Saunders, eine englische rztin, die 1968 in London-Sydenham das erste Hospiz fr Sterbende erffnete, wird folgender Ausspruch zugeschrieben: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.), psychodramatisch gesprochen, mehr Wahlen in Richtung Lebensgestaltung mglich zu machen.

    Ich bemhe mich jede Wahl der PatientInnen zu akzeptieren, selbst wenn es mir manchmal schwer fllt und es meinen Vorstellungen einer angemessenen Anpassung an die Situation nicht entspricht wofr es aber immer zu verstehende Grnde gibt. Diese Grnde lassen sich mit dem Doppeln gut erschlieen fr die PatientInnen und die The-rapeutInnen gleichermaen.

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  • 14 B. Zilch-Purucker

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  • 15Doppelgngerglck und Doppelgngerleid der TherapeutInnen ...

    Birgit Zilch-Purucker, Jg. 1961, Dr. med., rztliche Psychothera-peutin (tiefenpsychologisch fundiert), Familien- und Sexualthera-pie ADTF, Psychodrama-Praktikerin, Psychoonkologin psy.kom, ttig als Psychoonkologin, Evangelisches Krankenhaus Wesel.

    Double happiness and distress of the therapist the psychodramatic double technique in psychooncologyZusammenfassung:Abstract:1 Unterschiede zwischen Psychoonkologie und Psychotherapie2 Das Format Psychodrama in der Psychoonkologie3 Doppeln bei Moreno4 Doppeln bei nachfolgenden Autoren5 Doppeln in der Psychoonkologie6 Kasuistiken7 Abschlieende BemerkungenLiteratur

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