Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres

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    12-Aug-2016

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  • Aus der 0hrenabteilung der Allgemeinen 1)oliklinik in Wien (Vorstand Prof. Dr. G. A 1 o x a n d e r).

    Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres.

    Klinische Studien.

    Yon

    Dr. Oskar Mauthner.

    (Mit 6 Abbildungen.)

    Vorliegende Arbeit hat vor allem die Absicht, die Kasuistik dor Verletzungen des inneren Ohres zu bereichern, sowie an der Hand derselben und al]gemein pat, hologischer und klini- scher Daten der seit 1 ) a s s o w (1905) (18) angewachsenen Literatur vergleichend und unterscheidend die traumatische Erkrankung des inneren Ohres n~her zu umschreiben.

    I~ichts weniger als erschSpfend, haufig tastend oder bloB skizzierend, wage ich sodann die ,,traumatischen l~eurosen" der Autoren und die traumatische Erkrankung des inneren Ohres in ihren Wechselbeziehungen zu beleuchten. Eine Reihe direkter Verletzungen (Lufterschfitterungen usw.) aus ~uBe- ren Griinden einer sp/~teren 1)ublikation vorbehaltend, kann ich um so eher auf eine Eintei]ung 1~I a n a s s e s (14), die :Folgezust/~nde der Ver]etzungen des Schl/~fenbeins betreffend, zurfickkommen. In der Erkenntnis nun, dab diese Einteilung ]m Sinne einer ]ogischen Begriffsdeckung beider Thereon nur einschr/~nkend zu gebrauchen ist, bestimmt reich doch der hier so wie dort mal]gebende Einteilungsgrund, die resul- tierende Funktion, FI a n a s s e s Ubersicht zum Ausgangs- punkte meiner Betrachtungen zu w/~hlen.

    !~ a n a s s e unterscheidet die k]inisch allein bier in Be- tracht kommendon Verletzungen des Felsenbeins nach ihrer Funktion :

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 147

    A. solche, die auch funktionell zur vSlligen oder fast vSlligen tIeilung kommen, a) ]eichte F~lle (R h e s e) mit normalem oder fast

    normalem GehSr, aber sonst deutlich nachweis- baren LabyrinthstSrungen, bedingt durch Commo- rio labyrinthii,

    b) schwere F~lle yon typischer Basisfraktur, die trotzdem auch zur funktionellen Heilung kommen (ziemlich selten).

    B. F/~lle mit dauernder schwerer Sch/~digung der Funk- tion: traumatische Taubheit oder Schwerh6rigkeit a) infolge Felsenbeinfraktur, b) infolge Commotio labyrinthii, beide nur anato-

    misch, weniger klinisch zu unterscheiden. Indem ich den Versuch wage, bei der Mitteilung des mir

    zur Verfiigung stehenden Materials reich dieser Eintei]ung zu bedienen, wende ich reich zunKchst zur ersten Unterabtei- lung der Gruppe A.

    a) Le ichte F~l le (Rhese) mi t normalem oder fas t normalem GehSr , aber sonst deut l i ch nachweisbaren Labyr in ths tSrungen, be -

    d ingt durch Commot io labyr in th i i .

    R h e s e (22) land, dab auch bei normaler bzw. unerheb- ]ich beeintr~tchtigter ttSrweite ffir Flfistersprache nach Er- schfitterungen des Kopfes das innere Ohr ,,ziemlich rege]- m~l~ig" mitbeteiligt sei. Der charakteristische Symptomen- komplex betrifft unmittelbar nach dem Trauma den cochlearen, sowie den vestibularen Teil des Labyrinths. Obwohl ich 1% h e s e nicht in allen Punkten kritildos zustimmen kann, fiihre ich doch dessen Zusammenfassung wSrt]ich an: ,,Ny- sfagmus beim Blick nach der nicht verletzten Seite, bzw. im st~rkeren Grade beim Blick nach dieser Seite, Gleichge- wichtsstSrungen, Verkiirzung der Knochenleitung, Ver- kiirzung der Perzeptionsdauer in Luftleitung fiir den ganzen Tonbereich mit in der Mehrzahl der F~lle charakteristischem Yerhalten der mitt]eren T5ne (c2), eigenartige Beschaffenheit des HSrreliefs, gleichzeitJges Befallensein beider Ohren und eigenartiges Verh~tltnis der beiderseitigen HSrreliefs zueinander, hochgradige zu der HBrweite fiir die Sprache im starl~en Ge- gensatze stehende Herabsetzung der ttSrweite fiir die Taschen- uhr, eine durch ihre H/~ufigkeit auffallende Ermiidbarkeit

    Arch ly f. Ohrenhe i lkunde. Bd. 87. 11

  • 148 OSKAR ~AUTt tNER,

    des HSrnervens StimmgabeltSnen gegeniiber tells in einem auch dem normalen Ohre eigentfimlichen, tells in gesteigertem positiven Ausfall des RinnSschen Versuchs, starke Gef~B- ausfiillung ~n der oberen GehSrsgangswand an der verletzten Seite, zuweilen mit Ecchymosen oder Blutkrusten hier, so- wie ' am Trommelfell". Auch l~ngere Zeit nach dem Unfall bestehen ch~rakteristische, das innere Ohr betreffende Ver- ~nderungen, z. B. die Herabsetzung der Knochenleitung, die verringerte HSrweite der Taschenuhr in Luftleitung, Verkfirzung der H5rdauer fiir die mittleren TSne dcr kon- tinuierlichen Reihe besonders im starker bef~llenden Ohre. Diesem Typus scheinen zuni~chst fiinf F~lle unserer Beob- achtung zu entsprechen, deren Krankengeschichten ich hier auszugsweise wiedergebe :

    F a l 1 1: Ludowika S., 24= J . , Bedienerin, geb. zu Dolain in 1K~hren.

    A. P. v. 28. I I I . 1902, O. K. Pat . ist am 22.3. 1902 yon einem Sessel auf das H in terhaupt gestfirzt. Nach circa einer halben Stunde t r~ten heftige Kopfschmerzen, Ohrensausen, Sehwindelgeff ihl und einmM Erbrechen auf. Pat . mul~te sieh zu Bet te legen, wo sie zwei Tage blieb. Seither bestehen immer noch Kopfschmerzen, Sehwindel, wenn sie sich yore Lager erhebt, Ohrensausen, Sehlafsucht und Mattigkeit.

    Befund yore 28. I I I . 1902: reehts: V = 4 m, v -~ 1 m, P = 3 m; ] inks :V = 5m, v = lm, P---- 4m; hw 1) --~ beiderseits schwach ge- hSrt, S = verkfirzt.

    l\Tachuntersuchung yore 7. I. 1903: V, v = ~- 15 m beiderseits, R = positiv, S = verkfirzt, hw beiderseits = positiv, ~ngeblich kein Ohrensausen, kein Schwindelgefi ihl. ErmiAdbarkeit.

    F~I1 2: Franz K., 5 Y., Wirtssohn, geb. zu Ottensehlag !~.-Oe. A. P. vom 4. XI . 1910. Im zweiten Lebensjahre Masern, sonst keine

    Infekt ionskrankhei ten; nie OhrenfluB und bis zum Tage des Unfal les gutes GehSr. Vor ca. drei Woehen stf irzte das K ind yon einem Wirt - schaftswagen, und zwar so, dab l inke Scheitel- und Schl~fengegend auf das Rad des Wagens zu liegen kamen. Keine Bewu~tlosigkeit , jedoch zweimaliges Erbreehen am selben T~ge und Kopfschmerz . Angebl ich kamen aueh ein paar Tropfen Blur aus dem l inken Ohre. In den folgenden Tagen Wohlbef inden. Angaben fiber Ohrensausen und Sehwindel unzuverl~ssig

    Befund yore 4. XI . 1910: Trommelfel l beiderseits normal. V,v, P : rechts = ~- 15 m; l inks: V = 10 m, v = 2~/~ m, P = 2 m, hw = links schwerer gehSrt Ms reehts. Die Pr i i fung der Kopfknochenle i tung und mi t der kont inuier l iehen Reihe bei dem jugendl ichen Alter des P~t. pr~zise n icht durchff ihrbar. Spontannystagmus rotator iseh nach beiden Seiten; Gleiehgewicht etwa normal ; normale Zahlen fiir ~lle Qual i tten der Irritabilit~%sprfifung des stat ischen Labyr inths .

    15. VI I . 1911: V, v, P : beiderseits = ~-= 15m, kein Spontan- nystagmus; geringgradige Unterschiede der Perzept ion der Taschen- uhr in Luft le i tung zuungunstea der l inken Seite. Funkt ionsbefund des staischen Labyr inths normal.

    ~) hw = Uhr am Warzenfortsatz .

  • Die t raumat ische Erkrankung des inneren Ohres. 149

    Fa l l 3: Dav id S., Notariatskandidat, 25 J., geb. zu Rusk in in Galizien, hat keine nennenswerten Krankhe i ten durchgemacht und war immer ohrgesund. Erlitt am 31. VII. 1910 angeblieh eine Ge- hirnerschiitterung, indem er bei e inem E isenbahnzusammen4tot l mi t der St i rn gegen eine Tfir geschleudert wurde; angebl ich kurz ~lauernde BewuBtlosigkeit , zweimaliges Erbrechen. Pat . konnte nach e inem In terva l l yon drei S tunden seine l%eise fortsetzen. Am n~chsten Tage kl~gte er f iber heft iges beiderseit iges Ohrensausen, das vor dem Ein- schlafen besonders 1Estig war. Schwindelgeff ihl (kein Drehschwindel) . Dasselbe ist jedoch nach einiger Zeit gewiehen.

    Befund yore 28. IX . 1910: Trommelfel l beiderseits normal . V = beiderseits -~ 12 m, v = beiderseits ~- 7 m. S tark verkf i rzte Kopf- knochenle i tung. R = posit iv, hw ~ beiderseits posit iv. Geringgradige Verkf i rzung der K6rdauer im Bereiche yon a~--c 5 rechts Und c~--c 5 l inks, Gleichgewicht ver r inger t (m~Biges Schwanken bei AugenschluB, geringgradiges Z i t te rn der geschlossenen L ider nnd der ansgespreizten Finger), leichte vasomotor ische StSrungen; E r regbarke i t des stat i - schen Labyr in ths normal (starkes Schwindelgef i ihl be im Drehen und Ausspr i tzen mi t ka l tem Wasser).

    Fa l l : Kar l B., 3 J., Kondukteur , geb. zu Linz. A. P. yore 25. I. 1911. Immer ohrgesund, keine In fekt ionskrank-

    heiten, kein Alkohol- , kein N ikot inabusus. Wurde am 14. X I I . 1909, w~hrend der Zug eine scharfe Kurve

    nahm, mi t dem Kopfe (rechte Schli~fengegend) an eine Coupdtfir ge- sehleudert , bl ieb angebl ich einige M inuten bewuBtlos, empfand be im Erw~ehen Brechreiz und etwas Schwindel, weshalb er einige Tage das Bet t ht i ten muBte. Der Schwindel dauerte n icht kont inu ier l i ch an und kam nur am dr i t ten Tage mi t besonderer Hef t igke i t und deut- l ichen Drehbewegungen der Gegenst~nde wieder. In den n~chsten Tagen t ra t Schwindelgeff ihl nur bei Ver i inderungen in der Kopfstel- lung (Bi icken usw.) kurz dauernd auf; ke in Erbrechen oder Brechre iz ; Uns icherhe i t be im Gehen: rechtssei t ig Ohrensausen und Geh6rver- schlechterung.

    Be fund yore 25. I, 1911: Trommelfel l beiderseits getr i ibt und m~Big ret rah ier t . V = beiderseits -~- 12 m, v = rechts 2 m, l inks 5 m. W =nach l inks; S ~ s tark verkf i rzt ; R ----- beiderseits pos i t iv ; hw: rechts = negat iv, l inks = posit iv. Das t t6rre l ie f erg ibt eine t ter- absetzung der H6rdauer der t iefen und hohen T6ne l inks in geringem, rechts in ausgesprochenem Grade. Spontannystagmus nach be iden Seiten hor izonta l mi t rotator ischer Komponente ; Gleichgewicht ver- r ingert . Die I r r i tabi l i tEtsprf i fung des s tat i schen Labyr in ths erg ibt ffir Drehung rechts grSBere Z~hlen als l inks (25 : 12). Bei der kalo- r ischen Prf i fung t r i t t rechterseits heft iges Schwindelgeff ihl auf.

    Be fund yore 20. VI I . 1911. Pat . g ibt an bedeutend besser zu hSren, hat kein Ohrensausen, ke inen Schwindel und ff ihlt sich vo l l kommen wohl. V = beiderseits -~ 15m, v = l inks 15m, rechts 9m; S = verkfirzt, 1% = posit iv, W = n icht lateral is iert , h ~) = rechts 80 cm, l inks 1,5 m; Spontannystagmus ger inggradig hor izonta l naeh be iden Seiten; Gleichgewicht = verr ingert ; I r r i tabi l i t~tsprf i fung normal .

    F a 11 5: F r iedr ich P., 32 J . , Stat ionsmeister , geb. zu Lemberg in Galizien.

    A. P. vom 27. I I I . 1911. In der K indhe i t hat Pat . ~asern , im Jahre 1897 Typhus f iberstanden; dabei war er angebl ich n ieht ohrenkrank . Potus, Nicotin, venerische Af fekt ion negiert . Im Ju l i 1907 wurde er angebl ich wEhrend der Versch iebung eines E isenb~hnwaggons yon demselben zu Boden geworfen, so dab er auf die St i rn auffiel; danach angebl ich kurz dauernde BewuBtlos igkeit ; kein Erbreehen;

    1) h = Uhr durch die Luft le i tung. 11"

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    keine Blutung aus den Ohren. Jedoch blieb er wegen ,,Schw/~che" und ,,Schwindel" (kein Drehschwindel) einige Tage zu Bert; daneben best~nd auch ,,Klingen" in beiden Ohren; links starker ~ls rechts. Seit dem Unfall ist er besonders reizbar, leidet auch an Schlaflosig- keit, und kommt auf die Abteilung, um ein Gutachten fiber sein Ohrenleiden behufs RentenerhShung einzuholen.

    ]~efund vom 27. I I I . 1911: Rechts Trommelfell eingezogen, zen- tral ein wenig verd~innt, sonst keine Ver/~nderung. Links normal. V ~-- beiderseits -~ 15 m, v = rechts 8 m, links 5 m; S = auffallend verkfirzt; R ~- positiv; Ga = beiderseits geringgradig verkiirzt; hw = beiderseits positiv; h: rechts ~ 1 m, links = ~/2 m; Ein verl/~Bliches ZI6rrelief ist wegen der widersprechenden Ang~ben des Pat. nicht an- zufertigen; jedoch scheint die Verkiirzung haupts/~chlich die mittleIen TSne der Tonreihe beiderseits zu betreffen. Kein Spont~nnystagmus; normale Erregbarkeit des statischen Labyrinths; vasomot. St6rungen. Gleichgewicht verringert

    Die aufgez/~hlten Krankheitsf/~lle betreffen im Sinne R h e - s e s zun/~chst j tmge Personen, bei denen Altersver/~nderungen, Berufsschadigungen und Allgemeiner]~rankungen auszuschlie- l~en sind. Das Interval] zwischen Trauma und erster Unter - suchung umfal~t 6 Tage bis 3 Jahre. Fal l 1 und 2, die kurze Zeit nach dem Trauma zur Untersuchung kamen, zeigten bei gutem t ISrvermSgen die charakter ist ische Verkf irzung der Kopfknochenle i tung und die Herabsetzung der HSrd~uer fiir tiefe TSne. Nur nebenbei will ich bier erw/ihnen, dal] auf die beeintr/~chtigte W~hrnehmung der tiefen TSne unmitte l - bar nach der Verletzung und auf die BaBtaubheit f iberhaupt bereits Doctorowi tsch (6) hingewiesen hat. Fal l 3, 4 und 5 tragen ausgesprochen neurotisches, wahrscheinl ich mit dem Trauma zusammenhangendes Kolor it . T rotzdem ergibt die Pri i fung mit der Sprache und der Tonreihe eine Beeintr/~chtigung und eine gewisse fl~hnlichkeit beider Seiten in jedem einze]nen Falle, wenngleich der erwartete Ausfal l im mitt leren Tongebiet nicht fiberall sicher zu verzeichnen ist. AuBer der raschen Ermf idbarkei t ist nament l ich der ~al l 3 durch ausgesprochene frakt ionierte Perzept ion eigentfimlich. (~berhaupt glaube ich, dab wir yon , , t raumatischer Neurose" der Autoren auch in den leichteren F/~llen viel h/~ufiger sprechen dfirfen, als R h e s e anzunehmen geneigt ist; trotz ~der ge- troffenen Auslese finden sich auch in seinen Krankengeschich- ten vielfach neurasthenische, hysterische und vasomotor ische Zeichen. Darauf komme ich noch sparer zurfick. Das Ver- halten des Vestibularis in diesen F/~llen kann am geeignetsten an der Hand fo]gender Mittei lung er5rtert werden.

    F a I 1 6: Johanna D., 28 J., Federschmfickerin, verheiratet. A. P. yore 14. XI. 1911. Familienanamnese nicht yon Belang.

    Als Kind Masern, Lungenentzi~ndung, sonst keinerlei Krankheiten. Wurde am 19. IX. 1911 beim Aussteigen aus der Straftenbahn yon

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 151

    einem vorbeifahrenden Automobil gestreift, zu Boden geworfen und fiel auf den rechten Ellenbogen und das Gesicht. Angeblich 10 Mi- nuten dauernde Bewul~tlosigkeit. Ffinft~giges Krankenlager, Schw~che, ttinterhauptskopfschmerz. Kein Erbrechen. Am sechsten Tage durch allm~hlich sich steigerndes Ohrensausen eingeleiteter Schwindelanfall (Drehen der Gegenst~nde nach rechts); Erbrechen. Der Schwindel dauert durch fiinf Tage kontinuierlich an, yon Erbrechen unterbrochen; hierauf Intensit~tsabnahme des Schwindels (dieser steigert sich blol~ bei Kopfbewegungen und Bficken, namentlich morgens beim Aufstehen).

    Befund yore 14. XI. 1911: V, v, P -~ rechts -~ 15 m, links V, v ~ 10 m; P ~ 9 m; h ~ rechts 3 m, links 1,25 m; hw = beiderseits positiv. W = am Kopf; S = verkfirzt; R = beiderseits positiv; Ga = beiderseits normal; mittlere T6ne beiderseits normal; c 4 ~ rechts unmerklich, links wenig verkiirzt, ebenso C; Spontannystagmus mit ausgesprochener rotatorischer Komponente nach beiden Seiten; Gleichgewicht gest6rt; bei Augenschlul~ Fallen nach rechts; auf Dre- hung kalorisch, g~lvanisch beiderseits normale Zahlen (subjektiv wird starker Drehschwindel angegeben).

    Was die Zeit der Untersuchung anlangt, liil~t sich der Fal l 6 am ehesten mit dem Fal l 3 zusammenhalten. Wi~hrend aber dieser Fall vielleicht im HSrrelief ein etwas anderes Verhalten zeigt, b ietet der Fal l 6 bei normaler oberer Tongrenze eine geringgradige Herabsetzung der HSrdauer ffir hohe TSne beiderseits und fiir tiefe TSne im Bereiche yon C nur am lin- ken Ohre, bei absolut normaler HSrdauer fiir die mitt leren TSne. Kopfknochenle i tung und Uhr verhalten sich bei Fal l 6 typiseh. Der Vest ibu larapparat im Fal l 3 zeigt keine rein labyr inth~ren StSrungen mehr. Charakterist iseh dagegen glaube ich, sind die den Vestibularis betreffenden Angaben im Falle 6: kurz- dauernde Bewul~tlosigkeit nach dem Trauma und erst naeh dem sechst~gigen Interval l , als Pat ient in sieh zum ersten Male vom Lager erhebt, kommt der erste Anfal] (einleitendes Ohrensausen, Schwindel mit Scheindrehungen, heftiges mehr- maliges Erbrechen). Dieser dauert fast unvermindert durch fiinf Tage an; dann erst al]mi~h]iches Abldingen. Der im ge- ringen Grade, aber kont inu ie r l ieh bestehende, bei ~nderung der Kopfstel lung (Biieken, Wasehen) deutl ieher werdende Sehwinde] steigert sich nie mehr his zur HShe des geschilderten Anfalls, t r i t t jedoeh bei der Untersuchung im verst~rkten Ma{~e auf.

    Es erseheint mir nicht unwichtig, bei dieser Sehilderung ]~ r n y s (3) hierhergehSrige Eintei lung zu streifen. Der Schwindel ist dureh Ohrensausen und die Herabsetzung der HSrsch~rfe als labyrinth~irer gekennzeichnet. B r n y meint nun : Besteht nach der Verletzung k o n t i n u i e r I i e h an Intensi t~t abnehmender Schwindel, so ist die ZerstSrung des Vest ibularapparates sicher. Tr i t t Sehwindel nur anfalls- weise mit freien Interval len auf, so ist die ZerstSrung des

  • 152 OSKAR ~AUT]~NER,

    Vestibularis auszuschlieBen. Trotz des anamnestisch abwei- chenden Verhaltens glaube ich, gehSrt dieser Fall prognostisch nur in die zweite Kategorie, zumal bei gerader Kopfhaltung der Spontannystagmus gegenwi~rtig n~ch beiden Seiten gerichtet ist (bei nur m~l~ig herabgesetzter ttSrsch~trfe) und die Erreg- barkeit des statischen L~b:yrinths sich in normalen Grenzen h~lt.

    b) Schwere F i~ l le yon typ ischer Bas is f rak - tu r , d ie t ro tzdem auch zur funkt ione l len

    H e i lung kommen (z ieml ich se l ten) .

    Da M a n a s s e s Einteilung den Fo]gezust~nden nach Schl~ifenbeinverletzungen gilt, dfirfen wir vielleicht diesen Passus als Schli~fenbeinverletzungen, die wir im Gefolge typischer Basisfrakturen zu sehen oder anzunehmen gewohnt sind, kommentieren. Doch bedarf vor allem der Ausdruck ,,typische Basisfraktur:' einiger Uberlegung; zweifellos kSn- nen die anatomischcn Typen, z. B. die Berstungs-- und Bie- gungsbriiehe oder die L~ngs- und Querbriiche oder die Dia- gonal- und Zertrfimmerungsbriiche in erster Linie nicht ge- meint sein und die ,typische Basisfraktur" bezieht sich vor- wiegend auf das klinische Bild. M a n a s s e sagt se]bst : ,,und doch kann man, wenn auch vereinzelt schwere Kopf- traumen mit sicheren Basisfrakturen sehen, die gleichfalls eine vSllige oder fast vSllige I-Ieilung auch in funktionelier Beziehung aufweisen. Diese :F~lle sind sicher selten, doch entsinne ich reich zweier 1)atienten, die mit der chirurgischen Diagnose ,,Basisfrakturen", der eine mit Facialislahmung, beide mit hochgradiger Taubheit nach lange dauernder ]~e- wul~tlosigkeit, Trommelfe]lzerreiBung und eitriger Mittelohr- entziindung, sehlieBlich doch mit not'maler HSrschiirfe wieder vollsti~ndig erwerbsfiihig wurden". Bildet nun die unmittel- bar nach dem Trauma gefundene, zumeist als bleibend be- schriebene Taubheit neben den anderen Angaben (~erven- lahmungen, AbfluB yon Liquor) eine Hauptstiitze ffir den klinisehen Typus ,Basisfraktur", so kann ich reich gleiehwohl auf Grund autoskopischer Befunde und tierexperimenteller Erfahrungen (S t e n g e r) (26) der Annahme nicht verschlie- Ben, daf~ es 1. :Frakturen der ]~asis cranii gibt, welche keine mal~'oskopischen Ver~nderungen eines Schl~fenbeins setzen miissen (z. B. die partielle Li~ngsfraktur der Schi~delbasis), dab 2. die mit Frakturen des Schl~fenbeins einhergehenden Basisfrakturen unter giinstigen Umsti~nden zu einer b]oB

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    v o r ii b e r g e h e n d e n Ver~inderung im Labyr inth und I-ISr- nerven und darait nur zu y o r ii b e r g e h e n d e n Vergnde- rungen der Funkt ion dieses Organs fiihren kSnnen (z. B. eine totale L~ngsfraktur der Sch~delbasis mit Abbruch der Felsenbeinspitze). Ieh glaube auch, dab Erwggungen ehirur- gischer Art und der auch ffir F rakturen des Schl~fenbeins grunds~itzlieh festgestellte Untersehied zwischen Quer- und Lgngsfrakturen (S t e n g e r) zur Ann~hme verleiten kSnnen, , dab ad exemplum eine aus der vorderen Sch~tdelgrube kommen- de, auf das Tegmen antri und tympani und den gul~eren GehSrgang sich fortsetzende Lgngsfraktur (klinisch durch AbfluB yon Liquor, Blur, FunktionsstSrung des Opticus und der Augenmuskeln sich dokumentierend) notwendigerweise nicht in allen Fgllen Taubheit in Gefolge haben muB. ,,Die Funkt ion des verletzten GehSrorgans", sehreibt S t e n g e r , , ,w i rd nicht wie beim Querbruch unmitte lbar sehwer be- seh~tdigt, sondern der Grad der Einbul~e ist, abgesehen yon der al]gemeinen Commotio, yon der Schwere der Zerrungen an beiden Labyrinthfenstern, den auftretenden Blutungen in das innere Ohr und den Ver]etzungen am Acustieusstamme abh~ngig. Man muB aber wohl annehmen, dal~ nur selten ein sofortiger absoluter Verlust der Funkt ion eintritt, eher wird man damit reehnen kSnnen, daf~ nach Resorption der B lutextravasate d ie HSrf~higkeit wieder gebessert wird." Unter gfinstigen Umst~nden wird die in den Tegmina und dem ~ul~eren GehSrgang sich erschSpfende, mit geringgradiger Zerrung an der Sehalleitungskette einhergehende Gewalt sehlimmsten Falles eine ser6se Labyrinthit is zur Folge haben. I t ierher seheint auch ein yon R u t t i n (24) im Oktober d. J . vorgestellter Fal l zu gehSren.

    Im Sinne dieser Ausffihrungen mSchte ieh hier einen Fall anfiihren, welcher die MSgliehkeit einer mit gutem Funk- t ionsverlauf ausgeheilten Basisfraktur nieht ganz yon der Hand weisen ]~tl~t.

    F a 11 7 : Leopold K., 31 J., Fleischhanergehilfe, geb. zu Wien. A. P. yore 17. VII. 1909. Pat. gibt an, stets gesund geswesen zu

    sein; keine Infektionskrankheiten, kein Ohrenflul3. Am 20. X. 1900 verunglfickte er dutch Sturz yore Pferde w~h-

    rend der ~ktiven Dienstzeit. Er erlitt., angeblich am Boden liegend, einen I-Iufschlag in die Gegend des rechten Hinterh~uptes. BewuBt- los ins Spit~l gebrt~eht, soll er aus der Wunde, aus Nase, Mund und Ohren geblutet haben. W~hrend dan Sehverm6gen unmittelb~r nach dem Unfalle st~rk gelitten h~t und die volle Sehkr~ft erst nach A blauf zweier Wochen zuriickgekehrt sein soll, blieb ein Sehielen des rechten Auges dauernd bestehen. Dutch den fiber das rechte Ohr laufenden Verband war er gehindert, die Scl~digung dieses Ohres gleicti wahr-

  • 154 OSKAR MAUTItNER,

    zunehmen under erinnert sich, erst nach der Verbandabnahme eine bedeutende GehSrsverminderung auf dem rechten Ohre und Ohren- fluB daselbsL bemerkt zu haben. Der ,,Ohrenflug", wetcher hie und da sistierte, zwang ihn, in den folgenden Yahren seine Beschgftigung wiederholt zu wechseln. Wghrend Schwindel unmitLetbar nach der Verletzung nicht bestanden haben soll, tret~n gegenwrt, ig seit ca. zwei Jahren solche ,,Schwindelanf/~lle" auf (jedoch kein Drehschwin- del); guch rechtsseitige Kopfschmerzen bestehen und eine gewisse Erregbarkeit, und VergeBlichkeit.

    Befund yore 17 VII. 1909: Pupillen prompt Pig. 1. reagierencl, Augenhintergrund normal, Abduzens-

    parese rechts, sonst keine StSrung im Bereiche der motorischen ttirnnerven, Reflexe gering gradig ge- steiger% keine SensibiliLgtsstSrungen. Rechtes Ohr (siehe ]~ig. 1): achterfSrmige Verengung des iiuBeren GehSrgangs dutch exostosen~rtige, gegeniiberliegende, mit Epi~hel tiberkleidete, knoehenhar~e Vorsprfinge bei - - soweit iiberblickbar - - ann/i~hernd normMem Trommelfell. Linkes Ohr: normal. Funk$ioneli (siehe Fig. 2).

    Wer zun~Lchst die Ar t des T raumas beri icksich- t igt ,wird zugeben miissen, dab Hufschlgge (15), mit ungeheurer Kra f t ausge- fi ihrt, imstande sind, die stgrksten Wirkungen im Schgdel innern hervorzu- rufen, Beri icksichtigt man ferner, daI~ der angeblich schon am :Boden liegende

    \

    R. Fi~. 2. L.

    ~enl~ ~erkti~zt

    " -- R + n @~ n

    ~) ~ e n i g ~ ~Yerk/t~zt ~ ......

    Sch~del yon der einwir- kenden GewMt getroffen, derselben nicht ~uswei- chen konnte, so sind Mle Bedingungenl)geschaffen, welche der Ents tehung einer Bas is f raktur Vor- schub leisteil konnten. Die langdauernde Be-

    i / + hw+ /

    T 5t

  • Die traumat~ische Erkrankung des inneren Ohres. 155

    B) F i~ l le mi t dauernder schwerer Sch~di - gung der Funkt ion : t raumat ische Taub-

    he i r oder SchwerhSr igke i t . Vorerst teile ich fiinf Krankengeschichten in Kiirze mit,

    die eine gewisse ZusammengehSrigkeit fiir sich beanspruchen kSnnen und schicke voraus, dab einzelne aus einer Zeit stam- men, wo eine Untersuchung mit der kontinuierlichen Reihe und eine genaue Irritabiliti~tspriifung des statischen Labyrinth noch nicht allgemein iiblich war.

    Fig. 3.

    13 20 20 30 50 76 55 75 65 32 40 54 20 ]2

    C 2G z D 1 A 1G c a e I a 1 e ~ g3 c ~g~c 5

    Fal l 9. Rechtes Ohr.

    F ~ 11 8: Johann G., 33 J , Bahnarbeiter , verheiratet, geb. zu t tonesdor f in Ungarn.

    A. P. vom 2~. VI I . 1901. O .K . Stfirzte am 13. VI I . 1901 yon der untersten Stufe einer Stiege rficklings auf d~s I-I interhaupt, war angeblich n icht bewu2tlos, klagte blol~ fiber starke t t in terhaupts - kopfschmerzen, Ohrensausen und Sehwindelgeffihl bei forzierten Be- wegungen. GehSrsabn~hme am rechten Ohre und zunehmendes un- ertr~gliches Sausen.

    Erste Untersuchung am 24. VI I . 1901: l inks: V = 12 m, v = 5 m; rechts: V ~ 6m, v = 2m; S ---- verk~rzt; W= nach l inks; R = beiderseits posit iv bei st~rk verki irzter Kopfknochenle i tung; hw = rechts negativ, l inks positiv.

    Befund am 30. X. 1901: rechts: V = 1 m, v = n icht gehSrt; l inks: V ~ 6 m, v = 1 m; HSrdauer ffir hohe TSne stark herabgesetzt.

    Fa l l 9: Alfred P., Kellner, 4~ J., geb. zu Wien. A. P. yore 5. IV. 1911. Immer ohrgesund, keine Infekt ionskrank-

    heiten, Potus in geringen~ Grade zugegeben. Stf irzte vor ca. zwei Jahren vom Kutschbocke eines in Bewegung bef indl ichen Wagens auf den rechten ~interkopf . Angebl ich halbstf indige ]~ewu~tlosig- keit ; 1~ Tage bettl~gerig. Seit dieser Zeit Ohrensausen und GehSrs- ~bnahme am rechten Ohre. In der ersten Zeit beim Bficken und Auf-

  • 156 OSKAR MAUTHNER,

    setzen Schwindel (nie Drehschwindel) . l~at. sucht wegen zunehmender @eh6rsabnahme am rechten Ohre die Abte i lung neuerd ings auf.

    Be fund yore t8. X I . 1911: Tr. Ret rakt ion beiderseits~ rechts : V -~ 8m, v~ 2m, P -~ lm; l inks :V , v :~12m; P~10m; W~nach l inks; S --~ s tark verki~rzt; R ~ beiderseits pos i t iv bei verk i i rz ter Kopf- knochen!e i tung; Ga == rechts 5,2; hw = rechts negat iv , l inks pos i t iv ; h= rechts negat iv , l inks 1,2 (Relief siehe Fig. 3 u. 4) ; kein Spontan- n~stagmus; Gleichgev~icht verr ingert . I r r i tab i l i t~tspr i i fu l tg des stat i - schenLabyr in ths beiderseits in normalen Grenzen. Wassermann negat iv.

    1~ a 11 10 : Wenzel H., 32 Y., Stat ionsdiener , geb.. zu l)obremie]ic. A. P. yore 28. I. 1902. Fiel am 20. I. 1902 ri ickHngs in eine t ide

    Grube, wo er bewul3tlos l iegen blieb. Mul~te nach t tanse gebracht wer- den und bl ieb noch bis zum Abend d~selbst bewu~t los ; angebl ich

    Fig. 4.

    13 20 20 30 50 76 55 75 55 32 40 54 20 12

    i iiiii!! C 2G 2 D t A tG G a d a 1 e 2 g3 c ~ g~c 5

    Fal l 9. L inkes Ohr.

    sechs Tage bett l~gerig, nach dem Erwachen , ,heft iger SchwindeI" , , ,Ohrensausen" und hochgradige Schwerh6r igke i t l inks. Der Schwin- del lie~ nach einiger Zeit nach, doch besteht die Schwerh6r igke i t und das Oh iensausen fort.

    Be fund yore 29. I. 1902: rechts : V ~ -~ 10 in, v; l inks: V --~ 1 IrL, v = a. c. ; W ~ nach rechts ; S = s tark verk i i rzt ; R ~ rechts posit iv, l inks negat iv .

    ]~ei einer am 9. IX . 1902 gei ibten Nachuntersuchung zeigte sich das rechte Ohr vo l l kommen taub, l inks = V,v -Jr- 12 m bei verk i i rzter Knochen le i tung .

    F a 11 11: Eduard M., 28 Y., Tag]Shner. A. P. yore 10. V I I I . 1909. Angebl ich keine hered i tare Belastung,

    keiner]ei In fekt ionskrankhe i ten , hie ohrenkrank ; t~otus, Lues negdert. Am 3. X I I . 1908 fiel Pat . eine eiserne l~latte aus 1 m t tShe anf

    den Kopf. @leich darauf Kopfschmerz , einmaliges Erbrechen, angeb- I ich ke ine BewuBtseinsst~rung. Am zweiten Tage verspi i r te er Ohren- sausen, das mi t wechse]nder Intensit~Lt forLbestand und eine GehSIS- abnahme, nament ] i ch am rechten Ohre. Angebl ich nie Schwindel oder uns icherer Gang.

    Be fund yore 10. V I I I . 1909: Trorrtmelfell beiderseits ann~ihernd normal . Keine s i chtbaren Veranderungen am ~u~eren GehSrgang.

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 157

    Rechts :V= lm, v=0, P ~ 0 , ] inks :V=6m, v= 1m, P=30cm; W -~ n~ch ]inks; S = hochgradig verkfirzt; 1~ = ]inks positiv; hw = rechts negativ, links posit iy; H6rschlauch, Stenger ~ rechts negativ; mi~tlere und hohe TSne links auffMlend verkiirzt; kein :Spontanny- stagmus; Gleichgewicht verringert; Irritabilit~tspriifung des stati- schen Labyrinths beiderseits normM. Wassermann negativ.

    Fa l l 12: Karl L., 16 J:, Liftbursche, geb. zu Prag. A. P. yore 17. V. 1911. Keine heredit~re ]3elastung; Ms Kind

    Masern, ,,hie Ohrenflul~". Mit flint Jahren stfixzte Pat. yen ether:Let- ter riicklings auf den Kopf. Seine Mutter gib t an, d~B er damals zwar erbrochen, jedoch nicht das Bewu~tsein verloien babe. Uber, Schwinde] und Gangst6rung ist nichts Sicheles zu erheben; hingegen erinnert sich der 3unge,, w~hrend der Schulzeit h~ufig heftiges Sausen und schlechtes Geh6r am rechten Ohre bemerkt zu haben.

    Befund yore 17. V. 1911: Trommelfe]l beideiseits ann~hernd normal, keine Ver~nderungen in beiden ~ul~ezen GehSrg~ngen. l~echts V -~ 1 m; v, P = 0; HSzschlauch, Stenger = negativ; links normMes GehSr bei verkiirzter Knochenleitung und h auf 2 m. ttSrrelief normal. Spontannystagmns horizontal bet forzierten seitlichen Blickwen- dungen sich versf~rkend; Gleichgewicht nicht gestSrt. Irrifabilit~ts- prfifung des statischen Labyrinths ergibt beiderseits normMe Vet- h~ltnisse.

    Die ZusammengehSrigkeit der F~tlle bezieht sich vor Mlem ~uf die schwer gesch~digte l~unktion. Fal l 10, 11 und 12 sind slcher, F~ll 8 hSehst wahrscheinlich einseitig t aub, Fall 9 hShergr~dig schwerhSrig. Die ttSrstSrung erscheint im Fall 10 r~sch progredient, in den iibrigen F~]len hat die Erkrankung des inneren Ohres einen mehr stetig fortschreitenden Churakter und es betr~gt das Interv~]l bis zur vSlligen Er taubung nieht mehr als Jahresfr ist . Full 9 ist ein ]~eleg d~fiir, dal~ die Pro- gredienz mitunter l~ngere Zeit fiir sich in Anspruch n immt und aus den sp~ter anzufi ihrenden F~llen wird ersichtlich sein, da[~ die Funkt ion des inneren Ohres auch ziem]ich sta- tion~r bleiben kann. Alle l~tlle charakterisJert d~s seit dem Unf~lle auftretende, ~erschieden intensive, die E r taubung scheinbar i iberdauernde Ohrensausen. Uber~ll mit Ausn~hme des Falles 12 zeigt sich eine auch durch die verkfirzte Kopf - knochenleitung erkennbare mehr oder minder grol~e Mitbe- tei]igung des anderen Ohres und die Anamnese ergibt eine die versehiedengradige Kopferschf i t terung kennzeiehnende An- gabe. Ob im Fal l 12 die Funkt ion des anderen Ohres immer er- halten war oder die vo] lkommene Wiederherstel lung derselben dem jugendlichen Alter zugeschrieben werden kann, mu[~ d~hin- gestellt bleiben. Zweifellos gibt es auch eine blo$ einseitige t raumat ische Affektion des Labyr inths (P a s s o w). Am weniger geseh~tdigten Ohre ist die HSrdauer, wo sie gepriift wurde, im Bereiehe der hohen TSne deutl ich herabgesetzt. Auffal lend verh~lt sich F~]l 9 dureh die Verki irzung der t lSr- zeit fiir hohe TOne und die Herabsetzung der oberen Tongrenze

  • 158 OSKAR MAUTHNER,

    auf Ga = 5,2 am rechten Ohre. Das HSrrel ief und die Differenz fiir den Akumeter stel lt hier ebenfal ls die Mi tbete i l igung des anderen Ohres sicher. H5rmesser und F l i i s tersprache zeigen nach Traumen hi~ufig d iverg ierende Werte , worauf P a s s o w (18) berei ts au fmerksam gemacht hat~). Wegen der dau- e rnden beiderseits geschi id igten Funkt ion erscheint es mir n icht unwicht ig , e inen F~l l h ier einzuf i igen, bei dem ein T rauma anamnest i sch festgestel l t wurde, der k l in ische Ver lauf jedoch den Kernpunkt des Interesses verschiebg.

    F a 11 13: Karl E., TaglShner, 16 J., geb. zu Gr.-Kadolcz, N.-0. A. P. yore 14. IV. 1909. Keine heredit~re Belastung; als Kind

    Masern, sonst keine Infektionskrankkeiten. Vor ungef~hr einem Yahre, so erz~hlt die Mutter, sei Pat. beim WeiBigen eines Hauses aus 2 m H6he rOcklings auf das t I interhaupt gestOrzt. AuBer einer gewissen BlSsse des Gesichtes, ,,etwas Nasenbluten" und einem vortibergehenden leichten Unwohlsein durch den er]ittenen Schreck bot Pat. nichts Auff~]liges und ging wieder an die Arbeit. Vier Tage spgter jedoch konnte er sich vor Mattigkeit nicht vom Lager erheben und erbrach beimVersuchaufzustehen. Das Erbrechen wiederholte sieh mehrmals des Tages und es gesellten sich dazu heftige Kopfschmerzen, hohes Fieber und eine gewisse k6rperliche Unruhe, die sich in den n~chsten Tagen zu ausgesprochenen Kr~mpfen steigerte. ,,Wie bewuBtlos" daliegend, war der Nacken steif und der ganze K6rper mitunter ,,starr". Als sich nach Wochenfrist sein Zustand besserte, merkte er eine zunehmen- de Schwerh6rigkeit auf beiden Ohren, die sich bald zur vollkommenen Taubheit steigerte, welche konstant yon heftigem Sausen begleitet wird. Welters gibt die Mutter an, dab nie OhrenfluB bestanden habe und dab der Gang noch lange Zeit nach seinem wochenlangen Krankenlager gest6rt war.

    Befund yore 14. IV. 1909: AuBer der m~Bigen Einziehung des Trommelfells beiderseits kein abnormer Befund. Die Funktionsprii- fung ergibt beiderseitige Taubheit und Unerregbarkeit des statischen Labyrinths nebst ausgesprochenen GleichgewichtsstSrurigen nament- lich bei AugenschluB.

    Mening i t i sche Ersche inungen im Gefolge yon Traumen geh5ren keineswegs zu den Se l tenhe i ten und gerade Sch~tdel- b~s is f rakturen und -f issuren geben den in den Sch~delh5hlen erscheinungslos n i s tenden Mikroorgan ismen Gelegenhei t zum

    t) Bemerkenswert dfinkt mir und zu dieser Gruppe yon F~tllen gehSrig eine Erfahrung P o 1 i t z e r s (21): ,,Zahlreiche Beobachtungen haben ergeben, dab nach strkerer Gewalteinwirkung auf den Schdel auch ohne Knochenfissur hochgradige HSrst6rung, subjektive Ge- r~usche, Schwindel und taumelnder. Gang hervorgerufen werden k6n- nea. Die hierbei gesetzten anatomischen Ver~nderungen im Laby- rinthe sind bisher nicht bekannt, doch ist es wahrscheinlich, dab in manchen F~llen H~morrhagien (Ecchymosen) im Labyrinthe ent- stehen, w~hrend in anderen F~llen durch die ErschOtterung an und for sich eine L~hmung der Acusticusausbreitung veranlaBt werden kann. Die Ausg~nge solcher ErschOtterungen des ttSrnervenappara- tes sind Heilung oder bleibende It6rst6rung mit oder ohne subjektive Ger~usche." Die AusfOhrungen S t e n g e r s (26) sind geeigne, P o 1 i t z e r s Annahmen einesteils zu besttigen.

  • Die t raumat ische Erkrankung des inneren Ohres. 159

    Eindringen und zum Entfachen ihrer Virulenz. Wie sehr die Gefahr dieser Komplikation gefiirchtet wird, beweist die neuer- dings yon V o It (29) warm befiirwortete operative Heilung in allen F~llen yon ]~asisfrakturen mit Mitbeteiligung des Ohres und der NaMe. Die Charakteristik der Anamnese in unserem Falle, sowie der endgiiltige Ausgang verdichtet sich auffallend zum Bride der Taubheit nach Cerebrospinalmenin- gitis. DaM Trauma, dam dezidiert und wiederholt angegeben wo~rde, war sicher]ich geeignet, Ver~nderungen an der Sch~del- basis zu erzeugen, wenn gegenw~rtig dafiir auch keine Anhattspunkte bestehen. Eine solche Ver~nderung, wenn auch nicht im Schl~fenbeinbereich gelegen, als ttilfs- ursache ~) zur Entstehung dcr Cerebrospina]meningitis anzu- sehen, haben wir nach der Art des Traumas zweifellos Ver-" anlasMung und das Intervall zwischen Sturz und Ausbruch der Erscheinungen w~re als Inkubationszeit gerade noch hin- reichend. Auf dieMcm Umwege nun stfinde das Trauma mit der beiderseitigen Ertaubung und Unerregbarkeit in deut- lichem Zusammenhang.

    Den Ubergang zu einer weiteren Beobachtung yon F~llen, die wegen ihren bleibenden FunktionsstSrungen ebenfalls unter B gehSren, bildet der

    Fa l l 14 : F ranz J., Setzer, 51 J . A. P. veto 1. I I . 1910. Bis vor fiinf Jahren immer ohrgesund,

    angebl ich keinerlei X rankhe i ten . Vet ca. e inem J~hre ist er bei einer P~rt ie auf die Raxa lpe ~m Wege ~uf Rficken- und H in terkopf gestfirzt, ohne sich sonder l ich zu ver letzen; er bl ieb aber n icht bewul~tlos. E r erschr~k heft ig wegen der N~he der abst i i rzenden W~nde, vol lendete die Tour, ft ihlte s ich ]edoch in den n~chsten Tagen sehr schwach nnd k lagte seit dieser Zeit f iber Kopfkongest ionen, Schmerzen im l inken Arm und Be in ; diese G l iederwaren oft ,w ie ge l~hmt" . Seit dieser Zeit wechselnd heft iges Ohrens~usen in be iden Ohren und anfal lsweise Schwindel (sehwarz vor den Aagen, Drehen der Gegenst~nde), Ameisen- laufen und Yertotungsgeff iht in be iden l inken Ext remi t~ten; vo~ber - gehende Angstgeff ih le; Unf~higke i t zur Arbeit .

    Be fund veto 1. I I . 1910: Dem Al ter entsprechend gen~hrter ~]ann. Emphysem~ pu lmenum, ausgesproehene Ar ter ' iosk le - r o s e , ke in Anhg l tspunkt ftir Lues. {Wassermann negativ.)

    Tromraelfel l beiderseits getrf ibt, ret rgh ier t , sonst n ichts Abner - rues. Rechts :V = 5m, v = l~zm, P ~ lm; l inks : = 2ra , v, P = a. c.~ Stenger, HSrschtauch ~ posi t iv ; W = ngch rechts ; S = s tark verkf i rzt ; R = beiderseis posit iv bei s ta rk verkf i rzter Xopf- knochente i tung. Obere Tongrenze s tark herabgerf ickt ; l=fSrdauer der unteren TSne auffa l lend verkf i rzt ; hw ~ rechts posit iv, l inks negat iv . Spont~nnystagmus ngch be iden Seiten rotgtor i sch mi t hori-

    1) E ichhors t , Deutsche Kl in ik 1903: , ,Dabei darf es sich durchaus n icht immer um Kopfver le tzungen handeln, aueh Erschf itte- tung des gesamten Kbrpers z ieht epidemische Cerebrospinalmenin- gitis nach s ich."

  • 160 OSt~AR ~[AUT]~NER,

    zontaler Xomponente; ausgesprochene Gleichgewichtsst6rungen. Nach zehn Umdrehungen: rot. Iqystagmus rechts durch 30 Sekunden, links dnrch 28 Sekunden, X. N. beiderseits prompt (starker objektiver Schwindel).

    Ein his zur Einwirkung eines schweren Sehrecks und eines a.n und ftir sieh geringfiigigen Unfa.lls gesunder Ma.nn erkra.nkt plStz]ich unter Kopfsehmerzen, Sebwinde], sta.rkem Ohren- sa.usen, stetig progredienter I-ISra.bna.hme. Die Arbeitsf~hig- keit verringert sieh bleibend; die Schwindela.nf/ille kommen h~ufig wieder und tra.gen keinen rein labyrinth~ren Cha.- ra.kter. Die objektive Untersuchung ergibt eine welt vorge- schrittene Arteriosklerose. Da.s Ganze tr/~gt, gla.ube ich, vorwiegend den Charakter ,,einer latent gewesenen, a.uf die psychisehe Erregung oder den Unfall hin manifest gewordene Arteriosklerosis cerebri" im Sinne W i n d s c h e i d s (31) und die HSrstSrung ist nur Teilerscheinung derselben. C. S t e i ~ (25) kennzeichnet seehs Fglle dieser Art und postuliert bei Unfa.llspa.tienten mit GehSrsa.lterationen, bevor ma.n sich zur Dia.gnose ,,traumatische Neurose" entschliel~t, die sorg- fgltigste Untersuchung des GefgBsystems. Eine zu einem friiheren Zeitpunkt oder unmittelbar na.ch dem Tra.uma. sta.ttgefundene Untersuchung hgtte vielleicht die verschiedenen vasomotorisehe S~Srungen betreffenden Anga.ben dieses Fa.lles mit den dama.ls auffindba.ren objektiven Symptomen zu einem a.ls ,,va.somotorischen Symptomenkomplex" be- schriebenen Bilde vereinigen kSnnen. Umgekehrt hgtte das Bestehen eines solchen zur Ma.nifesta.tion einer la.tenten Ar- teriosklcrose wesentlich beitra.gen kSnnen. Ich weil~ nicht, ob ich in unserem Fa.lle einen solchen Komplex rekonstruiercn da.rf, doch bin ich mit dieser ErSrterung in ein Gebiet gela.ngt, welches neuerdings ebcnfa.lls a.ls zu den ,,tra.umatisehen Neurosen" der Autoren gehSrig betra.chtet wird.

    1Na.ch H a. r t m a. n n s (11) Auffa.ssung, welche da.hin geht, ,,in den nach Tra.umen auftretenden Krankheitszustgnden keine Kra.nkheiten sui generis, sondern diesen oder jenen krankha.ften Symptomenkomplex zu sehen, 15st sieh der Begriff der tra.umatisehen Neurosen a.uf, in einen neura.sthe- nisch-hyperehondrischen und einen hysterischen Symptomen- komplex". Denselben fiigt er ,,einen bislang wenig beschrie- benen und doch nicht seltenen in yeller Reinheit auftretenden vasomotorisehen Symptomenkomplex hinzu". Alle drei geh5ren gleich der Commotio cerebri und a.nderen posttra.u- matischen Komplexen zur groSen Gruppe der,,t r a u m a. t i s c h e n Geh i rnerkra .nkung" . Insofern als die hier einzureihenden

  • Die t raumat isehe Erkrankung des inneren Ohres. 161

    Krankengeschichten mit bleibenden StSrungen der Funkt ion des inneren 0hres einhergehen, fallen sie noch unter die Gruppe B der Einteilung M a n a s s e s. Die Flle 15, 16, 17 und 18 gehSrcn vorwiegend dem ,,neurasthenisch-hyperchondrischen" Symptomenkomplex an. Doch linden sich daselbst auch fiir verwandte Komplexe sprechende Angaben und Zeichen (,Mischformen tier Autoren"). Fall 19 tr~gt vorherrschend hysterischen Ch~rakter.

    Fa l l 1 5: F ranz K., t t i l fsarbeiter , 33 J . A. P. yore 16. X I . 1911, l~r. 1558. Ohne herediti~re Belastung,

    Lues negiert, Potus in ger ingem Grade zugegeben. Keinerlei Infek- t ionskrankhe i ten durchgemacht .

    Vor ca . zwei Jahren fiel dem kr~ft igen, bre i tschul ter igen Manne aus der Hbhe des dr i t ten Stockwerkes ein schwerer Ziegelstein auf den Kopf. Angebl ich 20 Minuten dauernde Bewul~tlosigkeit (zw51f- t0~giger Spi ta lsaufenthal t ) . Nach dem Erwachen einmaliges Erbre- chert, be im Aufsetzen Schwindelgeft ihl angebl ich rnit Drehen der Ge- genst~nde, Heft iges Ohrensausen; sp~ter Gehbrsabnahme am l inken Ohre; kein Ohrenflu~. Pat . war durch Wochen arbei tsunf~hig und wur- de schliel~lich mi t einer nur 10 proz. Rente betei l t . Vorhbergehend nur entsch]o]~ er s ich zur Arbelt , weil er yon Sehwindelanf11en immer wieder he imgesucht wurde. Er charakter is ier t d iese lben ohue Dreh- bewegungen als B lu tandrang zum Kopfe.

    Wahrend der Untersuchung f~llt Pat . aus einer anfangs apath i - sehen in eine weinerl iche St immung, besonders in dem Augenbl icke, da er yon seiner Arbeitsunfi~higkeit, seiner Pf l icht, seine K inder zu ern~hren usw., Auskunf t zu geben beginnt~.

    Befund yore 16. X I . 1911: 5 cm lange, zum Teile am Knoehen

    Fig. 5.

    13 20 20 30 50 76 55 75 65 32 40 54 2012 o , o , ,

    . , , , . , . o ,

    -!- i 4 -+ +

    C~ G e D, A 1 G c a e I a I e a ga c ~ g~ c 5

    Fal l 15. L inkes Ohr.

    adhS~rierende, quer f iber den SeheiteI ver laufende Narbe. Trommel- felI beiderseits normM. Reehts : V, v, P = 12 m, l inks: V = 10 m,

  • 162 OSK&R MAUTHNER,

    v = 2m, P ~- l~m; W =nach rechts ; S ~ auffa l lend verk i i rz t ; R = beiderseits pos i t iv ; Ga -~ rechts normal , l inks 1,5; hw = beider- seits posit iv, l inks schw~cher als rechts ; h: rechts ~ 1,Sin, l inks

    35 cm. I4ein Nystagmus, jedoch zeigt sich bei seit l ichen Bl ickwen- dungen eine bedeutende Ste igerung des bestehenden Kopfz i t terns . Starkes Z i t te rn der Augenl ider und der ausgespreizten Hnde. Stehen auf e inem Be in bei geschlossenen Augen gel ingt n icht , jedoch ist eine best immte Fa l l r i ch tung n icht nachzuweisen. Stat isches Labyr in th sonst normal erregbar. Heft iges Schwindelgeft ihl bei Drehung und Aus- spr i tzen beiderseits. Bei der ka lor ischen Prf i fung des l inken Ohres zunehmende Biasse, Zusammens inken .

    t{Srrelief des l inken Ohres am 16. X I . 1911 (siehe Fig. 5).

    F a l 1 1 6: Fr ido l in Z., 40 5 , Kondukteur , geb. zu Engelsberg in Schlesien.

    A. P. yore 27. V. 1909. Ke ine heredit~ire Be las tung , vor 20 Yahren Pleur i t is , sonst angebl ich immer gesund; hie OhrenfluI~, keine In fekt ionskrankhe i ten .

    Gelegent l ich eines am 15. VI I . 1908 s ta t tge fundenen E isenbahn- zusammenstoBes fand man ihn angebl ich bewul3tlos am Boden eines Abtei ls l iegend, yon Gep~ckst i icken bedeckt. Angebl ich B lu tung aus Mnnd und Nase; nach dem Erwachen mehrmal iges Erbrechen. Ach~giger Sp i ta laufentha l t , wahrend welchem er neuerdings im An- schlul] an vorhergegangenen Schwindelanfa l len in den ersten Tagen wiederho l t e rbrach; Ohrensausen soll erst sparer aufget reten sein; ebenso die Schwerh6r igke i t am rechten Ohre. Gegenwart ig hef- tiges Ohrensausen, Schlaf losigkeit, Reizbarkei t , Angstgefi ihle, Schwin- delanfal le ( jedoch keine Sche indrehungen) .

    Be fund yore 27. V. 1909: Trommelfe l l rechts gering getrf ibt, l inks getr i ib t und re t r~h ier t ; zwei Ka lkab lagerungen. Funkt ione l l : rechts :V = 6m, v = 2m, P ~ rm, l inks :V = 15m, v = 4m, P = 5 m; W ~ nach l inks; S = verk i i rz t ; untere Tongrenze gering, obere bedeutend verk i i r z t ; R = beiderseits posi t iv mi t verk i i rz ter Kopf- knochen le i tung; hw ~ pos i t iv ; spontan rotator ischer Nystagmus nach be iden Seiten, s ta rker be im Bl ick nach l inks mi t hor izonta ler Komponente ; Gle ichgewicht ver r inger t ; E r regbarke i t des Vest ibu- laris am Drehstuhl , ka lor isch normal . Wassermann negat iv .

    Zweite Untersuchung am 13. X I I . 1909: Be fund der inneren Organe normal . Ger inggradige E inschrankung des Gesichtsfeldes; Ste igerung der Sehnenref lexe, kein Romberg, Z i t te rn der gesch]osse- hen L ider; k leinwel l iger T remor der ausgest reckten Hiinde. Sen- s ib i l i ta tsstSrungen im Sinne einer hochgradigen, per ipher zunehmen- den t te rabsetzung im t~ereiche der unteren l inken Ext remi t~t fiir tak- t i le nnd thermische Reize. Die ]~eschwerden h ins icht l ich der Schwin- delanfal le werden beschr ieben als mi t ]3ewuBtseinstrf ibung verbunden (schwarz vor den Augen, es dreht, sich alles nach rechts, Brechre iz ; Dauer wenige Minuten).

    Der Anfal l t r i t t auch mi tunter in der Bet t ruhe auf. Pat . hat die Empf indung zu sti irzen, doch erfolgte n iemals ein H insturz . ]~is auf eine geringe Zunahme der Gle ichgewichfsstSrungen be im Gehen und Stehen, keine nennenswerte Untersch iede im cochlearen und vest ibu l~ren Befunde gegeniiber dem ersten Status .

    F a 11 1 7: F ranz I-I., 1Viotorfiihrer, 24 J . E inget re ten am 21. I I I . 1910. In der Fami] ie Lungentuberku lose .

    Pat . hat im K indesa l ter Masern durchgernacht , a n g e b I i c h n i e Ohrenf luB . Am 10. I I . d. J . g l i t t Pat . auf einer Treppe aus und fiel r i ickl ings auf das t t in terhaupt . Angeb] ich kurz dauernde Bewu~t- losigkeit nnmi t te lbar nach dem I~nfalle. Zu Hause soll er neuer l ich bewui3tlos geworden sein und phantas ie r t haben. E inmal iges Er-

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 163

    brechen, jedoch kontinuierlich heftige Kopfschmerzen. Am achten Kr~nkheitstage bemerkte er plStzlich ohne vorangeg~ngene Schmer- zen 0hrenflu~ aus dem rechten Ohre, hierauf GehSrsabnahme und konstantes Ohrensausen. Zur Untersuchung kommt er wegen des seither bestehenden heftigen Sch~dndels (schwarz vor den Augen, keine Drehbewegungen), Eingenommensein des Kopfes, erhShter Reizbarkeit, Zittern der tI~nde und Fii~e, allgemeine Schw~iche und Vergel~lichkeit, welche Symptome er auf den Unfall zuriickfiihrt.

    Befund yore 21. I I I . 1910: Etwus ~bgemagerter, blal~ aussehen- der Pat.; normal reagierende Pupillen, geringgradiger Tremor der Augenlider ~nd t~ande; rechtes Ohr: Perforation der ) iembrana Shrapnelli, daraus fbtider Ei%er; Choleste~tom positiv; linkes Ohr tr/~gt Zeichen eines abgelaufenen l~atarrhs. Funktionelh rechts: V ~ 6 m, v = ~/~ m, P = m, links: ~nn~ihernd normale Hbrsch~rfe; S = verkiirzt; R = rechts negativ bei verktirzter Kopfknochen- und Luftleitung ; Ga = beider- seits herabgesetzt, rechts 3,0 ; hw -~ beidersei%s positiv. Hbrd~uer der tiefen und hohen Tbne beiderseits ver- kih'zt, n~men%lich reehts ; fraktionierte Perzeption; Spontannystagmus n~eh bei- den Seiten, st&rker nach rechts, vorwiegend horizon- tal; Gleichgewicht verringerf; statisehe Erregbarkeit in no~malen Grenzen. Kein Fistelsymptom.

    l~adik~loper~%ion am 16. IV. 1910 wegen Choleste- atom im rechten Ohre. Der Decursus ist ausgezeichnet dutch alle Zeichen einer Paralabyrinthitis mit Fistel, welche spontan abheilt. Pat. wird am 15. VI. geheilt ent- lassen i).

    Nach einer l~,ngeren P~use kehrf Pat. neuerdings mit der Klage fiber Kopf- schmerzen, Schwindel und Ohrensausen wieder und be- merkf nebenbei, dal~ man ibm nur eine 15proz. Rente bewitligen wolle. Dutch wiederholte Untersuchung wird die Aggravation aus- geschaltet.

    Fig. 6 a.

    R. L.

    +--W verkarz t S

    -- R + 6~

    5"1 G~ I"2

    - - h +

    /ohne Fehler T(ItOr s ch lauch) . / - - + St (Sten~ler) /

    ~" - 5p N- -+ ~er r inger t Ae

    "~'" T. N 20" + Ka.N+

    ~Ma.G.N Ma. 9.{ Ko.N

    A.N }~ ]~all 17. ]]efund am 15. 2. 1911.

    Pat. ist laut eingeholter Erkundigung aul~erordentlich reizbar, tr inkt und ist intolerant gegen AlkohoL

    F a l l 1 8: 5osef F., 40 J., Weichenw~rter, geb. zu Weiz in Steierm~rk.

    A. P. yore 10. V. 1910. W~hrend der ~il it~rzeit an Ruhr erkrankt, sonst niem~ls krank oder ohrenleidend.

    Am 6. IV. d. J. wurde er w~hrend seines Dienstes ~ls Weichen-

    1) ~Tber die chirurgischen De~ails des Falles wird Dr. B@nesi an anderer Stetle berichten, weshalb ich nut da~ HierhergehSrige mitteilte~

    Archiv f. Ohrenheilkunde. Bd. 87. 12

  • 164 OSKAR MAUTHNEt~,

    w~rter yon e inem Automobi l zu Boden geworfen. Ret rograde Amnesie. Angebl ich keine Ohrenb lutung; kurz danernde Bewul3tlosigkeit, zwei- wOchentl iche Sp i ta l sbehand lung; nachher al lgemeine Schw/~che, Un- vermOgen zu gehen. Seiner F rau fiel eine eigenart ige Apath ie wech- selnd mi t VerstOrthei t und die Abnahme des Geh6rs auf. Schwindel hat angebl ich nie bestanden.

    Fig. 6 b.

    13 20 20 30 50 76 55 75 65 32 40 54 20 12 o , o o

    o . . . . .

    * , .

    C 2G 2 D~ A 1G c a e ~ a ~ e 2 g~ c ~g~c 5

    Fal l 17. Rechtes Ohr. (ttOrrelief.)

    Be fund der Nervenk l in ik Prof. Wagner yon ffauIegg: Mit Aus- nahme eines psych isch etwas auff~ll igen Benehmens 1KBt sich am Pat . ambulator i sch kein pos i t iv6r Be fund erheben.

    Ohrbefund: rechts : Ret rakt ion le ichfeste Tr f ibung; l inks: l~e- t rakt ion , ovale Narbe h in ten oben. ]~echfs: V : 4 m, v, P = a. c. ; l inks: V = 6 m, v ~- 1 m, P = 2 m; W ~ am Xopfe ; S = verk i i rz t ; R = beiderseits pos i t iv bei s ta rk verkf i~zter Xopfknochen le i tung; hw = beiderseits posit iv, h ~- wegen LTnaufmerksamkeit des Pat . n icht zu best immen. Tiefe TOne fast normal , obere Tongrenze beider- seits etwas herabgerf ickt , lClOrdauer far hohe TOne deut l ich verkf irzt . Ke in Spontarmystagmus; E r regbarke i t des s tat i schen Labyr in ths normal . Gle ichgewicht ausgesprochen verr ingert .

    Fa l l 19 : Anna R., Markthel fer in , 25 5. A. P. yore 8. I. 1910. St ies am 17. X. 1909 bei der E in fahr t eines

    Zuges infolge plOtzl ichen Bremsens mi t ih rem Gegenfiber St i rn an St i rn zusa~nmen. War kurze Zeit , ,bewul~tlos" und soll in der Nacht mehrmals erbrochen haben. Am n~chsten Tage Brechreiz, Ohren- sausen und Schwindel (auch be im Liegen, doch angebl ich ohne Schein- drehungen) . Der Schlaf gut, doch l iegt der , ,Schreck" in al len Glie- dern. ]3eim Bi icken, t tns ten besteht auch am v ie r ten Tage noch Schwindel und das Ohrensausen sfeigert sich.

    ]3efund am 22. X. 1909: Gesteigerte Ref lexerregbarkei t . Der Inf ra- nnd Supra-Orb i ta l i s am Aust r i t t d ruckschmerzhaf t rechter- seits. Trommelfel ] beiderseits normal . V = rechts a. c., l inks 1 m; W ~ nach l inks; S ~ hochgrad ig verk i i rz t ; R = rechts negat iv , l inks pos i t iv ; mi t hochgr~dig verkf i rzter opfknochen le i tung; hw ~ rechts negat iv , l inks pos i t iv ; Stenger rechts negat iv ; Spontannystagmus

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 165

    n~ch beiden Seiten rotatorisch mi t horizontaler Komponente; Irri- tabi l i t~tspri i fung ergibt sta:ke Steigerung der Reflexe beiderseits; bei der kalorischen Pri i fung Schieien, Fal len ohne best~mmte Rich- tung, subjekt iv ,,Schwindelgeffihl".

    Pr i i fung am 8. I. 1910: Subjekt iv: kein Schwindel mehr, nur leichtes Ohrensausen 1-echts; objekt iv: V = rechts 6m, links 8 m. Kein Spontannystagmus; Ref lexerregbarkeit des statischen Laby- r inths normal.

    Die Beurteilung der Funktionsst5rungen in derartigen, vorwiegend neurotisch betonten Fallen iiberhaupt ist ver- schieden. B r u n s (5) schreibt : ,,Von sehr viel geringerer Bedeutung als die StSrungen des Sehens sind bei den Unfall- neurosen die StSrungen des GehSrs. Es handelt sich um eine gewShnlich einseitige, sehr selten doppelseitige, mehr wenige starke tterabsetzung des GehSrs, deren nervSser Ursprung wahrscheinlich gemacht wird durch eine starke Veranderung der kraniotympanalen Leitung (B a g i n s k y) . . . . . " A i t (2): ,,Die ttSrstSrung beim Krankheitsbilde der trau- matischen Neurose und Hysterie ist nnr als Symptom auf- zufassen". P a s s o w (18) : ,,In den Fgllen, in denen die HSr- stSrungen und sonstige 0hrsymptome nicht hysterischer Na- tur waren, eine Commotio labyrinthii aber nicht stattgefunden haben konnte, vermissen wir den sprunghaften Wechsel der Erscheinungen. Wir werden durch plStzliche Xnderung des Zustandes iiberrascht, nicht durch ~bergreifen yon einer Seite, zu der anderen. Taubheit und SchwerhSrigkeit bleiben dau- ernd bestehen, oft steigert sich ]etztere allmghlich. Besserung ist verhgltnismgl~ig selten, tritt sie ein, so geschieht es eben- falls im Verlattfe lgngerer Zeit. Schwindelgefi~hl und Gleich- gewichtsstSrungen, Nystagmus wie subjektive Gergusche sind fast regelmgl~ige Begleiterscheinnngen, die sich ebenso ver- halten wie nach erwiesenen Labyrintherschiitterungen". -- Die Schwierigkeit in der Beurteilnng der FunktionsstSrungen des Ohres liegt vor allem in den ffir die Krankheitsgruppe der ,,traumatischen Neurosen" der Autoren gerne suppo- nierten Begriff der ,,funktionellen StSrung". Verfolgt man jedoch die Literatur der letzten Jahre, so gewinnt man immer mehr den Eindruck eines tieferen Eindringens in die Patho- logie dieser Krankheitsgruppe. F r i e d m a n n (9), der mit- unter die MSglichkeit einer psychogenen Erklgrung gelten ]gl~t (Rentenhysterie), unterscheidet als ,,Commotionsneurose" ein Krankheitsbild, ,,das sicher auf einer materiellen 8chgdi- gung des Gehirns beruht"*). H a r t m ann (11), der die

    1) An anderer Stelle (A. f. Psych., Bd. 23) beschreibt F r i e d - m a r ,n die haupCs~chlich die Gef~13e betreffenden, posttr~umatischen

    12"

  • 166 O SXAI% MAUTHiNER,

    ,,tr~umatischen Neurosen" in vorhergenannte Komplexe auf- ]5st und sie gleich der Commotio cerebri und einer Reihe an- derer posttraumatischer Symptomenbi lder der groSen Gruppe der , ,traumatischen Gehirnerkrankung" zuzghlt, welche er in eine ,,mechanisch-traumatische" und eine ,,sensugen- t raumat ische" gliedert, zitiert bei der Besprechung der Pa- thologie der ersteren K o c h e r: ,,B]icken wir auf alle die Ergebnisse der pathologisch-anatomischen Befunde yon dem Iqichts weg, das bei der Sektion nachgewiesen werden konnte und in das Wort ,,mo]ekulare Vergnderungen" iibersetzt wurde bis zu den makroskopisch degenerativen Ver~tnderungen an der Gila und Ganglienzellen und 1Yervenfasern . . . usw., so gelingt es, sich eine etwas klarere Vorstellung yon dem zu machen, was man urspriinglich mit dem Ausdrucke blo~ funktionelle StSrungen belegte". Mehr aber als eine Umschrei- bung einer Reihe posttraumatischer FunktionsstSrungen be- deuten die beachtenswerten Beobachtungen F r i e d m a n n s, we]che als ,,vasomotorischer Symptomenkomplex" der weit- gehenden Analogie zwischen mechanisch- und sensugen- traumatischen Folgezustgnden zur Stiitze dienen~). Zuriick- greifend will ich hier gleich konstatieren, dal3 R h e s e , wie er selbst angibt, in 23 Fgllen diesen vasomotorisohen StS- rungen begegnet ist. Ich hatte also -- natiirlich unter Voraus-

    Vergnderungen als Itypergmie, Blutaustritte, aneurysmatische Er- weiterung der G.efg~lumina, Ausdehnung der Lymphscheiden, Endo- fhel- und Adventitiawucherungen, hyaline Gefgl~degeneration, End- arteriitis obliterans (Fglle ein ffahr und 3 ffahre nach statfgefunde- nero Trauma).

    2) Derselbe (D. Z. f. Nervhk. 1897, S. 256) beschreibt den nach Schgdelerschtitterungen auftretenden Symptomenkomplex: Kopf- schmerz, Schwindel mit oder ohne Neigung yon Erbrechen; die In- toleranz der G.ehirnleistungen gegeniiber physiologischen Strapazen und pathologischen Schgden als ,,vasomotorischen Symptomen- komplex". Har t m ann bemerkt hierzu, dab diese Fglle in der Mehrzahl mit l:eilung abgehen, dab abet dor% wo der erwghnte Sym- ptomenkomplex durch lgngere Zeit und in nennenswertem G.rade fortbesfeht, sodann auch zu organischen Schgdigungen Anlal~ gibt. Auf diesem Wege kommt er zu dem ]~egriffe der disintegrierten Ge- hirne, welche dnrch das Zeichen der ,,Intoleranz" und voriibergehenden funktionellen Reiz- und Ausfallserscheinungen gekennzeichnet sind. Wo 1= a r ~ m a n n yon den sensugenen Traumen spricht, resilmiert er auch filr diese: Nach dem heutigen Stande unserer Kenntnisse muff als feststehend betrachtet werden, daG selbst eine einmalige Schgdigung des vasomotorisch-vegefativen Appar~tes schwere, lang d~uernde Schgden erzeugen kann. Nicht selten in vollkommener Analogie mit den entsprechenden Folgen direkter Sehgdigung des GGefgBapparates dutch mechanische G-ewalteinwirkung sekund~r zu organischen G.efgB- und mittelbar zu organischen Erkrankungen des nervSsen G~ewebes ffihren kann.

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 167

    setzung der H a r t m a n n schen G]iederung -- allen Grund zur Annahme eines h i~ u f i g e r e n Auftretens der sogenannten traumatischen ~qeurose nach Kopferschiitterung. Berechtigen nun die Erkenntnisse der Pathologie H a r t m a n n auch be- ziiglich des hysterieformen Symptomenkomplexes zu sagen: ,,Auch bei Beurteilung dieser Krankheitserscheinungen tritt als unzweifclhafte Tatsache hervor, dal~ dieselben entweder akut durch den traumatischen Insult erzeugt, oder eine Ver- schlimmcrung, bzw. ein Rezidiv einer schon vor dem Traum~ bestandenen I~ysterie darstellen", so diirfen wir vie]leicht fiir das Ohr folgern: Sowe i t patho log isch-~nato - mische Ver~nderungen oder vasomotor i sche St5rungend ie Grund l~geder HSrs tSrungb i l - den , w i rd zw ischen Commot io cerebr i e t l~- byr in th i i und der , , t raumat i schen Heurose" der Autoren k l in i sch e in Untersch ied n icht b c s t e h e n. Gleichwohl wird der Hysterie eine gewissc Sonderstellung eingeri~umt, die sich auf ihr Wesen a]s ~curo- psychose, auf die Bedeutung der ,Vererbung" in ihrer Ati- o]ogie und ihr abwechslungsreiches klinisches Bild griindct. Oto]ogisch verdankt sie diese getrennte Betrachtung haupt- s~chlich ihrem abweichenden Verlauf und ihrer Prognose. Doch kann man bedingungslos ihr diese Ausnahmsste]lung nicht zubilligen. ]~berblicken wir unseren Fall 19 in Ge- sellschaft a]ler hier angefiihrten neurotisch betonten F~lle (3, 4, 5, 7, 14, 15, ]6, 17, 18, 19), so mul~ sich auch be- ziiglich der 1)rognose der Hysteric eine andcre Auffassung ergeben. Die Fi~l]e 3, 4, 5, 7, si~mtlich dcr Gruppe A ~nge- hSrcnd, sind tin sprechender Beweis daffir, d a B d e r f u n k - t ione l le Ausgang n icht nur be i den hyster ie - fo rmen, sondern auch be i den neurasthe- n i schen und vasomotor i schenKomplexen auf - fa l lende funkt ione l le Besserung oder vo l l kom- mene Wiederhers tc l lung se inkann. ImF~] le19wi rd es iiberdies ungemein n~heliegend sein, den neben der beider- seitigen HSrstSrung bestehendcn (mit der ttSrbesserung ver- schwindenden), bei seit]ichen Blickwendungen nach beiden Seiten gerichtetcn Spontannystagmus in cngste Beziehung zur HSrstSrung zu bringen. Dieser Zusammenhalt und die aller- dings nicht sicher angegebenen Scheindrehungcn wiirdcn ihn viel]eicht als labyrinth~tren charakterisieren. Doch veran|a~t reich in unserem Falle wenigcr die vorwiegend sensugene Entstehungsart, als vielmehr die nach Analogie anderer hy-

  • 168 OSKAR MAUTI INER,

    sterischer Hypofunktionen zu beurteilende IISrstSrung, den Spontannystagmus zweckm/~giger als vestibulgren im weitesten Sinne zu besehreiben. Jedenfalls aber ist derselbe als ,,ob- jektives" Symptom inmitten der zahlreichen ,,relativ-ob- jektiven" Symptome gerade bei der Hysterie yon erh6hter Bedeutung; auch sehon darum, weft, wie P a s s o w bemerkt, Literaturangaben fiber das Auftreten yon Spontannystagmus bei dieser H6rstSrung nieht zu finden sind. Hierbei wiirde ieh dem Einwande einer etwa doeh vorhergegangenen meehaniseh- traumatischen Gehirnersehiitterung im Fal]e 19 zum Teil mit der Tatsaehe begegnen, dab gerade der Fall i8, weleher alle An- haltspunkte fiir eine meehanisch-traumatisehe Entstehung und zahlreiehe neurasthenisch-hypoehondrische Zeiehen bietet, bei wiederholter Untersuehung keinen Spontannystagmus aufweist. Die anderen hierher geh5rigen Fglle (5,15), die ebenfalls keinen Nystagmus zeigen, befinden sieh allerdings sehon ]/~ngere Zeit naeh dem Unfall. D i e s e m a 1 s o a u e h h ie r in grunds~tz l ieh ~hn l iehen Verha l ten - Auftreten oder Fehlen des Spontannystagmus -- b e i a 11 e n dre i w iederho l t genannten Symptomenkom- p 1 e x e n stellt sieh die Reflexerregbarkeit des Vestibularis nur bis zu einem gewissen Grade an die Seite. Die fiir dieselbe wiederholt angenommene ,,pathologisehe" Steigerung konnte ieh in ausgesprochener Weise nur bei dem hysteriformen Kom- plexe (Fall 19) feststellen. Von einer Er6rterung der in diesem Falle leieht zu erkennenden Aggravation glaube ieh sehon darum v611ig absehen zu kSnnen, weft sie das Bild nieht stSrt und im Wesen der Hysterie wie nirgends st/~rker begriindet ist. Dureh wiederholte Untersuehungen und l~ngere unauf- f~llige Beobaehtung (Anstaltsaufenthalt) mug es meistens ohne Zuhilfenahme der zahlreiehen bekannten kiinstliehen Methoden der Erfahrung allein gelingen, die Aggravation aus der objektiven Betraehtung zum grSBten Tell auszusehal- ten und in die n/~ehste N~he des dureh die 10athologisehen Umst~nde bedingten Grades der HSrstSrung zu kommen. Durch.den Versuch einer solchen Aggravation ist insbesondere Fall 17 ausgezeiehnet. Kein Mittel ist dem rentenf~higen Motorfiihrer zu sehleeht, um zuerst sein altes Cholesteatom mit dem erlittenen Unfatl in engste Verbindung zu bringen; yon demselben dureh Operation beffeit, treten w~hrend des De- kursus alle Erseheinungen einer Paralabyrinthitis mit Fistel auf und sehwinden sehlieBlieh zirka drei Monate nach Abheilung der Operationswunde. Naeh einer mehrmonatlichen Pause er-

  • Die traumatische Erkrankung des inneren Ohres. 169

    scheint der Patient wieder und klagt fiber heftigen Schwindel veto Ch~rakter ,,des w/~hrend des Spitalaufenthaltes fiber- standenen" ; nur nebenbei bemerkt er, dab die Rente ihm Zu niedrig bemessen werde. Die Erhebungen und wiederholten Untersuchungen reduzierefi seine Angaben auf das zul/~ssige MaB. Naeh Erh6hung der l~ente tritt eine auffallende Besse- rung seines Zustandes ein under weicht jeder ~rztliehen Unter- suehung aus.

    Alle Zeichen der traumatisehen Erkrankung des inneren Ohres fiberblickend, mSehte ich im Zusammenhange, wie folgt, ausfiihren. In weitaus der Mehrzahl unserer Beobach- tungen und bei den F/illen naeh mechanischen und sensugenen Traumen iiberhaupt kann es sich -- die Ver/~nderungen des ~LuBeren Ohres und Mittelohres aus dem Kreise unserer Be- trachtung ganzlieh ausgeschaltet -- um e i n i s o 1 i e r t e s Be fa l lense in des inneren Ohres n icht han- d e 1 n. Anamnestische Daten und objektive Zeiehen best/~- tigen fiberall den fiberstandenen oder noeh bestehenden Grad der traumatischen Gehirnerkrankung (Commotio, Neurose der Autoren). Die ffir die ilmere Ohrerkrankung eharakte- ristisehe Verkiirzung der Kopfknoehenleitung naeh Traumen hat somit eine eerebrale Komponente. Diese Annahme wird gestiitzt dureh die bleibende Verkiirzung bei normalem Ge- h/fir (Typus R h e s e), die hShergradige Verkfirzung in den vorwiegend neurotiseh betonten F/~llen und die aueh durch das HSrrelief erhobene mehr minder deutliche Mitbeteiligung des anderen Ohres; welters dureh die durch fraktionierte Per- zeption gekennzeiehnete Ermfidbarkeit in allen Fallen. D i e post t raumat ische , a l le Grade aufwe isen- de , regress ive , s~at ion~re oder progres - s ive HSrs tSrung i s t somi t abh/~ng ig yon denVer /~nderungen imEndorgan-Nerven und der cerebra len D is in tegrat ion . Aueh die direktenVer- letzungen des inneren Ohres (Lufterschfitterung usw.) werden nur bedingt davon frei zu spreehen sein. Ubergehend zum Nystagmus, Sehwindel und den GleiehgewiehtsstSrungen muB ich bei Durehsieht unserer F/~lle zuerst ein yon der HSrstSrung auffallend untersehiedliehes Verhalten konstatieren. Die Reflexerregbarkeit des statisehen Labyrinths ist in allen unseren F/~llen erhalten (Fall 13 ausgesehieden). Bedenkt man nun, dab in der Mehrzahl derselben alle Bedingungen zu einer Ver]etzung des inneren Ohres bestanden und dab

  • 170 OSKAR MAUTHNER,

    diese in der Gruppe B fast durehwegs zur Taubheit oder blei- benden SchwerhSrigkeit gefiihrt haben, dal] welter das sta- tisehe Labyrinth in einigen derselben anfgnglieh sogar mi~ affiziert war, so daft man ohne hypothetisches Gebiet zu be- treten, d ie grS l~ere Widers tands fgh igke i t der Pars super io r labyr in th i neuer l ieh f e s t s t e 1 ] e n. Diese Tatsache gilt auch physikalisch soweit Tierexperimente zur Stfitze herangezogen werden diirfen. Die Experimente S t e n g e r s ergeben d a s v o l 1 - kommene Fre ib le iben yon Vest ibu lum und B o g e n g a n g bei solchen indirekten Verletzungen, bei welehen sich bereits Blutungen in der Gegend des runden Fensters und der unteren Sehneckenwindung zeigten. Bei stgrkeren Verletzungen ,,finden sich stgrkere Blutungen und zwar his an die Spitze der Sehneeke hauptsgehlieh abet in die Scala tympani, starke Blutanhgufungen am runden Fenster, ferner leiehte Blutungen innerhalb des Nervus eoehlearis und v e r e i n z e 1 t auch Blutungen in die Ampullen". Bil- den solche Blutaustritte nun neben vasomotorischen St5rungen und etwaigen direkten Alterationen der nervSsen Endgebilde zungehst das anatomische Substrat der Commotio labyrinthii, so wird die HSrpriifung auch bei st~trkerer Sehgdigung dennoeh ungleich feinere Unterschiede aufweisen als die ,,erhaltene Reflexerregbarkeit". Dies wird auch bei fortgesehrittenen Sta- dien in Betracht kommen. Wir sehen ngmlieh, dab selbst in so]chen Fallen, wo die Art des Traumas und der differenzierte HSrbefund uns die Annahme eines solehen Substrats (etwa vom zweiten Typus S t e n g e r s) nahelegen, die Reflexerregbarkeit sich in ,,normalen Grenzen" halt. Andererseits werden wir uns nur mit der gr51~ten Vorsieht und unter Heranziehung aller Priifungsqualitgten entsehliel~en kSnnen, angesichts der phy- siologisehen Breite yon einer ,,pathologischen" ~bererreg- barkeit zu spreehen. Ebenso wenig werden wit einseitigen Unterschieden nach Traumen eine r e i n labyrinthgre Bedeu- tung zukommen lassen. Aueh bier glaube ich, kSnnen wir nicht fehlgehen, die organischen Vergnderungen im Labyrinth mit den-fast untrennbaren intrakranie]]en organisehen Ver- gnderungen und vasomotorischen St6rungen im engsten Zu- sammenhange zu betrachten. Diese beide allein vielleicht mfissen wir in relativ leichten Fallen (wo also die intralaby- rinth~ren Vergnderungen namentlich ira Vestibularapparat in den Hintergrund treten) dafiir verantwortlich machen, dag die kalorische Priifung yon Hinstiirzen, kollapsartigen

  • Die traumatische Erkr~nkung des inneren Ohres. 171

    Zust~tnden und dergleichen begleitet ist. Direkt beweisend aber und fiir meine Forderung, das Funktionsresultat much des vestibul~ren Teils des inneren Ohres nach Traumen nur im Bilde der traum~tischen Gehirnerkr~nkung zu betrachten, ist folgende Mitteilung R h e s e s (23): ,,Es handelt sich nm einen Fm]l yore Pferde auf das Strgt~enpflaster; ohne bewuBt- los zu sein, stieg der Verletzte sofort wieder auf das Pferd und rift nach Hause. Nach fiinf T~gen Erkranknng an Kopf- schmerzen und ~]]gemeine Mattigkeit. Bei der Untersuchung lieferte der kalorische Reiz nun ein ganz merkwfirdiges Er- gebnis. Bei Ausspritzung des Ohres der unverletzten Seite erfolgte keine erbebliche Re~ktion, bei Ausspritzung indessen desjenigen der verletzten Seite stellte sich typischer Krampf- ~nfmll mit Deviation conjug6e nach der schnellen Seite des Nystmgmus ein, erst im Facialis-, d~nn im Abduzensgebiete, dann in der g~nzen verletzten Seite, schlieBlich kam es zu universellen Krgmpfen des g~nzen KSrpers. Die einige Wo- then spgter versuehte Drehung fiihrte zu dem g]eichen Er- gebnis, aber nur die Drehung zur verletzten Seite. Das Wich- tigste des Fal]es liegt darin, d~f.t der Untersuchte niema]s an spontanen Krgmpfen litt, d~B a,uch sonstige Reize, optischer, mechanischer, gkuter oder sonstiger Natur keine Anfglle hervorrnfen, dgB dieses vielmehr ausschHel~lich dureh vesti- bul~tre t~eize gel~ng. Wicht~g ist ferner die Einseitigkeit, da[~ glso nur yon der verletzten Seite ans g]eichsam Xrgmpfe ~us]Ssbar wsren". 1% h e s e nimmt eine durch das Traumm bedingte B]utung in die ttirnrinde der gegenfiberliegenden Seite an, die durch das Hinzutreten des vestibularen Reizes die gesehilderten Erscheinungen hervorrief.

    Mag nun die Verbindung mit der gegeniiberliegenden P~- rietg]seite direkt oder indirekt geschehen, d i e s t e i g e n d e Bedeutung der Ref lexer regbgrke i t des Vest ibu lur i s a l s E rkennungs fmkto f " e iner in t rmkran ie l lenMi t - oderHaupterkr~nkung w i rd dgdurch ke ineswegs gesehm~ler t~) .

    ~) Hierher gehSrt auch ein Fgl] meiner eigenen ]~eobachtung (1906), der noch we l te r zu gehen sche in t , den ich abet bloG aus der Erinnerung skizzieren k~nn: Ein Infante~ist, dem ich einen Zerumin~lpfropf entfe~nte, fiel bei der zweiten Spritze unter KS~'pertempe~atur temperie-rten Wassers unter heftigen Kr~mpfen plStzlich zu Boden: Allgemein tonische Muskelkontraktion bei rfick- w~rts gebogenem Xopf und eingeschlagenen Daumen. Scheinbarer Respir~tionsstillstand, Cyanose. l=Iier~uf klonische Kr~mpfe der Gesichts-, Rumpf- und Extremit~tenmuskeln beiderseits bei weiten re~ktionslosen Pupillen und vSlliger Bewn2tlosigke~t. Der Mann wnrde wegen E p i 1 e p s i e ~usgeschieden.

  • 172 OSKAR MAUT~NER,

    Kommt man andererseits dureh den ZusammenhMt der geflexerregbarkeit mit dem bestehetiden oder noeh bestehen- den Spontannystagnms, den GleiehgewiehtsstSrungen und der HSrstSrung zur Erkenntnis einer vorwiegend labyrinth~ren Beteiligung, so l~tgt sieh einsehen, dab die grSBere H~lfte unserer F~lle vorfibergehend im ersten, zweiten und ein Fall aueh im dritten Stadium (Fall 16) einer Labyrintherkran- kung sieh befunden habe. Keiner M)er -- Fall 13 ausgesehal- tet -- hat das vierte oder fiinfte Stadium erreieht. D i e s e au f fa l lende D ivergenz zw isehen HSrs tS - rung und Vest ibu la r i serkrankung l~Bt ein weiteres Sehematisieren Ms unzweekm/~Big erseheinen eben aueh deshMb, weil wir wissen, dab in allen unseren F~llen das norm_Me oder wenigstens das erste Stadium (1) wieder erreieht wurde und Spontannys~amus, Sehwindel und Gleieh- gewiehtsstSrungen untereinander mitunter in keine Regel zu bringen sind (Fall 15 und 18). Lehrt uns nun die Erfahrung, dab Labyrinthkranke naeh iiberstandener Attake sieh auBer- ordentlieh lange im ersten Stadium einer Labyrintherkrankung befinden kSnnen, so weist uns die in weitaus der Mehrzahl unserer F/~lle gefundene Permanenz der Gleiehgewiehtsst6- rungen, die aueh den Spontannystagmus iiberdauern kann, gleichfalls wieder auf die eerebra!e Komponente bin. Aueh der andauernde Sehwindel, meistens als Flimmern vor den Augen, Ms Sehwanken des Bodens eharakterisiert, seheint als Ausdruek noeh nieht zur Ruhe gekommener vorwiegend vasomotoriseher StSrungen oder ihrer organisehen Folge- erseheinungen zu persistieren nnd soweit eine etwa noeh vor- handene ])rehempfindung der vestibulo-eerebellaren Bahn eigentfimlieh zuerkannt wird (g h e s e), in der Mehrzahl der F~tlle mine labyrinth~re Veranlassung nieht mehr zu besitzen.

    Um so eher glaube ieh auf Grund meiner Erw~gungen, zur Auffa'ssung bereehtigt zu sein, dab die t r a u m a t i s e h e Erk rankung des inneren Ohres nur im Ze i - ehen der t raumat i sehenGeh i rnerkrankung im S inne meinerAus f i ih rungen zu bet raeh- ten i s t .

    Fiir die ~dber]assung des Materials spreehe ieh Herin Pro- fessor Alexander meinen v e rb i n d 1 i e h s t e n D a n k aus.

  • Die t raumat i sche Erkrankung des inneren 0hres . 173

    Literaturverzeichnis. 1. A 1 e x a n d e r: Lehrbuch der Ohrenhe i lkunde 1912. 2. ~ 1 t, F. : Die ~egutachtung der Unfa l l se rk rankungen des Ge-

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