Die Kerngrösse des Follikelepithels während des Sexualzyklus beim Borstenigel

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    09-Aug-2016

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(Aus dem Anatomischen Institut der Universits Bern. Direktor: Prof. Dr. E. HI~TZSCI~.) D IE KERNGROSSE DES FOLL IKELEP ITHELS W~HREND DES SEXUALZYKLUS BE IM BORSTENIGEL . Von SAMUEL ~IKLAUS 1. Mit 2 Textabbildungen. (Eingegangen a~ 8. August 1949.) Inhalt. Seite 1. Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240 2. Material und Methode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 3. Befunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246 a) Dioestrus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ~ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246 b) Oestrus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249 c) Metoestrus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251 d) Luteinphase . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252 4. Besprechung der Befunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 254 5. Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263 6. Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264 1. Einleitung. Im Verlauf eingehender Forschungen am weiblichen Genitalapparat des madagassischen Borstenigels Ericulus setosus, des einzigen hart- stacheligen Vertreters der alterti imlichen Famil ie der Centetidae, erwies sich die Eiaordnung der einzelnen, untersuchten Tiere in die verschiedenen Phasen des Sexualzyklus oft als recht schwierig. Die Methoden der 1 Arbeit unter Leitung yon P.-D. Dr. med. FRITZ STRAUSS. Herrn P.-D. Dr. FRIzz S~RAUSS sei hier fiir die Anregung zu dieser Arbeit sowie ffir sein steres Intoresse, das er meinen Untersuchungen entgegenbrachte, herzlich gedankt. Ebenso mSchte ich auch Herrn Prof. BLUNTSCHLI fiir die gro~- ziigige ~berlassung des Materials bestens danken. S. Niklaus: Die KerngrSl]e des Follikelepi%hels beim Borstenigel. 241 direkten und auch indirekten Beobaehttmg, wie sie bei Laboratoriums- tieren mSglieh und /iblich sind, konnten, nicht angewandt werden, da allein die einsehl~igigen Schnittserien der ,,Sammlung Bluntschli, Mada- gaslcar 1931" zur ~Verfiigung~standen. Diese kSnnen jedoeh nur Moment- bflder des biologischen Geschehens liefern; sie stellen dadurch den Unter- sucher vor die sehwierige Aufgabe, aus totem und zun/iehst nut histo- logisch-technisch georchmtem Material Lebensvorg/~nge in ihrer natiir- lichen Folge herauszulesen. Bei der Vorstellung, die Gesamtheit der zyklischen Vorg~nge be- einflusse den ganzen Genitalapparat sukzessiv und vollst~ndig, lag es nahe, zur Kl~rung des weiblichen Genitalrhythmus der auf Madagaskar heimisehen Borstenigel in erster Linie die Ovarien der einzuordnenden Tiere heranzuziehen. Aus der GrSBe und dem Reifegrad der stets hohl- raumlosen EifoUikel (vgl. S~RAUSS, 1938) in den zu untersuchenden EierstScken lieBen sich jedoeh zun~chst keine Anhaltspunkte gewinnen, die eine befriedigende, phasengereehte Position der betreffenden Ohjekte erlaubt h~tten. Aber demmeh ist es bei unserem heutigen Wissen um die inhere Sekretion verst~ndlich, gerade in der Granulosa der Eifollikel als dem peripheren Steuerorgan des Zyklus dasjenige Gewebe zu ver- tauten, das am Genitalrhythmus mal]gebend mitbeteiligt ist. AufGrund dieser Beteiligung scheint daher die ~berlegung erlaubt, bei Anwendung einer geeigneten Methode mSglicherweise am Follikelepithel die Phase des Sexualzyklus ablesen zu kSnnen. Nachdem HrNTZSC~rE (1945) dargelegt hat, dab in den mensehliehen Eifollikeln ein rhythmisches Verdoppelungswaehstum der Granulosa- zellkerne stattfindet, durften/~hnliehe Beziehungen auch bei urtfimliehen S/~ugern vermutet werden. So war auf Grund der yon Hr~wzscHE er- hobenen Feststellungen die Vermutung naheliegend, die KerngrSl]en der Follikelepithelien im Centetiden-Eierstock kSnnten zyklisch be- stimmte Unterschiede zeigen. Wiirden sich Anhaltspunkte daf/ir ge- wirmen lassen, dab die Membrana granulosa bei den Borstenigein in den einzelnen Phasen des Sexualzyldus eharakteristische KerngrSi]en besitzt, so w/~re damit dem Forscher, in Verbindung mit den Resultaten caryo- metrischer Untersuehungen am Endometrium, eine Methode in die Hand gegeben, um die Sexualphase ann~hernd bestimmen zu kSnnen. Zur Erforschung des weiblichen Genitalzyklus der Centetiden, den FE~v~TSCH und STRXVSS (1949) jiingst weitgehend aufkl~ren konnten, bedienten sieh die beiden Autoren unter anderem :auch der Methode der Kernvolumbestimmung und ihrer variationsstatistisehen Auswertung. Sie analysierten die Kerne des uterinen Ob~rfl~chenepithels und der Driisenschl~uche. Die Auswertung des:so gewonnenen Zahlenmaterials ergab jedoeh keine sieheren Werte in Bezug auf die zyklische Einreihung, sondern nur gewisse Hinweise fiir die Zusammenfassung einzelner Tiere Z. f. Zellforschung, 35. Bd., Heft 3/4. 16 242 S. Niklaus: zu Phasengruppen. Aus diesem Grund wi~re es auBerordentlieh wertvoll, mittels der Caryometrie irmerhalb einer grSBeren Objektreihe die phasisehe Position der Einzeltiere bestimmen zu kSnnen. Die caryometrisehe Methode schien hier um so mehr zur Anwendung geeignet, weft sowohl das yon JACOBJ (1935) aufgestellte Gesetz vom rhythmischen Kernwaehstum als auch die innigen Beziehungen zwischen Kerninhalt und funktioneller Belastung der Zellen als erwiesen gelten kSnnen (CLARA, 1933; HINTZSCHE, 1945; HINTZSCHE und TANNER, 1937 und andere). Gerade die Untersuehungen yon HINTZSCHE an der Granulos~ menschlieher Eifollikel zeigten diese enge Korrelation zwischen Inhaltssteigerung der Keme und vermehrter inkretorischer Leistung des FoUikels sehr eindrficklich. Aueh S~LVATORE und SCHREIBE~ (1947b) konnten an Follikelzellen des Ratteneierstoekes diese fiir unsere Frage so wichtigen Beziehungen nachweisen, wobei nicht unerw~hnt bleiben soll, dal~ SALVATORE (1948) sowie SALVATORE und SC~REIBE~ (1947a) dutch den Brunftzyklus verursachte, ffir den Genitalrhythmus typische Kernvolum~nderungen der einzelnen Gewebskomponenten (Endometrium, Myometrium und Uterindriisen) des Ratten-Uterus dartun konnten. Auch FEREMUTSCH und STRAVSS haben in ihrer umfassenden Arbeit kurz auf die Koppelung zwischen oestrischen Einflfissen und der Kern- grSSe im Ericulus-Fruchttr~ger aufmerksam gemacht. Ebenso konnte HI~TZSCHE (1949) am menschlichen Endometrium enge Wechselbeziehun- gen zwischen Kernvolumen und mensuellem Zyklus aufzeigen. Auf Grund dieser Feststellungen fiber die Abh~ngigkeit des Kernvolumens yon den hormonalen Vorg~ngen im weiblichen Genitale stellte sich die Frage: inwieweit kann die KerngrSSe des Follikelepithels ira Centetiden- Ovarium zur Zyklusdiagnose herangezogen werden? 2. Material und Methode. Es soll hier nut soweit auf die Methodik der Kernvolumbestimmung und ihre Auswertung eingegangen werden, als sie zum Verst~ndnis des speziellen Vorgehens unerl~$1ich ist. Die yon JACOBJ (1935) be- schriebene Methode der statistischen Verarbeitung von Kerninhalts- bestimmungen fand durch HINTZSCHE (1945, 1946a und b) eine grund- s~tzliehe Erweiterung, indem dieser die gefundenen Inhaltswerte logarith- miseh ordnet. Das erlaubt gegenfiber der ~lteren yon JACOBZ eingeffihrten arithmetisehen Gliederung eine bessere Darstellung des rhythmischen Kernwachstums. Weiterhin kommt bei der Einteilung auf logarithmischer Grundlage das yon JACOBJ mit dem rhythmisehen Kernwaehstum auf- gesteltte Gesetz der Volumverdoppelung der Kerne deutlieher zum Aus- druck, so dab durehaus die Auffassung gereehtfertigt ist, die logarith- misehe Gliederung werde dem biologischen Gesehehen beim Kern- wachstum eher gereeht als die arithmetisehe Einteilung. Ausgedehnte Die Kerngr613e des Follikelepithels beim Borstenigel. 243 Untersuehungen an versehiedenen Gewebsarten haben den Beweis der Riehtigkeit des logarithmischen Einteilungsprinzips erbracht. Es geniigt darum der Hinweis auf die einsehl~gigen Arbeiten. Ebensowenig soll hier auf die prinzipiellen l~berlegungen und das technische Vorgehen bei der logarithmischen KerngrSBengliederung eingegangen werden; alles Wissenswerte dariiber findet sich bei Hr~TZSCHE sowie BRi~OOER (1949) und GAVER (1949). Aus jedem zur Messung bestimmten Follikel bzw. Corpus luteum, wobei das Prinzip der Auswahl weiter unten gesehildert wird, wurden 100 Kerne mit Hilfe eines Prismas bei 2000facher VergrSBerung ge- zeichnet. Es wurde peinlich darauf geachtet, keine An- oder Schr~g- sehnitte yon Kernen zu erfassen. Bei den grSBeren Follikeln wurden aueh keine Kerne yon den der Theea follieuli benaehbarten Granulosazellen oder aus der Corona radiata verwertet. Mit Hilfe des Zirkels wurden L~ngen- und Breitendurchmesser der Kernumrisse auf 0,2# genau be- st immt und darnaeh an Hand einer Tabelle das Kernvolumen als Rotations- ellipsoid errechnet. Anoestrus Tier-Nr. 1162 Schnittserie 4a . . . . 1142 ,, 6a, 29 Dioestrus . . . . 1141 ,, 7 a . . . . 1138 ,, 5, 5a . . . . 1803 ,, 8, 8a Oestrus . . . . 1847 ,, 36 . . . . 1976 ,, 69 . . . . 2061 ,, 68 . . . . 1646 ,, 70 Metoestrus ,, A.T. 15 ,, 62 ,, A.T. 20 ,, 63 ,, A.T. 18 ,, 64 Luteinphase " A.T. 19 ,, 31, 31b ,, Nr. 2258 ,, 59 . . . . 2259 ,, 60 JACOBJ fiir die Granulosa- Als typisehe ,,Regelklassen" im Sinne yon zellkerne der Eifollikel des hartstacheligen Borstenigels ergaben sich nach einigen Vorversuehen die Werte 36, 72, 144, 288# 3 usw., die mit der yon JACOBJ gew~hlten Zahtenreihe fiir die Kerngr6Ben mensehlieher Gewebe iibereinstimmen. Dieser Parallelit~t kommt offensiehtlieh prinzipielle biologisehe Bedeutung zu: konnte doeh BI~K]~nMAIER (1934) durch vergleichend-anatomische Untersuchungen zeigen, dab die typischen GrSBenwerte der ,,Grundklassen" yon Organzellkernen bei den S~ugern innerhalb bestimmter Regelklassen variieren. Auch die yon HrSTZSCHE fiir die KerngrSBen menschlieher Follikelepithelien ermittelten Regel- klassen bewegen sich praktisch in der gleichen GrSBenordnung. D~r 16" 244 S. Niklaus: Abstand zwisehen je zwei Regelklassen wurde ferner noch in drei Klassen (eine Mittelktasse und zwei Zwischenklassen, s. Tabelle 1) unterteilt, deren Mittelwert und Umfang ebenfalls im Sinne einer geometrisehen Progression zueinander stehen. Dureh FERE~rUTSCH und STRAVSS war unabh~ngig yon meiner Arbeit sehon frfiher die Zyklusphase der Untersuehungsobjekte ann~hernd bestimmt worden; so kann ich an Hand einer tabellarisehen ~bersieht in Kfirze eine Aufstellung fiber das yon mir bearbeitete Material geben, das aus der ,,Sammlun9 Bluntschli, Madagaskar 1931" stammt uad yore Forschungsreisenden selbst an Ort und Stelle einheitlieh mit Susa fixiert worden war. Die Schnittdicke betr~gt fiberall 10#. Zur Differenzierung der einzelnen Zyklusphasen benutzten F~RE- ~UTSCH und STRAVSS die logarithmisch ausgewerteten Ergebnisse frfiherer FoUikelmessungen (STRAvSS, 1938); sie konnten dabei zeigen, dal~ der relative Anteil der Eifollikel an den einzelnen GrSBenklassen durehaus yon der Zyklusphase abhgngig ist, in der sieh das untersuchte Tier be- findet. Die logarithmische Auswertung der Inhaltsbestimmungen ergab eine deutlich viergipfelige Kurve (Abb. 1), wobei die vier Gipfelklassen den einzelnen Stadien der Follikelentwicklung entspreehen (F~RE~rUTSCH und ST~VSS). So entspricht der erste Gipfel den besonders im An- und Dioestrus sehr reiehlich vorhandenen Eizellen ohne geschlossene (einsehiehtige) Granulosahiille, den Oocyten; ihr mittleres Volumen betrggt 15000# a, wobei alle zwischen 10000 und 20000# 3 messenden Eier bzw. Follikel in diese erste Gipfelldasse eingereiht wurden. Mit fortschreitendem Zyklus ergibt sieh eine Rechtsverschiebungder relativen Antefle der Gipfel nach den hSheren Werten. Mit der Progredienz dieser Verlagerung sinkt einerseits die Zahl der Ooeyten und der noch nieht roll ausgebildeten Prim/~rfollikel, w~hrend anderseits, je nach Zyklus- phase, die Zahl der Sekund~r- und Terti~rfollikel ansteigt. So glauben die beiden Forscher, die typischen Prim/~rfollikel yon Ericulus in die zweite Gipfelklasse mit einem Mittelwert yon 150000# 3 einreihen zu kSnnen, wghrend sie die eharakteristischen Sekund~r- und Terti~r- foUikel der dritten (mit 1500000# ~ 1,5 mm a) und der vierten Gipfel- klasse mit 15000000# 3 (15ram 3) zugeordnet haben. Eine die jeweils nur wenigen Reiffollikel kennzeiehnende Klasse lie~ sieh nicht aufstellen, weil, abgesehen yon der im Verh/~ltnis zur Gesamtzahl geringen Zahl von Reiffollikeln, deren Inhalt sich innerhalb zu grol~er Grenzen bewegt. ,Das Auftreten dieser vier hier kurz skizzierten und auff~llig ausge- pr~gten Gipfel wird dadurch erkl~rt, dal~ jeder der Ausdruek der GrSl~e einer bestimmten Follikelsorte ist. Damit aber w~hrend des Follikel- wachstums fiberhaupt solche Orte grSBter H~ufung auftreten k6nnen, muB dieses rhythmiseh err So driingte sieh die Annahme auf, die den vier kurz skizzierten ,,Gipfelklassen" zugehSrenden Eifollikel o /~ 4 \ II 9 I f .~., ~~ ~ i," "... ~ ,~ ~ "-'.. .... I ~m ~" m ~,-, o o '~:r\ 9 .. ~,~ o, , ~ -:. ..~.,. ~ii-...:,: ~. ,~:.-- ~-~.- ....... o.O............. 246 S. Niklaus: wiirden charakteristische Stufen des Follikelwachstums darstellen. An der in Abb. 1 wiedergegebenen Kurve Ni]t sich erkennen, dab die Follikel- grSBe vonder Zyklusphase mitbestimmt wird. Es lag so die Vermutung nahe, die Granulosakerne der klassentypischen Follikel wiirden eventuell ein kennzeichnendes Volumen haben. Zur Abkl~rung der Frage, ob die Epithelkerne der Eifollikel in den einzelllen Phasen des Sexualzyklus beiEriculus tats~chlich charakteristische Volumina besitzen, und inwieweit die ermittelten KerngrSl~ea zur Phasen- diagnose herangezogen werden kSnnen, wurden in jedem Eierstock diejenigen Follikel zur Messung ausgelesen, die den Klassenmitten jeder ,,Gipfelklasse" am n~chsten lagen. Dabei muBte natiirlich auf die Ver- wertung der Follikel aus der Gipfelklasse 1 verzichtet werden, weil ihre Granulosa erst im Aufbau begriffen ist und somit noch gar nicht die zu einer variationsstatistischen Auswertung notwendige Zahl yon Kernen aufweist. Wenn irgendwie ang~tngig, wurde in jeder der genannten Schnittserien ffir jede Folliketklasse ein typischer Vertreter zur Kern- messung nach den oben geschilderten Grunds~tzen ausgelesen. In jedem Ovarium wurden aui~erdem die Kerne des grSl~ten, als Maximalfollikel bezeichneten Follikels ausgemessen, sofern dessen Volumen oberhalb der fiir die Gipfelklasse 4 geltenden Grenze lag. Um Auskunft darfiber zu erhalten, inwieweit sich die Vorbereitungen zum ,,Follikelsprung" an den hohlraumlosen Reiffollikeln der Centetiden (vgl. STRXUSS, 1938 und 1939) am Granulosakern manifestieren, wurde neben den typischen Klassevertretern in den Ser. 68 und 69 auch je ein ovulationsreifer Folliket ausgewertet. Die erhaltenen Ergebnisse konnten weiter mit den Mel~werten aus einem ovulierenden Follikel (Ser. 70) und den Resultaten yon vier Gelbk6rpern (der Ser. 31b, 59, 60 und 64) verglichen werden. 3. Befunde. a) Dioestrus. Trotz der in der MateriaIiibersicht (auf S. 242) vorgenommenen Unterscheidung einer an- und dioestrischen Phase hat es sich schon bei frfiheren Untersuchungen nicht als tunlich erwiesen, im speziellen Fall besonders zu differenzieren. Daher ist hier das einzelne anoestrische Tier (Nr. 1162) mit den dioestrischen Objekten (Nr. 1142, ll41 und 1138) in der Zwischenbrunft vereinigt; es gehSrt, wie FERE~UTSCH und STRA~:SS ausgefiihrt haben, an das Ende des Dioestrus. Die Granulosakerne der Prim~irfollikel aus den untersuchten ftinf dioestrischen Ovarien konnten nach dem angegebenen Auswertungs- verfahren nicht in die Regelklasse 72# 3 eingeordnet werden, sondern es ergab sich eine ausgesprochene Hiiufung in den der Regelklasse un- mittelbar benachbarten Zwischenklassen (Tabelle 1). Bei den Kern- Die KerngrSi~e des Follikelepithels beim Borstenigel. 247 volumina der Sekundiirfollikel liegen die Gipfelwerte zum Tell in der Regelklasse 72 und in der n~chsthSheren Mittelklasse 102# a, was in gleicher Weise ffir die Terti~rfollikel zutrifft. Bei den grSl~ten Follikeln der dioestrischen EierstScke wird in vier von sechs Fi~llen mit 20--27% eine H~ufung der Kerninhalte bei 72# 3 beobachtet, w~hrend in dem dem Ende der anoestrischen Phase bestimmt nahekommenden Ovarium der Ser. 4a die Kulmination mit 21% in der deutlich bevorzugten Zwischenklasse 102 erreieht wird; entsprechend dieser Aufw~trtsver- schiebung des Kernvolumens naeh den hSheren Werten hin finden sieh in der l~egelklasse 144 ~uch 13% der Kerne vereinigt, ein Wert, der bei den iibrigen dioestrischen Maximalfollikeln nieht in diesem Umfang erreicht wird. Als Folge dieser Aufw~rts- oder Rechtsverschiebung wird die in meinen Untersuehungen unterste Regelklasse 36 kernfrei, w~hrend sie bei den kleineren Follikeln, wie ein Bliek auf Tabelle 1 zeigt, noch ziemlich regelmi~13ig mit einigen Prozenten der Kerne besetzt ist. Bei den Kernen der Sekund~rfollikel f~llt auf, da~ mit einer Ausnahme die niederen Werte bis zur Regelklasse 36 g~nzlieh kernfrei sind, ohne dab die Regelklasse 144 und die darfiber gelegenen Klassen eine entsprechende Vermehrung erfahren hs Im Gegensatz zu den fibrigen Follikel- gruppen zeigt sich bei den Sekund~rfollikeln eine relative Kernh~ufung im Bereich der Klassen yon 72 bis 144# a, w~hrend bei den Terti~rfollikeln eine viel st~rkere Streuung der Inhaltswerte in Erseheinung tritb. Hier kommen einzelne Kerne nahe an das 4faehe Regelvolumen heran, sofern die Klasse 72 als Ausgangspunkt gew~hlt wird. Wenn wir nach dieser vorausgehenden Gesamtschau fiber die Kern- volumverh~ltnisse der dioestrischen Eifollikel die Einzeltiere noch etwas nigher betraehten, zeigt sich beim Objekt Nr. 1142 (Ser. 6a und 29), dal~ bei der Entwicklung des Primgr- und Sekund~rfollikels die Kerne eine leichte Volumvermehrung erfahren haben. Sie betr~gt im Durch- schnitt ein Viertel des Verdoppelungswertes. Aul]erdem verhalten sich die beiden Eierst6cke desselben Tieres, wie es immer wieder beobachtet werden kann, nicht gen~u gleichartig, denn sowohl bei den Primer- als auch bei den Sekund~rfollikeln sind die Gipfelwerte jeweils dureh eine Klasse getrennt. Dabei ellen die Follikelepithelkerne der Ser. 6a gegen- fiber jenen yon Ser. 29 offenbar etwas voraus. Der Gipfelpunkt fiir den Terti~rfollikel der Ser. 6a scheint allerdings dieser Auffassung des Vorauseilens zu widersprechen, denn er liegt mit 19 % in der Regelklasse 72, w~hrend demgegeniiber bei Ser. 29 eine Kernh~ufung (27%) in der Mittelkl~sse 102 auftritt. I)ieser Wert ist aber yon den Kernen der Membrana granulosa aus Ser. 6a noch w~hrend des Stadiums des Sekundgrfoltikels erreicht worden. So scheint sich bei der ja allm~hlichen Entwicklung zum Terti~rfollikel eine Riickkehr zu kleineren Volumwerten abzuzeichnen. Tats~chlich ist diese Tendenz mit zunehmendem Follikel- Tabelle 1. Volumina der Granulosakerne w/ihrend des Dioestrus. b~00~ Prlm~rfolllkel ~ Sekundarfolltkel Terti~irfoilikel ~ Maxim~ollikel ~ ~ 4a I [9 i6 ~ 5 5a 4a 29 7u 5a 6g 5 5a 6a 5 7a 29 4a 6a 29 7a 5a ] 5 I 4a Regelklasse ....... , 36 I 21,4 25,5 1 1 2 30,3 4 6 2 1 17 4 1 5 2 2 Zwischenklasse 43 Mittelklasse. 5 Zwischenklasse.. - 61 I Regelklasse ........ 72 84 102 121 Mittelklasse. Regelklasse ..... 144 167 204 242 Regelklasse. i ...... 288335 407 484 576 I I ":~ I 4 ll4 1 911 4 910 5 1"--5 3 6 4 9 2 20 10 4 12 4 12 4 7 26 20 13 13-14 17 9 13 1517 I3 24 16 12 28 8S 88 1813 15 82 17 28 23 ~-24 32 4 14 -17 13 21 9 12 19 11 4 5 9 7 3 5 4 113 1 1 1 -I I 7 9 10 6 11 6 8 10 13 716 12 24 19 14 17 19 19 15 14 22 15 38 ~2 16 14 15 18 9 19 8 13 7 173 13 6 7 6 8 6 8 3 4 53 1 3 3 I 4 2 1 k I I 111 t 6 2 10 5lo 17 2~ 2716 15 13 16 22 24 27 18 15 15 17 5 18 17 7 19 12 8 i 5 I36 6 6 1 1 2 2 26 2 2 2 4 2 1 1 1 1 l 1 I : r~ ~176Die KerngrSi3e des Follikelepithels beim Borstenigel. 249 waehstum unverkennbar und bei den Ma~imalfollikeln linden sieh mit zwei Ausnahmen die Gipfelwerte in der Regelklasse 72. Im ~ioestrisehen Eierstoek wird na'eh MaBgabe der Tabelle 1 doeh augenscheinlich nut der Mittelwert 102/x 3 als Gipfelpunkt erreicht, dessen Halbwert mit 51#3 unter der Regelklasse 72 liegt. Und dennoeh kommen die Orte grSBter Haufung in die naehsth6here Regelklasse 72 zu liegen; damit ist gesagt, dab in einer Phase der Follikelentwieklung zwisehen Sekundar- und Tertiarfollikel, die yon mir dureh die besondere Art der Materialauslese nicht erfal~t wurde, die Kerne in die Regelklasse weitergewachsen sind und sieh dort geteilt haben. Es mul3 also wahrend des Follikelwachstums noeh eine Volumvermehrung tier Granulosakerne his auf 144# 3 stattgefunden haben, bei der eine Kernteflung und somit eine Halbierung des Inhaltes erfolgte. Wir vermSgen diesen Vorgang aber nur retrograd aus der Einordnung der Volumgipfelwerte bei den Tertiar- und Maximalfollikeln in die Regelklasse 72 zu ersehlieBen. Das Kurvenbfld der Ser. 4a, das sich leieht aus Tabelle 1 ablesen last, kann nicht so ganz durch die eben vertretene Darlegung erkl~rt werden. Die Kerne nehmen bis zum Tertiarfollikel stetig an Inhalt zu und lassen auch beim Maximalfollikel keine Volumverminderung er- kennen, die auf eine vorausgegangene Kernteilung sehlieBen lieB. Da es sich hier aber um ein anoestrisches Tier handelt, das naeh allen sonstigen Anzeichen der Brunft sehr nahe steht, ist ein Entseheid, ob die bei den dioestrisehen Follikeln vermutete Kernteilung im Ubergangs- stadium Sekundar-Tertiarfollikel hier schon abgelaufen ist oder erst in einer spateren Phase auftreten wird, schwer und an Hand eines Falles auch nieht zu entscheiden. b) Oestrus. Wie ein Bliek auf Tabelle 2 A lehrt, laBt die Bruaftphase an der~ den oestrischen Einflfissen nnterworfenen Follikelepithelkernen gegen- fiber den Volumverhaltnissen im Dioestrus keine kennzeichnenden Ver, anderungen erkennen, vor allem fehlt die vielleicht erwartete Inhalts- zunahme. Die Volumgipfel liegen auch hier mit Ausnahme zweier Serien der Gruppe ,,Sekundarfollikel" in dem breiten Band zwischen Regel- klasse 72 und 144, wobei dieser Wert als Gipfelwert selbst nie erreicht wird. Der Inhalt der Kerne aus den Primarfollikeln liegt in ahnlicher Weise wie im Dioestrus im Bereich der Regelklasse 72, um bei einem bestimmt hochbrfinftigen Tier (Nr. 1847, Ser. 36) allerdings bis zur nachsthSheren Mittelklasse (102# 3) anzusteigen. Auch bei Ser. 8a zeichnet sich diese Volumsteigerung recht deutlieh ab, indem die beiden dem Gipfelwert yon 28% nach oben unmittelbar benachbarten Klassen (102 und 121 #3) mit relativ hohen Werten (25, bzw. 23%) vertreten und auch in der Regelklasse 144 noch 12 Kerne vorhanden sind. 250 S. Niklaus: Tabelle 2. A. Vo lumina der Granu losakerne wShrend des 0est rus , B. Vo lumina der Granu losakerne w~ihrend des Metoest rus . A 144 288 576 3 36 1 3 9 15 72 25 21 18 2 2 1 Prim~rfoll ikel 8 8 a 36 2 2 2 4 6 15 28 28 25 83 23 13 12 2 2 2 1 i ~- SekundSrfonikel ~ 8 36 8a 8a 2 3 3 8 2 17 4 5 3 37 26 22 7 32 33 25 13 11 20 29 7 9 16 14 3 13 19 7 7 2 1 Maximalfoll ikel I 8 [ 8a 36 i 1 9 13 1 4 14 11 l l 22 24 18 25 26 24 11 24 20 2 4 20 4 8 14 1 8 1 1 f , ,sprung- B Terti~r- .4 reife" Sok. foHikel Follikel :Foil 69168 63 63162 70 1 4 5 1 2 5 15 1 6 7 11 I 11 3 19 14 2 20 6 3 25 23 8 19 15 14 23 28 41 14 11 82 21 14 28 8 14 17 3 7 12 4 15 17 1 1 6 14 12 1 3 7 4 1 1 Die Gipfelwerte ffir die Granulosakerne der Sekund~rfoll ikel dagegen l iegen in allen drei untersuchten Serien jeweils tiefer als bei den Prim~r- follikeln, so z. B. fiir Ser. 8 in der Gruppe der Prim~rfoll ikel mit 25% in Regelklasse 72 und bei den Sekund~rfol l ikela mit 37% in Mittel- klasse 51. Die Regelklasse 72 wird dabei nach oben kaum i iberschritten und nur in Ser. 8a wird yon drei Granulosakernen des untersuchten Foll ikels die Mittelklasse 102 erreicht. Eine Tendenz zur Vermehrung des Kerninhaltes ist also auch hier erkennbar. Da es sich um gleichartig f ixiertes Material handelt und eine Kernschrumpfung durch Wasser- verlust in den Sekundgrfol l ikeln nicht in Frage kommt, bleibt nur die Annahme einer in einer hSheren Inhaltsklasse erfolgten Kernte i lung iibrig. Dadurch reihen sich die Epithelkerne der Sekund~rfoll ikel in niedereren Klassen ein, aus denen sic sich durch neues Wachstum schon wieder etwas nach aufw~rts verschoben h~ben. Nach den Erfahrungen bei den dioestrischen Tieren zu urteilen, scheint im Oestrus eine gewisse Vorverlagerung der Kerntei lung in dem Sinne zu erfolgen, als sie hier offenbar schon in der Entwicklungsphase vom Primer- zum Sekundar- follikel erfolgt und nicht erst zwischen Sekund~r- und Terti~trfollikel abl~uft. Die KerngrSl3e des Follikelepithels beim Borstenigel. 251 Eindeutig fiir die eben ge~ul~erte Auffassung der langsamen Volum- zunahme der Kerne aus Sekund~rfollikeln diirfte das Verhalten der Granulosakeme des Terii/s sprechen. Der Gipfelpunkt liegt wohl nahe der Regelklasse 144 in der Zwisehenklasse 121; es sind aber hier nur 19% der Kerne vorhanden, w/~hrend im iibrigen die Kurve stark streut und keine symmetrische Verteilung erkennen l~13t. Diese ganze Variationsreihe zeigt an Stelle eines ausgesprochenen Gipfels ein zackiges Plateau zwischen den beiden Regelklassen 72 und 144 und in der Zwischenklasse 60,5 (als Halbwert yon 121 #3) findet sieh noch einmal eine leichte ErhShung, die 13~o der Kerne auf sich vereinigt. Anderer- seits reicht die Kurve mit ihrem ~ul~ersten Wert (1%) aueh bis in die Zwischenklasse 242, die dem Verdoppelungswert des Scheitelpunktes 121 entspricht. So deutet dieses Kurvenbild auf eine gewisse funktionelle t~uhephase des Gesamtfollikels hin, w/~hrend der den Granulosakernen Zeit zu inneren Umstellungen geboten wird. Ganz im Gegensatz zu der stark auseinandergezogenen Kurve fiir den Terti/~rfollikel zeigen die Epithelkerne der Maximalfollikel, die im Oestrus ausgemessen werden konnten, ein recht einheitliches Bild. Die drei Gipfelpunkte liegen mit durchschnittlich 25% in der Zwischen- klasse 102, wobei in den Ser. 8a und 36 eine gewisse Tendenz zu grSlleren Inhaltswerten hin unverkennbar ist. Bei den beiden ,,sprungreifen" Follikeln der Ser. 68 und 69 zeigt sich das gleiche Bild, wie wires soeben bei den briinftigen Maximal- follikeln beobachtet haben. In einem Fall (Ser. 68) liegt die relative Kernh/~ufung yon 28 ~o allerdings in der Zwischenklasse 121, aber dennoch glaube ich, dieser Aufw/~rtsverschiebung um einen Klassenwert keine grundsatzliche Bedeutung zuerkennen zu miissen. In den grSl~ten Follikeln eines briinftigen Eierstockes mug sich eine gewisse Steigerung des Granulosakerninhaltes bemerkbar machen, da die Zellen in unmittelbarer Erwartung der Befruchtung des yon ihnen umsehlossenen Eies und der nachfolgenden Ovulation funktionell be- stimmt stark beansprucht sind; sie befinden sieh somit in einer Arbeits- phase, w/~hrend der keine Teilungsbereitschaft besteht. Ein Vergleich der dioestrischen und oestrisehen Volumwerte der Granulosazellkerne aus verschiedenen Follikelgruppen l~6t nach diesen Darlegungen jedoch keine irgendwie fiir die beiden Zyklusphasen typischen Unterschiede erkennen. e) Metoestrus. Die vier fiir die Nachbrunft aufgestellten Variationsreihen (Tabelle 2 B) zeigen, dab die mit der Befruehtung und dem Ovulationsvorgang ver- bundenen Ver/s im gesamten Hormonhaushalt bisher keine wesentliche KernvergrSllerung auszulSsen vermochten. Die Orte grSBter 252 S. Niklaus: H~ufung liegen zwischen den beiden Regelklassen 72 und 144. Aueh hier weist wieder ein Terti~rfollikel die schon in der Brunftphase ge- schflderte Streuung auf und zeigt an SteUe eines deutlichen Gipfels ein Plateau, das yon der Mittelklasse 102 (15%) bis zu dem Verdoppelungs- wert 204 (14%) reicht. Die KerngrS]en des ovulierenden Follikels [Sta~iium ab (nach STRAUSS, 1939)] der Ser. 70 liegen mit ihren ttSchst- werten ebenfalls nahe der Regelklasse 144, ohne dal3 es jedoch in dieser Klasse zu einer besonderen H~ufung gekommen w~re. In ~hnlicher Weise wie bei den ,,sprungreifen" FoUikeln der oestrischen Phase mit der angedeuteten Aufw~rtsversehiebung des Kernvolumens zeichnet sich auch hier bei dem ovulierenden Follikel in der prozentuellen Ver- teilung diese Tendenz zur KernvergrSllerung ab, die ich als Ausdruck der bevorstehenden Luteinisierung der Granulosa werten mSehte. d) Lute inphase. Wie wir bisher gesehen haben, bewirkten die mit dem Fortgang des Brunftzyklus verbundenen innersekretorischen Umstellungen keine wesentliehen Verschiebungen der Gipfelwerte der Kernvolumina. Das mag vielleieht darin mit seine Erkl~rung finden, dab in der follikui~ren Phase, mit der wires bisher im Genitalzyklus zu tun hatten, im Eier- stock nach unserem heutigen Wissen nur ein Gesehlechtshormon, das Follikelhormon, produziert wurde. Durch die bei der Ovulation einsetzende Luteinisierung wird die anfiingliche Alleinherrschaft des Follikelinkrets mit der beginnenden Aussehfittung des Corpus luteum-Hormons gestSrt. Wird sich nun die Ausschiittung des GelbkSrperwirkstoffes auch an den Granulosazellkernen der Eifollikel irgendwie bemerkbar maehen? Wie sich in Tabelle 3 unter der Rubrik ,,Prim~rfollikel" erkennen l~t , geht offenbar in den ersten Stadien der Luteinphase (Blastoeysten in utero, Phase B; Tier A. T. 19, Ser. 31) keine die VolumvergrS~erung der Kerne besonders anregende Wirkung vom Corpus luteum.ttormon aus: der Gipfel der Variationskurve liegt in Mittelklasse 51 und somit in dem grSBeren Bereich zwischen zwei Regelwerten, in dem sieh auch fiir die dioestrischen Prim~rfollikel (Tabelle 1) die Hi~ufung finder. Steigt die Ausschiittung des GelbkSrperhormons im Bliitenstadium des Corpus luteum, wie wir sie bei Ser. 59 [Placentarphase C und E (nach ST~VSS, 1943)] anzunehmen berechtigt sind, dann erf~hrt aueh das Kernvolumen eine ErhShung und der Gipfelwert versehiebt sich naeh oben (Zwisehenklasse 84). Somit liegt der variationsstatistisch ermittelte Kerninhalt bei den in einer sp~teren Luteinphase sich entwickelnden Prim~rfollikeln in der gleichen Klasse wie der aus dioestrisehen ein- schichtigen Eifollikeln. In durchaus paralleler Weise wie bei den Prim~rfollikeln steigt auch bei den Sekund~rfollikeln aus der Luteinphase der Kerninhalt allm~hlich Die Kerngr6Be des Follikelepithels beim Borstenigel. 253 Tabelle 3. Volumina tier Granulosakerne w~hrend der Luteinphase. i ] 6o Terti~rfolliket Maximalfollikel ] Corpora lutea an. Obwohl sich diese Volumvermehrung in bescheidenen Grenzen be- wegt - - sie betr~gt gerade eine Klasse (s. Ser. 31b und 31 bzw. 60 und 59!) scheint sie fiir die Luteinphase doch charakteristisch zu sein. Nach den weiter oben (auf S. 25]) geschflderten L~berlegungen diirften wahrscheinlich auch die Granulosakerne der Sekund~rfollikel aus der Luteinphase ein weiteres Wachstum bis in die n~chsthShere Regelklasse erfahren, denn anders als mit einer abgelaufenen Kernteilung kann die Riickverschiebung des Kurvengipfeis in Regelklasse 72 (Ser. 59) bzw. Zwischenklasse 61 (Ser. 31) bei den Terti~rfollikeln nicht erkl~rt werden. Wie die in Set. 31b nahe der Regelklasse und bei Ser. 60 in der Regel- klasse liegende' Kulmination andeutet, ist dieses Teflungsgeschehen der Granulosakerne offenbar nicht streng auf den ~bergang Sekund~r- Terti~rfollikel beschriinkt, sondern kann unter Umst~nden auch: erst in den ~lteren Terti~ffollikeln erfolgen. Die Kolonne 31b bzw. 60 der Terrier-. und Maximalfollikel scheint diese Vermutung zu beweisen. Der Gipfelpunkt fiir Set. 31b in der Gruppe ,,Maximalfollikel" liegt 254 S. l~/iklaus: bereits in l~egelklasse 72 und nicht beim Halbwert 61, wie es der Kulmination mit 121 #3 im Terti~rfollikel eigentlich entsprechen wfirde, denn es ist doch recht naheliegend, dab die Kernteilung in der Kern- klasse 144 erfolgte. Und wenn bei Ser. 60 der Halbwert des Terti~r- follikel-Gipfelwertes nicht mehr eine relative Hgufung zeigt, sondern diese sich schon aufwgrts verschoben hat, dann sehe ich darin nur den Ausdruck einer Volumvermehrung der Granulosakerne im Maximal- follikel, die bald naeh der Kernteflung wieder eingesetzt hat. Die Zu- nahme des Kerninhaltes kommt meines Erachtens auch in der Reihe 31 der Maximalfollikel zum Ausdruek, wo ein ausgesproehenes Plateau, das sich fiber drei Klassen erstreekt, diese Tendenz der KernvergrSBerung andeutet. Tatsgchlieh beweist auch der Gipfelwert yon 23% in Regel- klasse 144 bei Ser. 59 aus der Gruppe der Maximalfollikel diese Volum- steigerung der Granulosakerne w~hrend der Luteinphase. Doch kommt diese Vermehrung offenbar erst in einem etwas vorgeriickteren Stadium der Luteinphase zustande und tritt nicht sofort nach der Eiaussto~ung auf. Ob jedoch diese Volumzunahme als Ausflu~ der Gelbk6rperhormon- wirkung gedeutet werden darf, erscheint mir h5chst fraglich, denn diese endliche Inhaltssteigerung der Epithelkerne aus den Maximalfollikeln trat in allen Phasen des Zyklus und irmerhalb desselben von den Regel- klassen 72 und 144 begrenzten Bandes auf. In den von den Eiern befreiten Follikeln dagegen, die sieh zum GelbkSrper umbilden, ist mit dem LuteinisierungsprozeB, analog dem Verhalten beim Mensch (vgl. H~TZSCHE, 1945), eine weitere Volum- vermehrung erkennbar (Tabelle 3). In den ersten Stadien der Corpus luteum-Entwicklung, das heiBt w~hrend der Tubenpassage der Keime und in der Praeimplantationsphase, liegt das mittlere Kernvolumen der jungen Granulosaluteinzellen im Bereieh der Regelklasse 144. Erst mit der beginnenden Ausbildung der Placenta und der damit eng ver- knfipften, starken Aktivit~t des GelbkSrpers erfahren die Kerne seiner epithelialen Elemente eine nochmalige Volumsteigerung auf 288/~ 3, wobei von 3~o sogar die ngchsthShere Regelklasse mit 576# 3 erreieht wird. 4. Bespreehung und Befunde. Die auf den vorhergehenden Seiten geschilderten Kernmessungen am Follikelepithel des urtfimliehen Sgugers Ericulus waren vorgenommen worden, um durch sie vielleicht exakte Angaben fiber die Zyklusphase der einzelnen Tiere zu erhalten. Sind wir nun auf Grund der erhaltenen Zahlenwerte in der Lage, die untersuchten Objekte in die versehiedenen Phasen des Genitalrhythmus einzureihen? Das Wachstum der Eifollikel yon einzelnen Sgugern dureh variations- statistisehe Untersuehungen an Granulosazellkernen zu verfolgen, ist Die KerngrSl~e des Follikelepithels beim Borstenigel. 255 meines Wissens bisher nur yon HrN~ZSCHE (1945) sowie yon SALVATO~E und SCHREISER (1947b) versucht worden. HI~TZSCHE hat die Kerne dreier versehiedener Foliikelentwicklungsstadien des Menschen aus- gemessen und bei einem Follikel mit 1,5 mm Durchmesser als Ort grSBter tt~ufung die Klasse 150# a gefunden; bei einem Follikel yon 4,2 mm Durchmesser dagegen lag der Kurvengipfel in der n~chstniederen Regel- klasse 75, w~hrend fiir den yon ihm untersuchten sprungreifen Follikel eine H~tufung bei 300/~ a beobachtet wurde. In diesen Zahlen findet einerseits das yon JACOBJ aufgestellte Gesetz vom Verdoppelungswaehstum der Zelikerne seine Best~tigung, andererseits geben sie davon Ktmde, dab w~hrend einer bestimmten Phase des Follikelwachstums, in der sogenannten zweiten Ruhephase (STIEV~, 1943), bei herabgesetzter funktioneller Beanspruchung der Zellen Kernteilungen ablaufen. Die Beobachtungen yon S~VATORE und SCm~EIBER an den Follikelepithelien weil3er Ratten sagen im Prinzip das gleiche aus wie die Befunde HINTZSC~ES an menschlichem Material; auch die beiden brasflianischen Forscher kSnnen nur das rhythmische Wachstum der Granulosakerne feststellen, wobei die yon ihnen gefundenen Werte (700, 1050, 1400, 2100, 2800#a) 2 sieh ebenfalls in einer geometrischen Reihe bewegen. Die in alien karyometrischen Ergebnissen immer wieder zu Tage tretenden ,,Mittelklassen" sind auch yon S~VATORE und SC~REIB~R beobachtet worden; sie werden yon ihnen als ,,Sesquiphase" bezeichnet, in der auf dem Weg zur Volumverdoppelung ein voriibergehender Wachstums- stillstand eintritt. Auf die funktionelle Bedeutung dieser transitorisehen Ruheperiode treten sie leider nicht ein, wie sie in dieser Arbeit auch nicht yon den Korrelationen zwischen KerngrSBe und Zyklusphase spreehen. So ist bisher offenbar der Versuch, zwischen KerngrSBe der Follikelepithelien und den Stadien des weiblichen Genitalzyklus eiae Beziehung zu finden, noch nicht unternommen worden. Wenn wit beim Borstenigel die statistisch ausgewerteten KerngrS~en der Primarfoliikel aus allen Zyklusphasen miteinander vergleichen, f~llt eine gewisse Ausgeglichenheit im Zahlenbild auf (Tabelle 4). Die Orte grSl~ter H~ufung liegen nahe der Regelklasse 72, wobei nur einmal die Kulmination in die Regelklasse selbst f~llt. Im Dioestrus mag so nach Mal3gabe der tabellarischen Ubersicht ein ungef~hres mittleres Kernvolumen yon 72# a ffir den Prim~rfoliikel gelten, das im Oestrus eine langsame Steigerung bis zur Mittelklasse 102 erf~hrt. Bei den Prim~rfollikeln aus der Luteinphase liegt zun~chst der Scheitelpunkt der Variationskurve in Mittelklasse 51, was nach den Beob~chtungen Die erstaunlich hohen Inhaltswerte diirften wahrscheinlich durch einen Rechenfehler zustande gekommen sein, indem offenbar bei der Volum- berechnung irrtiimlicherweise der Durehmesserwert an Stelle des Radius gesetzt wurde. 256 S. Niklaus: Tabelle 4, Vo lumina t ier Ep i the lkerne aus P r imer , und Sekund~r fo l l i ke ln . P r im~rfo l l i ke l . Kla~ 4a ! 4 29 ! ' 1 6 Di- oestrus 6~a' 5 ' I 2 5a 2 1 8 ~1 3 Oestrus 8a 36 Lutein- 311 4 phase ~- i - - - - - Sekund/~rfo l l ike l . ' Metoestr. 17v 1 2 9,2026 17 13 4 lo 20 4 413 24 3217 5 9 12 13 16 17 13 9 2 -7 10 414 12 28 21 7 1 I~ 3 9 15 25 21 18 2 21 1 "~ I 2 2 6 28 25 23 12 2 2 4 15 2888 13 2 2 1 576 4a 1 29 Di- - 7a oestrus 5a 6a 5 ' Oestrus 36 - - 63 31b Lu~ein -~- phase 60 Klasse I 36 72 576 2 5 12 17 28 23 9 3 1 413 8812419 4 3 1 6 12 19 22 19 2 6 16 86 22 11 ~ 7 2 2 25.89 17110 144 288 2 841 ,28 12 6 3 yon S~mVAToRE und SCHREIBER fiir eine vorfibergehenCle RuhePhase im Kernwachstum angesprochen werden dar f ; bei dem im speziellen Fal l ausgemessenen FoUikel kann es sich somit urn einen jungen Primar- 7 I i026 19 15 '7 8 3 1 Die KerngrSBe des Follikelepithels beim Borstenigel. 257 follikel handeln, dessen Granulosamantel im Aufbau begriffen ist und dessert Kerne in der allm/~hlichen Volumzunahme bis zur Regelldasse 72 begriffen sind. Die langsame und stete Inhaltsvermehrung der Granulosa- kerne der Prim/~rfollikel fiber die Regelldasse hinaus wird bei Ericulus auch durch die steigende Ausschtittung des GelbkSrperwirkstoffes nicht gestoppt, sondern schreitet, aueh unter dem Einflul] eines Corpus luteum des Blfitestadiums, wie Set. 59 beweist, allm/ihlich fort. Im Vergleich mit allen anderen Serien ist hier der Gipfelwert mit 42% in Zwisehen- klasse 84 auch besonders hoch, so dab die n~chsthShere Regelldasse gar nicht mehr erreicht wird. Bei den dioestrischen Sekund/~rfollikeln zeiehnet sieh im Gegensatz zu den Prim/~rfollikeln eine Volumvermehrung der Epithelkerne deutlieh ab (Tabelle 4). Diese Zunahme bewegt sich wohl in bescheidenen Grenzen; sie betrs jeweils nur einen Klassenwert, so dab die Orte grSBter H/~ufung im besten Fall in die M_ittelklasse 102 fallen. Infolge dieser Aufw/~rtsverschiebung linden wit auch in Regelklasse 144 etwas h5here Frequenzen, die bei einem dem Ende des Dioestrus bestimmt nahe kommenden Tier (Ser. 5) im Maximum 13% erreichen. In der Brunftphase steigt das mittlere Kernvolumen weiter an, wobei in einem Fall (Ser. 8a) die Kulmination mit 29% in die Regelklasse 144 fi~llt. Dieser Wert dfirfte nach meinen Erfahrungen beim hartstacheligen Borstenigel als mittlerer Kerninhalt der Granulosakerne im Oestrus nieht mehr wesentlich fiberschritten werden. So kann mit Recht ver- mutet werden, dab diejenigen Sekund/~rfollikel, deren Epithelkerne ein mittleres Volumen yon 144# a erreicht haben, analog den mensch- lichen Eifollikeln in ein funktionelles Ruhestadium eintreten und jetzt mitosebereit sind. Wenn der Kurvengipfel des metoestrisehen Sekund~r- follikels (Ser. 63) mit 41% noeh in Zwisehenklasse 121 f~llt und die Regelklasse 144 nur mit 28% vertreten ist, so kann doch wohl bei der Art der Verteilung der prozentuellen Anteile der einzelnen Klassen kaum ein Zweifel darfiber bestehen, dab auch dieser Follikel der er- w/~hnten Ruhephase zustrebt. Geraten die Sekund/irfollikel unter die Einwirkung des Corpus luteum-Hormons, so scheint damit eine gewisse Verlangsamung der Volumsteigerung der Granulosakerne einzusetzen. Die Regelklasse 144 ist noch in keinem der vier F/~lle Ort der grSBten H~ufung, obwohl durch die Art ihrer prozentuellen Beteiligung und des ganzen Kurvenbildes das Bestreben der Volumzunahme unverkenn- bar ist. Die Behauptung, der Sekund/~rfollikel, in dem die Mehrzahl der Kerne einen mittleren Inhalt yon 144/z a erreicht hat, stehe in einer Ruhephase, erf/~hrt dureh die Kernmessungen an Terti/~rfollikeln eine weitere Stfitze (Tabelle 5). In zwei yon sechs F/~llen liegt bei den dioestrischen (hohl- raumlosen) Terti/irfollikeln yon Ericulus der Kurvenseheitel wieder Z.f. ZeUforschung, 35. Bd., Hei~ 3/4. 17 258 S. Niklaus: in l~egelklasse 72, einmal in einer Zwischenklasse und dreimal in Mittel- klasse 102, die mit SCHREIBER als Ruhephase des Kernwachstums an- gesehen werden kann. Diese Rfickversehiebung der Orte grSi3ter H~ufung ist dutch eine im Ruhestadium des FoUikels erfolgte Kernteilung zustande gekommen, so dal~ das gesamte Kurvenbild der dioestrischen Tertii~r- follikel eine unverkennbare Linksverschiebung erf~hrt; die hSheren Klassen sind dabei allerdings immer noch mit einigen Prozenten ver- treten, so dab die Teilung offenbar noch nicht bei allen Kernen abgelaufen ist. Nach erfolgter Kernteilung scheint aber in den Terti~rfollikeln (Ser. 7a, 29 und 4a) sofort wicder ein ncues Kernwachstum einzusetzen, welches im Dioestrus zuni~chst den Inhalt bis zu 102# a ansteigen l~Bt. MSglichcrweise verharren die Granulosakerne der Terti~rfollikel in diesem nukle~ren Ruhestadium auch wi~hrend der Brunft, weft in dieser Zeit gesteigerter sexueller T~tigkeit die Follikelzellen under vermehrter funktioneller Beanspruchung stehen. Vor allem die drei Beispiele der oestrischen Maximalfollikel (Tabelle 5) scheinen mir diese Hy-pothesc zu stfitzen. Dabei mul3 aber noch darauf hingewiesen werden, dal3 funktionell bestimmt kein Unterschied zwischen Terrier- und Maximal- follikel besteht; es handelt sich bei dieser Gruppe nur um morphologisch speziell ausgewi~hlte Follikel, die kein besonderes Entwicklungsstadium repri~sentieren. So gelten die obigen Ausfiihrungen auch fiir die dioestri- schen Maximalfollikel, die keine Sonderbcsprcchung erfordern. Wenn in der Luteinphase ftir die Gruppe der Terti~r- und Maximal- follikel die Orte grSi~ter H~ufung in dem weiten Bereich yon Regel- klasse 72 bis Regelklasse 144 zu streuen scheinen und damit eine offenbar unkoordinierte Volumzunahme widerspiegeln, mul~ darauf hingewiesen werden, dal3 bei der Besprechung der Primer- und Sekund~rfollikel auf die hypothetische MSglichkeit der VcrzSgerung der Inhaltssteigerung der Granulosakerne durch hormonale Einflfisse w~hrend der Lutein- phase hingewiesen wurde. Wtirde diese hormonal bedingte Retardation tats~chlich zutreffen, so w~re cs nur naheliegend, wenn auch die follikul~re l%uhephase sp~ter erreicht wiirde und damit die Linksverschiebung in einem etwas sp~teren Zeitpunkt der Fo]]ikelentwicklung einsetzte. Von der Hand zu weisen w~re eine andere Auffassung auch nicht, die besagen wiirde, die zur Zeit der Luteinphase auftretenden Gipfel in l~egelklasse 144 sind nicht dureh VerzSgerung, sondern durch frisches Verdoppelungs- wachstum entstanden. Daffir li~l~t sich als mSgliche Beweisgrundlage die Tatsaehe anffihren, dab STRAVSS (1938) im Gegensatz zu allen bis- herigen Erfahrungen glaubte, bei Ericulus eine Fortdauer der Follikel- entwicklung bis zum l%eifestadium auch w~hrend der frfihen T~tigkeits- periode des Corpus luteum beobachten zu kSnnen. Welcher Hypothese nun der Vorzug zu geben ist, kann hier nicht entschieden werden; als auff~]]ig so]] jedoch vermerkt sein, dab bei den beiden untersuchten Die KerngrSl~e des Follikelepithels beim Borstenigel. 259 Tabelle 5. Vo lumina der Ep i the lkerne aus Ter t i i r - und Max imal fo l l i ke ln . Ter t i i r fo l l i ke l Klasse 36 ] I Di- oestrus Oestrus Met- oestrus Lutein- phase 5a 3 63 1 2 5 7a 29 43 83 63 62 31 59 72 144 4 i6 7 1516 8 1 19 14 1413 _7 i 32 1 I 4 9 10 13 14 22 15 7 6J 1 2 6 7 17 15 18 17 - ~ - - - 4 2 1 8 lO I627 18 1 2 414 15 15 23 12 6 2 1 6 2 2 3 1 2 3 2 3 713 7 141319 7 7 2 1 I 4 5 15 11 20 19 14 8! 4 I 1 11 615 11 14115 14 7 I 288 1 4 I ~_ 1420!18 i1614 5 1 1 1 4 6 9 920 15 1011 7 4[ 2 1 i i 613 ~ol 916 i6~1- ' ~ 3--1 1- - I I - - i i 1146 . . . . . . i 8 17 27j23 11 1 4 Max imal fo l l i ke l 36 5 2 3 1 4 1721 144[ 288[ 51416 20 13 15 7 1 4 2 514 ~0161519 3 - i~S i 5 2 10 22 22 17 12 4 2 1 I 2 10 11 27 24 5 8 5 2 1 ] . 2 3 10 19 311611 5 2 1 1 5 7 16 19 2111 13 6 1 I 9 13 14 22 25 11 2 4 4,_11 18 24 20 14 8 1 i 1 3 3 14 32 17 17 12 __4 11 10 15 __21 18 14 21__3 _1 I __ 2 6 9 I~q282212[ 3 3 1 ! 3 5 511117 171713! 8 3 - - 8 [~- ~ ~ ~2-1 - - :lasse 6a 29 Di- 7a oestrus 5 a 5 43 8 83 Oestrus 36 69 68 Metoestr. 70 31b Lutein- 60 phase 57r I l 576 17" 260 S. Niklaus: Friihstadien des gelben K6rpers (Tabelle 3) der Ort grSBter Hgufung bei einem Fall (Ser. 31) in Regelklasse 144 und im anderen Fall (Ser. 64) in die unmittelbar benaehbarte Zwischenklasse 167 fgllt. So kann der im Eierstoek wirksame Vergr6Berungsfaktor, der die Follikelepithelien ovulierender Follikel (s. Tabelle 5, Ser. 70) langsam zu Granulosalutein- zellen werden lgBt, aueh die Kerne anderer Eifollikel zur Volum- vermehrung anregen. Bei den Corpora lutea (Tabelle 3), fgllt, wie eben schon kurz an- gedeutet, der Kurvengipfel einmal in das Gebiet der Regelklasse 144 (Ser. 31, 64 und 60), um dann bei Ser. 59 in Klasse 288 aufzutreten; dabei wird aueh der n~chste Verdoppelungssehritt noch getan, indem 3% der Kerne dieser l~eihe 566# 3 erreiehen. Dieses Resultat best~tigt nicht nut das rhythmisehe Kernwachstum, sondern l~Bt deutlieh aueh zwei Klassen von Granulosaluteinzellen auseinanderhalten. Die grSBten Hgufungen in oder bei Klasse 144# a gehSren Frfihstadien der Gelb- kSrperentwieklung zu, w~hrend der sieh die betreffenden Keime in der Tubenpassage (Ser. 64) oder in der Praeimplantationsphase (Ser. 31) befinden. Der in der ngehsthSheren Regelklasse liegende Kurvengipfel (Ser. 59) stammt aus einem Corpus luteum des Blfitestadiums, so dab sich hier bei einem niederen Placentalier, analog dem Verhalten beim Menschen (~I~TZSCHE), eine schrittweise Volumvermehrung der Granulosaluteinzellen ergibt. HrsTZSCHE konnte am mittleren Kern- inhalt ein Corpus luteum menstruationis von einem Sehwangersehafts- gelbkSrper differenzieren. Dabei liegt der Ort grSBter Hgufung ffir die Granulosaluteinkerne des Corpus luteum spurium mit den Epithelkernen des Reiffollikels in der gleiehen (dritten) Regelklasse; nur die Umbildung zum Corpus luteum graviditatis lgBt die Kerne ihren Verdoppelungsschritt tun. Beim Borstenigel sind die Verhgltnisse, abgesehen yon den Klassen- unterschieden, recht i~hnlich; als Ausgangspunkt dfirfen wir dabei jedoeh nieht den Gipfelwert 102# a der Terrier- und Maximalfollikel w~hlen, weil mit der weiteren Reifung dieser Follikel zur ,,Sprungbereitsehaft" und mit Beginn der EiausstoBung die Kerne ihren Inhalt bis gegen 144 #~ vermehren (Tabelle 5). Dieser Wert reprgsentiert meines Erachtens das Basisvolumen, yon dem aus bei Ericulus die Transformierung zum Kern der Granulosaluteinzelle des Blfitestadiums erfolgt. Abb. 2 mSge in graphischer Darstellung die wesentliehsten Ergebnisse der an den Granulosakernen yon Ericulus durehgefiihrten Messungen bildlich vor Augen ffihren. FOr die einzelnen Follikelgattungen sind jeweils nur die Orte grSBter Hgufung eingetragen; aus jeder eharakteristi- schen Zyklusphase wurde zur Erlguterung des speziellen Kernwachstums ein typisehes Beispiel gew~hlt. So zeiehnet sich bei dem dioestrischen Tier (Ser. 29) die yore Primgrfollikel fiber den Sekundgr- zum Tertigr- follikel allmahlich ansteigende Volumzunahme deutlich ab, wghrend der Die KerngrSBe des Follikelepithels beim Borstenigel. 261 zugehSrige Reiffollikel wieder kleinere Kerne aufweist. Auch fiir das briinftige Objekt (Ser. 8a) findet sich ein recht ahnliches Verhalten mit dem einzigen Unterschied, dal der Kurvenscheitel in Klasse 144 schon w~hrend des Stadiums des Sekund/~rfollikels auftritt, was ich fiir Ericulus als Norm betrachten mSchte. Man kSnnte dieser Auffassung vielleicht gerade auf Grund der Abb. 2 entgegenhalten, im Oestrus erfolge eine Linksverschiebung des rhythmischen Kernwachstums im Z88 m 9 . ' $ ~IOBStPUS = Z8 / Oestrus = s~ / N Pra~12npl~nt, = 31 f 20# Plac- Phase = 59 / 1## ~ - - - - 0 ~ - - - - - - - - - 0 ~ 0 " - " / / . . . . kbb. 2. V ie r typ isehe Var ia t ionsre ihen der Kernvo lumina von Fo l l i ke lep i the l i cn und Granu losa - lu te inze l len (E rk lKrung s iehe Text l). Sinne einer Beschleunigung des ganzen Ablaufes, nachdem im Dioestrus als ausgesprochener Zwischenphase eher ein langsameres Tempo der ganzen Vorgange herrsche. Ein Blick auf Tabelle 1 zeigt einer solchen Ansicht gegenfiber 'aber doch, da$ im allgemeinen schon bei den dioestrischen SekundKrfollikeln die Gipfel der Inhaltskurven erreicht werden; im Stadium des Tertiarfollikels dagegen macht sich immerhin schon wieder eine Tendenz zur Volumabnahme bemerkbar. Daraus schlol ich auf die im l~bergangsstadium Sekund~r-Tertiarfollikel er- folgende Kernteflung. Infolge der vSllig hohlraumlosen ollikelentwick- lung bei den madagassischen Centetiden ist es im Gegensatz zur Follikel- bfldung mit Hohlraumen praktisch recht schwierig, diese 1L?bergangs- phase morphologisch zu fassen; daraus ergeben sich gewisse Schwierig- 262 S. ~iklaus: keiten in der Einteilung, die bis zu einem gewissen Grad durch die Kern- messungen tiberwunden werden kSnnen. Wie die Kurven der Abb. 2 zeigen, liegt der mittlere Inhaltswert der Kerne der Tertii~rfollikel auf dem absteigenden Kurvenschenkel. Auch im briinftigen Eierstock (Ser. 8a) sind die Granulosakerne des grSi~ten Follikels kleiner als die des zugeh6rigen Sekund~rfollikels - - ein Faktum, das schon bei der Besprechung yon Tabelle 2 erSrtert wurde. Dort wurde die Meinung ge/iul~ert, die Epithelkerne befinden sich in einer nukle~ren Ruhephase, w~hrend die Zellen in dieser Zeit der sexuellen Erregung besonders lebhaft arbeiten. Der Uaterschied zwischen dioestrischen und oestrischen Granulosakernen aus Maximalfollikeln l~l~t sich leicht damit erkliiren, daB die Brunfteinfliisse im ganzen doch einen ver- grSl~ernden Einflul~ auf die Kerne austiben, wobei sich die dadurch hervor- gerufenen Differenzen allerdings in bescheidenen Grenzen bewegen. So be- tragen die Unterschiede im Kerninhalt etwa den halben Verdoppelungswert. Mit Beginn der Luteinphase nehmen vor allem die Kerne der Maximal- follikel an Volumen zu, w~hrend der Kerninhalt aus jtingeren Follikeln der gleichen Phase ihnen gegentiber keine besondere Steigerung erf~hrt. Das Kernvolumen der Granulosazellen li~l~t dabei deutlich zwei Stadien der Luteinphase unterscheiden: bis in die Praeimplantationsphase der Keime (Ser. 31) finder sich der Ort grSBter H~ufung noch nahe der Regelklasse 72, wiihrend die Kerne der Granulosaluteinzellen ihren Inhalt schon auf 144# a vermehrt haben. Mit der fortschreitenden Entwicklung des gelben KSrpers w/s der ersten Stadien der Placentarentwicklung (Ser. 59) stellt sich eine weitere Volumsteigerung der Follikelepithelkerne der Maximalfollikel bis auf durchschnittlich 144# 3 ein, wiihrend die gr61~te tIi~ufung ftir das Kernvolumen der Luteinzellen bei 288# 3 liegt. Auf Grund dieser Tatsachen erhebt sich die Frage, ob die Volumsteigerung der Epithel- kerne aus den Maximalfollikeln wi~hrend der Luteinphase nicht der Wirkung des Corpus luteum zuzuschreiben ist und somit gar nicht im Sinn einer Follikelreifung gewertet werden darf, wie es STRAVSS (1939) tat, sondern vielmehr als zus~tzliche Luteinisierung angesehen werden muB. Nachdem STRAUSS in seiner Arbeit tiber die Genese des Gelb- kSrpers bei den Centetiden auf das Vorkommen der zus~tzlichen Luteinisierung yon Follikeln hingewiesen hat, diirfte nach meinem Daftirhalten in dieser Volumvermehrung der Epithelkerne aus Reif- follikeln ein gewisser Beweis Itir die Luteinisierung nicht ovulierender Follikel gegeben sein. Wenn wir die erhaltenen Resultate nochmals rtickblickend iiber- schauen, ergibt sich aus der vorliegenden Untersuchung, dab sich die Grundklassen ftir den Kerninhalt der menschlichen Follikelepithelien und der des Borstenigels einander praktisch entsprechen: HrSTZSCHE Die KerngrSl3e des Follikelepithels beim Borstenigel. 263 land als Grundklasse 75# 3, w~hrend sie fiir Ericulus bei 72 #a liegt. Welter zeigt sich, dab der Inhalt der Granulosakerne der Eifollikel aller Stadien von Ericulus innerhalb enger Grenzen variiert und keines- wegs die yon HIN~ZSCHE fiir die KerngrSl~e menschlieher Eifollikel als typisch erkannten rhythmisehen Schwankungen aufweist. Im Gegen- satz zu den Granulosakernen des Menschen, bei dem naeh den Unter- suehungen von HI~TZSCH~ bestimmte Beziehungen zwischen Follikel- grSl]e und Kernvolumen bestehen, l~I]t sich bei Ericulus eine solche Korrelation nieht naehweisen. Beim Borstenigel kommt es wohl prinzipiell aueh zu einer Volumverdoppelung des Kerninhaltes im Ent- wicklungsgang vom Primer- (72# ~) zum Sekund~rfollikel (144#3), auf die aber in der weiteren Entwieklung zum Terti~r-Reiffollikel eine Volum- abnahme folgt. So besitzen die l%eiffollikel durchschnittlieh kleinere Kerne als die jtingeren Stadien. Die Brunft bewirkt in allen Phasen der Follikelentwicklung eine leiehte Vermehrung des Kerninhaltes; doeh betr~gt diese Steigerung im Mittel nur einen halben Verdoppelungs- sehritt. Das ganze rhythmisehe Kernwachstum der Follikelepithelien yon Ericu[us spielt sich innerhalb eines yon den Regelklassen 72 und 144# 3 begrenzten Rahmens ab; erst durch die Luteinisierung der Granulosazellen wird auch die n~chsthShere Regelklasse mit 288# 3 als Ort grS~ter Hi~ufung erreieht. Dabei sind zwei Entwicklungsstadien yon Granulosaluteinzellen an ihrem mittleren Kernvolumen zu unter- seheiden; sie differieren um eine Regelklasse (144: 288#3). Unter dem " Einflul] des Corpus luteum-Hormons erfahren aueh die Epithelkerne in den grSI~ten Eifollikeln aus der Luteinphase eine Inhaltssteigerung, deren Bedeutung doch eher in einer zus~tzliehen Luteinisierung nicht ovulierter Follikel als in einer Follikelreifung liegt. Im ganzen ist das Kernwachstum in den Granulosazellen yon Ericulus dureh eine geringe Spielbreite gekennzeichnet, weshalb von einer charakteristischen Kern- grSBe des Follikelepithels fiir die einzelnen Phasen des Sexualzyklus bei Ericulus kaum die Rede sein kann. Die geringe Variationsbreite und relative Klassenarmut der Follikel- epithelkerne beim Borstenigel diirfen als Merkmal seiner phylogenetischen Primitivit~t angesehen werden. Schon BIRKENMAIER hat bei seinen Messungen an Leberzellkernen feststellen kSnnen, dal~ die niederen Si~uger durchwegs nur eine einzige Kernklasse besitzen und somit gegeniiber evoluierteren Formen eine schm~lere Spielbreite ihrer Volumkurve auf- weisen. Diese Primitivit~t verhindert aueh eine befriedigende Anwendung der Caryometrie zur Zyklusdiagnose bei Ericulus. 5. Zusammenfassung. Mit Hilfe der Kernvolumbestimmung gelang es beim Borstenigel nicht, die beim Menschen und der Ratte typiseherweiso auftretenden 264 S. Niklaus: Die KerngrSf~e des Follikelepithels beim Borstenigel. und funktionell verursachten ~4_nderungen der KerngrSl~e yon Follikel- epithel- und Granulosaluteinzellen festzustellen. Trotzdem die Granulosa- kerne yon Ericulus derselben Grundldasse angehSren wie die yon Mensch und l~atte, zeigen jene eine viel geringere Spielbreite wie diese; ferner f~llt ihre relative Klassenarmut auf. Wiihrend des Wachstums vom Primer- zum Sekund/~rfollikel verdoppelt sieh der Inhalt der Follikel- epithelkerne, worauf in der weiteren Entwicklung zum l%eiffollikel eine Vohamabnahme der Granulosakerne erfolgt. Diese Tatsaehe sttitzt die Vermutung, dal~ im Reiffolhkel des Borstenigels verhi~ltnism~l~ig geringe Hormonmengen produziert werden, was mit das Fehlen eines antrum ]olliculi erkli~ren kann. Erst die Luteinisierung der Granulosazellen bewirkt eine rtochmalige Verdoppelung der Kernvolumina, was auf eine starke funktionelle Beanspruchung der Zellen hinweist. Die Abweichungen gegeniiber den Befunden bei Menseh und Ratte shad leicht mit der phylogenetischen t)rimitivit~t yon Ericulus zu erkl~ren. Literatur. Birkenmaier, 0.: Vergleichend-anatomische Untersuehungen tiber die ZellkerngrSBe im Wirbeltierstamm. Z. Anat. u. Entw.gesch. 102, 794 (1934). - - Briigger, W.: Funktionsbedingte Unterschiede der KerngrSBe im Sehmelz- organ. Acta Anat. 7, 345 (1949). - - Clara, M.: Warum ist eine mSgliehst genaue (variationsstatistische) Bestimmung der Kern-, bzw. ZellgrSBe not- wendig? Z. Anat. u. Entw. gesch. 99, 622 (1933). - - Feremutseh, K. und Ft. Strauss: Beitrag zum weiblichen Genitalzyklus der madagassischen Borstenigel. Rev. suisse Zool. 56, Suppl. 1, 1 (1949). - - Gauer, J.-P.: Kern- grSl3enuntersuchungen am ~"bergangsepithel. Ein Beitrag zum Studium der Amitose. Mitt. naturf. Ges., Bern, ~T. F. 6, 85 (1949). - - Hintzsehe, E.: Die KerngrSl3e der Follikelepithelien und der Granulosaluteinzellen im mensch- lichen Eierstoek. Msehr. 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