Der Einfluss des Desoxycorticosteron auf die Hyperglykämie nach intravenöser Injektion von Dextrose bei leichter Alloxanvergiftung

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    10-Aug-2016

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  • Jahrg. 27, Heft 5/6 Kurze wissenschaftliche l~Iitteilungen. 99 1. Februar 1949

    Zellforsch. 18 (1936). ~ LwRE~ u. LORENZ: Strahlenhk. 77, It. 1. ~ MA~~: Schweiz. reed. Wsehr. 1947, 114. igv~r: u. BoY~S: Ther. Gegenw. 1946, 8, 47. - - O~c~E- zowsx~: Virchows Arch. ~267 (1928). - - Pricer

  • i00 Kurze wlssensehaftliehe Mitteilungen. Klintsche Woehensebrif~

    einer tgglichen Dosis yon 30 mg und einigemale zus~tzlich als Glucosid in It0he yon 50 mg intramuskul~r injiziert. War der Hormoneffekt doutlich, so sistierte die DC-Zufuhr. Einigo Tage sparer wurde erneut mit Zucker belastet. Auf diese Art und Weise wurde insgesamt 3real der Hormoneffekt gepriift. Die unter DO erhaltenen Kurven tragen die Symbole A + P (1) (2) (3)(4), w~hrend die sog. AuslaBkurven mit A~P (1) (2) (3) gekennzeiehnet sind.

    Versuchsergebni~se und Zusammen/assung. Wie aus der Abbildung hervorgeht, steigert Alloxan die tIyperglyk~mie nach intraven6ser Beldstung mit Dextrose wesentlich. Die zuerst schnoH ablaufende glyk&mische Real~tion (Kurve I) wird dutch die Vergiftung stark verzOgert (Kurve II). Alle Blutzuokerwerte sind pathologisoh gesteigort. Nach 120 mg DO, also nach 4 Tagen, lieB sick ein ]31utzuckorspiegeI er- reichen, dor ungef~hr in der l~fitte zwischen der Vergifttmgs- kurve (II) und der Kontrolle (1) liegt (Kurve I I I , A + P 2). Ira ersten AuslaBvorsuch stieg die IIyperglyk~mie sofort wieder eindeutig an (A~P I). Die erneute Darreiehung yon DC (200 rag) senkte abermals das Blutzuckerniveau (A + P 3). Der zweite AuslaBvorsuch ergab wie der erste eine entschie- done Versehlect~tertmg dot Blutzuckerverhaltnisse, insbeson- dere erhShte s ichder Niichternblutzucker auf 170rag-% (A--P 2). Nochmalige Verabfolgm~g yon DC (200 rag) wieder- hol~e die Depression dor Hyperglyl~mie. Der Niichternblut- zueker fiel wieder uuter 100 rag-% (A-{-P 4). Dieser Versueh brachte die st~rkste Anngherung an die Kontrolle. Im 3. AuslaBvorsuoh schlieBlioh (Kurve IV, A--P3), steigerte sich die J:Iyperglyk~mie maximal auf 242 rag-% mit einem Niiehternwert yon 168 rag-%. Im Prinzip zeigten auch die anderon Tiere diesetbe Reaktion. Die Wirkung des AIloxans auf die Belastungshyperglykgmie lieB sick dutch DO hemmen. Bei Entzug des DC entwiekelte sich allmghlich wieder die Toleranzversehlechterung.

    Merkwiirdigerweise boron alle vergif~eten Tiero naeh 60 mg DC, Mso nach 2tggiger Hormonzufuhr, eine zusgtzliche Erh6hmag der pathologisehon Hyperglykgmie (A+P1). Ferner fiel auf, dab die Tiere, die einen reversibten Alloxan- diabetes fiberstanden hatten, auf die gleiehe Vorgiftnngsdosis nicht mehr mit derselben pathologischen ttyperglyk~mie wie nach der erstenVergiftung reagierten. Die .~nderung der glyk. gmischen Reaktion lag innerhalb dot physiologischen Streuung.

    Zusammerdassend ergibt sick also, dab das DC lgngere Zeit hochdosiert gegeben die nach loichter Alloxanvergiftung im intravenOsen Zuckerbelastungsversuch auftretende patho- logische Hyperglyk~mie sowohl beim ttund als auch beim Kaninchon senkt. Mit dieser Wirktmg entfaltet das DC einen dem Insulin ~hn]ichen Effekt auf den Blutzuoker bei rever- sibler Alloxanvergiftung.

    Fiir die Teilnahme an dor technischen Ausfiihrung der Vorsuche wird dora Chemie-Laboranten ~Ierrn W. ROM~ELT hiormi~ gedankt.

    Literatur. ABDEl%HALDEN: Ditch. med. Wschr. 1.946, 241. Dv~, J. S.: J. Path. a. Bacter. ~ (1943). ~ :FOLDI, SX~no~ u. Sz~6: Experientia 7, 279 (1948). - - ]~LE and T~o~N: Amer. J. Physiol. 18 ,, 670 (1941). - Jo~A~ : Schweiz. reed. Wsohr. 1946, 886. - - KS~E~ u. FLECKE~STEI~: Dtsch. Arch. klin. Med. 191, 6, 578 (1944). - - KO~LE~ u. HA~SC~KE: Klin. Wsohr. 1948, Nr 19/20, 300. - - L~szT: ~rztL Nh. (Sehweiz. t tdt ) 1947, 4, 373. - - LIEB~A~: Schweiz. reed. Wsehr. 1944, 1339. - LonG, KATZI~ and F~: Endocrinology (Am.) 26, 309 (1940); 29, 649 (1941). - - ~CB~Y~)E and LA BALZE: J. etin. Endocrinot. 4, 287 (1944). ~ MARIE U. RIVlE~: Schweiz. meal. Wsohr. 1948, 112. ~ SOFFEm Diseases of the Adrenal 1946.

    ZUR ROLLE DER ~EBENNIERENRINDE, BESONDERS DES DESOXYGOR~I~OSTEI~O~ACETAT$ (DOCA)

    IM K 01tLENHYDRATST OFFWECHSEL. "V-on

    ~l~ANZ X&V~ ]z[AUSBEI~GE~, Aus der Medizinischen Univer~it~i~sktinik Ertangen

    (Direktor; ~rof. Dr. K. ~L~Es) .

    (E~ngegangen am 22. September 1948.)

    Im deutsohspraohigeu Schrifttum ~4rd vielfach die Meinung vertroten, dab die Nobem~ieren~inde

    1. don Kohlemhydratsto~weehsel in einem der Insul~n- wirkung ~hnliehen Sinne beein~lu$t. Diese Ansicht finder sieh nouerdings besonders oft in der deutsehenklinischenLiteratur.

    2: DaB dleser Nechanismus dadurch zustande kommt, dag die Nebennierenrinde die Phosphoryliorungsvorgi~nge im Organismus erm(iglicht und

    3. dag Doca siimtliche Yunktionen der Nebennierenrinde ausiiben kann und im obigon Sinne wirkt.

    A11e dlese Anschauungen haben sick als irrig orwiesen, wie bereits bis 1941 feststand.

    Zu 1. Seit den Untersuchungon yon LoxG ist erwiesen, daf~ die Nebennierenrinde im Kohlenhydratstoffwechsel ei'nen insulinagonistischen EinfluB ausiibt, d.k. die Kohten- kydrattoleranz yon Mensch und Tier vorminderL die Neu- bildung you Zucker aus EiwoiB f6rdert, seine Verwertung aber kemmt. Dieser Effekt wird beohachtet bei tier In- joktion sehr hi~ufiger und grogor Dosen yon Vollextrakten belm Menschen, bei normalen Tieron und solchen, denon die Nebenniorenrinde, die I-Iypophyse odor das Pankreas ontfernt warden. Bestimmto Sterine yon den bisher isolierten 28 wirken jedoch schon in Gabon yon einigen Milligramm t~gl.ieh diabetogen. Diese Eigensehaft zeigen nut Cn-Atom oxydier- ten, am s~rksfen das Hydroxyeorticosteron. Soit 1941 ist es I~GIm wiederholt getungen, in 13est~Cigung seiner It ;her an diabetisehen Ratten durchgeffikrton Versuche auch bei normalon Tieren ein typisckes diabetisches Zustandsbild her- vorzurufen. Die Sterine, die nut einige Tage gegeben wurden, Mrkten fiir die Zeit der Verabreichung diabetogen. Aueh die Zufuhr eines, der wahrsckeinlich zahlroichen corti- cotro~en Hormone fiihrt zu einem Diabetes bei gloichzeitiger enornaer Hyportrophie tier ~ebennieren. Ikre tggliehe Hor- monabgabe kalm dabei einom _~quivalent entspreehend oiner Extrak~monge aus 800~1000 g Rindernebermiere berechnot werden ( I~nE 1946).

    Auch in einem nnserer Versueke kommt der insulinago- nistische EinfluB der ~ebennierenrinde doutliek zum Aus- druck. Wit gabon Ratten in stoigenden Dosen Depotinsulin, begmnend nut 2real 1 E taglich bls 2mal 32 E naeh 3 b s 4 Wechen. Nach Unterbrechung der Insulinzufuhr kommt es bei den Tieren sohr h~wfig, wie bokannt zu einor erheblichen Glykamie, GhcosmJe und golegentlich zu einem tSdlichon Korea, Erscheinungen, die auf die kompensatorische funktio- nelle Hypertrophie dor wichtigsten Antagonisten des Insel- apparates ~ der Hypophyse und dot Nebomaierenrinde zuriickgeffihrt werden. Die Tiere, die bis zum Versuchsende tiberlebten, zeigen immer eine gelegentlich 100 %ige Neben- nierenhypertrophie, die fast ausschliol~lieh die Rinde betraf. Bei denjenigen Tieren, die w&hrend dot Injektioncn untor hypoglykgmischen Zoiehen zugrunde gingen, war diese Hyper- trophie gering oder fehlte ganz. Das Einsetzen dor diabeti- schen Symptome beginnt gew6hnlich 24 Stunden nach Ab- setzen des ]~sulins nnd kann vermieden werden, werm zu diesem ZeitpuI~kt (24 Stunden post inje_tionem) eine subtotale Adrenalektomie durchgefiihrt wird. Erfolgt diese bereits einige Stunden nach der letzton Injektion, wenn das ver- abreichte Insulin noeh wirksam ist, odor auch zu Versuohs- boginn, so kommt es zum t6dlichen hypoglykamischen Sclmck. Nack AusschaI$ung der Nobennieren linden sick also Mle bekann~en Erscheinungen dot Insuliniiberempfindlichkoit.

    Zu 2. S&mtliche zum Toil allerdings noch sehr hypothe- tischen Phosphoryliorungsvorg/~nge verlaufon normal, wenn die adrenMoktomierten Tiere dutch kochsalzroiehe, kMium- arme Kost bzw. durch Koehsalzzufuhr in gutem Zustand gehalten werden. Die ZuekerresorpMon, Glykogenablagerung in dot Lebor, Synthose yon Vitamin B 1 und B2 usw. sind dann nicht gest6rt. Laetoflavinphosphorsi~ure vorl~ngert aueh nicht das Leben nebennierenrindenloser Tiere. Im I3xsuffizienz- stadium ist andorerseits nickt nur die Resorption yon Glu- cose und Fett, sondern auch yon EiwoiB, Natriumchlorid und nach unseren TCntersuchungen auch yon Wasser vermindert,

    Z~ 3. Eine Reihe andoror Storine wirkt, ~do ebenfalts Igngst erwiosen, vet allom auf den Wasser-Elektroly~haushalt und nicht auf den Kohlenhydratstoffwechsel. Zumindes$ ist die Wi~kung nioht oine nnmittelbare, sondorn erfolgt bei adrenalektomierten Tieren fiber die Wiederherstellung und Normalisierung des Wasser-Salzhaushaltes. Zu Hmen gebOrt das Doca. Verschiedentlich wurde nun boobaehtot, (tag naeh seinor Verabreichtmg bei diabotisdmn Menschen und Tieren oine :Besserung dot KohIenhydratto!eranz eintritt. Daraus wird untor anderem goschlosson, dab Doca eine dora Insulin

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