Chemiedozententagung vom 11. bis 13 April 1972 in Jena

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    06-Jul-2016

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variiert, um den EinfluB der Vcrdrehung der beiden King- systemc gegeneinander zu berucksichtigen. In Tab. 1 sind fur die untersuchtcn Liganden die Nettoladungen an den Atomen u,a'- Diimingruppierung Fermingruppierung p ? N 1 L I Cuproingruppierung u,u'- Dipyridyl m R = HI CH3 B 1.lO-PhenrJnthrolin u,u'- Dichinolylder ivate 6 5 10 1 Y 5 20 3 L Yl 17 18 R=H,CH,. Phenyl n = 0,1,2.3 des J . Haber (Krakow) Mechanismus der katalytischen Oxydation von Kohlen- wasserstoffen J . Gazo (Bratislava) Beziehungen zwischen Struktur und Eigenschaften von Kupfer( 11)-Komplexen E . Hofmann (Leipzig) Riiumliche Struktur und katalytische Eigenschaften von Enzymen H . Sonntag (Berlin) Wechselwirkung zwischen dispersen Teilchen in Zwei- und Drei-Phasen-Systemen D. Demus (Halle) Fliissige Kristalle - Grundlagen und Anwendungen Uber die Diskussionsvortrage, die in vier parallelen Sek- tionen abgehalten wurden, wird im folgenden berichtet: Rektlon A G. Engelhardt, E . Lippmann und M . Magi (Zentralinstitut fur Physikalische Chemie der DAW zu Berlin) berichteten iiber die 2W-NMR-spektroskopische Untersuchung an Organo- siloxanen und ihre Anwendung in der Silikonanalytik. In na- tiirlicher Hiiufigkeit des 20Si-Isotops aufgenommene ,O-Si- NMR-Cpektren von Methylsiloxanen verschiedener Struktur ergaben fur die mono-(M), di-(D), tri-(T) und tetrafunktio- nellen (Q) Siliciumatome scharf voneinander abgegrenzte Bereiche der chemischen Verschiebung, verteilt auf einen Gesamtbereich von etwa 120 ppm. Die Signale von M-Ein- heiten treten bei niedrigen Feldstarken auf. In der Reihen- folge D-T-Q werden Verschiebungen nach hoheren Feldern beobachtet. Innerhalb der einzelnen Bereiche sind geringe, aber eindeutig nachweisbare chemische Verschiebungen in Abhiingigkeit von der Art der Nachbargruppen feststellbar. In gemischtsubstituierten Methyl-phenylsiloxanen erhalt man zusatzliche Signale, die fur die Zahl der Phenylgruppen des Siliciumatoms charakteristisch sind. An definierten sowie technischen Silikonprodukten wurden Anwendungs- moglichkeiten und Grenzen dieser Methode in der Silikon- analytik dargelegt. P . Schneider, G. Sc.tott u. H . Kelling (Sektion Chemie der Universitat Rostock) trugen iiber die Darstellung und Eigen- schaften uon Phenoxy-jluor-silanen vor. Neben der Fluorie- rung von Phenoxy-silanen erwies sich die Umsetzung von Fluorhydridsilanen rnit Phenol in Gegenwart eines tertiiiren Amins als besonders giinstig. Verbindungen folgenden Typs wurden dargestellt: RR'SiF(0Ph-X) mit R = Ph, R' = Ph, Me und X = -N(CH,),, -NH,, -CH,, -H, -C1, -NO,. Die Si-F- und Si-0-C-Gruppierung in diesen Substanzen wurden rnit molekiilspektroskopischen Methoden (IR, NMR) untersucht . K . Gob und G. Schott (Sektion Chemie der Universitat Ro- stock) setzten Lithiumalkyl-phoaphinyle und -thiophosphinyle rnit Chlorsilanen um. Methyllithium reagiert mit Ph3P=X (X = 0 oder 8) gemal: Ph,P=X + CH,-Li + Ph,P(X)-CH,-Li + Ph-H Mit Chlorsilanen (R,SiCI) erhalt man in einem zweiten Schritt die entsprechenden Triorganylsilylsubstitutionsprodukte (Ph,P(X) -CH,-SiR,). A . Tzschach und K . Piinicke (Sektion Chemie der Martin- Luther-Universitiit Halle-Wittenberg) sprachen iiber Syn- these und strukturanalytische Untersuchungen der Stanna- trane. Aus Dialkylzinnoxiden und Diathanolamin bzw. Stannosauren und Triathanolamin konnten die entsprechen- den Stannatrane, R,Sn(OC,H,),NR (I) sowie RSn(OC,H,),N erhalten werden. MoBbauer- und H-NMR-spektroskopische Untersuchungen sowie insbesondere Dipolmomentmessungen beweisen eine intramolekulare Pentakoordination am Zinn- atom. H . Kohler, U . Lange und B. Kotte (Sektion Chemie der Mar- tin-Luther-Universitiit Halle-Wittenberg) trugen uber Syn- these- und Struktur- Probleme neuer Organozinnpseudohalo- qenide vor. Verbindungen folgender Typen: R4-,SnX, [n = l,?; 3 = CH,COC(CN),, CH,CONCN, NOC(CN),, NO,C(CN),, C,CN),, N(CN),] ; (RpSnY), (n = 4; Y = NCN) wtirde,i 2.B. gemaB R,-,SnCI, + nAgX + H,-,SnX, + nAgCl erhalten und rnit Hilfe der IR- sowie MoBbauerspektroskopie niiher untersucht. Die Liganden C(CN), und N(CN), sind iiber Stickstoff an das Zinn gebunden, bei den anderen Liganden dominiert die Zinr-Sauerstoff-Bindung. Weiterhin zeigten die Untersuchungen, daB fur das Zinn in diesen Verbindungen Koordinationszahlen > 4 anzunehmen sind. Uber preparative, spektroskopische und thermochemische Un- tersuchungen an Dithiocyanat-bis- (metonitril) -beryllium(II) berichteten W. Hanay und H. Bohland (Sektion Chemie/Bio- logie der Padagogischen Hochschule ,,Dr. Theodor Neu- bauer", Edurt/Miihlhausen). BeCI, in Acetonitril ergibt mit Ammoniumrhodanid BeCI(NCS)(CH,CN), und Be(NCS),(CH,CN),. Es gelang nicht, durch thermischen Ab- bau solvatfreies Berylliumrhodanid darzustellen. Ph. Thomas, H . Spindler, D . Rehorek und H . Henning (Sek- tion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig) untersuch- ten die Komplex- und Photochemie uon Kupfer(II)-Kom- plexen mit Liganden vom Cuprointyp. Der Ligand 2,3,8,9-Di- benzo-4,7-dimethyl-5,G-dihydro-l, 10-phenantrolin (cup) be- sitzt wie 2,9-DimethyI-l, 10-phenantrolin die ,,Cuproin"- Gruppe I II II I R-C=N-C-C-N=C-R. ESR- und Elektronenspektren, Leitfiihigkeitsmessungen u.a. zeigen, daB Komplexe des Typs [Cu(cup),X]X ( X = ein- w-ertiges Anion) verzerrt oktaedrische Struktur besitzen. Lichteinstrahlung in die Ligandenbanden fiihrt iiber einen irreversibltm PhotoredoxprozeB zu stabilen Kupfer(1)- Komplexen. In Abhiingigkeit von verschiedenen Faktoren wurde die Quantenausbeute der Photoreaktion bestimmt. R . Heber, R. Kirmse und E . Hoyer (Sektion Chcmie der Karl- Marx-Universitat, Leipzig) fiihrten Untersuchungen an Thio- selenocarbzmat-Komplexen durch. Sie erhielten aus CSSe und HNR, die Dialkylammoniumsalze von Thioselenocarbamaten (I). Mit Ubergangsmetallionen reagieren sie zu intensivfar- bigen Neutralchelaten. Die Ligandenfeldstiirke von I , be- zogen auf Cr(III), wurde bestimmt. Die Cu(I1)- und VO(1V)- Chelate wurden EPR-spektroskopisch charakterisiert. D. Rehorek, R . Kirmse, Ph. Thomas und E . Uhlemann (Sek- tion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig, und Sektion Chemie/Biologie der Padagogischen Hochschule ,,Karl Liebknecht", Potsdam) beschrieben ESR-Untersuchungen an Kupfer(II)-Chelaten von Monothio-8-Diketonen. Sowohl in fliissigen und gefrorenen Losungen als auch an polykristal- linen, diamagnetisch verdunnten Proben wurden stets gut aufgeloste ESR-Spektren erhalten. E s wurden MO-Berech- nungen durchgefiihrt und die Bindungsverhdtnisse disku- tiert. h'. Uhlernann und F . Dietze (Sektion Chemie/Biologie der Padagogischen Hochschule ,,Karl Liebknecht", Potsdam, und Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitiit, Leipzig) berich- teten iiber planar-oktaedrische Konfigurationsisomerie an Nickelchelaten tert.-butylsubstituierter @-Diketone. Als Ligan- den wurden Verbindungen folgenden Typs eingesetzt : R-C(0) -CH, -C(O) - C(CH,), (R = substituierte Phenyl- reste, Naphthyl etc.). Es wurden Kriterien fur die Synthese der Isomerenpaare und die Lage der Assoziationsgleichge- wichte in Losung genannt. Neben bereits bekannten erwiesen sich auch elektronische Einfliisse von den Liganden bei die- sen Untersuchungen als bedeutungsvoll. tfber die optischen Eigenschaften won Gemischtligandchelaten von Eisen(III)-Ionen mit o-Diphenolen und Aminopolymr- 306 2. Cheiir., 12. J y . ( 1 9 7 2 ) Krft S bonsduren bericht,eten S. Koch, und G. Ackermrrlin (Sckt>ion Chemie, Bergakademie Freiberg). Mit, Tiron (H,L) z. B. uritl Koniplexen des Eisen(II1) mit EDTA bzw. NTA biltlen Hich ternare Komplexe : FeX(H,O), -+ H,L --f FeXL + %H,O+ ( X = Nitrilotriacetat) F e y + H,O - f - H,L + FeHYL 4- H,O+ (Y = Athylendiamintetraacetat) Die Absorptionsspektren und Extinktionskoeffizienten der ternlren Chelat,e werden mit denen der binaren (FeL,) ver- glichen. Gegeniiber FeL sind die A,,,-Werte des farbgebenden Elektroneniiberganges von FeXL bzw. FeHYL hypsorhrom verschoben, was durch einen Charge-transfer-Mec.haiiisniiis (L + Fe) erklart wird. Aus Lage und Intensitat der Absorp- tionsbanden ergeben sich analytisch wichtige Folgerungrn uber die Brauchbarkeit solcher Systeme zur quant>it,ativen Bestimmung von Eisen(II1). G. Werner, R. Altendorf und H . Holzapfel (Sektion Cheniie der Karl-Marx-Universit,at, Leipzig) untersuchten die Kinetik des Ionenaustauschs bei der Elution vow Seltenerden ni it Korn- plexbildnern. Als Chelatbildner kamen a-Hydroxycwbon- sauren, Hydroxyat,Iiyliminodiessigsaure und Aminopoly- carbonsauren ziim Einsatz. Unter Standardbedingungen wur- den am Kationenaustauschharz Stufenzahl bzw. Stufenhohe ermittelt, wobei sich zeigte, daB beide GroBen stark vom ver- wendeten Chelat,bildner abhangig sind. (Stufenhohen: Milch- saure 0,12 em, Diaminocyclohexantetraessigsaure 1,13 em.) Die Autoren schlagen vor, die Gleichung von Gliickauf, nach der die Stufenhohe durch die KorngrGBe des Harzes sowie die Gel- und Filmdiffusion nnd die Longitudinaldiffusion be- stimmt sind, fur den Fall des Austausches rnit Komplexbild- nern um ein Glied dReakt~,,, zu erweitern, das die langsame Reakt,ion bei Bildung und Zerfall der Chelatkomplcxc he- riicksichtigt. H . Mdschiner und A . Steinert (Sektion Chemie der Mart,in- Luther-Universitat Halle-Wittenberg, Halle) trugen die Er- gebnisse polarographischer Untersuchungen von Schwertnutall- komplexen in Dimethylfornlumid vor. Wahrend nur im Valle des Ti(II1) eine Oxydationsstufe beobachtet wird, konnten fur andere 3d-Zentralat,ome in Abhangigkeit von deren Na- tur und vom Liganden eine Heihe von Reduktionsstufen be- obachtet werden [Beispicl Cr(III)acetylacetonat, cine, Cr(I1I)dibenzoylmethanat drei kathodische Stufen]. Allgemein ergaben sich folgende GesetzmaDigkeiten : Zu- nehmende Phenylsubstitution am Liganden (Acetylacseton- Benzoylaceton-Dibenzoylmethan) bewirkt eine Zunahme der Zahl kathodisrhcr Sttifen, eine Zunahme der Reversibilitat der Reduktion sowie eine Verschiebung der Halbst ufen- potentiale nach positiveren Werten, was einer erleichterten Rediiktion entspricht. H . P. Prey und G . Ackermann (Bergakademie Freiberg) zcig- ten an Hand von adsorptionschromatographischen Tren- nungen, die Bedeutung des freien Schichtvoluvnenty in rler Diinnschichtchromcctogrnphie. Anderungen der 12, -We.rt?, cler Trennstufenzahl, der Auflosung von Banden iind tler Ge- schwindigkeit der Losungsmittelfront sind die Folgen tliner Beeinflussung des freien Schichtvolumens durch Struktur- anderungen der Schicht oder durch sorpt,ive Vorbehandl~ing, So andern sich z. B. Rf-Werte undFlieDgeschwindigkeit durch Verringerung des freien Schichtvolumens mittels sorpt,iver Vorbeladung. A u s diesen Befunden ergeben sich Schliisse fiir die praparative Technik der Schichtherstellung. C:. Kraus (Martin-Lut,her-Universitat Halle-Wittenberg) be- richtete uber llntersuchungen an Tragermaterialien f i r die Gas-Chromatographie. Es wurde ein Vergleich zwischen gas- chromatographischen Trennwerten und Absorptionsmessun- gen, Messungen der katalytischen Aktivitat und Struktur- untersuchungen mittels elektronenmikroskopischer Aufnah- men durchgefiihrt und eine Einbeilung der Trager (anf Kie- selgurbasis) in verschiedene Gruppen vorgeschlagen. Danarh besitzen z.B. Chromosorb W-S urid Kieselgur S sehr giite, Tordith und Diaphorit schlechte Tragereigenschaften. W . Engewald, G. Mann, H . Werner und K . I). Scerbnkoou (Karl-Marx-Universitat, Leipzig, und Staatliche Lomonossov- Universitat, Moskau) untersuchten die udsorptio?Lschror,l.nlo- graphisctke Trennung tion Polymethylcyclohexanen fcn gra- phitiertem thermischem RuJ. Dieses Tragermaterial eignet sich ziir Trennung der Stereoisomeren von Tri-, Tetra-, Pen- ta- und Hexamethylcyclohexanen. Die halbempirisch gefun- denen Potentialenergien der Adsorption auf Basis Graphit wurden mit den erhaltenen Retentionssequenzen verglichen. Die Quantenausbeuten einiger Photorea.ktionen in festen Schich- ten wurden von K . Schiller, N . Klein und K . E'sser (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Merseburg) ermittelt. Sie beschrieben eine Apparatur, mit der Quantenausbeuten unter AusschluB von Hauerst)off er- rnittelt werden konnen, wobei sowohl mit monochromati- schem als auch mit dichromatischem Licht gearbeitet werden kann. Am Beispiel p-substitnierter Benzoldiazoniumsalze in Polyvinylalkohol wurde gezeigt, daB diese Reaktionen offen- bar nach einem ahnlichen Mechanismus wie in Losung ab- lau fen. Der Mechanismus der Redoxreakt,ion zwischen Methylenblau- EDTA uncl Thionin sowie Toluidinblau-Allylthioharnstoff wurde diskutiert. I m Gegensatz zur Losung hat Sauerstoff in der festen Schicht keinen EinfluD auf die Iteaktion. K . Palm und 0. Schroter (Sektion Mathernatik/Physik, Pad- agogische Hochschule Erfurt) trugen die Egebnisse von kinetischeii Untersuchungen zur Photochromie nusgeu3dhlter Salicylidenanile vor. Sie beschrieben eine Apparatur, rnit deren Hilfe kurzzeitspektroskopisch an kristallinen Proben und Einkrietallen von Salicylidenanilen die Gesrhwindigkeit der Umwandlung Enol-Keto-Form gemessen werden kann. Die Lebensdauer der auftretenden Fliioreszenz wurde eben- falls experimentell ermittelt, (75 Mikrosekunden). Uber experimentelle Untersuchungen zur photochpnrischen und therrnischen Vernetzung von Polyvinylcinnamat berich- teten H . Pietsch und L. Kuhnert (Forschungszent,rum Orwo, Hauptabtsilung Berlin). Sie zeigten mit Hilfe von 1R- und UV-Messungen und durch diinnschichtchromatographisclie Trennung der Reaktionsprodukte (nach Verseifung), daD photochemisch analoge Reaktionsprodukte wie bei der Photoreaktion monomerer Zimtsaureverbinclungen gebildet werden ; durch thermische Reaktion entstehen weder Cyclo- hutanderivate noch tritt eine cis-trans- Lsomerisierung ein, so daB auf einen andersartigen Mechanismus geschlossen wird. Quantenchemische Berechnungen zu Proble'men der photogrrr- phischen Schwarz- WeiJ-Entwicklung fuhrten H . J . Ilofmnnn, M . Scholz und C . We$ (Sektion Chemie der Karl-Marx-Uni- versitat, Leipzig) durch. Sie zeigten, daD es moglich ixt, qrian- tenmechanische Angahen iiber die Aktivitat von Entwicklw- substanzen zu erhalten und gewisse empirische Regeln iiber den Zusammenhang zwischen Struktur und Entwirkleraktivi- tat zu erkliiren. Auch die Reaktionen der chinoiden Oxyda- t,ionsprodukte des Entwicklers sowie die Desaniiniernng der Chinondiiniine ist quantenmechanisch erklarbar. A . Antonown, R . Borsdorj und G. Fischer (Sektion Cheniie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig, und VEB Filmfabrik Wolfen, Fotochemisches Kombinat) untrrsnchten die Adsorp- tion photoyruphischtr Stabilisatoren a7~ Silberhuloge,nid. Mit Hilfe IR- und UV-spektroskopischrr Messungen konnten Bv- ziehungen zwischen Adsorption und desensibilisicwnder Wir- kung hergestellt werden. Eingesetzt wurden Phenylrnercapto- tetrazol bzw. 6-Methyl-7-hydroxy-l,3,4-triaza-indolizin bei verschiedenen pH- Werten und Konzentrationen. Uber massenspektroskopische Untersuchungen an einigen H(L - logeniden und Alkoxyehloriden der 5 . Gruppe des Perioden- systems berichtete H . Preiss (Zentralinstitut fiir Physikali- sche Chemie der DAW zu Berlin, Berlin-Adlershof). Tin festen 307 Zustand tetramere Halogenide ergeben in einigen Fallen (NbF,, TaF,) als masscnreichste Peaks tetramere Molekul- ionen M,F,,+, wahrend andere (SbCI,F, NbCI,F, TaC1,F) nur Peaks monomerer Molekulionen zeigen. Fur Verbindungen der Art (RO),MCI,-, (M=Sb, Pu'b; x = 0...5; R = CH,, C,H,) bestatigte sich auch im Massenspek- trum der dimere, alkoxy-verbruckte Aufbau. Fur die genannten Verbindungen und PCl,, SbCI,, NbCI,, TaCI,, MoCI, sowie AICI,, GaCI,, SiCI,, SnCI, und WCI, wur- den Zerfallsschemata diskutiert. E . Butter, B . Jacobs und K . Jacobs (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig) trugen uber das Zink-Kon- zentrationsprofil in GaAs-Epitaxieschichten vor. Die radio- analytisch bestimmte Zink-Konzentration in den dotierten (100)-orientierten Epitaxieschichten f d l t mit wachsender Schichtdicke ab, wobei sich der Logarithmus der Konzentra- tion linear rnit der Dicke der Epitaxieschicht andert, was sich aus der Temperaturabhangigkeit des Zink-Segregations- koeffizienten erklaren IaBt. Mit Hilfe einer Gleichung fur die Temperaturabhangigkeit der Epitaxieschicht-Dicke wur- den Werte fur den effektiven Zn-Verteilungskoeffizienten als Funktion der Temperatur berechnet, die mit den experimen- tellen Ergebnissen gut ubereinstimmen. D. Linke (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-Universitat, Jena) berichtete uber eine Kosrelation von Atomisierungs- enthalpien AAH und Transformationstemperaturen T, bei halbleitenden Chalkogenid- und Oxidylusern. Eine fur uberwiegend kovalent gebundene Stoffe aus den Atomisierungsenthalpien der Komponenten berechenbare ,,mittlere Atomisierungsenthalpie" AAH wurde mit Transfor- mationstemperaturen T, von Chalkogenid- und Oxidgliisern korreliert, w;bei sich fur strukturell vergleichbare Gliiser Ge- raden im T,/Az-Diagramm ergeben. Aus diesem Zusammen- hang erg ibt sich die Moglichkeit, fur beliebig zusammenge- setzte Glaser Erwartungswerte fur T, anzugeben. Die Ermittlung der Kationenverteilung in Zeolithen durch Untersuchung der Ionenaustauschkinetik im nichtstationiiren Batch-Verfahren war Gegenstand eines Vortrages von K . Pilchowski und F. Wolf (Sektion Chemie der Martin- Luther-Universitat Halle-Wittenberg, Halle). Aus den experimentellen Daten wurden differentielle effek- tive Koeffizienten der inneren Diffusion berechnet, die mit zunehmender Kationenbeladung des Zeoliths (Typen A und X) abfallen, wobei aber bei definierten Kationenbeladungen Maxima und Minima auftreten konnen. Daraus wurden Aus- sagen uber die Verteilung der Kationen in den unterschied- lichen Kafigen der hydratisierten Zeolithe hergeleitet . Ein Vortrag von H . Bremer, R. Schodel und F . Vogt (Sektion Verfahrenschemie der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) beschaftigte sich mit der Strukturstabditat und physikalisch-chemischen Charakterisierung von ionenaus- getauschten Nay-Molekularsieben (Si02/Al,0, = 4,7). Bei Eintausch des Na+ gegen NH:, Ca2+, Cu2+, Znz+, Co2+ oder Ce4+ ergaben sich in Abhangigkeit von der Art des Kations und vom Austauschgrad Veranderungen der physikalisch- chemischen Eigenschaften (IR-Spektrum, Immersionswar- men, Gitterkonstante), insbesondere der thermischen Stabi- Iitat (exothermer Peak im DTA-Diagramm). Auf der Basis der erhaltenen Ergebnisse wurden die Wechsel- wirkungen des eingetauschten Kations mit dem anionischen Zeolithgitter diskutiert. Uber die Adsorption won organischen Schwefelverbindunyen a n Molekula>rsieben berichteten K . - H . Bergk und F. Wtlf (Eek- tion Chemie der Martin-Luther-Universitat Halle-Witten- berg). Untersucht wurde die Adscrption von n-Alkyl-, iso- Alkyl- und Arylmercaptanen an Molekularsieben vom Typ A und X, die durch verschiedene eingetauschte Kationen modi- fiziert waren. Die Adsorption der Schwefelverbindungen ist vom Typ und der Kationenart des Molekularsiebes, der Art ~ ~~ der Schwefelverbindung, von den vorhandenen Kohlenwasser- stoffen und den physikalischen Bedingungen abhiingig. Drei Vortrlge zur Oberflachenchemie hatten Probleme der chemischen Bindung von an Oberflaehen sorbierten Moleku- len zum Gegenstand. Dazu wurden Ergebnisse spektroskopi- scher und kinetischer Untersuchungen mitgeteilt. G . Marx und F. Sieper (Sektion Chemie der Friedrich-Schil- ler Universitat, Jena) untersuchten die U V - VIS-Spektren van Aeetylen, *athylen, Benzol. Hexachlorbutadien, Schwefel- kohlenstoff, Bipyridyl, 8-Hydroxychinolin, Naphthalin und Anthracen nach der Adsorption dieser Molekiile an Nickel-Auf- dampfschichten. Es wurde gefunden, daD die kleinen organi- schen Molekiile dabei weitestgehend zerstort werden, wah- rend z.B. CS, - mindestens in der 1. Phase - unverkndert, also unter Erhalt der Doppelbindungen, chemisorbiert wird. Bei der Chemiesorption der groBen organischen Molekule bleibt das n-Elektronensystem ebenfalls erhalten, so daB die Spektren Aussagen uber die Bindungsverhaltnisse und die Veranderungen der Elektronenstruktur der Adsorbate ge- genuber den Adsorptiven zulassen. I f . W i d e und A . Kohler (Sektion Chemie der Friedrich-Schil- ler-Universitat, Jena) sprachen fiber die Gemeinsamkeiten be i rler Bildung von Molekulkomplexen und Oberflachenverbin- dunyen. Die Ramanspektren von Aceton, Benzonitril, Pyri- din und Nitrobenzol im sorbierten Zustand zeigen gewisse Analogien zu den Spektren von Elektronen-Donator-Akzep- tor-Komplexen und von Koordinationsverbindungen dieser Molekule mit Schwermetallen. Die Verschiebung der charak- teristischen Frequenzen geschieht in demselben Sinne, wie das auch bei der Komplexbildung zii beobachten ist. Daraus wird geschlossen, daO fur die an oxidischen OberflLchen auf- tretenden Wechselwirkungen die gleichen grundlegenden Bin- dungsmechanismen charakteristisch sind wie in den genann- ten Komplexen. J . Volter und 1'. Procop (Zentralinstitut fur Physikalische Chemie der DAW zu Berlin) untersuchten die Bedeekung von Platinoberflachen mit Wasserstoff (Zahl der H,-Molekule pro om2 Platinoberflache) in Abhangigkeit von der Tempe- ratur (140-600 "K) und vom Druck (10" his lo4 Torr) und schlossen aus der Kinetik der Desorption darauf, daB der Wasserstoff in zwei Formen adsorbiert wird, einer mole- kularen und einer atomaren. Die Bedeckung scheint unab- hangig von der Oberflachenbeschaffenheit (Blech, Pulver oder Film) zu sein. t fber eine neue Arbeitstechnik zur kinetischen Analyse von Desorptionsreaktionen - die fraktionierte Thermodesorp- tion - berichteten J . Kirchhof und H . Hobert (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-Universitat, Jena). Ein spezielles Heiz- programm in Form einer Siigezahnfunktion, deren Maxima stetig erhoht wcrden, fuhrt zu einer ,,fraktionierten" Desorp- tion und ermoglicht die Bestimmung der Aktivierungsenergie (ah differentielle Aktivierungsenergie in Abhangigkeit vom Belegungsgrad) auch fur heterogene Oberflichen. B . Rackow, W . Wintruff und S. Heuser (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-Universitiit, Jena) berichteten uber Unter- suchungen uber das thermische und EPR-Verhalten von Cr(II1)-dotierten Oberflachen und W . Wintruff, W. Kiihn und E . Welz (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-Univer- si t l t , Jena) uber EPR- Untersuchungen von paramagnetischen Zentren an plasmamodifiziertem, feindispersem SiO,. Hans-Otto Frohlich, Bod0 Heyn, Kurt Schmiedeknecht und Dirk Walther, Jena Sektluu 1% R. Mange und G. Pelzl (Sektion Chemie der Martin-Luther- Universitat Halle-Wittenberg) untersuchten die Doppelbre- chung van cholesterinischen kristallin-flussigen Substanzen. Fur 11 homologe Fettsaurecholesterylester und 8 Kohlen- 308 saurealkylcholestrrylester wrirde die Doppelhrec*linng der cholesterinisehen Phasen nnd teilweise aiich der sniekt isc*ht.ii in Abhangigkeit r o n der Temperatur und fur verscliietlt,ne \Vellenlangen hestimmt,. Die Doppelbrechiing der cholrsteri- nischen Phasen nimmt mit, der Temperatiir ab iind hesitat im Oegensatz zii den untersuchten smektischen Phasen ein negat,ivesVorzeichen, was auf die unterschiedliche Struktiir der cholesterinischen Phase, hei der die optische Achse mit cler Schraubenachse der sehrauhenformigen Helixstriikt,iir idcn- tisch ist, und der smektischen Phase, wo die Langsachsc. d e r Strnkt,nr die optische Achse bildet,. A . Kolbe (Sektion Chemie der Martin-Lut,her-Unirersitiit Halle-Wittenberg) sprach iiher IR-spekfroskopische Nrssun- yen nn kristalEin-,flussigen Substanzen. Es wurden honiologe Reihen der 4,4'-Di-n-alkoxybenzoesiiuren und 4,4'-Di-n-alk- oxyazoxybenzole in kristallin-fliissiger und isotrop-fliissiger Phase ini Bereirh von 838 cm-' his 1.599 em-' untersiicht. Beim Ubergang kristallin-fliissig zii isot,rop-fliissig verwhwin- den weder Banden rioch tanchen neue auf. Es andern sirli jedoch die Intensitaten fast. aller Banden alternierend niit der C-Zahl, da sich die Anisotropie der Polarisierbarkeit, heim Anban einer Methylgriippe alternierend andert. Die Spektren lassen iiber das Vorliegen von Assoziaten im isotrop-fliiwigrn Znstand eine Eiitsrheidung zii . C. Rudnkojf. R . Rndrglin, P . Junghnnn und Trnn Hrr-l'huong (Sektion Verfahrenschemie der Technischen Hochschnle fiir Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Mersehurg) hericht~eten iiber NMR-spektroskopische C:ntersuch,ungen biniirer Minehungen und die Miiglichkeiten ihrer therm,odyn Chnrakterisieruizy. Fiir hinare fliissige Mischungen ails einer aprotischen polaren Komponente [N,N-Dimethylformamid (DMF)] und einer aromatischen Koniponente wurde die Konzentrationsabhangigkeit der chemischen Verschiebung der beiden Met,hylprotonenresonanzen des DMF gemessen. Die bei der Approximation berechneter Verscliiebungeii an experinientelleri Werten erhaltenen Ergebnisse spreclicw t i e - hen der Annahme eines DMF-Aromat-(1 :l)-Komplexc.s tiiirli fur einen (1 :2)-Komplex. Unter Anwendung des Modells tler ideal assoziierten Rlischung erhllt man GE-Werte, die niir i i n - crheblich von den Daten aus LV-Messiingcn ahweicheii. U'. Diirselen (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-~Jniver- sitat, Jena) wies anf einige Unkorrektheiten bei der Ableifung rles totalen Differrntinls des chem ischen Potentials einer Kom- ponente einer Mischphase in einigen in der DDR erschienenen Lehrhichern hin, die bei der Anwendung des totalrn Uif- ferentials zii falschen Gleichungen fiihren. H . Krhleu und 1' . Rrehm (Sektion Verfahrenschemie der TH fiir Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Mersehurg, iind Sek- tion Chemie der Mart.in-Luther-Universitat, Halle-\l'ittc*n- berg) fuhrten die Ermittlung der freien ExzeJenthnlpir nu.? eutektischen Sch iiielzgleichgeicichten durch. Durch Anpassnng wurden die Parameter eines Ansatzes fur GE vom Kister-Typ aus den experimentellen Daten eute Schmelzgleichgewichte hinarer, niedermoleknlarer Nicht- elektrolyt~mischiingen hestimmt. Bei Vorliegen genauer Da- ten lassen sich gnte Ergehnisse erzielen. Durch Verwendung der Matrixschreibweise laBt sich GE auf eine einfaehtx Form bringen, 0. Rudnkoff und 1'. P . necker (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Lenna-Mersehurg) he- richteten uher Heitrage zur Strukfuraufklarung snlzhnlfiyrr L41kohol- Wnsser-Mischungen. Das System Athanol- Waxser wrirde in Gegenwart von Alkalihalogenid ehnllioskopiwh iind NMR-spektroskopisch untersucht. Ferner wiirden die Vis- kositaten und ExzeBvoluniina hestimmt. Die Ergehnisw zeigen, daB Salze mit positiver Solvatation die Struktiir der Mischung anf der Grandlage der Wasserstriiktureinheiteii stahil isieren. H . - H . Emons iind I:. Viehweger (Sektion Verfahrensehemie der T H fur Chrniie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Mersehiirg) triigen tu Frngen der Ionan- unrl Lii.sz~nysniittuliiliri:~iihruii!/ hr i der Ele kt rolyae i n 9 I knlini Pin llrh lor id- d l P 1 hrr ol- IC7rr ssr r- ~S'y~tenim vor. Zum Studium der Struktur iirid dor Solvatti- t,ionsverhaltnisse in Alkalinietallchloritl-JIethallol\\ Syst,emen wurden elektrolytische Uherfiilirungsniessiiii~(~ii dnrchgefiihrt. Bei hohereti Methanolgehalten wiirtleii hri CsCl Ionenassoziation und hei NaCl und KCI einc VcrgrGBe- rung der lonenradien festgestellt. Bei Vernachlissigiing t l er ! Anioneneinflosses konnte eine auswihlende Solvatat ioii rler Kat)ionen durch Wasser festgest,ellt werden. I . - H Emons rind B . Ponsold (Sektion Verfahrenschemie d r r TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", 1,euna-Merschurg) sprachen iiber KompressibilituterL von Blknlihrrlogrtiirl- J l p - thnnol- ?Vns.uer-Systenien als Beitrag zum Problrin drr Liisun~ys- ?n ittelstruktur. Fur Systeme Alkalihalogenid-Met~ianolWas- ser wurden die adiabat>ischen Kompressihilitaten. die ExzeB- kompressihilitaten, die ExzeBvolumina und Solvatations- zahlen ermittelt, die im Gebiet mittleren Methanolgehaltes (30-80 Mol-%) die Annahme eines Losungsmittelkomplexes rechtfert'igen. Der Solvatationsvorgang kann mit dem Frrriik- Wen-3-Zonen-Modell heschriehen werden. M . T. Riitzsch und G . Krahii (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Mersebiirg) be- richteten iiber Extrapolntion des therniodynnni ischen E x w J - wrhaltens von niedermolekularen Systemen nuf hoch ni olrkulrrrr Liisungen. An Systemen Aromat-Paraffin wurden statiwhc Dampfdriickmessungen vorgenommen. Die freien ExzeBent- halpien wiirden durch Kombinat,ion der Smtchnrrl-Ililrlr- bmnd- rnit cler Flory-Hugyins-Crlrichnng hererhnet. wohci die Korrekt,ur der Kohasionsenergiedichten iiher Eigenschitften der reinen Komponenten vorgenommen w i d . Zwischen tleni Loslichkeitsparameter nnd der Kettenlange bzw. der Tem- peratur bestelien lineare Beziehungen, die mit stc~igentler Kettenliinge einem Extremwert znstrehen. H . J . Bittrich, W . Schille und H . Cunipert (Sektion Vrrftih- renschemie der TH fur Chemie ,,Carl-Srhorlenimer", Lcnna- Mersehurg) untersuchten Moglichkriten zur Brrechriuny clrr jreien ErzeJenthalpie in hiniiren O l e f ~ n - K o h l ~ n ~ c ~ o a s r r s f o ~ ~ - Mischungen. An 23 binaren Kohlenwasserstoffsystenien des C,-C,-Bereiches wurden statische Dampfdriickmessungen durchgefiihrt. Mi t einer Komhination des Scntchrirrl-Hilrlr- brand- iind des Flory-Iluggins-Ansatzes wurden die freieri ExzeBent,halpien herechnet, wohei die Kohasionsenergie- dichte mit stoffklassenspezifischen, aber nieht hinarm cnipi- rischen Konstanten, die mit dem Loslichkeitsp,?r;imct(,r kor- relieren, korrigiert wird. M . T . Riitzsch, nnd H . Rosner (Sekt>ion \.'erfahreiisc.tieiiiit. der TH fiir Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leiina-JlerRel)iirg) hefalten sirh mit der thermodynamischen Intrrprrtntion rlrs dielekfrischen Verhaltens i n binri'ren Gemischru. Aus der 'rein- perat,urahhangigkeit der DK reiner Stoffe wurde ein Encrpie- parameter herechnet, der mit der Kohasionsenergiediclite korreliert und den gleichen Temperat urverlauf besitzt. Fiir hinare Mischungen wurden ExzeBenergieparameter berech- net und mit GE-Werten ails LV-Messungen verplichen, die fur eine grolere Anzahl von Mischungen in GrijBe und Vor- zeichen girt, iihereinstimmen. Huns- Prtrr I'rr!ytlrrnk. II.1crsctiiirg Die folgenden Vortrage der Sektion B standen irn Zeichm tlcr Elektrocheniie und illustrierten daniit in versehiedcnrr Hin- sicht die inhaltlichen Aspekte des zur gleictien Thernntik ge- haltenen Plenarvortrages von W. Forker. Prohleme der Korrosion sowie des Korrosionsschiitzrs i i n t l der Besonderheiten des Verhaltens von Festelektroden wur- den in vier Vortragen behandelt. So wwrde in einem Vortray iiher die Untersuehung der anodinchen Aufliiaung von Beryl- lium i n iunprigen Halogenidlosunyen mit der rotirrenrlen J'cheiben-Ring-Elektrode von J . Eckert i i n d CV. Forkrr (Sek- 309 tion Chemie der TU Dresden) gezeigt, daB die Scheiben-Ring- Elektrode sehr gut zur Aufklarung von Elementarprozessen bei der anodischen Metallauflosung geeignet ist. Dabei ge- lang es insbesondere, die Existenz intermediarervalenzstufen, die durch sekundare homogene Reaktionen weit,er reagieren, nachzriweisen und ihre mittlere Lebensdauer zii bestimmen. Auf dieser Grundlage konnten die anomal hohen Stromaris- beuten bei der anodischen Beryllium-Auflosung erklart wer- den. I n einem Vortrag uber elektrochemisde und physiknlisch- chemische Untersuchungen an Polymerfilmen von G . Reinhard, W . Forker und J . Ludenbach (Sektion Chemie der TIT Dres- den) wurden verschiedene Moglichkeiten zur Charakterisie- rung von Polymerfilmen vorgestellt und durch experimen- telle Ergebnisse an Systemen vom Typ Ag/Polymerfilm/ AgN0,-Losung erlautert. Zur Charakterisierung wurden Membranpotentiale, Impedanzmessungen sowie radioche- mische Untersuchungen und Autoradiographien herangezo- gen. Eine eindeutige Interpretation der Ergebnisse fur Alkyd- harz- und PC-Membranen war vor allem durch die Schwierig- keiten bei der Herstellung der Membranen erschwert. Um Probleme des Korrosionsschutzes und der Gleitfahigkeit ging es auch in dem Vortrag uber den EinfluJ von Korrosions- inhibitoren auf die Wechselwirkung einiger schwefelorganischer Verbindungen mit Nickel in nichtwabrigem Medium von R . Buchner, H . Rube und G . Jager (VEB Petrolchemisches Kombinat Schwedt, KB Zeitz, BT Lutzkendorf). I n diesem Zusammenhang wurden verschiedene schwefelorganische Schmieroladditives in bezug auf die Geschwindigkeit ihrer Reaktion mit Nickel unter Verwendung von Widerstands- messungen untersucht. Als Inhibitoren wurden einige stick- stoffhaltige organische Verbindungen sowie organische SLuren eingesetzt. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen der Struktur der Additives und der Korrosionsgeschwindigkeit in bezug auf die Nickelsulfidbilduug konnte nicht festge- stellt werden. I n einem Vortrag uber den katalytischen EinfluJ von chemi- sorbiertem Schwefel auf die elektrochemische Reduktion von Jodat an Pt-Elektroden von R. Wetzel, L. Muller und B . Krii- ger (Sektion Chemie der Humboldt-Universitat zu Berlin) wurde nachgewiesen, daD Schwefeladsorbate auf Pt-Elektro- den das Halbstufenpotential der katodischen Jodatreduktion in positive Richtung, verglichen mit der adsorbatfreien Pt- Elektrode, verschieben. Dabei wurde aus der elektrochemi- schen Reaktionsordnung sowie dem Exponenten der Henry- Adsorptionsisotherme auf eine dissoziative Chemisorption der Jodsaure geschlossen. Drei Vortrage beschaftigten sich mit Problemen der Wechsel- wirkung organischer Verbindungen mit Quecksilberelektro- den und daraus zu ziehendcr SchluDfolgerungen. So wurde von P . Hecht, M . Fischer und H . J . Bar (Sektion Chemie der TU Dresden) uber Beitrage zum elektrokapillaren Verhalten organischer Verbindungen a n der Hg-Tropfelektrode berichtet und in diesem Zusammenhang der EinfluD verschiedener Ather und Thioather auf das elektrokapillare Maximum er- ortert. Qualitative Aussagen uber den Platzbedarf der ad- sorbierten Molekule sowie uber ihre Orientierung an der Hg- Oberflache konnten gegeben werden. Von D . Vollhardt (Zentralinstitut fur Organische Chemie der DAW zu Berlin) wurde uber wechselstrompolarographische Bestimmung der kritischen Micell-Konzentration grenzflu- chenaktiver Verbindungen berichtet und die Anwendbarkeit der Tensammetrie zur Untersuchung von Gleichgewichts- und Geschwindigkeits-Prozessen von Tensiden nachgewiesen. H . Sohr und K . Wienhold (Forschungsstelle fur chemische Toxikologie der DAW zu Berlin, Leipzig) wiesen in dem Vor- trag uber die Untersuchung neuer katalytischer Strome, hervor- gerufen durch Nukleotid-Spurenkonzentrationen an der H g - Elektrode die Anwendbarkeit des Tributylphosphats, das in einem bestimmten Potentialbereich adsorbiert an der Hg- Elektrode vorliegt, zur analytischen Erfassung von Nukle- otid-Spuren nach. Die Analyse beruht auf der Wechselwir- kung der Nukelotide mit dem Adsorptionsfilm uiid der da- durch hervorgerufenen katalytischen Strome. Ein wichtiger Anwendiingsaspekt der Elektrochemie ist die elektrochemische Metallbearbeitung (ECM). E . Riiwner (Sek- tion Chemie und Werkstofftechnik der TH Karl-Marx-Stadt) berichtete in diesem Zusammenhang uber Potentialmessungen am Eisen unter den Elektrolysebedingungen der ECM. Die unter ECM-Elektrolysebedingungen aiifgenommenen Strom- dichte-Potential-Kurven gestatten jedoch noch keine Inter- pretation auf der Grundlage der ublichen elektrodenkineti- schen Modellvorstellungen iiber die anodische Metallauflosung. Uber ein neues kupferionen-sensitives Elektrodenmaterial, einer Schmelze aus Kupfer-, Silber- und Bleisulfid, und seiner Anwendung fur eine potentiometrische Titration von Kupfer sprachen J . Siemroth und J . Hennig (Sektion Chemie der Martin-Luther-Universitat Halle-Wittenberg) im Vortrag uber Bau, Eigenschaften und analytische Anwendungen einer kupferionen-sensitiven Elektrode. J . Buchholz, D. Kersten und K . - H . Heckner (Sektion Chemie der Hunboldt-Universitat zu Berlin) beschiiftigten sich mit der Bestimmung der Lebensdauer organischer Radikalionen in nichtwubrigen Medien mit Hilfe elektrochemischer Methoden. Dabei wurde eine neue elektrochemische Anordnung vorge- stellt, dis sowohl die Anwendung der rotierenden Scheiben- elektrode, der rotierenden Ring-Scheiben-Elektrode, der zy- klischen Voltammetrie und der Doppel-step-Methode als auch die Anwendung elektrochemischer Relaxatationsmethoden ermoglicht. Die Anwendbarkeit der vier erstgenannten Methoden zur Bestimmung der Lebensdauer einiger 9,lO-di- substituierter Anthracen-Kationen-Radikale in Acetonitril wurde dabei nachgewiesen. Ein interessantes theoretisches Problem der Elektroden- kinetik wurde von G . SaliB (Forschungsinstitut Meinsberg) aufgeworfen. I n seinem Vortrag uber negative Tafeljaktoren bei elektrochemischen Phasengrenzreaktionen versuchte er, kinetische Ergebnisse an der Zn(Hg)/Zn++-Elektrode in KSCN-Lsg. a n Hand eines negativen Symmetriefaktors zu erklaren. Eine widerspruchsfreie Deutung derartiger nega- tiver Tafelfaktoren war auf der Grundlage der Thermodyna- mik irreversibler Prozesse nicht moglich. Eine diesbezugliche Erklarung an Hand kinetischer ElementarprozeB-Modelle steht noch aus. Dal3 es dem Veranstalter gelungen ist, an einem Nachmittag eine fachspezifische Vortragsreihe auf dem Gebiet der Elek- trochemie zusammenzustellen, wurde von den Teilnehmern der Sektion B sehr begruBt. Karl-Heinz Heckner, Berlin J . Brunn und N . Cnstanedo (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) be- richteten uber den Einsatz der geschwachten Totalreflexion fur die quantitative Hochpolymerenanalyse. Am Beispiel von Athylen-Methylmethacrylat-Pfropfpolymeren wurde gczeigt, dal3 bei geeigneter Probenpraparation die Ergebnisse der quantitativen ATR-Analyse mit den Werten der Trans- missionsmessungen befriedigend ubereinstimmen. D . Fassler und R . Stodolski (Sektion Chemie der Friedrich- Schiller-Universitat, Jena) stellten in ihrem Vortrag zur quantitativen Auswertung von Remissionsspektren nach einem statistischen Modell eiuen kritischen Vergleich verschiedener Modelle zur Beschreibung der Remission an. Das von ihnen entwickelte Modell gestattet, allein aus Remissionsspektren Informationen uber die optischen GroDen (Absorptionskoeffi- zient, Brechungsindex) bzw. uber die KorngroBenverteilung zu erhalten. Die Uberprufung der Modellvorstellungen er- folgte an Filteglasern und synthetischem Quarzglas. R . Gall und G . Proksch (Sektion Mathematik/Physik der Padagogischen Hocbschule ,,Dr. Theodor Neubauer", Er- 310 furt/Miihlhausen) bericht,eten iiber Reflexions.Ppekfroskopischp lintersuchungen nn Charge- Trnnsfer-Komplrxen. Die Rildung der CT-Komplexe in fester Phase erfolgte sowohl dnrch Ver- mahlen und Vermischen der Komponenten (aromatische Kohlenwasserstoffe als Donat,oren, Halogenanile iind Tetra- cyitnathylen als Akzeptoren) als auch durch Kondensicw~n im Vakuuni als diinne Schicshten. Die Auswert,ung dcr Rr- flexionsspektren wurde mit Hilfe der Kubelka-Munk-Theorie durchgefuhrt. Der Vergleich der Festkorperspektren mit Losungsspektren zeigt deutliche Bandenverschiebnngen. G . Leonhnrdt und A . Meisel (Sektion Chemie der Karl-Marx- Universitat Leipzig) t>rugen uber Untersuchungen der chrni- schen Bindung in Molekiilen und Festkorpern mit Hilfr der Photoelektronenspektroskopie vor. Nach allgemeinen Einfiih- rungen in die ESCA-Spektroskopie wurde iiher die Unter- suehnngen an einigen Schwefel-, Si- und A(II1) B(V)-Verhin- dringen herichtet, wohei besonders auf die Bestimmung der Atomladungen eingegangen wurde. Aus einem Vergleicsh der Photoelektronenspektroskopie und der hochaiiflijsenden Rtintgenspektroskopie wurde der starke EinfluB von Ober- flachenladungseffekten, die die Interpretation der Photoelek- tronenspektren erschweren, deutlich. Andererseits wurde ge- zeigt, daB mit Hilfe gerade dieser Methode sonst schwer zii- gangliehe Informationen uber monomoleknlare Schichtrn er- halten werden konnen. J . E'inster, H . Kpilncker, B. Leonhardt und A . Meinel (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig) herichteten iihrr Riintgen- und elektronenspektroskopische Untersuchunypn nn Kntnlysntoren. Sie zeigten in einer vergleichenden Gegeniiher- st#ellnng heider Methoden, daB diese LuBerst vorteilhaft ziir Charakterisierung von Katalysatoren eingesetzt werden ken- nen. Wahrend die Ront,genspektroskopie vorzugsweise die Volumenzustande heschreiht und sich gut fur Aussagen iiher den geometrischen Faktor cignet, macht die Photoelektronen- spektroskopie vorzugsweise Aussagen iiher den fur die Kata- lyse wichtigen Zustand der Oberflache. Im Vortrag wiirden erste Ergebnisse solcher spektroskopischen Messungen an Tragerkatalysatoren fiir die Petrolchemie gemacht. B. Nngel und G . Geiaeler (Sekt,ion Chemie der Karl-Marx- Universitat, Leipzig) berichteben uber das Schuiingungsoer- hnlten won Metknnsulfonsuurechlorid und Methansulfonriiure- fluorid und Methnnsu(fonsuurebromid. Mit Hilfe der FU-Ma- trix-Methode wurden Kraftkonstanten und Potentialenergie- vert>eilnngen ermittelt. Die Ergehnisse lieBen einen charak- t,eristischen EinfluB des Halogenatoms auf die Kraftkonstan- ten erkennen. Die Potent)ialenergieverteilungen zeigt,en, daB die SO,-Valenzscliwingnngen weitgehend charaktmistisch sind. R . Salzer und J . Fruwert (Sektion Chemie der Karl-Miirx- Universitat, Leipzig) unt,ersuchten den Einj lu j der Ketten- lange auf die Bnndenintensitci't won Valenzschwingungen homo- loger Alkandericnte, speziell der C - X-Valenzschwingungen der 1-Halogenalkane. Wahrend die Intensitat der trans-Form mit Kettenverllngerung hei etwa t i Kohlenstoffatomen ein ausgepragt,es Maximum durchlauft, erreicht die gauche- Form einen Grenzwert. Zur Interpretation dieser Ergehnisse wurde das Modell des Feldeffektes herangezogen. E . Kleinpeter, R . Borsdorf und G. Bach (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig, und VEB Filmfahrik Wol- fen, Fot,ochemisches Kombinat) berichteten iiher N M K - /Jn.tersuchungen nn Polymethinfarbstofjen. Sie konnten zeigen, daB die gemessenen chemischen Verschiehungen drr Pro- tonen und die Elektronenspektren der Carhocyanine sich gut dnrch t,heoret,ische Berechnungen nach einem HMO-Mo- dell erklaren lassen. K . Doerjjel, H . Knsper und G. Zimmermann (TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg, und VEB Leuna- Werke ,,Walter Ulbricht") trugen iiher die Berechnung chemi- scher Verschiebungen i n der lH-NMR-Spektroskopie mit Hilfe des Anisotropienrodells vor. Am Beispiel der Bicyclo-d,?, 1- hept,cnderivate wurde gezeigt, daB die fiir 33 Suhstit iienteti ails experimentellen Daten ermittelten Inkreniente in Griilk und Vorzeichen stark von der Struktur der Substitnenten und von der Anordnung der interessierenden Protonen beziiglidi der Suhstitnenten abhangen. Der Vergleicli mit den theorcx- t iwh hereehnet,cn Inkrementen einiger Snhstitiienten n;tc.li der Non-point,-dipole-Nliherung und den1 Modell d x talekt r i - when Dipoleffektes erbrachte hefriedigendr ~ h r r e i n s t i n - niung mit dem Experiment. G . Krabbe.s, K . Damert und G. Grossnian (Sektion Chemie der TU Dresden) fiihrten Breitlinienkernresonnn~~/,e~~.qu?~ge7~ n n Verbindungen, die Amid- und Imidgruppen enthnlten, durrh. Es wurde gezeigt, daB mit Hilfe der Bandenformanalysen auf der Grundlage neuer Modellvorstellungen Arissagen iiher die Zusamniensetzung der Verbindungen nach NH,- b z w . NH-Gruppen gemacht werden konnen. R . Herzschuh und W . Hein (Sektion Chemie der Karl-hlarx- Universitat, Leipzig) zeigten in ihreni Vortrag ziir Anrrl?jtik won Isomerengemischen der C,-C,-Alkane niit Hilfp dur M r r s - arnspektrom.etrie, da13 durch die Kopplung von Gaschromato- graphie nnd Massenspektrometrie eine partielle Trennnng und qoantitat>ive Bestimmung 2. B. der achtzc,hn st,elliings- isomeren C,-Alkane nach strukturahnlichen Verbindungen nioglich ist. Durch Anwendung von EDV konnt,e die Ails- wertung des Spektrogramms wesent,lich verkiirzt werden. Qiintrr hlrrr.r, .Trnn Sektlan C R . Radeglia und E. Gey (Zentralinstitut fur Physikalisrhe Chemie der DAW zu Berlin) trrigen ilber die mittels drr CNDOl2-Methode berechneten Lodungsaertealungrn unil derrn Zusammenhang rnit physiknlisch-chpmischen Eigenschnjtpn von Vinylverhindungen vor. Die erhaltenen Werte filr Elek- tronendichten nnd Bindungsordnungen konnten erfolgreich rnit den 13C-NMR-chemischen Verschiehungen am P-C'-Atom und den integralen Intensitaten der C=C-Valenzscha ingun- gen korreliert werden. Die Korrelation niit Copolymeriqations- parametern war im Falle der CNDO/2-Rechnnng ucniger gut als hei HMO-Berechnungen. Ausgehend von den Ergehnissen von CNDO/2-Rerhnungen an sribstituierten Vinylverhindungen berechneten R. Rnrlrg- Zin und E. Gey (Zentralinstitut fur Physikalisrhe ('heniie der DA W zii Berlin) die I3C- H- und H- H- Kopplungnkon stnntrn der T'inylgruppe nach verschiedenen Ansatzen. Sir konntrn zeigen, daD der experimentelle SuhstitnenteneinfluIJ auf die Kopplungskonstanten durch die Bererhnungen richtig wieder- gegehen wird, wobei allerdings die Berucksichtigung der Atom-Atom-Polarisierbarkeiten keine entsrheidende Vrr- besserung erbrachte. F . Ritschl nnd H . Dorn (Zentralinstitut f u - Physikalisrhe Chemie der DAW zu Berlin) herichteten uher Korrplntion )'on quantenchemischen ( H M O - und o - H M O - ) Bindu?kgsordnuti- yen mit Kopplungskonstanten der ProtonenresonnnzspektreiL von Pyrazolderivaten. Sie konnten fur die verschiedenen tari- tomeren Formen von Derivaten des Hydroxy- und Amino- pyrazols zeigen, daB Lwischen der nach der HMO-Methodr berechneten Bindungsordnung und den experimentellen Kopplungskonstanten der Protonenresonanz in 3,4-Stel Iring eine Beziehung besteht, wenn die Elektronegativitnten der henachbarten Atome mitherdcksichtigt werden. H - . J . Spnngenberg, 1. Borger, H . - J . Ortlieb und W ' . S'chirnipr (Zentralinstitut fur Physikalische Chemie der DAIV zii Ber- lin) zeigten Moglichkeiten und Schn ierigkeiten bei der mole- kulstatistischen Berechnung von thermodynnmischpn Funk- tionen und Simultangleichgewichten f u r CIH- und CIEIIN- Plnsmen auf, wohei besonders auf die Berechnung der Orte maximaler Bildung brstimmter Komponenten in lokalen Gleichgewichten hingewiesen wurde. Die EDA-Komplexbildung zwischen 0x0- und Thioverbin- dungen von Elementen der 4., 5. und 6. Hauptgruppe und Halogenen und Jnterhalogenen wurde von R. Paetzold und H.-P . Sieper (Sektion Chemie der Friedrich-Schiller-Univer- sitat, Jena) kalorimetrisch und spektroskopisch untersurht,. Dabei wurden Beziehungen zwischen den freien Reaktionsent- halpien und den Valenzkraftkonstanten bzw. den Blauverschie- bungen fur die Akzeptoren sowie auch den Entropien der Komplexbildung gefunden. R. Rautschke und Ch. Dowe (Sektion Chemie der Martin- Luther-Universitat Halle-Wittenberg) brachten einen Bei- trag zur Kinetik thermochemischer Reaktionen im Gleichstrom- bogen. Sie untersuchten die Reaktion von Wolframverbin- dungen mit Kohlenstoff in Kohleelektroden. Die entstande- nen Reaktionsprodukte wurden rontgenographisch quanti- tativ bestimmt. Damit wnrden Abhiingigkeiten der Spektral- linienintensitaten von den stattfindenden t,hermochemischen Reaktionen aufgedeckt. G. Pforr, D. Meier und W . Glien (Sektion Chemie der Fried- rich-Schiller-Universitat, Jena) untersuchten die Reaktions- produkte nus Chlorwasserstojf und Methan im Niederdruck- plasma einer Glimmentladung sowie im stromfreien Plasma- strahl. Sie fanden in beiden Fallen die bevorzugte Bildung von C,-Chlorierungsprodukten. Von M. Rother (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) wurde ein Rechen- programm besprochen, das die Berechnung der Temperatur- und Konzentrationsabhangigkeit des Viskositatskoeffizienten fur konstanten Druck aus den Parametern des Stockmayer- Potentials und die Bestimmung der Parameter des Stockmayer- Potentials aus Gasviskositaten und deren Temperaturabhan- gigkeit gzstattet. J . Kempe, W . Kotte und G. Jtiger (VEB PCK Schwedt, K B Zeitz, Direktion Forschung) diskutierten die Moglichkeiten von Korrelationen zwischen chemiseher Zusammensetzung und Gebrauehswerteigenschajten von Mineralolen. Am Beispiel des Viskositiit,s-Ternperatur-Verhaltens zeigten sie mit Hilfe von Regressionsrechnungen, wie weit die analytische Zerlegung des Vielkomponentengemisches in E trukturtypen erfolgen muB, damit sie praktischen Forderungen genugt. Uber die Beeinflussung der oberflachenchemischen und kata- lytischen Eigenschajten amorpher AI,03- Si0,-Katalysatoren durch Natrium,vergijtungen aus nichtwcijriger Losung berich- teten H . Bremer, K . - H . Steinberg und Tran Khac Chuony (Sektion Chemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg). Sie zeigten, daB Alkali zuerst mit stark sauren Bronstedt-Zentren, dann mit weniger stark sauren Bronstedt- und Lewis-Zentren und zuletzt mit Oberfkchen- hydroxidgruppen in Wechselwirkung tritt . J . Hahn, U . Priisch und G. Siege1 (Institut fur Medizinische Physik und Sektion Chemie, Radiochemisches Laboratorium der Humboldt-Universitat zu Berlin) untersuchten die Was- serstof~peroxidbildung in Glutathionlosungen unter dern Ein- flu@ ionisierender Strahlen und fanden, daS die Wasserstoff- peroxidbildung bei der Bestrahlung schwach saurer, lufthalti- ger Losungen nicht linear dosisproportional und temperatur- abhangig ist. Die Autoren diskutierten eine Sekundiirreak- tionsweise, die diese Befunde erklarte. Peter Hallpap, Jena Von G. Adam, E . P . Serebryakov, N . S. Kobrina, V . F . Ku- cherov und B . Voigt (Institut fur Biochemie der Pflanzen der DAW zu Berlin, Halle, und Institut fur Organische Chemie der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, Moskau) wurde uber das photochemische Verhalten won 5-Desoxy-3,-keto- gibberellin-A,-methylester in Alkoholen und cyclischen Athern berichtet. Man beobachtete [2 + 2JCycloaddition unter aus- schlieBlicher Beteiligung derd l-Doppelbindung, Photodecarb- oxylierung unter Aromatisierung des Ringes A, Photoreduk- t,ion der A l-Doppelbindung und C-Addition des Losungsmit- tels. I n Athanol und Isopropanol erfolgte auDerdem O-Addi- tion von Solvensmolekiilen. Die Multiplizitat der angeregten Zustiinde wurde mit Hilfe von Triplettloschexperimenten (2,R-Dimethyl-butadien) untersurht. G . Schneider (Institut fur Biochemie der Pflanzen der DAW zu Berlin, Halle) sprach uber Entacetylierung bei Gibberellinen. Er fand bei der Einwirkung von HgCI, bzw. Hg(OAc), auf acetylierte Gibberelline eine selektive Hydrolyse der 13-Acet- oxygruppe. Fur diese Reaktion ist offensichtlich eine C-C- Doppelbindung in geeigneter sterischer Beziehung zur Acyl- gruppe entscheidend. Beziiglich des Mechanismus wird eine 0 -Alkyl -Spaltung vermutet. Aus ORD-Untersuchungen an dem aus Tetrahydroveralka- min (I) abgeleiteten N-Acetyl-16-keton wurde von E. Hohne, G. Adam, K . Schreiber und J . Tomko (Zentralinstitut fur Physikalische Chemie der DAW zu Berlin, Institut fur Bio- chemie der Pflanzen, Halle, und Institut fur Chemie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bratislava) auf cis-Verkniipfung der Ringe C und D sowie auf C-Wannen- Konformation geschlossen. Es handelt sich um ein seltenes Beispiel von gleichzeitigen konfigurativen und konformativen Aussagen auf Grund einer chiroptischen Messung. Die Ront- genkristallstrukturanalyse von Tetrahydroveralkamin-Hydro- ,jodid bestitigte die Konfiguration und zeigte, daB im Kristall- gitter C-Sessel- und C-Wannen-Konformere etwa im Verhalt- nis 2 :1 nebeneinander vorliegen. I Von G, Adam, D . Voiyt, K . Schreiber, R . Tummler und K . Steinfelder (Institut fur Biochemie der Pflanzen, Halle, und Forschungsinstitut Manfred von Ardenne, Dresden) wurden Elektronenanlagerungs- und Elektronenstoj-Massen- spektren von 20-Chlor-pregnanen verglichen. Wahrend die Anionenspektren meist neben dem (M + C1)- sowie (M - 1)- Peak HCI-Abspaltung anzeigten, fand man in den Kationen- spektren in der Regel das Molekularion, aulerdem HCl-Eli- minierung sowie im Falle vonA1,4-3-Ketonen Aromatisierung. Die Anionenspektren der letztgenannten Verbindungen ent- halten statt des (M - 1)- den (M - 2)-Peak. H . Remane und R . Herzschuh (Sektion Chemie der Karl- Marx-Universitat, Leipzig) untersuchten die massenspektro- skopische Fragmentierung von Thiacycloalkanonen und der entsprechenden Sulfone. Sie stellten fest, daB bei den erstge- nannten Verbindungen die positive Ladung nach Elektronen- stoS bevorzugt an der Thioathergruppierung, bei den Sul- fonen an der Ketogruppe lokalisiert ist. Die Ladungslokali- sierung beeinflufit die Intensitat des Molekularionenpeaks sowie die Fragmentierung. Helmut Ripperger, Halle (Saale) R . Schlegel (Zentralinstitut fiir Mikrobiologie nnd Experimen- telle Therapie, Jena) Strukturbeziehungen unter den pilzhemm,enden Carbonyl- Pentaenen Innerhalb der Gruppe der Pentaenantibiotika wurden bisher zwei Typen unterschieden : die unverzweigten normalen Pentaene und die Methylpentaene mit einer Methylgruppe im Chromophor. Zu einem neuen Strukturtyp gehort das von uns isolierte Flavomycoin, dessen Chromophor charakterisiert ist durch die Konjugation des Polyensystems mit einer Lac- toncarbonylgruppe. Dadurch zeigt diese Verbindung im UV- Spektrum nicht die typische Feinstruktur eines isolierten Pentaenchromophors. Der Nachweis der Carbonylpentaen- struktur in Flavomycoin erfolgte durch Reduktion mi t 312 Litlii~u~iial~i~iii~iiuttiliytlrid bci - ?O"C', 1 I< -Spcktroskopic. w\\ ic. Aufnahnie der 1'1'-Spektren hci - 1H,i '('. Anf (irun(l ihrer pliysikalisrhen rind chemisehen Eigenschaften und \. rrglei- rhender Striikt~~riintersurh~i~ige~i gehoren die Antibiotika Myc~oticin, Flavofnngin nnd Itoscofungin ebcnfalls zii tlen C'arbonylpcntaeiieii. Durch Tieftemperatrir-UV-Spektrosko- pie konnten n i r aeiterhin nachweisen, daB Derniostatin als Chroniophor nicht ein Pentaen, sondern ein Carbonyl hextieti enthalt und soniit ein Honiologes der diskutierten Verhin- dungen darstellt. Autorrefrrat 1). Gersch (Sektion Biologie drr E'riedricli-Schiller-Uiiivcrfii- t l t , Jena) A'yizthrsr 13011 d trrrloytr drs C'holrcystokin j i b - PrrrLkrrozyiit i n Die C'-terminalen Sniinosatireseqtienzen cler gastrointestina- len Hormone C'holecystokinin-I'ankreozyrnin (CCKjPZ) irnd Gastrin sowie drs ibus der Haiit der Amphibie Hyla corrulpcr geu onnenen C'acruleins stininieii aeitgehend itherein. Gastrin I OH . . . Ala- Tyr- Lily ~ Trp -hlet-Arlsp -Phr --XH, CK'K/l'Z SO,H I . . . Tyr- Met - C+ly-- Trp -Met -Asp- Phe-NH, Caerulein SO,H I . . . Tyr - Thr - Gly -Trp - Met - Asp - Phe - NH, Es wcrden Synthescn einiger Analoga des Heptapeptides von CCK/PZ, der kiirzesten wirksamen Sequenz dieses Hormons, beschrieben. Dabei wird einmal die Asparaginsaure, die f i r die Gastrinnirknng essentiell ist, ausgetauseht, und Zuni an- deren wird das Tetrapeptidamid des CCKjPZ gegen das des Eledoisins ausgctaaseht. In allen Fallen werden Substanzen niit freier OH-Gruppe am Tyrosin und die entspreclicntlcn S0,H-Derivate dargestellt. Die Verbindungen sollen ziir LJntersiirhung einer nioglichen Wirktingsdifferenzieriiii~ in ihren pharmakologischen Eigenschaften mit CCK/I'Z, (iastrirr und Eledoisin verglirhen werden. Autorreferat S. Reissnia?m, H . drrLold and M . Eule (Sektion Biologie der Friedrich-Schiller-Universitat,, Jena) Synthese und KonSigurntionszuordnung der rrythro-L-+-.4 nt ino- /?-phenylbuttersiiure, sowie Uarstelluny und biologisclir ilk1 i - oiti t ihrer Bmdykinin-Analoga Zur Untersucbhung dcs Zusammenhanges zwischen St riikt)iir und IVirkung bei Peptidhormonen haben wir im Bradykinin Arg-Pro-Pro -C:ly---Phe -Ser-Pro- l'he- Arg die Sequenz tlurc-h den Einbau voii Aminosauren mit zwei Bsymnietriezeiitreii modifiziert. Im Falle von threo- iind erythro-r)-PlrenyIserit~ an St,elle des Pheriylalaniris result irr- ten eharakteristische Unterschiede in der biologisehen Ak- tivitiit. Um diese Befunde weit>er z u prazisiereri iind insbe- sondere Wechsrlwirkirngen zwischen der OH-Gruppe des Phenylserins urid dem Rezeptor auszuschlieDen, nurde die threo- und r~ythro-Form der ~ ~ - A m i n o - ~ - p h e i i y l b t i t ~ t r r s ~ t i r ~ ~ in die Unt,ersochringen einbezogen. Es wurde iiher eineergiebigesynthese der L-erythro-~-;\iiiitio- B-phenylbut,tersaure rind ihre sterische Zuordnung zur iJ-Pry- thro-Reihe berirhtet. Die synthetisehe und die natiirliche, ails dem Antibiot,ikum Bottromycin isolierte Form erniesen -ich als identisch. 1)es weit,cren wird die Synt,liesc r o n zwei l~ratlykitli~~-;\~la log'b hesclrrieben. die in 5- orler %Position cliesr Ariiinosiiurr. ~ L I I Stelle von Phenylalanin enthalten. Die gcfuiidrnr tiiologisc,ho Akt'ivitat wird rnit der der riitsprc~clientlr~i Plit~rlplserin- -4lialoga verglichen. Autorrt4rra t 8. Johne, K . M'aiblinger und D. Brii'yer (Institut fiir I3ioc.ht.mic der Pflanzen der DAW ZII Berlin, Halle) Zur Biosynthese des I'yrrolir1inrirLye.s in , Pyrralirlittoc,lti,ln-o- linrn Bt.i der Biosynthese des Pierte Heterocyclen mit Sauerstoff bzw. Schwefel als Ring- atom 4 fuhrte zu vergleichbaren Resultaten, da offenbar die Sesselform weitgehend erhalten bleibt und somit 1-4-Wech- selwirkungen nicht zu erheblichen Storungen des Konfx- mationsgleichgewichtes fiihren. Uber 1H-NMR-spektroskopisc!e Konjiyusztions- und Konfor- mitionsuntersuchungen an Cyclohexendicarbonsuureanhydri- den trugen H. Werner, G. Mnnn und A.Zsch nke (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig, und der Martin- Luther-Universitat Halle-Wittenberg) vor. Dabei konnte fur die untersuchte Verbindungsklasse eine Bootform des Cyclo- hexenringes anf Grund der aus der Kopplungskonstante fur die beiden tertiaren Bruckenprotonen zu schliedenden ekliptischen Anordnung nachgewiesen werden. Aus den Kopp- lungskonstanten der beiden Bruckenprotonen mit den be- nachbarten Protonen in der 3- bzw. G-Stellung kann weiter- liin gefolgert werden, inwieweit der Anhydridring durch Sub- Ht,ituentenwirkung am Sechsring zur Einnahme einer achsi- alen bzw. aquatorialen Anordnung veranlallt wird. Auf der Grundlage chiroptischer Messungen (OR,D bzw. CD) konnte H. Ripperger (Institut fur Biochemie der Pflanzen, Halle) zeigen, daB insbesondere die N-Chlorderivate chiraler Amine zur Diagnose absoluter Konfigurationen sehr gut ge- eignet sind. An Modellsubstanzen wurde der Zusammenhang zwischen der Stereochemie der Chloramine und ihrem chiropti- schen Verhalten erlautert und anschliellend die Anwendbar- keit der Methode auf kompliziertere Naturstoffsysteme de- monstriert. Von W. Walden, A. Kolbe und If. Pracejus (Sektion Chemie der Martin-Luther-Universitat Halle-Wittenberg und Zen- tralinstitut fur Organische Chemie der DAW zu Berlin, Ro- stock) wurden durch IR-spektroskopische Analyse in CCI, Unterschiede im Assoziationsverhalten von optisch nktiven Alkoholen und den entsprechenden Racematen gefunden. W. M. Ba.luzow, H. J. Bergmann, G. Just, M. M. Khalil, G. Muller-Hagen u. W. Pritzkow (Sektion Verfahrenschemie der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) fuhrten Mehrparameterkorrelationen auf der Grundlage der Tuft-Gleichung am Beispiel elektrophiler Additionsreaktionen an Olefinen durch. Nach Meinung der Autoren ist die Reak- tionskonstante Q* geeignet, um Aussagen uber die elektro- nische Umgruppierung im Uhergangszustand (,,carbonium- ionenahnlich" oder SynchronprozeB) zu machen. Von M. Schulz und F. W. Muller (Sektion Verfahrenschemie der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) wurde uber Reaktionen Ton 1,4:Diazabutadienmolybdan- tetracar3ony1-Komplexen mit Alkylhydroperoxiden berichtet. Aus dem Reaktivitatsverhalten gegenuber Zusatzkompo- nenten wird auf einen radikalischen Mechanismus und auf dabei entstehende Zwischenprodukte geschlossen. G. Jung und G. Just (Sektion Verfahrenschemie der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) versuchten am Beispiel der Cumolhydroperoxidzersetzung und der Beck- rnann- Umlagerung von Cyclohexansnoxiin mit thermokine- tischen Messungen (Stromungsmethode und WarmefluB- methode) technisch wichtige Reaktionsparameter zur Opti- mierung der Reaktionsfiihrung im Reaktor zu erhalten. Die Leistungsfahigkeit der Verfahren sowie die gunstigsten Aus- wertungsrnoglichkeiten werden kritisch gepruft und die er- haltenen Parameter (Geschwindigkeit, Aktivierung, Lijsungs- mitteleinflull) diskutiert. H. Dehne und H. H. Ruttinyer (Sektion Chemie der Martin- Luther-Universitat Halle-Wittenberg) berichteten uber die kinetische Untersuchung der alkalischen Hydrolyse substituier- ter 4-(Benzy1idenamino)-benzophenone. Die photometrisch ermittelten Geschwindigkeitskonstanten wurden entspre- chend der Hammett-Gleichung korreliert. Von E l . J. Timpe nnd H. G. 0. Becker (Sektion Verfahrens- chemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna- Merseburg) wurde uber die rnit den ublichen Methoden (IR, UV, NMR, MS) durchgefuhrte spektroskopische Charakteri- sieruny von 8- Triazol-4-N-iminen vorgetragen. J. Sauer, C. Jung und K. H. Heckner (Sektion Chemie der Humboldt-Universitht eu Berlin) fuhrten quantenchemische Berechnungen an Radikalanionen substituierter Naphthaline und Anthracene durch und verglichen die Resultate mit dem Reaktivitatsverhalten dieser Systemo. S. Kulpe, K. Sieber u. 1). P. A . Zedler (Zentralinstitut fur Physikalische Chemie der DAW zu Berlin) berichteten uber die Kristall- und Molekulstrukturen vow PoEymethin-Cyanin- Farbstoffen. Die gefundenen Bindungsabstande in den Poly- methinketten (1,36-1,40 fur C-C und 1,32-1,34 fur C-N) unterstutzen die aus anderen Ergebnissen gefolgerte starke n-Elektronendelokalisation in diesen Systemen. Gunter Heublein, Jena Scktiun 1) W. Seidel und J. Ulbricht (Sektion Hochpolymere der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) legten Untersuchungen zum Problem der Bestimmung der Elementar- konstanten bei der Vinylchlorid- Polymerisation vor. An Ge- schwindigkeits- und Molekulargewichtsdaten fur die durch AIBN (UV-Licht) initiierte Polymerisation bei -20 "C in Tetrahydrofuran, 1,2-Dichlorathan und Diathyloxalat konnte gezeigt werden, daD die idealen kinetischen Beziehungen durch das Auftreten von Primarradikalabbruch, degrada- tive Kettenubertragung zum Losungsmittel sowie durch den EinfluB des Losungszustandes des Polymerradikals gestort sind. G. Heublein und I I . Dawczynski (Sektion Chemie der Fried- rich-Schiller-Universitat, Jena) berichteten uber Mehrpara- meterkorrelationen der kationischen Polymerisation von Vinyl- monomeren. Es wurden fur eine Reihe von p-substituierten St,yrolen lineare Abhangigkeiten der dilatometrisch ermittel- ten Bruttogeschwindigkeiten (SnCI,/H,O) und Molekular- gewichte mit den Hammettschen a-Konstanten, mit Losungs- mittelparametern (ET-Werten verschiedener Losungsmittel) und spektroskopischen Daten erhalten. Von K. Gehrke, M. Harwart und J. Ulbricht (Sektion Hoch- polymere der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna- Merseburg) wurde die Copolymerisation von A'thylen und 2-Methyl-5-vinylpyridin rnit Ziegler-Naita-Katalysatoren na- her untersucht. Dabei wurde vor allem der EinfluB von Kata- lysator, Katalysatorkonzentration, AI/Ti-Verhiiltnis auf die Copolymerisationsgeschwindigkeit und die Copolymeren- zusammensetzung verfolgt und festgestellt, daO deutliche Unterschiede zur Olefinpolymerisation auftreten. Am Beispiel der Umsetzung von Butyllithium und Polybuta- dienyllithium mit Dibrombutan wurde von B. Rothenhausser und K. Gehrke (Sektion Hochpolymere der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) die Kopplung anioni- scher Kettenenden studiert. K. Gehrke, G. Yopov und J. Ulbricht (Sektion Hochpolymere der T H fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Merseburg) haben kanimjormig verzweigte Polymere rnit definiertem Mole- kulbau hergestellt und ihr Verhalten in Losung untersucht. Die Synthese erfolgte uber die Kupplung von Polyst,yryl- dianionen mit 1-Chlor-2,5-bis(chlormethyl)-benzol und die nachfolgende Metallierung der im Ruckgratmolekul verblei- benden kerngebundenen Chloratome durch Naphthalin- Natrium. Durch anschliedende Styrolzugabe findet eine an- ionische Pfropfpolymerisation statt. H.-H. Hiirhold, R. Murtin und H. Wolf (Sektion Chemie der Priedrich-Schiller-Universitat, Jena) benutzten unter SO,- Abspaltung verlaufende Kondensationsreaktionen von N, N'- Disulfinyldiaminoaromaten (OSN - Ar-NSO) zur Synthese von Polgazornethinen und Polyarylenschwefeldiimiden (PSI). Polyazomethine bilden sich durch die mit N-Basen kataly- sierte Umsetzung mit Dialdehyden, wahrend PSI durch 311 Eigenkoiidensation linter 1Yirkung von stark l);isisc4ic.n Anionen erhalten werden. Bei mehreren durchgehentl k o n - jugiertcn Polyarylenschwefeldiimiden -( Ar-N=S = N ),, wiirde bis ins lnfrarote hineinreichende Photoleit,fiiliigkeit gef anden. ober das Polykoiiden,satioi~ayleichge~richt h e i Polycctproltrclrrin wurde von U.Gohlke nnd G . Reinisch (Institjut fiir Polymrren- chemie der D 4 W zii Berlin, Teltow-Seehof) vorgetragen. Die Konst,anten des Polykondensationsgleichgewichtes K p K w i r - den mit einem Variantenkoeffizient von etwa 304 lieu be- stimmt, und wasserabspaltende Nebenreaktionen heriick- sichtigt. KpK zeigt im Bereich von 10 5 Wo 5 2411 nimol \Vasser/mol Caprolactam unter Beachtung des Henryschrn Gesetzes keine Ahliangigkeit von der Anfangswasserkonaeti- trat ion. G . Railer, h'. Bvnrctz und 0. Reinisch (Institut fiir Polymeren- cliemie der DAM' zu Berlin, Teltow-Seehof) unterxiiclit~en Kinetik und Stq/~ftransport bei der Bildung von Polyiithylm- terephthalat i t i i offenen System. Die Ahhangigkeit der Poly- kondensationsgeschwindigkeit von der Schichtdicke (r l5Bt 1 1 sich nach der Beziehung - - - no darstellen. Die ma- k - k , ' kroskopisch gemessene Polykondensationsgeschwinrligkeit ist das Ergebnis des gemeinsatnen Wirkens von Aufhaureak- tion, Glykoltransport iind Riickreakt>ion. Bei Untersuchunqen zum FZieJverhalten ionisch niodi/'iziPrter Polymerer stiidierten H . Schnde und K . Oiirtner (VEB 1,eiint~- Werke ,,Walter Ulbricht,") FlieDeigenschaften in Losung iind Schmelze von Copolymeren des Styrols mit Acrylsaiire, Rlethacrylsaure rind Halbestern der Maleinsaure (C'omono- merengehalt bis 10 M o l - O / , ) sowie von deren Nat)rium- iind Magnesiumsalzen. Es konnten qualitative Zusammenhangr zwischen Losungs- und Schmelzeigenschaften aufgezrigt und ihre Bedeutung fiir die Verarbeit,ung diskutiert werdrn. Von P. Fritzsche, D. Paul und V . G'robe (Institiit fiir I'oly- nierenchemie der DAW zii Berlin, Teltow-Seehof) wiirde zur Chnrnkterisierung tion makropor6sem vernetztem Polyncryln i - tril durch Quecksilberdruckporosimetrie die Verteiliing der HohlrarimgroDe hest>immt rind mit quantit,at>iven Aiiswer- t,tingen elektrorienmikroskopischer Aufnahmen verglic~hen. N . WPiJenfela rind H . J . IIense (Sektion Chemie der Karl- Marx-Universitiit, Leipzig) berichteten iiber die Synthese von Rerizopyrylocnrbocynninen nu,? E'orniylmethyLa,hPvizo- pyrcznen unrl Ihricaten. AIIS 2-Lz-Formylat,hyliden]-t! H- 1 - benzopyran entst,eht, init, H X in Gegenwart primarer -4lko- hole ein Benzopyrglocarhocyanin. Ein moglicher Bildungs- mechanisnius, der eine den 1,3-Dicarbonylverbindungen analoge Spa1 tung anni mmt, w iirde vorgestel It. 2- [ x -For my I - athylidenl-2 H-1 -benzopyran ist, a m Salicylaldehyd iind ~x-?rlethyl-~-chlorcrotonaldehyd leicht zuganglich i ~ n d gr- st,at.tet sowohl nucleophilr als auch elcktrophilr Iteakt'ionen an der ('arbonylgriippe. B. Schtiritz, 0. Zininterninnn iind fl. ~irbrrn (Zentralin~t itiit. fur Organische (Ihemie der DAN' zii Berlin turd VEB Lei~tia- JYerke ,.Walter Ulbricht") triigen iiber die katolytische I S O - niarisierung ison Acrylaiiure-rlicrllylnmirl zu Heterocyclf)vt vor. Beirn Erhitzen von Aerylsaure-diallylamid mit Palladiiini- chlorid in Biitanol entstehen unter Isomerisierung n c . 1 i c . n - einander drei Lactame: Derivat,e des N-Allyl-d-valerolitc~ tams, des ~ - A l l y l - ~ ~ - h ~ i t y r o l a c t a m s und des ~ ~ - A l I y l - ~ ~ - h t i - tyrolactanis. Die Btrukturen wurden durch chemisclie Um- setzungen (Hydrierung in Gegenwart von Raney-Nickel, Kondensation rnit Benzaldehyd) sowie KMR- und Massen- spektroskopie ermittelt,. Mit Rhodiumchlorid reagieren bride N-Allylgruppen tinter Isonlerisierung zii eineni N-Acryloyl- pyrrolidin-Derivat. Die Bildung vons-Caprolactani-A~,k6lnm- lingen wurde nirht beobachtet. Uber die Renkfion t:on lmido-bis-cnrbirnidlxaureester iuit Iso- cynnnten berichteten G . Rembarz, P . Neels und 8. Pi.uch,rr (Sektion Cheniie der Universit,at Rostock). L4r~s Iniino-bin- c:arbi m id&i reriiet hyl- 11 rid -11- I ) ii t y lest er in it I s o ( y tla t ( 8 1 1 cnt~stehen j i i Abhangigkeit von I,iis~ingsmitt~el lint1 'rcm- perat>iir wechschde Mengen yon 5-dryl (hzw. l ~ l k y l ) - 1;-imino - 2-alkoxy- 4-0x0-I, 4,5, 1i-tetraliydro-1,5,5-triazinc:Ii und 5-Aryl(Alkyl)-2,6-dialkoxy-4-0~0-1, 5-dihydro- I . 3.5-tri- azinen. Die Umsetziing wwrde dunnschirhtchroniatojira- phisch verfolgt und die Strukt,ur spektroskopisch sowie (lurch chemische Umsetziingen (HCI-Hydrolyse im Bonibetirolir Z I I Isocyaniirsiinren) gesichert. W. Schroth und W . Kauftt~nnr~ (Sekt,ion (!henlie der kIartin- Luther-Universitat Halle-Wittenberg und Sektion Cheniie der TU Dresden) heschaftigten sich im Zusammenhang rriit, der Frage des elekt,ronischen Einflusses der rine Doppelbin- dung flankierenden Heteroatome (Schwefel und Sauerstoff) mit Cnrbenndditionen nn I , ,"-dih,eterosubstituierte?L .qthenen. Es konnte a.m Beispiel der 1,l-Dioxen-Reihe gezeigt werden, daD die Heteroatome die Carhenaddition und die solvolyti- srhe Dreiringoffnung begunst,igen, wobei 1,4-Dioxepine er- halten werden. Im Falle der konfigorationsisomeren 7-Phe- nyl-7-chlor-2,5-dioxa-bicyclo[l, 1, Olheptane erfahrt ledig- lich das Chlor-endo-Isomere eine solvolytisrhe Ringoffnung, da diese synchron disrotatorisch erfolgt. So korinte gezeigt werden, daD selbst der die RinqGffnung begiinstigende kon- jugative EinfluD der Het,eroatome nicht die durch die Erhal- tiing der Orbitalsymmetrie hedingt,e Energiebarriere t i I J W - winden kann. iiber Cyclondditionen mn I l ' e t r ~ h n l o q e n - o - b r t ~ z ~ c / ~ i i ~ , o t i ~ ~ ~ i i i i t Olefinen wid Thionen referierten W . Schrotir iind 11. I!/ihti, (Sektion Chemie der Martin-Lut,her-Universit,;it Halle-R'it- t,enberg). Tetrachlor- und -brom-o-benzochinone rcagieren mit Olefinen, die +M-Suhstitiienten tragm, linter (1 1 2)- Cycloaddition stereospezifisch zii 1,4-Benzodioxenen. )lit, 1,3-DithioI-P-thionen entstehen Tetrahalogen- 1,3-benzo- dioxol-2-spiro-d'-l', 3'-dithiaheterocyclen. Mi t Synthesen von 2-Imino-oxnzolinen und .'-itn,ino-brtrzo.,.rrzo- linen nus n-Arriinoketonen bzw. o-Aminophenolen w i t Broiii- cyan beschaft,igten sich H . K . Miiller und J . Schunrt (Sektion Apparate und Anlagen der T H ,,Otto von Guericke". Bl.agde- burg). Bromcyan wird elektrophil an primare, sekiindare iind tert>iiire n-Aminoketone linter Bildiing des entsprerhen- den N-Cyanammoniumbromids addiert. In Gegenwart von Basen erfolgt RingschluD zii 2-lmino-oxazolinen bzw. 2-Ini i - no-benzoxazolinen. Ein Vielzentrert-Heaktionriniecl~~iiiisn~ris wrirde diskutiert. K . Poiasold iind 1Y. Ihn (Zentra1inst)itut fiir Mikrol)iologit~ iind Experimentelle Theritpie der DAW zii Berlin, qJena) fanden durch die Addition won Cynnnmid unrl I l n l o ~ r r i r r n Olefine ein neues T'erfahren zur Uarstellung uon cic.-liriloyrn- cynnaminen und Aziritlinen. Bei der geineinsamcn Einwir- kung von Half und Cyanamid aiif Olefine, wie Cyclohexen, trans-Stailhen, Styrol, iind verschiedene Steroid-Olefine i n 2 , 3 - , 5, (i- iind 5,lO-Stellung, entstariden in giit,er Aunbeiitc die vie.-Halogencyanamine. Die Halogencyanamine iind die niit. Alkali daraus erhaltlichen Cyanaziridine \curden d urch cliemische Umset,zungen sowie ~~liysikalisch-~:Iiriiiisclie Me- thoden charakterisiert. ti her die stt:rotspezifischn Dtr rstellu ny at ickst qU/i ( 1 It i!le r iSt c'ro id(* ( ius Aziridinen und oicincclen ~~zidocclkoholsulfonsri'urerstrrti berichtet,en D . Klenim und K . Ponsold (Sektion C'hemil, tlrr Friedrich-Schiller-Universitiit, J m a , und Zentralinst itut fiir Mikrohiologie und Experimentelle Therapie der DA\V zii Berl in, Jena). Aziridine und A zidoal koholsu 1 fonsii I ireesiter sind sehr gute Ausgaiigssubstanzen zur stereospezifisclirn Synthcse von trans-Azidoaminen, trans-Diaminen, ris-Diazi- den iind cis-Diaminen der Steroidreihe. ?,I, 3 \- irnd t!p,YP- Diaminocholestan entstehen iiber die entsprechencten ris-Di- azide, die aus Azidoalkoholmethansulfonsaiirestern mit Na- t,riumazid erhaltlich sind. Das trans-diaxiale 2 g , 3 x-Dianiino- cholestan wird durch Ringoffnung von h, 3 Y - iind 2B,Yp- Iminocholestan mit. Stickstoffwasserstoffsaiire iind anschl ip- Deride Reduktion gewonnen. Die Aujflhrungen von B. Sclonecker und K . Ponsold (Zen- tralinstitut fur Mikrobiologie und Experimentzlle Therapie der DAW zu Berlin, J m a ) zii Synthesen und Konfigurations- zuordncrng vicinaler Steroid- Azidoketone zeigten, daB vic. Steroid-Azidoketone sowohl durch Oxydation der Azidoalko- hole mit CrO,/Aceton als auch durch Substitution vic. Halo- genketone rnit Natriumazid unter Saurezusatz zuganglich sind. Wahrend der Oxydation trat keine Epimerisierung der Azidoketone auf ; bei der Subst'itution unter Saurezusatz er- folgte Epimerisierung. Die Synthese und Konfigurationszu- ordnung wurde fur 2,3-, 7, ti- und lG,l?-Azidoketone der Steroidreihe besprochen. H . Oehme, K . Issleib und E. LeiJring (Sektion Cheniie der Mart,in-Luther-Universitat, Halle-Wittenberg) beschrieben mit 1,3-0zaphospholanen eine neue Klasse von PO-Hctero- cyclen. Hierzu wurden Hydroxyalkylphosphine R-PH-(CH,),-OH (n = 2, 3) dargestellt und die Ver- bindungen charakterisiert. Die Cyclokondensation mit) Alde- hyden und Ketonen ist der von Thioalkoholen vergleicbbar nnd fuhrt zu 1,3-0xaphospholanen. Ein Cyclisierungsmecha- Dismus wurde vorgeschlagen und einige Reaktionen der PO- Heterocyclen vorgestellt. H . Teichmann und M . Jatkowski (Zentralinstit*ut fur Orga- nische Chemie der DAW zu Berlin) fuhrten Versuche zur Arylierbarkeit des Phosphorylsauerstoffs durch. Phosphoryl- verbindungen lassen sich in Abhangigkeit von der Xucleo- philie am Phosphorylsaueratoff rnit Benzoldiazoniumsalzen arylieren. Dabei entstehen entweder Phenoxyphosphoniuni- salze oder Hydroxyphosphoniumsalze. Durch Umsetzungen an verschiedenen Phosphorylverbindungen konnte gezeigt werden, daB als Konkurrenzreaktion zur Arylierung Pro- tonierung auftreten kann. Dafur konnte Arin als Zwischen- stufe mit Tetracyclon abgefangen werden. In ihrem Vortrag uber phosphorylsubstituierte Enole und Phenole konnten H.-G. Henning, W . Wild und U . Ladhoff (Sektion Chemie der Humboldt-Universitat zu Berlin) an Hand spektroskopischer Untersuchungen und Aciditatsmes- sungen in DMSO zeigen, daB in B-Carbonyl-phosphorylver- bindungen und o-Phosphoryl-phenolen Wasserstoffbrucken- bindungen auftreten, ein Chelateffekt jedoch nicht festge- stellt werden kann. J . Bodeker (Sektion Chemie der Humboldt-Universitat zu Berlin) trug uber die Alkylierung von Thiophosphinsuure- amiden vor. Die Alkylierung neutraler Thiophosphinsaure- amide mit Methyljodid erfolgt am Schwefelatom unter Bil- dung von Methylmercaptophosphonium-Salzen ; Anionen N-Aryl-substituierter Thiophosphinsaureamide reagieren be- vorzugt am N-Atom. Der Verlauf der Methylierung wurde an Hand von IR-Spektren diskutiert. Zur Oligomcrisierung von Acrylverbindungen sprachen D . Kiep- ling und R . Schollner (Sektion Chemie der Karl-Marx-Uni- versitat, Leipzig). Sie konnten zeigen, daB unter dem Ein- IluB von Phosphinkatalysatoren aus Methylacrylat bzw. Methylacrylat und Acrylnitril ein Dimeres bzw. ein dimeres Mischoligomeres erhaltlich sind. Die Aktivitat der Phosphin- katalysatoren steigt mit der Nucleophilie des Phosphoratoms und bei den Aminophosphinen mit der Ausbildung von meso- meren p,-d,-Bindungen. H. Gross und B. Costisella (Zent,ralinstitut fur Organische Chemie der DAW zu Berlin) erhielten im Rahmen von Unter- suchungen zur Synthese von Methan-tris-phosphorylverbin- dungen durch Addition von Phosphorigsauredialkylester bzw. Diphenylphosphinigsaure an N-(Bisphosphoryl-metby- ]en)-aniline Verbindungen mit 3 P-Kernen a n einem C-Atom. Die Struktur wurde durch MS und 'H-NMR gesichert. Zur Synthese von P - N-Heterocyclen aus Phosphor!yldiiso- cyanaten und Phosphoryldiamiden sprachen A . Prangen, B. Breitfeld, G. Kuhn und G. Tomu.~cheutsLi (Sektion Chemie der Humboldt-Universitat zu Beriin). Aus disubstituierten und monosubstituierten Hydrazinen erhielten sie durch Ad- dition an Benzolphosphonsaurediisocyanat sechs- und sieben- gliedrige P-N-Heterocyclen. Fur 2,4,6-Trioxoperhydro-l, 3, 2-diazaphosphorine wurden mehrere Synthesemethoden ge- nannt und die Trioxoform fur diese P-Barbiturate an Hand von spektroskopischen Untersuchungen angenommen. C . Winkler, E . M . Dietrich, J . Wappler, K . Schulze und M . Miihlstddt (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitlt, Leipzig) berichteten uber Synthesen mit 1,3-Diehlor-2-methy- lenpropan. Aus 1,3-Dichlor-2-methylenpropan erhieicen sic mit Thiohaintltoff 1,3-Dimercapto-2-methylcnpropan bzw. nach Gabriel oder besser uber die entsprechenden Jodide rnit Ammoniak (flussig) 1,3-Diamino-2-methylenpropan. Die Verbindungen dienen zur Synthese von Heterocyclen. I m Vortrag von U . Pfiiller, K . Schulze und M . Muhlstadt (Sektion Chemie der Karl-Marx-Universitat, Leipzig) zur Darstellung von Divinyl- und Butadienylacetylenen durch al- kalischen Abbau der quartaren Salze isomerer Dialkylamino- alkenine wurde gezeigt, daB der basenkatalysierte Abbau der quartaren Salze der isomercn Dialkylamino-alkenine R-CH,-CH=CH -C=C - CH,-N@(R'), und R -CH,-Cd-CH=CH -CH,--No (R'), zu Alkadieninen bzw. cis/trans-isomeren Alkinylbutadienen fuhrt. Fur diese Abbaureaktionen werden Mechanismen postuliert und die Alkadienins zu Alkylaromaten isomerisiert. Untersuchungen uber die Homodimerisierung von Dienkohlen- toasserstoffen fiihrten R . Hubner, J . Korn, W . Pritzkow und M . Riillig (Sektion Verfahrenschemie der TH fur Chemie ,,Carl Schorlemmer", Leuna-Mersebug) durch. Sie konnten zeigen, daB bei der thermibohen Homodimerisierung von Butadien vorwiegend 4-Vinyl-cyclohexen gebildet wird; aus cis-Piperylen entsteht als Hauptprodukt das Vierringdimere trans-l,2-Bis-cis-propenyl-cyclobutan und aus Chloropren quantitativ das Sechsringdimere. M . Augustin und P . Reinemann (Sektion Chemie der Mar- tin-Luther-Universitat Halle-Wittenberg) sprachen uber die Hydrazinolyse von Dicarbonsaureanhydriden, wobei sie als Carbonsiureanhydride Diels-Alder-Addukte einsetzten. Da- bei erhielten sie vorwiegend Dihydrazide und N-Aminoimide. Es wurden Reaktionen der N-Aminoimide beschrieben. Uber die Synthese von Thiocarbonsaurederivaten aus Methyl- aromaten referierten H . Viola, J . Reichert und R . Mayer (Sektion Chemie der TU Dresden). Aus Chlormethylaromaten erhielten sie mit Schwefel und Amin bei Raumtemperatur die gewunschten Verbindungen, die in der Heterocyclen- und Parbenchemie von Interesse sind. Ein Mechanismus wurde diskutiert. H . Hartmann itnd J . Liebscher (Sektion Chemie der TU Dres- den) erhielten bei Arbeiten uber Synthese und Eigenschafterz von Aryl-vinyl-thiophenderivaten aua /3-Chlorvinyl-immonium- salzen der Struktur I fluoreszierende Thiophene der allge- meinen Formel I1 mit verschiedenartigen Resten Q . Aryl- (CH=CH )n-C=CH-CH= ERz X I Cl I n n=1,2 Einen Vortrag zur nichtbindenden SS- Wechselwirkung bei Polymethinfarbstoffen hielten J . Fabian und H . Hartmann (Sektion Chemie der TU Dresden). Sie konnten zeigen, daB schwefelhaltige Polymetbine anomale chromophore Eigen- schaften aufweisen, die auf eine interannulare SS-Wechsel- wirkung zuruckzufuhren sind. Hans-Heinrich Horhold, Elisabeth Klemm und Dieter Klernm, Jena ZCT 3839

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