32. Tagung in Göttingen vom 20. bis 22. März 1978

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GesellschaP f i r Ernahrungsphysiologi~ der Haustiere - Tagungsbericht 32. Tagung in Gottingen vom 20. bis 22. M a n 1978 W. WOHLBIER, Stuttgart-Hohenheim 25 Jahre Gesellschaft fur Ernahrungsphysiologie der Haustiere Der Griinder unserer Gesellschaft ist der Tierziichter Prof. Dr. Dr. h. c. WILHELM ZORN, welcher den Ausbau der Tierernahrungslehre fur so wichtig hielt, dafl er in der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) neben der Tierzuchtabteilung eine gleichwertige Futter- und Grunlandabteilung bereits eingerichtet hatte und nun ein Expertengremium von Tierernahrungswissenschaftlern fur notwendig hielt. Aufgabe desselben sollte es sein, wissenschaftlich begriindete Stellungnahmen zu Problemen der Tierernahrung zu erarbeiten, Anfragen von Regierung, DLG, Futtermittel- industrie usw. zu beantworten, so dafl eine moglichst einheitliche Unterrichtung der Praxis erfolgen konnte, ohne dai3 diese mit dem in der wissenschaftlichen Forschung nun einmal nicht vermeidbaren H i n und H e r der Ansichten verunsichert wurde. Die Griindung der ,,Arbeitsgemeinschaft der Tierernahrungswissenschaftler" fand in Frankfurt im Haus der DLG am 11. Marz 1953 statt, deren provisorischen Vorsitz zunachst Prof. ZORN iibernahm, im Herbst des gleichen Jahres aber an Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. WALTER LENKEIT abgab. E r entkraftete durch seine Autoritat und seine iiberlegene Verhandlungstaktik die Proteste verschiedener Organisationen, welche sich durch diese Neugrundung in ihrem Wirkungsbereich beeintrachtigt fiihlten. Der Arbeitsgemeinschaft gehorten 15 Per- sonen an, praktisch alles Institutsleiter aus Ost- und Westdeutschland. Aus dieser hat sich nach und nach unsere heutige Gesellschafl ,entwickelt. Bereits nach zwei Jahren wurden Privatdozenten hinzugewahlt und spater wissenschaftliche Mitarbeiter der offentlichen Tierernahrungsinstitute, so dai3 heute die stattliche Zahl von 88 Mit- gliedern erreicht ist. Die finanzielle Grundlage fur die Gesellschaft hat ebenfalls Prof. ZORN geschaffen, und zwar dadurch, dai3 er die DLG zur Zahlung eines jahrlichen Beitrages und zur Bereitstellung eines ehrenamtlichen Geschaftsfuhrers mit entsprechendem Biiroplatz bewog. Dies ist jetzt auch noch nach 2 5 Jahren so, wofiir die Gesellschaft der DLG sehr dankbar ist. Die fachliche Arbeit der Gesellschaft erfolgt in einer Reihe von Arbeitsausschiissen, von denen anfangs eine groflere Zahl bestand. Es sind zahlreiche Stellungnahmen erarbeitet worden, welche sich recht positiv in der breiten Landwirtschaft ausgewirkt haben. So ist gerade jetzt eine sehr wichtige Arbeit zum Abschlufl gelangt, namlich die ,,Enipfehlungen zur Mineralstofiversorgung". Die Arbeitskreise werden n a h Erledigung ihrer Aufgaben wieder aufgelost. Eine besondere Form eines Arbeits- ausschusses stellte das Vorstandskollegium dar, welches praktisch die Fortsetzung des Expertengremiums war, wie es bei der Griindung bestanden hat. Auch das Vorstands- kollegium hat in den ersten Jahren gute Arbeit geleistet. Spater glaubte man, ohne es auskommen zu konnen und es wird jetzt aufgelost. Heute besteht ein besonderer Ausschufl fur Bedarfsnormen. 2. Tierphyriol., Tierernahrg. u. Furrermitrelkde. 40 (1978). 109-134 @ 1978 Verlag Paul Parey, Hamburg u n d Berlin ISSN 0044-3565 / ASTM-Coden: ZTTFAA 110 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere Die Gesellschaft hat daruber hinaus auch offentliche Veranstaltungen in Form von Tagungen durchgefuhrt, von denen wir heute die 32. beginnen. Zweck dieser Tagun- gen ist, einmal zu zeigen, welche Probleme heute die Tierernahrungswissenschafi bewegen und was an neuen Erkenntnissen gewonnen wurde. Dariiber hinaus geben sie dem Nachwuchs die Moglichkeit zu zeigen, dafl der kommenden Generation das Engagement und die Freude am Forschen genau so eigen ist wie den fruheren. So ist unsere Gesellschaft noch voller Leben und ich mochte ihr zurn Schlufl zurufen, in Anlehnung an ein altes Studentenlied: ,,Sei jung und bliihend einmal nur, und das durchs ganze Leben." Vorsitz: H. HORNICKE - Stuttgart-Hohenheim 1. U. J. E. EICENMANN und H. HORBER - Zurich EinfluB unterschiedlicher Eisenversorgung und Korperaktivitzt auf den Myoglobingehalt der Skelettmuskulatur Bei 60 24tagigen Ratten wurde der Einflufl unterschiedlicher Eisenversorgung (6,5 bzw. 250 mg Eisen/kg Futter) und Korperaktivitat (ohne bzw. mit Lauftraining) auf den Myoglobingehalt der Skelettmuskulatur nach einer Versuchsdauer von sechs bzw. zwolf Wochen gepriifl. Das Myoglobin wurde mittels Gelfiltration bestimmt. Obwohl die Tiere der Eisenmangelgruppen das Bild einer klassischen Eisenmangel- anamie entwickelten, wurde die Korpergewichtsentwicklung nicht beeinfluflt. Die Futterverwertung war bei den Eisenmangelgruppen nur tendenzmaflig schlechter. Nach einer Versuchsdauer von sechs Wochen hatte sich der Myoglobingehalt des M. gastrocnemius gegenuber dem Ausgangswert (0,lO mg/g Frischmuskel) etwa ver- dreifacht. Der Eisengehalt der Nahrung und die Korperaktivitat hatten zu diesem Zeitpunkt noch keinen Einflufl auf den Myoglobingehalt. Nach 12 Wochen wiesen die Ratten, die 6,5 mg Eisen/kg Futter erhalten hatten, noch den gleichen Myoglobingehalt von 0,3 mg/g Frischmuskel wie nach sechs Wochen auf, wahrenddem die Ratten, die 250 mg Eisen/kg Futter erhalten hatten, einen uni 60 O / o hoheren Gehalt aufwiesen. Unterschiedliche Korperaktivitat blieb auch nach 12 Wochen ohne Einflufl auf den Myoglobingehalt. 2. LISE NEERCAARD - Copenhagen Water distribution observed in calves f rom t w o to seven weeks old T h e endocrine regulation of the newly born calf is low in comparison to older animals, so that stressing conditions may result in various degrees of dehydration. Therefore, in order to restore the animals after transportation, when 1-3 days old calves were taken to the laboratory for energy metabolism studies, they all received 3-6 feedings of at least 2 litres each time of a solution consisting of 5 g NaCI, 2.5 g N a H C 0 3 and 50 g glucose per litre water a t 38O C. In a preliminary experiment, this treatment was tested by using tritiated water, the method as described by FAYET ([1971] Br. vet. J., 127, 37). H e demonstrated the significant differences in the proportions of extracellular and intracellular water space, expressed as percentage of body weight, between diarrhoic and healthy calves. Both total body water and the distribution was found satisfactory in the two Jersey calves used, when treated in a diarrhoic state. After the animals had recovered Tagungsbericht 111 and were fed whole milk, the repeated assay gave a similar result. As a displacement between the two water compartments is known to occur without signs of clinical diarrhoe, it was considered of interest to obtain some information about the influence of milkreplacers on the water distribution a t different stages of growth. Three groups of calves were given the following milkreplacers respectively: A. consisted of 30 O / o soya protein, D A N P R O (67 O / o protein), 33.8 O / o whey powder, 12.5 O / o lactalbumin (26 O / o protein), 18.6 O / o lard plus minerals, starch, vitamins and emulgator and stabilizers. B. of 80 O / o milkreplacer A and 20 O / o skimmilk powder, and C. 800/0 of A and 200/0 of whole milk powder. Tritiated water space was measured 3 times in 2 animals on each diet. Results from the determinations will be presented at the meeting. 3. J. PALLAUF und H. BRUNE - Giefien Stoffwechselergebnisse von KIlbern bei Kalttrznke An mannlichen Rotbuntkalbern wurde die Verwertung von Kalttranke unter Zusatz von Ameisen- bzw. Fumarsaure als Konservierungsmittel geprufi. 4 X 6 Kalber wurden im Alter von 8-10 Tagen bei einer mittleren Lebendmasse (LM) von 41 kg in den Kalber-Aufzuchtversuch eingesetzt und bis zu einer mittleren LM von 110 kg aufgezogen. Bei. einer mittleren LM von 51 kg wurde eine 15tagige Stoffwechsel- periode mit folgenden vier Rationen eingeschaltet: Gruppe A: Konventioneller Milchaustauscher (MAT) fur Aufzucht (23,4 O / o RP, Gruppe B: Kalttranke-MAT + 0,3 O/o Ameisensaure zur Tranke, Gruppe C: Kalctranke-MAT mit 3 O/O Furnarsaure im Futter, Gruppe D: Kalttranke-MAT mit 2 O / o Fumarsaure + 2 O / o Mg-Fumarat im Futter. Der Nahrstoffgehalt des Kalttranke-MAT (Gruppe B-D) betrug 21,3 k 0,19 O / o R P , 11,9 t- 0,22 O / o Rohfett und 18,3 t- 0,17 kJ Bruttoenergie je g. Die Trankekonzentration wurde isonitrogen angeruhrt (90,6 g/l bei Gruppe A und 100 g/l bei C-D). Die Tiere erhielten taglich 7 1 Tranke in sechs Gaben zwischen 8.00 und 21.00 Uhr, urn Verdauungsstorungen vorzubeugen. Wasser stand ad libitum zur Verfugung. Die Tranke wurde von allen Tieren vollstandig aufge- nommen. Die mittleren Tageszunahmen in der Iotagigen Sammelperiode lagen ein- heitlich bei 220 g je Tier. Die wichtigsten Stoffwechselergebnisse sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt. 10,4 O / o Rohfett, 18,3 kJ Bruttoenergie je g), N-Bilanz -1 In @ l o der Org I Rohprotein 1 Rohfett ~ N f E Aufnahme scheinbare Verdaulichkeit in 010 I G r w e 1 Substanz A 94,7 a 88,7 a 92,O a B 89,6 b 76,s b 84,2 b C 90,5 b 79,4 b 86,4 b D 90,7 b 80,O b 89,O a f 1,l f 3 , l f 2,2 f 2,o f 5,8 f 3,5 f 1,4 f 3,9 k 2,8 2 2,4 f 6,2 f 2,8 b = Wert gegenuber a signifikant reduziert. 98,O a k 0,5 96,6 a f 0,9 96,5 a 95,8 a ? 0,9 f l,o 48,5 a 45,s a 45,2 a f 5,6 44,2 a f 6,3 k 8,2 f 3,9 112 Gesellschaft f u r Ern~hrungsphys io log ie der Hamt ie re Zwischen Ameisensaure- und Fumarsauregruppen bestehen bei den aufgefuhrten Kriterien keine grundlegenden Differenzen. Der konventionelle M A T zeigt uber- wiegend eine hohere scheinbare Verdaulichkeit. In der prozentualen N-Retention liegt er jedoch nur in der Tendenz besser. 4. G. BREVES und J. HARMEYER - Hannover Plasmaglucocorticoidspiegel bei Kiihen wahrend der Entwicklung von Ketose 1 n einem Futterungsexperiment, bei dem im Institut fur Tierzucht und Tierverhalten, FAL Mariensee, der Einflufl der Futterung in der Trockenperiode auf puerperale Stoff wechsel- und Fruchtbarkeitsstorungen untersucht wurde, wurde bei 20 Kiihen der Plasmaglucocorticoidspiegel um die Geburt gemessen. Elf Tiere (Gruppe I) wur- den in den letzten zehn Trachtigkeitswochen nahrstoff reich - entsprechend eincr Leistung von 16 kg FCM, neun Tiere (Gruppe 11) nahrstoffarm - entsprechend einer Leistung von 2 kg FCM gefuttert. Nach der Geburt erhielten alle Tiere eine leistungsgerechte Futterung. In der Gruppe I erkrankten in den ersten funf Lakta- tionswochen vier Tiere klinisch a n Ketose, in Gruppe I1 zwei Tiere. Zur Bestimmung der Glucocorticoide wurde eine kompetitive Proteinbindungs- reaktion mit getrenntem Nachweis von Cortisol und Corticosteron nach saulen- chromatographischer Trennung der im Dichlormethanextrakt enthaltenen Gesamt- corticoide an Sephadex LH-20 entwickelt. Storendes Progesteron wurde mit Petrol- ather aus dem Plasma extrahiert. Als Bindungsprotein wurde verdunntes Stuten- plasma (1:lOo) verwandt. Zunachst wurde die Methode auf ihre Zuverlassigkeit und Reproduzierbarkeit untersucht. Die prozentuale Wiederfindung betrug fur Cortisol 75 und fur Corti- costeron 50 O / O . Die untere Nachweisbarkeitsgrenze lag fur Cortisol und Corticostcron entsprechend bei 0,5 und 1,0 ng/ml Plasma. Die durchschnittliche Untersuchungszeit betrug neun Wochen und reichte von der vorletzten Trachtigkeits- bis zur siebten Laktationswoche. Corticosteron war in den untersuchten Proben nicht nachweisbar. Der Cortisolspiegel wies bei allen Tieren ausgepragte und ungeordnete zeitliche Schwankungen auf. Der zeitliche Verlauf war vor dem Auftreten der klinischen Ketose von dem gesunder Tiere nicht verschieden. Es ergab sich jedoch eine gesicherte positive Korrelation zwischen der Blutglukosekonzentration und dem Gehalt an Glucocorticoiden (r = 0,177; p < 0,05) sowie eine signifikante negative Beziehung zwischen den Ketonkorpern und den Plasmaglucocorticoiden (r = -0,31; p < 0,Ol). Nach diesen Untersuchungen erweisen sich die Plasmacorticoide auf Grund ihrer starken Schwankungen als ein wenig geeignetes Merkmal zur Fruherkennung der Ketose. Die negative Korrelation zwischen Ketonkorpern und Corticoiden weist jedoch auf einen Zusammenhang zwischen Nebennierenrindenfunktion und Ketose- entstehung hin. Vorsitz: H. MEYER - Hannover 5. A. DESWYSEN, H. J. EHRLEIN (Hohenheim) und M. VANBELLE - Louvain/Belgien EinfluB der Hacksellange auf die Regulation der Silageaufnahme beim Wiederkiiuer Die Aufnahmebereitschafl fur Silage ist ein wichtiger Faktor in der Ernahrung fur Wiederkauer. Hackseln des Grunfutters bewirkt eine bessere Konservierung als Tagungsbericht 113 Silage und erhoht gleichzeitig die Aufnahme durch Wiederkauer (DULPHY et al. 1975; DESWYSEN und VANBELLE 1976). In fruheren Untersuchungen konnte gezeigt wcrden, daR die Verdaulichkeit langer Grassilage, die vor der Verfutterung kurz gehackselt wurde, unverandert blieb, obwohl deren Aufnahme erhoht war. Die erhohte Auf- nahme wurde durch die groRere Geschwindigkeit der Pansenverdauung und -zerklei- nerung erklart. An zwei fistulierten Schafen untersuchten wir die cellolytische Aktivitat (mikro- bielle Zerkleinerung) im Pansen. Dabei zeigte sich zwischen langer und lang/kurz verfutterter Grassilage kein wesentlicher Unterschied. I n der mechanischen Zerklei- nerung ergaben sich dagegen deutliche Unterschiede. Die Zerkleinerung lang gehack- seltcr Grassilage war wahrend des Fressens vie1 intensiver als die von kurz gehack- seltein Futter. Die PansenpartikelgroRe blieb bei lang verfutterter Grassilage wahrend des ganzen Tages jedoch grofler, wodurch sich ihre Verweildauer im Pansen erhohte. Beim Registrieren der Kau- und Wiederkauaktivitat von Schafen (2 ,,cross-over design") und Rindern (1 ,,rowover design"), die lang oder lang/kurz gehackselte Grassilage bekamen, konnten wir feststellen, daR: 1. die Aufnahmegeschwindigkeit niedriger war (hohere Kauaktivitat pro g T.S.), 2. die Zeit zwischen Hauptmahlzeit und erster Wiederkauaktivitat groRcr war, 3. die Anzahl kurzerer Wiederkauboli vie1 groRer war (Pseudorumination). Schafe und Rinder verlieren ihre Zeit mit langer Grassilage, da sie nicht schnell und nicht gut genug wiederkauen konnen, so daR die unverdauten Partikel langcr im Pansen bleiben. Eine genaue Beobachtung der verschiedenen Wiederkauaktivitaten (normale Rumination, Pseudorumination) von Schafen, die lange Grassilage fraRen, konnten wir mit Hilfe der Rontgenuntersuchungen durchfuhren (bei Prof. Dr. H.- J. EHRLEIN, Universitat Hohenheim). Mit langer Grassilage ist die Aufnahmegeschwindigkeit kleiner. Die Partikel sind aber trotzdem noch zu lang, wenn sie in dem Pansen ankommen, so daR die Wieder- kauaktivitat spater anfangt und weniger effizient ist. Die unverdaulichen Partikel bleiben eine Iangere Zeit im Pansen und im ganzen Traktus (gemessen) und beein- flussen dadurch die Aufnahme von lang gehackselten Grassilagen negativ. Diesc Arbeit ist ein Teil der Doktorarbeit von A. DESWYSEN. 6. E. NIESS - Bonn Untersuchungen zur Regulation der Gallenblasen- und Pankreastatigkeit des Huhnes Fur die Hohe der Enzymsekretion des Pankreas ist der Gehalt an aktivem Trypsin im Intestinum bestimmend. Dabei ubertragt das in der Darmmucosa gebildete Proteohormon Cholecystokinin-Pankreozymin (CCK-PZ) die Information zum Pankreas. Allerdings ist der Mechanismus der negativen Ruckkopplung im einzelnen noch nicht aufgeklart. Eigene Versuchsergebnisse zeigen, daf3 Sojamolkenproteine und kristalline Soja- bohnentrypsininhibitoren beim Kuken nur die normale Reaktion des Pankreas (ge- messen am Gehalt an Amylase, Lipase, Trypsin) und auch der Gallenblase (Abgabe an Gallenflussigkeit bestimmt durch Ermittlung des Gewichtes der Gallenblase samt Inhalt) auf die Futteraufnahme verstarken. Werden diese Stoffe an nuchterne Tierc verabreicht, so erfolgt keine Stimulation der beiden Organc. Durch folgende Arbeitshypothese konnten die bisherigen Kenntnisse und die eigenen Versuchsergebnisse erklart werden : 114 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere Ein Futterreiz bewirkt die Abgabe von CCK-PZ in das Duodenumlumen. Von dort wird das Horrnon oder nur sein aktives, C-terminales Tetrapeptid reabsorbiert und stirnuliert Pankreas und Gallenblase. Die im Duodenum folglich ansteigende proteolytische Aktivitat hydrolysiert das Futterprotein und auch das in1 Duodenum noch vorhandene CCK-PZ; es ist darnit inaktiviert, und Pankreas und Gallenblase werden nicht weiter stirnuliert, ein negativer Ruckkopplungsmechanismus ware gegeben. Wird aber durch Trypsininhibitoren die Trypsinaktivitat im Duodenum aufgehoben oder reduziert, so werden erhohte Mengen des ins Duodenum abge- gebenen CCK-PZ reabsorbiert, und eine Hyperfunktion von Pankreas und Gallen- blase ist die Folge. Oral verabreichtes CCK-PZ miii3te danach reabsorbiert werden und bei nuchternen Kiiken eine Pankreasenzymsekretion und Abgabe von Gallenflussigkeit hervorrufen. Dies konnte aber in entsprechenden Versuchen nicht erreicht werden. Zwar stimulierte das verwendete synthetische Octapeptid des CCK-PZ intrawenos verabreicht sowohl das Pankreas von Ratten als auch das Pankreas und die Gallenblase von Kuken, es war aber nicht auszuschliefien, dai3 das oral verabreichte CCK-PZ bereits auf dem Wege zurn Duodenum inaktiviert wurde. Daher sollte das Hormon uber eine Fistel direkt in das Duodenum eingebracht und die Reaktion beider Organe uber Pankreas- und Gallengangkanulen iiberpruft werden. Dies scheiterte jedoch a n methodischen Schwierigkeiten, die fur das H u h n typisch zu sein scheinen. Eine Einbringung von CCK-PZ in den oberen Darmabschnitt durch direkte Injektion ins Duodenum fiihrte zu verringertern Protein- und Lipasegehalt des Pankreas. Amylase- und Trypsingehalt waren unbeeinfldt, ebenso das Gallenblasen- gewicht. Die eigenen Versuchsergebnisse und die anderer Autoren lassen bis jetzt nur den Schlui3 zu, dai3 beim Kuken die Regulation der Pankreasenzymsekretion und der Gallenblasenentleerung in der Weise erfolgt, dai3 ein direkter Kontakt zwischen proteolytischer Aktivitat und entweder den im Duodenum lokalisierten CCK-PZ produzierenden Zellen oder dem Horrnon direkt erfolgen mui3. Dabei storen Trypsin- inhibitoren die normale Entwicklung einer proteolytischen Aktivitat und bewirken eine erhohte Stimulation von Pankreas und Gallenblase. 7. J. MARCHSTEINER, H. WAGINGER, S. SCHMID, J. LEIBETSEDER - Wicn Ernzhrungsabhlngige Beziehungen zwischen der Insulin- und ATP-ase-Aktivitat und der malignen Hyperthermie beim Schwein An H a n d von Modellrationen werden zwei neue Parameter zur verlaufsmai3igen Charakterisierung der malignen Hyperthermie untersucht. Die ATP-ase-Aktivitat wurde an Erythrozytenmembranen gemessen; dabei zeigt sich ein gegenlaufiges Ver- halten der Na-K-aktivierten und der Mg-aktivierten ATP-ase. Die Insulin-Aktivitat wurde als I R I (immunreaktives Insulin), ILA (insulin like activity), SILA (durch Axtikorper unterdriickbare insulinahnliche Aktivitat), NSILA (durch Antikorper nidit unterdruckbare insulinahnliche Aktivitaten) rnittels der Fettzellinkubations- methode ermittelt; iiberdies wurde die unspezifische EiweiBbindung des Insulins bestirnmt. Irn Krankheitsverlauf zeigt sich, entsprechend den verfutterten Ratio- nen, eine Anderung der Werte, vergleichbar rnit jenen der ATP-ase-Aktivitat. Bei Vergleich der Analysenergebnisse, die jeweils vor bzw. nach der Probenarkose durch- gefiihrt wurden, zeigt sich ein Abfall der Antigenitat des Insulins. An pradisponierten Schweinen konnte durch gezielte Fiitterung die Manifestation der rnalignen Hyper- Tagungsbericht 115 thermie positiv und negativ beeinfluat werden. Die Ergebnisse werden an Hand der Literatur zum Diabetes mellitus diskutiert. 8. H. SCHWEIGHARDT, J. BOHM, J. LEIBETSEDER - Wien Methode zum quantitativen Nahweis der Aflatoxine B,, B,, G, und G , im Misch- futter sowie in Lebens- und Futtermitteln mittels Hochdruck-Flussigkeitschromato- graphie (HPLC) Es werden HPLC-Methode und Probenaufbereitung zur quantitativen Bestimmung der Aflatoxine B1, Bz, G I und Gz, hochtoxische, kanzerogene Stoffwechselprodukte bestimmter Aspergillusarten, im Mischfutter angegeben. Dieses Mischfutter enthielt vom Aflatoxinnachweis niittels Dunnschichtchromatographie bekannte Problemkoni- ponenten wie Mais, Hafer, Luzerne und Fischmehl. Dieses Nachweisverfahren war auch fur mit Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus kunstlich verpilztes Misch- futter sowie fur Eiweiakonzentrat, Ferkelstarter, Gerste und Reis anwendbar. Nach einer waflrigen Aceton-Extraktion, Fallung mit Bleiacetat, Vorreinigung durch Flussig-flussig-Chromatographie auf einer Extrclut@-Saule und Elution mit Chloroform/n-Hexan wurden die Aflatoxine mit einer Cyano SIL X 1-Hochdruck- Chromatographiesaule getrennt und mittels UV-Detektion quantifiziert. Als Lauf- mittelsysteme wurden Chloroform LiChrosolv"/i-Octan Uvasol"/Methanol LiChro- solv@ sowie wassergesattigtes Chloroform/Cyclohexan, Acetonitril, Methanol p. A. verwendet. Die Wiederauffindungsraten bei jeweils 200 pg/kg Aflatoxinkonzentration im Mischfutter betrugen durchweg uber 70 O/O, ihre Variationskoeffizienten schwankten von 9,3-15,l O/o, die der Retentionszeiten von 2,7-6,4 O / o . Fur die am starksten toxischen Aflatoxine B1 und G I wurden Nachweisgrenzen von 10 bzw. 2 0 p p b erreicht. In Futter- oder Lebensmitteln mit weniger Storsubstanzen wie Gerste oder Reis konnen diese Werte wcsentlich unterschritten werden. Mittels Massenspektrometrie konnte der Aflatoxinnachweis verifiziert werden. Vorsitz: K. BRONSCH - Berlin 9. U. EHRENSVARD, F. BERSCHAUER, G. GAUS und K. H. MENKE - Stuttgart-Hohenheim EinfluB der Rationszusammensetzung auf die Blut-Glucose- und Insulin-Spiegel beim Schwein In 17 Versuchen mit insgesamt 51 Gruppen (n = 5-10) ist der Verlauf der Insulin- und Glucose-Gehalte im Plasma 20, 40, 60 und 120 Minuten nach Futterung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bestimnit worden. Die Rationen unterschieden sich in1 Gehalt an Protein und Kohlenhydraten (neun Gruppen), Fett und Kohlenhydraten (zehn Gruppen), Polyensauren (sechs Gruppen) und Antibiotika (neun Gruppen). Oberdies ist der Einflua einer unterschiedlichen Protein/Kohlenhydrat- (drei Grup- pen) und Fett/Kohlenhydrat-Futterung (sechs Gruppen) im Gewichtsabschnitt 3-30 kg auf die Insulin- und Glucose-Spiegel im spateren Mastabschnitt gepriift worden. Schliealich wurde bei insgesamt acht Gruppen auch der Einflufl der Futter- aufnahme (ad libitum/restriktiv) erfaat. Die Mittelwerte der Insulin- und Glucose-Spiegel im untersuchten Zeitraum stan- den in hochsignifikanter Beziehung zu den Flach.enintegralen uber den gleichen Zcit- 116 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Hairstiere abschnitt ( r = 0,99; p < 0,001), so dafl fur die weiteren Berechnungen die mittleren Gehalte verwendet werden konnten. Der Mittelwert der Insulingehalte aus allen Versuchen (51 Gruppen) liegt bei 75,4 pU/ml mit einer Standardabweichung von t- 32,6. Der entsprechende Mittel- wert der Glucose-Gehalte betragt 68,9 mg/100 ml und schwankt nur um f 12,7. Zwischen den Insulin- und Glucose-Spiegeln besteht keine signifikante Beziehung. Zur Beurteilung des Futterungseffektes sind daher auch die Insulin/Glucose-Verhalt- nisse herangezogen worden, die einen Mittelwert von 1,15 k 0,55 aufweisen. Die statistische Auswertung aller Gruppenmittelwerte zeigt, dafl der deutlichste Einflufl vom Korpergewicht ausgeht, derart, daB die Insulin-Spiegel und die Insulin/ Glucose-Quotienten mit dem Alter steigen und die Glucose-Werte fallen. Wird der Einflufl des Korpergewichts in einer Zweifachregressionsanalyse berucksichtigt, so fallt auf die Futteraufnahme (IT/Wx) ein positiver Effekt auf den Insulin-Spiegel (r = O,535Xx), den Glucose-Spiegel (r = 0,75xxx) und auf den Insulin/Glucose- Quotienten (r = 0,774xxx). Der Einflufl der Futteraufnahme ist auch in einem Einzel- versuch bei 27 kg Gewicht signifikant, in dem der Anstieg in der Futteraufnahnie von 61 auf 135 g/Wx den Insulin-Spiegel von 48 k 11 auf 93 f 13 pU/ml (p Tagungsbericht 117 Die Hohe des anregenden Impulses kann in erster Naherung uber eine Kennzahl charakterisiert werden, in die beide Parameter additiv eingehen, z. B. nach der Formel: Impuls = Insulin (IiU/ml) + k . Glucose (mgo/o) rnit k = Aquivalenz-Konstante, hier z. B. = 1 Die Reaktion auf diesen Impuls ware dann durch die Verhaltniszahl (Insulin/Glu- cose-Quotienten) zu beschreiben, die wiedergibt, in welchem Urnfang der Impuls uber die Anhebung der Glucose oder direkt auf das Insulin wirkt. Wahlt man das so definierte I nsulin/Glucose-Quotient (Insulin-Konz. + Glucose-Konz.) Reaktion-Impuls-Verhaltnis = als Parameter (y), so ergeben die Zweifachregressionsanalysen mit dem Korpergewicht als zweiter unabhangiger Variable hochsignifikant positive Beziehungen zur Protein- aufnahme (r = 0 , 8 6 1 X X X ) und zur Kohlenhydrataufnahme (r = 0,S5SxXx), und nega- tive Beziehungen zur Fettaufnahme (r = 0,S5Sxxx). 10. J.SCHOLE, G. HARISCH, H.-P. SALLMANN - Hannover Zur Wirkungsweise wachstumsfordernder Verbindungen Die Wirkungsweise eines Wachstumsforderers laat sich nur in Verbindung mit der Wachstumsregulation verstehen. Da das Wachstum eines hoheren Organismus endo- krin reguliert wird, kann hier eine Anderung der Wachstumsgeschwindigkeit nur als Anderung der endokrinen Regulation diskutiert werden. Diese Anderung kann prinzipiell indirekt, z. B. uber eine Beeinflussung der Darmflora, oder direkt - durch direktes Eingreifen der wachstumsfordernden Substanz in die endokrine Regulation zustande kommen. Langjahrige eigene Untersuchungen sprechen dafur, daf3 die fur das Wachstum verantwortlichen Hauptstoff wechsel-Hormone nicht, wie heute generell angenonimen wird, durch direkte Repression bzw. Derepression im Zellkern wirksam werden, sondern uber eine Aktivitatsanderung von bestimmten Regulationsenzymen durch einfache Elektronen-Donator-Akzeptor- (,,anaboler Faktor") bzw. Akzeptor- Donator-Reaktion (,,kataboler Faktor" = Corticosteroid), wobei die aufgefundenen ,,Hormonrezeptoren" lediglich die Gewebespezifitat der einzelnen endokrinen Fak- toren vermitteln. Das Schilddrusenhormon unterstutzt die Wirkung des Corticoste- roids in sinnvoller Weise. Auf diesem Wege kann der Zellstoffwechsel durch zwei (drei) Regulatoren sehr schnell und mit einem sehr grof3en Wirkungsgrad (Katalyse) sowohl vermehrt ,,anabol" als auch verstarkt ,,katabol" einreguliert werden. Im Verlaufe des Wachstumsprozesses werden alle denkbaren stationaren Zustande von extremem ,,Anabolismus" beim Embryo bis zum Ausgleich von ,,Anabolismus" und ,,Katabolisrnus" durchlaufen. Fur alle bisher bekanntgewordenen wachstumsfordern- den Verbindungen lai3t sich die fur ein anaboles Hormon charakteristische Elektronen- Donator-Akzeptor-Reaktion in vitro und in vivo nachweisen, so dai3 diese Substanzen nach unseren Ergebnissen wie ein gewebeunspezifisches anaboles Hormon direkt im intermediaren Stoffwechsel wirksam werden. Die damit induzierte Storung der Fein- regulation wird durch Neueinstellung des Endokriniurns ausgeglichen. Das Ergebnis ist eine Erhohung der Wachstumsgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Resistenzsteigerung. 118 Gesellschaft f u r ErnahrutzSsphysiologie der Hairstiere 11. H. K. HENDERICKX, I. J. VERVAEKE, J. A. DECUYPERE und N. A. DIERICK - Gcnt/Belgien Die Wirkung von Wachstumsforderern auf die biochemirchen Leistungen von Darmbakterien beim Schwein Es wird eine Obersicht iiber in vivo und in vitro Untersuchungen gegeben, die niit der Absicht durchgefuhrt worden sind, den Wirkungsmechanismus von Futterzusatz- stoffen speziell des Typs der Antibiotika beim Schwein zu ergrunden. Aus den in hygienisch und auch in sonst gut kontrollierter Umwelt durchgcfuhrten Vcrsuchen ist zu folgern, da8 die durch Wachstumsforderer induzierte Verbcsserung der Zunahnien und des Futteraufwands nur durch einen Ernahrungseffekt zustande gekommen sein kann, hervorgerufen durch Beeinflussung der gastrointestinalen Flora. Die Prufungen zeigen, da8 jede der gepruften Substanzen ihre eigene Wirkungsweise hat. Ein allge- mein gultiges Modell kann nicht angegeben werden. Die bisher verwendeten Anti- biotika haben folgende Reaktionen gezeigt: 1. Veranderung der Zusammensetzung und topographische Verteilung der gastro- intestinalen Flora. 2. Hemmung der mikrobiellen Produktion von Milchsaure, fluchtigen Fettsauren, Ammoniak und Aminen. Daraus resultiert eine Sparwirkung fur Kohlenhydrate und Proteine, die dem Wirtstier in verniehrtem Umfang zur Verfugung stehen. 3. Reduktion der Bildung von fur das Tier schadlichen Stoffen im Magen-Darm- Trakt. Es wird aufgezeigt, daR der in vitro gemessene Effekt der gastrointestinalen Flora quantitativ mit den in vivo Ergebnissen ubereinstimmt. Vorsitz: K.-D. GUNTHER - Gottingen 12. A. SCHURCH - Zurich Anabolika in der Tierproduktion Die Erzeugung tierischer Produkte ist eine Folge der Verschiebung des Verhaltnisscs zwischen Katabolismus und Anabolismus zugunsten des Letzteren. Anabolismus ist deshalb durch eine positive Energiebilanz gekennzeichnet. Dagegen versteht man im allgemeinen unter Anabolika Stoffe, die bei gegebener Aufnahme an verdaulichem Stickstoff eine Erhohung der Stickstoffbilanz bzw. des Proteinansatzes zur Folgc haben. Anabole Wirksamkeit ist verschiedenen Steroiden und Nichtsteroiden mit mehr oder weniger deutlicher hormoneller Wirksamkeit zugesprochen worden. Wahrend fortgesetzte Verabreichung von Oestrogenen an mannliche Tiere in Gaben, welche den Bedarf fur optimales Wachstum uberschreiten, einen Kastrationseffekt haben, konnen die gleichen Stoffe beim weiblichen Tier iiber einen Ruckkopplungseffekt zu einer vermehrten Ausschuttung von Progesteron und soniatotropem Hormon fuhren, die beide anabol wirken. Nach KARG (1966) durfte die Wirkung von Anabolika abcr vor allem auf der Angleichung der Steroidkonzentration im Blut an den Bedarf fur maximales Wachstum beruhen. Der Einsatz von Anabolika 1a8t deshalb nur dort eine deutliche Wirkung erwarten, wo ein cndogenes Hormondefizit bestcht (z. B. beim Ochsen) oder wo die endogene Hormonproduktion ihr Maximum noch nicht erreicht hat (z. B. beim Kalb). Geeignete Kombinationen von androgen und oestrogen wirksamen Stoffen haben bei o r d e r und parenteraler Applikation in der Ochsen-, Rinder-, Kalber- und Tagungsbericht 119 Schweinemast zur Verringerung des Fettansatzes zugunsten des Proteinansatzes und damit zur Verbesserung des Zuwachses um durchschnittlich 10-20 o/o gefiihrt. Das Geflugel scheint dagegen auf Anabolika schlecht anzusprechen. 13. H. GREIFE, S. MOLNAR - Gottingen Untersuchungen zum NukleinsZurestoffwechsel der Rat te unter Einsatz I4C-mar- kierter Purin-, Pyrimidinbasen und Nukle induren Bei Einsatz von Einzellerproteinen in der Tierernahrung werden dem Organismus erhebliche Nukleinsauremengen zugefuhrt. Durch Tracerstudien an Ratten sollten die Stoffwechselwege von Purin- und Pyrimidinbasen und von Nukleinsauren aufgezeigt werden. Die (8-14C)-markierten Purinbasen Adenin und Guanin sowie die (2-14C)- markierten Pyrimidinbasen Cytosin, Uracil und Thymin wurden intravenos und oral verabreicht und uniform 14C-markierte Nukleinsauren ausschliefllich in den Magen von Ratten appliziert. Nach einem Versuchszeitraum von 24 Stunden wurde die Verteilung der 14C-Aktivitat auf die moglidten Ausscheidungswege Atemlufl, H a r n und Kot, sowie den Tierkorper analysiert. Die Versuchsergebnisse werden in der Die Verteilung der "C-AktivitHt in der Atemluft, den Exkrementen und im Gesamtkorper 24 Stunden nach Verabreichung von 1"-markierten Purin-, Pyrimidinbasen und Nuklein- sHuren an Ratten ( O l o der verabreichten "C-AktivitHt) I Verabrcichung von I Verabreichung in Aternluft 0,8 - 3,2 1,7 3,6 1,l 18,l 90,2 85,2 86,6 86,4 49,2 Harn 0,6 73,O 76,6 97,3 83,5 93,9 59,8 7,O 7,8 9,2 4,7 25,9 Kot 20,9 2,O 14,4 0,7 8,6 1,6 14,l 0,3 2,4 0,3 3,l 6,2 Gesamtkarper 78,4 20,9 4,7 1,8 2,8 1,3 5,3 1,2 2,2 l,j 3,2 1?,7 Surnrne 100,7 95,9 98,9 101,5 98,5 97,9 97,3 9S,7 97,6 97,4 97,4 101,O ') Versuchsdauer 2 1 Tage. Tabelle dargestellt. Die 14C-Aktivitatsausscheidung mit der Atemluft wurde, soweit meRbar, mit Hilfe eines Methandurchfluflzahlers kontinuierlich gemessen. 14. F. X. ROTH - Weihenstephan RNA-Zufuhr und N-Bilanz Verrnehrte N- und Allantoinausscheidung in Stoffwechselversuchen mit Mikroben- protein gaben Anlag, die Rolle der R N A im N-Stoffwechsel isoliert von Mikroben- protein zu untersuchen. Hierzu wurden in zwei Bilanzversuchen mit Ferkeln und in einem Versuch mit Kalbern steigende Mengen (bis zu 30 und 20 O / o des Proteingehal- I20 Gescllschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere tes der Diat) niedermolekulare Hef e-RNA zu einer im Proteingehalt reduzierten halbsynthetischen Ration eingesetzt. Auf Grund der Analyse von R N A und D N A in den Faeces diirfte die zugefiihrte R N A nahezu voll absorbiert und intermediar umgesetzc worden sein. Im Intermediar- bereich scheinen die katabolen Stoffwechselwege fur Purine und Pyrimidine insgesamt zu iiberwiegen. Sowohl bei Ferkeln als auch bei Kalbern wurde, gemessen an der N-Bilanz, keine bzw. nur eine minimale Ausnutzung des R N A - N festgestellt. Bei hoher R N A Zulage stieg dabei die Harn-N-Ausscheidung, und davon besonders Harnstoff-N und NH:j-N, iiberproportional an, wodurch sogar die Verwertung des im Futtereiweifl enthaltenen Aminosaure-N negativ beeinfluat war. In einem weiteren Versuch mit Ferkeln wurden im Mittel 30 O / o des zugefuhrten R N A - N retiniert. Diese Unterschiede werden im Zusammenhang mit einer veranderten Proteinzusamnien- setzung des verabreichten Futters und der unterschicdlichen Harnstoffsynthese dis- kutiert. Die Bilanzierung der aufgenommenen Purine und Pyrimidinc mit den niaxiinal moglichen Stoffwechselendprodukten konnte bei wachsenden Tieren auf eine iiber- raschend hohe Wiederausnutzung der Purine, weniger der Pyrimidine, schlieRen lassen, da bis zu 60 o/o der scheinbar absorbierten Purinbasen nicht wiedcr exkreticrt wurden. Der Abbau der alimentaren Purinbasen ergab in allen Versuchen als wich- tigstes Endprodukt Allantoin, die nur geringe Bildung von Harnsaure lafit keine physiologische Belastung erwarten. 15. H. STEINHART - Weihenstephan Zur Dynamik der Tryptophangehalte im Plasma von Broilern In Versuchen mit Broilern wurde die Dynamik des Tryptophans im Plasnia in Ab- hangigkeit von verschiedenen Proteinen im Futter und von verschiedenen Blut- entnahmezeiten ermittelt. U m den Strefi moglichst gering zu halten, wurden nur 40-80 ~l Blut entnommen. Es wurde das Gcsamttryptophan bestimmt. Im ersten Versuch wurde sechs Wochen alten niichternen Broilern, die mit einem Broiler-Mastfutter gefuttert wurden, Blut entnommen, dann stand 30 Minuten lang Futter zur freien Aufnahme zur Verfiigung ehe es wieder entzogen wurde. In Ab- standen von 30 Minuten wurde sodann Tryptophan aus dem Blut der Fliigelvenen bestimmt. Die Tryptophangehalte stiegen von 44 nMol/ml Plasma bei den niichternen 'Tieren schnell an, erreichten zwischen 90 und 120 Minuten nach dem Futterentzug mit Gehalten von 112 bzw. 115 nMol/ml Plasma das Maximum und fielen dann nach 240 Minuten wieder auf den Ausgangswert ab. I m zweiten Versuch wurde 17 Tage alten niichternen Broilern Blut entnommen, dann Futter zur frei.en Aufnahme angeboten und nach zwei Stunden wurde wiederum Blut entnommen. Als Proteinquellen dienten oxidiertes Sojaprotein + Tryptophan- zulagen mit Gesamtgehalten von 0,03 bis 0,5 O / O Tryptophan in der Di'at, eine Mais- Gelatine-Diat + Tryptophan mit 0,10 bis 0,5 o/o Tryptophan in der Diat und Diaten mit Fischmehl, Casein (oxidiert und nicht oxidiert), synthetischen Aminosauren und nicht oxidiertem Sojaprotein mit Tryptophangehalten von 0,18 bis 0,24 O/o in der Diat. Bei den Gruppen mit jeweils vier gestaffelten Tryptophangehalten in den Diaten wurde bei niedrigen Tryptophangehalten eine Abnahme und bei den hochsten eine Zunahme des Tryptophans im Plasma festgestellt. Bei den Tryptophangehalten in der Diat, die etwa dem Bedarf von 0,22 o/o Tryptophan entsprachen, wurde bei allen Diaten, mit Ausnahme der entsprechenden Mais-Gelatine-Diat, eine Zunahme der Tryptophangehalte im Plasma festgestellt. Das Ausgangs- und Endniveau des Tagwngsbericht 121 Tryptophans ini Plasma war allerdings unterschiedlich. Am niedrigsten war es bei der Gruppe Aniinosauren mit 31 (erste Entnahme) bzw. 36 nMol T r p i m l Plasma (zweite Entnahme), am hochsten bei der Gruppe nicht oxidiertes Sojaprotein mit 66 bzw. 96 nMol Trp/nil Plasma. Im dritten Versuch wurde bei 22 Tage alten Broilern nach der ersten Blutentnahnie das Futter entzogen und nach sechs Stunden die zweite Blutentnahme vorgenommen. Es wurden die Tiere mit den Diaten oxidiertes Sojaprotein + Tryptophan und Mais- Gelatine + Tryptophan untersucht. Bei den niedrigsten Tryptophangehalten in der Diat nahm der Tryptophangehalt im Plasma urn 40-500/0 zu. Bei 0,220/0 Tryp- tophan in der Diat wurde beim oxidierten Sojaprotein eine leichte Abnahme um ctwa 6 O/O, bei der Mais-Gelatine-Diat jedoch eine leichte Zunahnie um etwa 5 O/o festge- stellt bei unterschiedlichem Niveau von 26 bzw. 52 nMol Trp/ml Plasma. Die Dynamik der Tryptophangehalte im Plasma hangt somit ab vom Tryptophan- gehalt im Futter, von der Proteinquelle und vom Futterungszustand. Vorsitz: K. H. MENKE - Stutcgart-Hohenheim 16. 0. P. WALZ und H. BRUNE - Giefien Erganzungswirkung zeitlich gestaffelter Lysinzulagen beim wachsenden Schwein Native proteingebundene und supplementierte synthetische Aniinosauren haben eine unterschiedliche Resorptionsgeschwindigkeit. Daraus lafit sich erklaren, da8 in kurzen Versuchsanstellungen mit rein kalkulatorischer Aufwertung von Lysin zu Mangel- diaten haufig vergleichsweise niedrige Erganzungswirkungen gefunden werden. An- dererseits bewirkte Intervallfutterung von zugesetzten Aminosfuren-Dosen in Stoff- wechselversuchen positive Effekte auf Wachstum und N-Ansatz. Es stellt sich die Frage, o b zwischen Intervallfutterung und Rations-Beimischung auch in Rationen mit bedarfsnaher Nahrstoffversorgung in Langzeitversuchen unterschiedliche Erganzungs- wirkungen zu beobachten sind, die von praktischer Bedeutung sein konnten. Funf Futterungssysteme wurden hierzu erprobt: A = Grundration (G) mit lysin- armem Protein, hauptsachlich aus Sonnenblumenextraktionsschrot (1 7,5 O/o RP, 0,52 O/o Lys., 0,66 O/o Met. + Cyst.); B = G + 0,4 Lys. (bis 60 kg)/ + 0,3 O/o Lys. (ab 60 kg); C = G + 0,2 O/O (0,15) mit Futter + 0,2 O/o (0,15) nach 1 h; D = G + 0,1 O / o (0,075) + 0,l O/o (0,075) nach 1 h + 0,2 O/o (0,15) nach 2 h ; E = Handelsiibliches Mastfutter. Die Rationen wurden - gesteigert nach praktischen Dosierempfehlungen - an 30 Mastschweine uber 12 Stoffwechselperioden von etwa 19 bis 100 kg KG verabreicht. Am Versuchsende wurden die gleichaltrigen Tiere totvermarktet und die Schlacht- korper nach MLP-Muster bewertet. Neben einer Reihe weiterer Mefigrofien dienen tagliche Zunahmen, Futterverwertung, N-Bilanz und Schlachtkorperbewertung als Leistungskriterien zur Beurteilung der Erganzungswirkung. Einige dieser Kriterien sind in der Ergebnis-Ubersicht zusammengestellt. Zwei Tiere der Mangelgruppe verendeten mit etwa 60 kg. Tagliche Zunahmen und Futter- verwertung der Mangelgruppe lagen besonders im ersten Abschnitt erheblich niedri- ger als bei Test- und pos. Kontrollgruppe. Die Intervallfutterung bewirkte jedoch auf Zunahnien und Futterverwertung keinen Effekt gegenuber der Rations-Beimischung. Die Schlachtkorperbewertung spiegelt die Differenzen im Schlachtkorpergewicht wider. Bei der Mangelration war das Fleischbildungsvermogen im Gegensatz zum Fettansatz erheblich verniindert. Auch in diesen Kriterien blieb die Intervallfutterung 122 Gesellschaft fur Ernahrungsphysiologie der Haustiere ohne praktische Bedeutung. Die absolute tagliche N-Bilanz ergab, korreliert zu Kor- pergewicht oder Lysinaufnahme, kubische Regressionen mit einem Kurvenanstieg bis 70 kg K G oder 10,5 g Lys./T (A) bzw. 8 5 kg K G oder 17 g Lys./T (B-D) und darauf abnehmender taglicher N-Retention. Auch die prozentuale N-Bilanz zeigt I A I I I I 1 = Mast bis ca. 60 kg 2 = Mast ca. 60-100 kg Endgewicht *. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (ks) 86 102 101 101 54 tagl. Zunahme 1 ................ (rel.) 100 147 148 145 149 tagl. Zunahme 2 . . . . . . . . . . . . . . . . (rel.) 100 110 109 110 Futterverwertung 1 . . . . . . . . . . . . . (rel.) 100 67 69 69 60 Futterverwertung 2 ............. (rel.) 100 91 92 92 b i s 4 0 k g ............................ 100 133 127 124 133 40- 6 5 k g .......................... 100 115 115 114 75-100kg .......................... 100 89 90 100 Handelsklassen-Mittel 3,3 1,5 1,2 132 Schinken (O/o von Halfre) . . . . . . . . . . . . . . 15 18 1 8 18 Fett . . . . . . . . . . . . (cm') 20 23 26 24 Fett (O/o FS) 5,3 3,6 4,3 4 J O/o N-Bilanz (rel.): . . . . . . . . . . . . . . . . long. dorsi Fleisch . . . . . . . . . . (cm') 23 42 41 41 RP . . . . . . . . . . . . . (O/o FS) 22,C 24,3 24,4 24,5 ............ 1 Kontrolle E nach 6 Perioden beendet; 't Anfangsgewicht 19 kg eindeutig altersabhangige Verhaltensmuster. Infolge einer - d u d den altersabhan- gigen verminderten Lysinbedarf moglichen - kompensatorischen Annaherung, gleicht sich bei hoherem Gewicht die prozentuale N-Retention der Mangelgruppe jener der supplementierten Rationen an. Im letzten Mastabschnitt zeigt Intervallfiitterung 2 eine positive Tendenz auf den N-Ansatz, die sich aber insgesarnt auf den wirtschafk- lichen Erfolg nicht mehr auszuwirken verrnag. 17. R. MOSENTHIN und H. HENKEL - Kiel Der EinfluS pflanzlicher Gerustsubstanzen im Futter auf die N-Ausscheidung im Kot beim Schwein Die nachstehenden Futterinhaltsstoffe, wie Cellulose, Pentosane, Pektinstoffe und andere pflanzliche Geriistsubstanzen, konnen vom Schwein nicht durch korpereigene Enzyme verdaut werden, sondern bediirfen eines mikrobiellen Aufschlusses, der in den Enddarmabschnitten stattfindet. Hohere Anteile solcher Geriistsubstanzen in der Ration fiihren regelmaflig zu einer verrnehrten N-Ausscheidung im Kot. In einem Futterungsversuch rnit Schweinen sollte festgestellt werden, in welchem Umfang die vermehrten Kot-N-Bestandteile bakte- riellen Ursprungs sind. Bei zwei Versuchsgruppen mit jeweils vier Schweinen erhielt eine Gruppe eine Grundfutterration aus Gerste, Manioka und Sojaschrot extr. mit 13,5 O/o Rohprotein. Die zweite Gruppe erhielt zur gleichen Grundfuttermenge eine Zulage von 12 O/o Strohcellulose und 8 O/O Apfelpektin. Bei einem mittleren Lebendgewicht der Tierc von 8 5 kg wurde eine N-Bilanz durchgefiihrt. Die Versuchsergebnisse sind in der folgenden Tabelle enthalten. Tagungsbericht 123 Zulagegruppe 12 olio Strohcellulose + 8 o / o Apfelpektin Konrrollgruppe Grundrarion Aufnahme-N ........................ 50,l 52,2 Kot-N ............................. 9,3 * 1,2 16,8 ? 0,9 ............................ 18,s f 1,3 DAP im Kot ........................ 0,19? 0,02 0,36k 0,04 Bakterien-N im Kot 537 9,9 O/o Bakterien-N vom Kot-N . . . . . . . . . . . 61,3 58,9 Harn-N 25,2 k 0,8 Ansatz-N ........................... 15,6 ? 1,5 16,6 k 1,0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Zulage a n Geriistsubstanzen bewirkte einen deutlichen Anstieg der Gehalte an Stickstoff im Kot der Versuchstiere. Gleichzeitig wurde die Harn-N-Ausscheidung vermindert, so da8 trotz einer scheinbar schlechteren N-Verdaulichkeit kein Einflu8 auf die Proteinverwertung der Schweine eintrat. Der Anstieg der N-Ausscheidungen im Kot war proportional zur ausgeschiedenen Menge an Diaminopimelinsaure (DAP). Die D A P diente als Maastab zur Schatzung der Menge an Bakterienprotein im Kot der Tiere. Damit war zwar die absolute Bakterien-N-Menge angestiegen, ihr Anteil am Gesamt-Kotstickstoff blieb jedoch konstant. Aus der verminderten Harn-N-Ausscheidung bei Zulage von Gerustsubstanzen kann geschlossen werden, da8 endogener Stickstoff von den Darmbakterien als N-Quelle genutzt wird. U m dieses zu beweisen, wurde zwei weiteren Schweinen mar- kierter Harnstoff ('5N-Haufigkeit, 96,3 Atom o/o Oberschufi) in Gaben von 1 g bzw. 2 g in die Ohrvene infundiert. Bereits 24 Stunden nach der Applikation war die I5N-Haufigkeit in den abzentrifugierten Kotbakterien deutlich erhoht. Eine deutlich erhohte '5N-Haufigkeit konnte auch im Ammoniak-N-Anteil des Kotes nachgewiesen werden. Aus diesen Ergebnissen laat sich ableiten, da8 Blutharnstoff ins Darmlumen diffundiert, durch Bakterien fermentativ (Urease) zu Ammoniak abgebaut und weiter zur bakteriellen Proteinsynthese verwendet werden kann. Dabei ist die Hohe der bakteriellen Proteinsynthese abhangig von der Menge fermentierbarer organischer Substanz im Darm der Schweine. 18. A. HUTTMANN und H. HENKEL - Kid Untersuchungen iiber den Einflufl der Energieversorgung auf den Proteinansatz wachsender Mastschweine Da zwischen Proteinansatz und Energieversorgung ein enger Zusammenhang besteht, sollte mit diesen Versuchen festgestellt werden, welche Energiemenge pro Tag not- wendig ist, um im Mastabschnitt von 20 bis 100 kg Lebendgewicht in kiirzester Zeit den hochsten Proteinansatz beim Schwein zu erreichen. Zwei Gruppen mit jeweils sechs und eine Gruppe mit vier vorgepruften Borgen der Rasse D L erhielten bei Einzelfiitterung ein Grundfutter, das aus Weizen, Gerste, Sojaschrot und einer Vormischung bestand. Diese Mischung ermoglichte die einheit- liche Versorgung aller Tiere mit Rohprotein, Aminosauren, Wirkstoffen und Mineral- stoffen bei gleichem Lebendgewicht. Die Grundfuttermischung mit 819 EMS in der Anfangsmast und 824 EMS in der Endmast (EMS = Energiemeazahl = g/kg Roh- protein X 0,8 + g/kg Fett X 2 + g/kg Starke und Gesamtzucker) erhielten die Tiere 124 Gesellschaft f u r Emahrungsphysiologie der Haustiere einer Gruppe so zugeteilt, dafl eine mittlere tagliche Zunahme von 700 g Lebend- gewicht erreicht wurde. Die unterschiedliche Energieversorgung erfolgte durch eine Zulage von 100 g bzw. 200 g Maniokaschrot pro 0,9 kg Grundfutter. Die Versuchstiere wurden bei Erreichen eines mittleren Lebendgewichtes der Gruppe von 100 kg geschlachtet und von jedem Tier folgende Parameter bestimmt: Gehalt des Schlachttieres an Trockensubstanz, Rohprotein, Rohfett (HCI), Rohasche; daneben die Schlachtkorpermerkmale: Riickenspeckdicke, Fleisch : Fett, Handelsklasse und Gofowert. Grundfuttergruppe 703 g tagl. = Mastzeit 113 Tage erste Zulagegruppe 767 g tagl. = Mastzeit 106 Tage zweite Zulagegruppe 828 g tagl. = Mastzeit 97 Tage Der mittlere Proteingehalt der Versuchstiere der Grundfuttergruppe betrug 14,44 k 0,65 kg, der ersten Zulagegruppe 14,70 k 0,73 kg und der zweiten Zulagegruppe 14,22 k 0,69 kg je 100 kg korr. Endgewicht. Daraus errechnet sich ein mittlerer tag- licher Proteinansatz von 100 g, 109 g und 114 g. Der mittlere Fettgehalt der Tiere betrug 25,24 kg & 2,30, 26,76 kg ? 2,56 und 31,91 kg k 0,69 je 10 kg korr. Endgewicht. Von d.en angegebenen Schlachtkorpermerkmalen hatte nur das Fleisch : Fett-Verhalt- nis einen beschrankten Aussagewert uber die Schlachtkorperzusammensetzung. Mit steigendem Energieangebot war auch der tagliche mittlere Proteinansatz der Masttiere grofler. Der hohere Energieaufwand bei der zweiten Zulagegruppe hatte aber einen uberproportional hoheren Fettansatz im Vergleich zur Grundfuttergruppe zur Folge. Der hochste mittlere Proteingehalt fur ein 100 kg Mastschwein wurde mit 106 Masttagen bei einer taglichen Zunahme von 767 g mit den Tieren der ersten Zulage- gruppe erreicht. Die taglichen Zunahmen waren abhangig von der Energieversorgung: 19. E. FARRIES, F. W. HUTH, R. DAENICKE und H. J. OSLAGE - Mariensee, Braunsmweig-Volkenrode Zum Einflufl der Energieversorgung auf die Stickstoffverwertung bei Jungmast- bullen unterschiedlicher Rassen (Deutsche Schwarzbunte und Deutsches Fleckvieh) Sechsundzwanzig Jungbullen der Rasse Deutsche Schwarzbunte und 42 der Rasse Deutsches Fleckvieh wurden zufallig auf je zwei Rassengruppen verteilt, die im gesamten Mastabschnitt von der 14. bis zur 78. Lebenswoche unterschiedlich hoch mit Energie versorgt wurden. Die mittlere tagliche Energiezufuhr richtete sich nach dern Lebendgewicht und betrug: 1 O/O vom Lebendgewicht plus 600 StE = Gruppe H. 1 O / O vom Lebendgewicht plus 300 StE = Gruppe M. Die Versorgung mit Rohprotein war fur alle Tiere in vergleichbaren Gewichts- abschnitten gleich hoch. Aus dem gesamten Tiermaterial wurden vier Schwarzbuntbullen und acht Fleck- viehbullen je Gruppe zufallig ausgewahlt und von der 39., 47., 55., 63. und 71. Lebenswoche ab jeweils 14 Tage im N-Bilanz-Versuch gehalten. In Abhangigkeit von Rasse, Alter und Energiezufuhr wurden untersucht: Verdaulichkeit des Rohproteins, Stickstoff ansatz und Verwertung des verdaulichen Stickstoffs. Die Verdaulichkeit des Rohproteins wurde weder durch Rasse, Alter und Gewicht, noch durch die Hohe der Energiezufuhr beeinfluflt. Tagungsbericht 125 Im N-Ansatz bzw. in der Verwertung des verdaulichen Stidrstoffs traten bei den Bullen der Rasse Deutsche Schwarzbunte keine Unterschiede in Abhangigkeit von Alter, Gewicht und Energiezufuhr auf. Fur die Bullen der Rasse Deutsches Fleckvieh wurde dagegen deutlich, daf3 eine verminderte Energiezufuhr auch zu einem niedrigeren Eiweiaansatz fiihrt und damit zur Verschlechterung der Stickstofiverwertung. Vorsitz: H. J. OSLAGE - Braunschweig-Volkenrode 20. W. LUPPING und W. KAUFMANN - Kiel Zur Messung der Wirksamkeit von geschiitztem Protein bei WiederkEuern D a die Verwendung von Umleitungskanulen im Darm von Milchkuhen zur Messung des Schutzeffektes behandelter Proteine sehr aufwendig ist, wurde versucht, mit anderen In-vivo-Methoden und mit In-vitro-Methoden zu entsprechenden Aussagen zu kommen. So wurde die Methode der Infusion von Protein in den Labmagen von Hammeln benutzt, um Aussagen zum Einflua der Proteinbehandlung auf die Verdaulichkeit im Darm zu machen. Hierbei ist neben der einfacheren Methodik weiter von Vorteil, dai3 die Verdaulichkeit des behandelten Proteins separat meabar wird. Die Ergebnisse zeigen fur die Formaldehydbehandlung von Sojaschrot, dai3 ober- halb von 0,l O/O HCOH (bezogen auf Tr.S.) bereits merkliche Abnahmen der Ver- daulichkeit auftreten. Die Schutzwirkung in den Vormagen wird in vitro an der Menge freigesetztem NH3 (nach Inkubation mit Pansensaft) gemessen. Fur die HCOH-Behandlung zeigt sich, dai3 bei hoherer Konzentration als 0,15 O/o HCOH zusatzliche Schutzwirkung kaum noch auftritt. Die gleichen Methoden wurden angewendet, um den Einflui3 der Hitzebehandlung auf Verdaulichkeit und Abbaurate in den Vormagen zu prufen. Erste Ergebnisse werden mitgeteilt. 21. E. PFEFFER und M. MOCTAR - Gotringen Zur Beeinflussung des Harnstoff-Umschlags bei Hammeln durch unterschiedliche Casein-Infusionen in den Labmagen Zwei ausgewachsene Hammel erhielten als Grundration taglich 500 g Stroh, 200 g Zudrer und eine Mineralstoff -Erganzung. Zusatzlich wurden durch Labmagen-Fisteln Casein-Infusion gflag N-Aussmeidung im Kot Plasma- Harnstoff mg/100 ml 0 12,5 25 50 75 100 150 4,14 2,25 4,Ol 2,38 4,37 2,88 4,21 4,26 4,35 7,56 4,39 10,05 4,28 14,57 6 4 473 n.b. n.b. 18,8 22,7 35,4 AbfluR von Harnstoff-N im H a m zum Verdauungstrakt dTag I dTag 0,81 5,38 0,79 3,56 1.08 3.32 2109 4148 5,12 7,70 7,78 10,94 11,98 13,42 126 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere taglich 0 bis 150 g Casein, gelost in 3 1 Wasser, infundiert. Bei jeder Infusionshohe wurde nach einer mindestens 14tagigen Vorperiode und einer siebentagigen Sammel- periode eine bekannte Dosis 14C-Harnstoff intravenos verabreicht, worauf der H a r n so lange gesammelt wurde, bis keine Radioaktivtat mehr nachweisbar war. I n der Tabelle werden neben den Ausscheidungen an Gesamt-N in Kot und H a r n die im Blutplasma gernessenen Harnstoff -Konzentrationen und die renalen Harn- stoff-Ausscheidungen mitgeteilt. Die Division der renalen Harnstoff-Ausscheidung durch den im H a r n ausgeschiedenen Anted der 14C-Dosis ergibt den jeweiligen Ge- sarnt-Umschlag fur Harnstoff. Die Differenz zwischen Gesamt-Umschlag und renaler Ausscheidung entspricht dem in der letzten Spalte aufgefuhrten Harnstoff -ZufluR zum Verdauungstrakt. Obwohl die Steigerung der Casein-Infusion zu einer deutlichen Steigerung des Harnstoff-Zuflusses zum Verdauungstrakt fuhrtc, blieb die N-Ausscheidung in1 Kot unbeeinfluflt. Ein entsprechendcr Anstieg in der Reabsorption von Amnioniak niuR daher angenommen werden. 22. 1. DEUBELIUS, M. THORMAHLEN, W. Huss und W. MUHLUAUEK - Stuttgart-Hohenhcim ' EinfluR des Reifestadiums auf die thermisch bedingte Proteinshadigung wlhrend der Trocknung von Mais Mais mug wegen ungunstiger Witterungsverhaltnisse in nianchen Jahren im nicht voll ausgereiften Zustand geerntet werden. Wahrend beini vollreifen Maiskorn die Ein- lagerung der Reservekohlenhydrate in Form von Starke weitgehend abgeschlossen ist, liegt in fruher.en Reifestadien der Anted an niederniolekularen Kohlenhydraten, insbesondere an Mono- und Disacchariden noch hoher. Es sollte untersucht werden, ob die thermisch bedingte Schadigung des Proteins wahrend der Trodtnung mit stark erwarmter Lufi durch diese abweichende Zusammensetzung des nicht ausgereiften Korns begunstigt wird. 1:euchtegehalt i n der Trorkcnsub,rnnz deb Erntegurs Sr irke c / o I Zudter'b o / t ~ Erntejahr Rcifcsradiurn 1974 reif 44 69,3 3,1 1975 reif 37 72,2 1976 tcigreif rcif Gesarntzudcer berechnet als Glucose. 46 32 65,9 70,3 Mais der Sorte lnrakorn wurde in den Jahren 1974, 1975 und 1976 in eineni Reifestadium geerntet, wie es sich unter den jeweiligen Witterungsverhaltnissen opti- mal erreichen lieR; im Jahr 1976 wurden a d e r d e m zu einem fruheren Zeitpunkt aus demselben Bestand Maiskolben mit teigreifen Maiskornern entnonimen. Die Feuchtegehalte des Ernteguts, sowie die Gehalte an Zudtern (im gefriergetrockneten Ausgangsmaterial) sind nachfolgend aufgefuhrt: Nach diesen Ergebnissen stellen die Zuckergehalte ein gutes Kriterium fur den Reifegrad von Mais dar. Bemerkenswert ist, daR das in dem kuhlen, fcuchten Jahr ' Die Untersuchungen erfolgten im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbercichs 140 - Land- technik (Verfahrenstechnik der Kornerfruchtproduktion) der Universitat Hohcnheini. Tagungsbericht 127 1974 Mitte November gewonnene Erntegut immer noch einen Zuckcrgehalt von 3,l O/O aufwics und soniit nicht voll ausgereift war. Das Versuchsmaterial wurde unter definierten Bedingungen getrocknet und dabei die Teniperatur der Trocknungsluft sowie die Trocknungsdauer variiert. Zur Beurtei- lung der Proteinqualitat wurden die Aminosaurengehalte nach STEIN und MOORE und das DNFB-verfugbare Lysin (ohne und mit Blindwertkorrektur) bestimmt sowie N-Bilanzversuche mit Rattcn durchgefuhrt. Sowohl die analytisch wie auch die tierexperimentell ermittelten Daten zeigen, daR die Gefahr einer thermisch bedingten Proteinschadigung bei nicht voll ausgereifteni Mais grofler ist als bei reifem. Eine wcsentlich starkere Schadigung des unreifen Gutes ergab sich vor allem nach Einwir- ltung hohcr Lufttempcraturen (180 C). Bei der Festlegung von Grenzbereichen fur die praxisgerechte Trocknung mit hohen Lufttemperaturen mug daher neben dem Feuchtigkeitsgehalt auch das Reifestadium dcs Erntegutes - und damit die Zusanimen- setzung der darin enthaltenen Reservekohlenhydrate - berucksichtigt werden. 23 . W. HARTFIEL - Bonn Die Stabilitat als ein Qualitatskriterium von Futter- und Schlachtkijrperfetten Eine Intensivhaltung von Nutztieren, vor allem von Mastgeflugel und -kalbern, ist ohne den Einsatz von Fetten kaum moglich. D a von den Tieren im Vergleich zurn Mcnschen auch Fette von erheblich geringerer Qualitat aufgenommen werden, sind die in der Humanernahrung als Kriterium des Frischezustandes geltenden Peroxid- und Saurezahlcn von nur geringem Aussagewert. Andcrerseits werden als Zwischenprodukte der Autoxydation abstoRend riechende wie auch schmeckende Aldehyde, Ketone und Lactone gebildet, die zu verminderter Futteraufnahnie bei Tieren fuhreii konnen. Eine Bestinimung der Oxidationsneigung von Fetten ware hier von grogem Nut- zen, mi durch eine angepaRte Zulage antioxidativ wirkender Substanzen eine gezielte Stabilisierung zu errcichen. Mit Hilfe des Swift-Testes kann eine solche Bestinimung relativ einfach durchgefuhrt werden. Bei diesem Verfahren wird eine Fettprobc auf looo C erhitzt und niit Luft geblasen. Die Zeit bis zum plotzlichen Auftreten der Oxidations-Endprodukte, primar Ameisensaure, gilt als Induktionsperiode. Auf Grund einer ermittelten lnduktionsperiode kann eine Voraussage fur die Stabilitat des gepruften Fettes gemacht werden. Sie hangt ab von der Zahl der Doppelbindungen sowie deni Gehalt an Anti- und Prooxidantien. Man kann deni- nach die erforderliche Menge einer antioxidativ wirkenden Substanz bcstimnien, urn eine langere Haltbarkeit von Futterfetten sicherzustellen. Daruber hinaus besteht die Moglichkeit, uber eine weitere Zulage an Antioxidantien zum Mischfutter die Stabili- tat der Fette ini Schlachtkorper zu erhohen, so daR eine bessere Lagerfiihigkeit der Vcredlungsprodukte erreicht wird. Vorsitz: J. LEIBETSEDER - Wien 24. HJ. ADEL, A. PIEPER und E. PFEFFER - Gottingen Vergleich der energetischen Verwertung von Protein und Kohlehydraten bei Regenbogenforellen An Forcllen ni i t einer anfanglichen Lebendmasse von 40 g wurde der EinfluR ver- schiedcncr Encrgietragcr auf die Verwertung von Energie und Protein des Futters 128 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere Gruppe I untersucht. In einer Grundmischung auf Fischmehl/Casein-Basis ( I ) wurden bis zu einem Anteil von 4 0 O/o an der Gesamtmischung Proteintrager gegen Maisquellstarke (11) oder Saccharose (111) ausgetauscht, wodurch der Rohprotein-Gehalt von 68 auf 3 4 O/o sank. Beim Austausch verdrangte Mineralstoffe und Lipide wurden durch Fischmehl-Asche und Pflanzenol ersetzt. Jede Mischung wurde an mindestens zwei Cruppe I 1 I Gruppe I I I Enzym-Akt . (pMollminl100 mg losl. Protein) Glucokinase ......................... 0,4 f O,2 10,O f 3, l GPT .............................. 39,9 f 6,O 18,3 t 1 3 , 5 GOT .............................. 45,9 f 3,5 24,6 +11,4 Glucose-6 P-DH .................... 33,5 f 7,9 47,9 k20,8 6P-Gluconat-DH .................... 9,9 If: 5,5 19,7 f 6,6 NADP-Malat-DH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8, l f 4,2 15,l f 4,3 NADP-Isocitrat-DH . . . . . . . . . . . . . . . . . 35,) f. 8 , l 42,s f 1 4 , l Hexokinase ......................... 0,3 f. 0,1 0,s f 0,5 PEP-Carboxykinase . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5,7 f 0,9 2,2 f 0,9 0,5 f 0 , l 4 , l f 1,5 3,9 f 1,9 35,6 f 2,9 47,s f 2 5 , l 49,4 k 1 6 , 5 11,2 f 2,s 9,3 f 3,2 35,9 2 5, l Becken mit je 30 Fischen gefuttert. Nach 60 Tagen, in denen sich die Lebendmasse mindestens verdoppelte, wurden die Fische jedes Beckens getotet und als Gesamt- gruppe analysiert. An je sechs Fischen der extremen Grupp,en wurden Enzym-Aktivi- taten in der Leber bestimmt. Anders als bei I wurde bei I1 und I11 Glucose aus dem Futter aktiviert, die Initialreaktion der Gluconeogenese dagegen eingeschrankt. Die im Vergleich zu I1 niedrigeren Werte fur PER und PPW, verbunden mit hoheren Aktivitaten der Transaminasen, konnten bei 1 auf einem Oberangebot an Aminosauren, bei 111 auf einem durch den Fruktose-Anteil der Saccharose bedingten relativen Energiemangel beruhen. 25. R. DAENICKE, K. ROHR, E. SCHULZ, H. J. OSLAGE - Braunschweig-Volkenrode Mastleistung und Zusammensetzung der Korpersubstanz bei Bullen der Rassen ,,Deutsche Schwarzbunte" und ,Deutsches Fleckvieh" i n Abhangigkeit von Energie- zufuhr und Endgewicht In einem Versuch rnit 56 Bullen (je 28 Tiere der Rassen ,Deutsche Schwarzbunte" [DS] und ,,Deutsches Fleckvieh" [DF]) wurden die Mastleistung und die Zusammen- setzung der Korpersubstanz in Abhangigkeit von der Energiezufuhr sowie dem End- gewicht untersucht. Alle Tiere erhielten eine tagliche Kraftfuttergabe von 2 kg. Unterschiede in der Energiezufuhr wurden durch eine rationierte Futterung gegen- uber einer ad libitum-Vorlage von Maissilage erzielt. Bei einem Anfangsgewicht von 160 kg wurden 1 4 Tiere jeder Rasse rnit einem Endgewicht von 565 kg, die anderen 1 4 Tiere mit einem Endgewicht von 615 kg geschlachtet. Die Leerkorper samtlicher Bullen wurden zerlegt und auf ihre chemische Zusammensetzung (Protein, Fett, Asche) untersucht. Der tagliche Protein- und Fettansatz wurde aus der Differenz Tagungsbericht 129 gegenuber gleichfalls analysierten, 160 kg schweren Kalbern beider Rassen errechnet. 1. Trotz 3 O/O niedrigerer Aufnahme an Nettoenergie wiesen die DF-Bullen hohere Zunahmen auf als die DS-Bullen (1098 g gegenuber 1050 g); demzufolge war auch die Futterverwertung (StE/kg Zuwachs) bei den DF-Tieren besser. In den Leer- korpern der DF-Bullen wurden 10/o mehr Protein, 230/0 weniger Fett und 9O/o weniger Asche ermittelt als in denen der DS-Bullen. Die Berechnung des taglichen Proteinansatzes ergab im Mittel aller Tiere 188 g fur die DF-Bullen und 161 g fur die DS-Bullen. Die entsprechenden Werte fur den taglichen Fettansatz betrugen 207 g (DF) bzw. 270 g (DS). 2. Die Erhohung der Energiezufuhr fuhrte zu hoheren taglichen Zunahmen, die bei den DF-Bullen auf einer verstarkten Protein- und Fetteinlagerung beruhten. Bei den DS-Bullen resultierten die hoheren Zunahmen lediglich aus einem hoheren Fett- an s a t z . 3. Die Ausmast auf hohere Endgewichte (615 gegenuber 565 kg) fuhrte zu einer leichten Abnahme der Proteingehalte sowie zu einem deutlichen Anstieg der Fett- gehalte in den Leerkorpern. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: 26. K. FEICE und H. HENKEL - Kiel Zur Energiebewertung von Mischfuttern und Einzelfuttermitteln fur Schweine Ini Vergleich zu einer Gerste/Sojaschrot-(extr.)Ration wurden im Austausch gegen Gerste folgende Futtermittel auf ihren energetischen Futterwert bei Mastschweinen geprufl: Weizen, Manioka (zwei Sorten), Bataten, Fett (2 O/o und 6 O / o ) , Haferschalkleie, Roggenkleie, Weizenkleie, Maiskeimschrot extr., Biertreber getr. und Obsttrester. Samtliche Mischungen wurden mit Mineral- und Wirkstoffen, und soweit erforder- lich, mit Lysin und Methionin erganzt. Der Energiewert der Futtermittel wurde im Lebendgewichtsabschnitt von 40 bis 100 kg in drei verschiedenen Fiitterungsversuchen niit je sieben oder acht vorgepruften Mastschweinen je Gruppe untersucht. Die Ver- daulichkeit der Inhaltsstoffe der einzelnen Futtermittel wurde in gesonderten Ver- suchen festgestellt. Fur die Berechnung des Energieaufwandes je kg Lebendgewichtszuwachs wurden die folgenden Methoden verwendet: 1. Energiemeazahl = (Rohprotein X 0,s + Rohfett X 2 + Rohstarke 2. Gesamtnahrstoffe = verdaul. Rohprotein + verdaul. Rohfett X 2,3 + verdaul. Rohfaser + verdaul. N F E 3. Nettoenergie Fett (kcal) = verdaul. Rohprotein X 2,56 + verdaul. Rohfett X 8,54 + verdaul. Rohfaser X 2,96 + verdaul. N F E X 2,96 - Zuckerabzug Der Energieaufwand je kg Lebendgewichtszuwachs betrug im Mittel aller Tiere (n = 98) Energiemeazahl = 2166 k 152 s o t o = 7,O Gesamtnahrstof f e = 2508 f. 199 s O/o = 7,9 Nettoenergie Fett (kcal) = 7343 k 610 s O / o = 8,3 Von den verwendeten Futtermitteln war die Verwertung der Bataten schlechter, als mit allen Methoden vorausberechnet wurde. Bei den Kleien, Trebern und Trestern wurde die Energieverwertung nach Gesamtnahrstoffen und Nettoenergie Fett am (Kiel) + Gesamtzucker) (Lehmann) (Rostock) 130 Gesellschaft fur Ernahrungsphysiologie der Haustiere Gruppc I Gruppc I 1 (n=6) (n=6) ungenauestcn geschatzt. Bei diesen Futtermitteh ist eine Vorausberechiiung Jer Energieverwertung auf Basis der verdaulichen Inhaltsstoffe ungeeignet. Aber auch die Bewertung nach Rohnahrstoffen, wie bei der EnergiemeRzahl, war bei den Ratioilen mit Roggenkleie, Weizenkleie, Biertrebern und Obsttrestern fehlerhaft, nicht jedoch bei Haferschalen und Haferschalkleie. Zwischen den einzelnen Methoden sind die Unterschiede gering, wenn Futter- mischungen mit einer Verdaulichkeit der organischen Substanz von iiber 80 "/a ver- glichen werden (EnergiemeRzahl s O / o = 5,9; Gesamtnahrstoffe s O / o = 6,O; Futtcr- rnischungen = 8; n = 63). Insgesamt ist der Fehler bei der EnergiemeRzahl sowohl bei der Bewertung der Futterniischungen als auch bei der Bewertung der Einzelfutterniittel am geringsten. Gruppe I l l (11=6) Vorsitz: K. DREPPER - Kiel 27. K. D. GUNTHER, I . HERMES und Hi. ABEL - Gottingcn Zum EinfluB der Phosphorversorgung auf den Phosphorumsatz beim wachsenden Geflugel Drei Gruppen von Masthahnchen erhielten vom 1. bis 28. Lebenstag ein Geflugcl- niastalleinfutter mit 0,76 O / o P bei C a :P = 1,5 : 1. P stamnite zu 0,23 ( I ) , 0,43 ( 1 1 ) oder 0,58 O/O (111) aus Ca-Mg-Phytat. An 40 Kuken jeder Gruppe wurden am 28. Lebenstag Skelettanalysen durchgefuhrt. Korpermasse g/Tier . . . . . . . . . . . . . . . . . . Futter : Zuwachs .................... Fettfreie Trockensubstanz im Gesamtskelett (g) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Asche im Gcsamtskelett (g) . . . . . . . . . . . . Ca im Gesamtskelett (g) . . . . . . . . . . . . . . . P im Gesamtskelett (g) . . . . . . . . . . . . . . . . 844 ? 103 758 k 101 614 k 103 1,s 1 3 1,9 38,7 k 2,9 33,5 k 2,9 24,5 k 2,O 16,l f 1.4 13.3 k 1.2 7.5 k 0.9 5,7 ? 0,5 4,7 k 0,4 2,6 k 0,3 3,O k 0,3 2,5 k 0,3 1,4 k 0,2 I n einem weiteren Versuch erhielten 18 Hahnchen in Einzelhaltung nach einer Iotagigen Fiitterung mit handelsiiblicheni Geflugelmastalleinfutter eine phytinfreie Grundmischung mit 0,26 O/o P. Das Futter wurde niit Monocalciumphosphat (I), je zur Half te rnit P aus Monocalciumphosphat und Phytat (11) oder nur niit Phytat (111) auf 0,53 O / o Gesamt-P und mit CaCO:! auf C a : P = 1,5 : 1 erganzt. Am 14. Lebenstag wurde jedem Kiiken 1 ltCi 32P als Natriumphosphat-Injektionslosung i.p. Tagungsbericbt 131 verabreicht und anschlicfiend zwei Wocheii lang taglich die "P-Aussche:dung iiber Kot und H a r n bestimmt. Die Tabelle zeigt die kumulative Ausscheidung am ersten bzw. bis zum siebten und 14. T a g nach der Applikation. Steigende Phytat-P-Anteile im Futter beeintrachtigen die P-Verwertung. Die daraus resultierende P-Unterversorgung wurde von den Kuken durch Einschrankung der endogenen P-Ausscheidung bzw. Herabsetzung des P-Umsatzes teilweise koni- pensiert. 28. H. VOCT - Celle EinfluS verschiedener P- und Na-Gehalte im Legehennenfutter auf Leistungen und Eischalenstabilitat Um den Einflufi unterschiedlicher P-Gehalte im Futter von Legehennen mit hohem Leistungsniveau und evtl. P- und Na-Interaktionen zu untersuchen, wurde ein zwei- faktorieller Versuch mit folgenden Gehalten durchgefuhrt: 0,16-0,25 "10 Natrium bzw. 0,45 (0,22) - 0,55 (0,32) - 0,65 (0,42) - 0,75 (0,52) o/o Gesamtphosphor (Nichtphytinphosphor). Versuchsdauer 308 Tage. Haltung der Hennen in Einzel- kafigen. Von der I . bis zur 111. P-Stufe erhohte sich das Endgewicht der Hennen. Ini Futterverbrauch, Legeleistung, tagl. Eimasse, Eigewicht und Futterverwertung bestan- den zwischen den Gruppen keine gesicherten Unterschiede. In der Tendenz war bei dem hoheren Natriumgehalt die tagl. Eirnasse, Eigewicht und Futterverwertung verbessert. Der Einflufi der Rationen auf die Eischalenstabilitat (Knickeier, Stauchung, Bruch- festigkeit, Schalendicke - drei Mefitermine) war unterschiedlich. Mit steigendeni P-Gehalt verschlechterte sich (z. T. gesichert, z. T. in der Tendenz) die Eischalen- stabilitat. Bei der 11. P-Stufe (bei der I. P-Stufe nur z. T.) verbesserte sich wiederum bei dem hoheren Na-Gehalt die Eischalenstabilitat; bei den hoheren P-Gehalten (I 11. und IV. P-Stufe) verbesserte jedoch der hohere Na-Gehalt die Eischalenstabilitat nicht. 29. H. MARTENS und U. LONGJALOUX - Hannover I n vivo Untersuchungen iiber den EinfluS von Fermentationsprodukten des Pan- senstoffwechsels auf die Resorption von Magnesium aus dem Pansen von Schafen Der Weideaustrieb der Kuhe im Fruhjahr ist in der Regel mit einer sehr plotzlichen Futterumstellung verbunden. Dieser Futterwechsel fuhrt zu einer starken Verminde- rung der scheinbaren Verdaulichkeit von Magnesium bei gleichzeitig verminderter Magnesiuniaufnahme. Als Folge treten haufig Hypomagnesamien auf, die zu klinisch nianifesten Tetanien fuhrcn konnen. Gezielte Untersuchungen zur Klarung dieser verminderten Resorption wurden in der Vergangenheit erschwert, weil keine Kennt- nisse uber den Resorptionsort und -mechanismus fur Magnesium bei Wiederkauern vorlagen. Untersuchungen der letzten Jahrc an Kuhen und Schafen mit Umleit- kaniilen am Duodenum haben gezeigt, dafi der Pansen als Hauptresorptionsort fur Magnesium im Verdauungskanal der Wiederkauer anzusehen ist und das Magnesium aus diesem Vormagen rnit Hilfe eines rnit Natrium gekoppelten Transportsystenis absorbiert wird. In in vitro und in vivo Untersuchungen ist der Einflufi von Futterinhaltstoffen wie Natrium und Kalium auf diesen Transportmechanismus gepriift worden. In Fort- 132 Gesellschaft f u r Ernahrungsphysiologie der Haustiere setzung dieser Experimente wurde der EinfluB von Fermentationsprodukten dcs Pansenstofiwechsels untersucht, wobei die Technik des gewaschenen Pansens ver- wendet wurde. NH3 Steigende Konzentrationen von Ammonium (0,20 und 40 mM/1) fuhren zu einer Verminderung der Magnesiumabsorption. Wahrend bei der Verwendung einer Puffer- losung ohne Ammoniumsalze 1,471 mM/h absorbiert werden, verringert eine Ammo- niumkonzentration von 20 oder 40 mM/1 die Absorption auf 1,307 mM/h bzw. 1,043 mM/h. Fluchtige Fettsauren Die Zugabe von 15 mM Acetat, Propionat oder Butyrat zu dcr verwendeten Puffer- losung erhoht die Magnesiumresorption von 0,797 mM/h Mg auf 1,133 mM/h (Propionsaure), 1,352 mM/h (Essigsaure), 1,392 mM/h (Buttersaure). Unterschiede zwischen den einzelnen Fettsaur.en waren dabei nicht feststellbar. Milchsaure Das junge Weidegras enthalt groi3e Mengen leicht fermentierbarer Kohlenhydrate, so daB geringe Konzentrationen Lactat im Pansen nachweisbar sind. Die Zugabe von 15 mM Lactat pro Liter (52,l O / o D- und 47,9 O / o L-Lactat) vermindert die Magne- siumkonzentration von 1,55 mM/h Magnesium auf 1,37 mM Magnesium/h. co2 Wahrend der Versuchszeit wurde die Pufferlosung standig mit CO2 begast. Ersetzt man nun diese Con-Begasung durch N.7, so verringert sich die Magnesiumresorption von 1,642 mM Mg/h auf 0,950 mM Magnesium/h. Osmotischer Drudc Eine Veranderung des osmotischen Druckes zwischen 230 und 370 m osm/l hat trotz unterschiedlichen Nettowassertransportes durch die Pansenwand keinen Effekt auf die Magnesiumresorption. Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit fruher.en Untersuchungen diskutiert und als Konsequenz wird ein einfaches und umfassenderes Prophylaxeprogramm fur die Hypomagnesamie vorgeschlagen. 30. E. GRASSMANN - Weihenstephan Aktivitiiten von Metalloenzymen bei untershiedlidier Proteinversorgung Die Verwendung von Enzymaktivitaten fur die Diagnose des Spurenelementstatus bzw. der Wirkung einer therapeutischen Behandlung, setzt die Kenntnis aller Fak- toren voraus, die die Metalloproteide beeinflussen konnen. Wahrend Beziehungen zwischen der Versorgung an Fe, Zn und Cu und den Aktivitaten der zugeordneten Enzyme, der Katalase in den Erythrozyten, der Alkalischen Phosphatase und des Coeruloplasmins im Plasma mehrfach untersucht sind, bestehen hinsichtlich der Be- deutung der Proteinversorgung fur die Synthese dieser Enzyme noch sehr luckenhafte oder widerspruchliche Informationen. In Versuchen mit wachsenden Ratten wurden deshalb der EinfluB der Protein- menge und -qualitat auf die Aktivitaten der aufgefuhrten Enzyme untersucht. Steigende Proteingehalte in der Diat von 0-50 o / o bewirkten bei der Katalase wie Tagungsbericht 133 auch bei der Alkalischen Phosphatase einen Anstieg der Enzyrnaktivitat. Fur die Katalase errechnete sich dabei eine lineare Beziehung, fur die Alkalische Phosphatase ergab sich ein Maximum, das rnit dem der Gewichtsentwicklung zusammenfiel. Die Coeruloplasrnin-Aktivitat, bezogen auf den Proteingehalt des Plasmas, verhielt sich gegenlaufig. Fur die Katalase deutete sich auch eine Beziehung zur Proteinqualitat an. Aus den fur die einzelnen Metalloenzyme unterschiedlichen Beziehungen zur Pro- teinversorgung ergibt sich, dai3 ihre Verwendung als Kriterien der Spurenelernent- verwertung nur unter streng definierten Bedingungen zulassig ist. 31. H.-P. ROTH - Weihenstephan Zur Diagnose von marginalem Zinkmangel Die alkalische Phosphatase des Serums ist ein Zn-Metalloenzym, das auf eine Zn- Mangelernahrung rnit einern schnellen und starken Aktivitatsverlust reagiert (ROTH und KIRCHGESSNER 1974). Es wurde deshalb untersucht, ob nicht mit Hilfe dieses Metalloenzyrns eine suboptirnale Zn-Versorgung diagnostiziert werden kann. D a die Aktivitat der alkalischen Phosphatase unter praktischen Bedingung,en groi3en Schwan- kungen und vielen anderen Einfliissen unterliegt, wurde das Problem von Soll- oder Nornialwerten dadurch umgangen, daf3 man die Aktivitat vor und drei Tage nach einer Zn-Injektion bestirnrnte. Junge Ratten erhielten deshalb 14 Tage ein Zn- Mangelfutter mit 1,3 pprn Zink. Anschliei3end wurden sie in acht Gruppen eingeteilt, deren Diat-Zn-Gehalt 1,3, 4, 6, 8, 10, 12, 20 und 100 pprn betrug, urn sie auf einen genau definierten Versorgungsstatus zu bringen. Nach zwei Wochen wurde kurz vor einer intraperitonealen Injektion von 0,s rng Zink und drei Tage danach die Aktivitat der alkalischen Phosphatase irn Serum bestirnrnt. Hierbei spiegelt sich in der Aktivitat der alkalischen Phosphatase irn Serum genau der Versorgungszustand an Zink wider. Durch die Zn-Injektion Lei3 sich im extremen Mangelbereich zwischen 2-6 pprn eine Aktivitatscrhohung urn ein Vielfaches erreichen. Irn suboptirnalen Bereich zwischen 8-20 pprn betrug die Aktivitatssteigerung 40-60 O / o . Bei einer optimalen Versor- gung, wie irn Falle des Diat-Zn-Gehaltes von 100 ppm, Lei3 sich durch die Zn-Injek- tion keine Aktivitatssteigerung rnehr erzielen. Eine Aktivitatserhohung der alkalischen Phosphatase im Serum auf Grund einer Zn-Injektion 1af3t deshalb je nach der Hohe der festgestellten Aktivitatsverbesserung eine rnehr oder weniger ausgepragte Zn- Unterversorgung diagnostizieren. 32. A. SCHNECC - Weihenstephan Zum EinfluS von Ni-Mangel auf Verdauungsenzyme und Substrat-Konzentrationen In rnehreren Versuchen an wachsenden Ratten konnte Ni-Mangel ausgelost werden, wobei gezeigt werden konnte, daf3 dabei die Aktivitaten einiger Dehydrogenasen der Leber bis 82 O / o reduziert waren. Auch die Aktivitaten der am Arninosaurestoff- wechsel beteiligten Enzyme GIDH, G O T und G P T waren urn etwa 45 O / o erniedrigt. Diese verminderten Aktivitaten sind jedoch nicht auf eine reduzierte Aufnahme an Protein zuriickzufuhren, denn die Proteasenaktivitat im Pankreasgewebe, wie auch der speziellen Protease Leucinarylarnidase, war irn Ni-Mangel leicht erhoht. Die *-Amylase irn Pankreasgewebe war dagegen urn 570/0 weniger aktiv als bei den Kontrolltieren. Ebenso waren die Konzentrationen an den energieliefernden Sub- straten Triglyceride, Glucose und Glycogen in der Leber urn 37-90 O / o niedriger als bei den Kontrolltieren. Der Harnstofigehalt der Leber war mit 1 4 O / o nur leicht 134 Gescllschaft f u r Ernahriingsphysiologie d e r Haustiere erniedrigt. Auch im Serum zeichnet sich das glciche Muster ab. Die Konzentration an Glucose war dort um 62 O/o erniedrigt, die des Harnstoffs urn 20 O/o. Demnach diirften die verminderten Aktivitaten der Dehydrogenasen in der Leber zuniindest Zuni Teil auf ein Fehlen von Substraten zuriickzufiihren sein, die Aktivitats-Einbufien der G I D H und Transaminasen jedoch nicht niit ciner schlechten Proteinverwertung zu- sammenhangen. 33. K. WETZEL, K. H. MENKE - Stuttgart-Hohenhcim Verteilung, Passagerate und zeitlicher Verlauf der Konzentrationen an Cu, Zn und Mn im Pansen des Rindes An zwei erwachsenen Ochsen niit Pansenfistel, die in vier dreiwochigen, aufeinander- folgenden Perioden ein Kupfermangelheu und ein Nornialheu niit und ohne Zulage von Kupfersulfat erhielten, sind die Gehalte an Kupfer, Zink und Mangan im Pansensaft bestimmt worden. Die Pansensaftproben wurden durch Zentrifugation, Behandlung dcs Sediments mit Na-Dodecylsulfat und Filtration in drei Fraktionen getrennt. Die Fraktionierung des Pansensaftes ergab, dafi Kupfer iiberwiegend ini wasser- loslichen Oberstand vorliegt (68 o/o), wahrend Zink und Mangan starker an die mikrobielle Fraktion gebunden sind (57 o/o bzw. 4 6 "/n). Im pflanzlichen Riickstand werden im Mittel n u r 9 "/o des Kupfers, 24 o/o des Zinks und 22 o/o des Mangans gefunden. Zulage von Kupfersulfat zum Normalheu fiihrt zu signifikant erhohten Gchalten an Kupfer im Oberstand und in der Bakterien-Fraktion. Zugleich sind die Zink- und Mangangehalte in der Bakterien-Fraktion erhoht. Die gleiche Kupfcrsulfatzulage zum Kupferniangelheu senkt jedoch die Kupfergehalte in der Bakterien-Fraktion hochsignifikant. Es wird vermutet, dafi die Kupfersulfat-Zulage wegen des vorhan- denen Molybdan-Oberschusses (2,5 ppm) im Kupferniangelheu nicht zur Wirkung kam. Die positiven Effekte der Kupfersulfatzulage auf die Zink- und Mangan- gehalte in der Bakterien-Fraktion bleiben hingegen auch bei Verfiitterung von Cu- A4angelheu erhalten. In diesen Untersuchungen ist iiberdies der zeitliche Verlauf der PEG- und Spuren- elementkonzentrationen in zweistiindigen Abstanden zwischen 8 und 18 Uhr bestininit worden. Die Messungen ergaben ein Pansenvolumen von 61 1 und eine Gesamtpassage von 108 bzw. 128 I/Tag. Aus der Gesamtpassage und den niittleren Spurenelement- gehalten ist die mittlere tagliche Passage mit 40 mg Kupfer, 98 mg Zink und 371 nig Mangan berechnet worden. Diese Werte liegen beim Kupfer uni 1 1 O/o iiber der Auf- nahme und beim Zink und Mangan um 44 bzw. 68"/o unter der Aufnahnie. Die Differenzen lassen auf eine erhebliche endogene Sekretion von Kupfer und eine starkc Absorption von Mangan und Zink aus dem Pansen schliefien. Der zeitliche Verlauf der Konzentration (mcg/g TS) an Kupfer, Zink und Man- gan in der Bakterien-Fraktion und im Gesanitpansensaft ist durch einen leichten Abfall in den ersten Stunden nach der Fiitterung, ein Minimum nach 4-6 Stunden und einen nachfolgenden Anstieg gekennzcichnet. Nach der Kupfersulfatzulage ist der Kurvenverlauf in der Regel begradigt. Die Untersuchungen ergeben keinen Hin- weis darauf, dafi eine Supplementierung mit 1,s ppm Kupfer in anorganischer Bin- dung zu Storungen im zeitlichen Verlauf der Spurenelenientkonzentration fiihrt, die Ursache fur negative Wirkungen auf die bakterielle Garung sein konnten. Anschrift der Gesellschaft: Zimmerweg 14-16, D-6000 Frankfurt am Main 1 .

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